Unterhaltszahlung- ...
 
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Unterhaltszahlung- nur Pflichten und keine Rechte?

 
(@die-linse)
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Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich wieder einmal Post vom Jugendamt bekommen und ich muß sagen, dass es jetzt wirklich reicht. Aber von vorne....

Mit meiner Ex-Lebensgefährtin habe ich einen 2,5 jährigen Sohn. Im April 2003 kam er zur Welt und man höre und staune, bis heute habe ich ihn 3 mal gesehen! Alles begann damit, dass ich in meiner neuen Beziehung im Juli 2003 engeren Kontakt zu meinem Sohn aufbauen wollte. Dieses klappte auch und ich sah ihn zum ersten Mal nach der Geburt. Keine drei Wochen später bekam ich einen Termin beim Jugendamt, um den Kindesunterhalt zu beurkunden. Ich ahnte nicht schlimmes, zumal ich für den Kurzen alles tun wollte. Und seit diesem Zeitpunkt hat meine Ex die "Tür" zugemacht und ich sehe den Kleinen nicht mehr. Es dauerte bis zum 18.10.2004 bis ich meinen Sohn wiedersah, doch ich durfte bei dem Besuch keine Fotos machen, sondern ich hätte lieber ein Geschenk mitbringen sollen. Naja, dieser Meinung war ich nun garnicht. Einen Tag später wurde der Sohn von meiner jetzigen Frau und mir per Notkaiserschnitt geboren und starb leider zwei Tage später. Seit diesem Zeitpunkt wollte ich auch selber keinen Kontakt, weil ich , bzw. wir zu sehr mit dem Verlust unseres Sohnes zu kämpfen hatten.
Am 28.11.2005 bekam ich Post vom Jugendamt, dieses mal aber von einem Jugendamt aus einer anderen Stadt. Aha, meine Ex ist also umgezogen (ca. 150 km von hier). In dem Brief stand, dass die Unterhaltszahlungen nun auf ein anderes Konto gezahlt werden sollen. Sofort änderte ich meinen Dauerauftrag und setzte mich telefonisch mit dem Jugendamt in Verbindung. Ich bat um die neue Anschrift meiner Ex und meines Sohnes. Doch das Jugendamt konnte mir diese aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht herausgeben. Das habe ich soweit verstanden. Heute, wie gesagt, bekomme ich erneut Post vom Jugendamt, worin steht, dass die Kindesmutter die neue Anschrift nicht an mich herausgeben wird.

Jetzt frage ich mich allen Ernstes, habe ich als Unterhaltszahlender Vater nur Pflichten und spiele den Zahlemann und Söhne, oder gibt es noch andere Mittel und Wege an die Anschrift zu kommen. Ich möchte erst in letzter Instanz einen Rechtsanwalt einschalten.

Kann mir jemand weiterhelfen?

Liebe Grüße
Die Linse


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 03.12.2005 17:23
(@Aniram)

Hallo Linse !

Zuerst möchte ich Dir nachträglich zu dem Verlust Deines zweiten Sohnes mein Mitgefühl
ausgesprochen.

Ich wollte schon schreiben... "ich weiss wie schrecklich Du dich gefühlt haben mußt", aber
nein, glücklicherweise mußte ich diese Erfahrung bisher nicht machen.

Warum hake ich genau hier ein ? Ich kann mir vorstellen, daß das damals eine Zeit war,
wo Du dich am liebsten verkrochen hast, aber was konnte Dein ersten Sohn für den Verlust
seines Halbbruders ? Du hättest ihn doch sicher auch nicht gemieden, wenn Du mit seiner
Mutter noch zusammen wärst oder wenn er das Kind aus Deiner jetzigen Beziehung wäre.
Ich könnte mir auch vorstellen, daß Du das vielleicht aus Rücksicht auf Deine jetzige Frau
gemacht hast.... aber wieder die Frage.... was kann Dein Sohn dafür, daß seine Eltern sich
getrennt haben und danach seine Bedürfnisse nicht geregelt bekommen ?

Verstehst Du worauf ich hinaus will ?

Du hast Dein Interesse an dem Kleinen erst wieder bekundet, nachdem Du durch dem Umzug
und durch den Brief des Jugendamtes wieder an ihn erinnert wurdest.

Ich will jetzt gar nicht groß auf das Verhalten Deiner Ex eingehen, weil dass das nicht in
Ordnung ist, braucht keiner weiteren Erwähnung... auch die Sache mit dem "keine Photos"
machen.

Genauso erstaunt bin ich aber auch über diese Bemerkung

...sondern ich hätte lieber ein Geschenk mitbringen sollen. Naja, dieser Meinung war ich nun garnicht

Sie zeugt nicht von sehr viel Gefühl für den Kleinen. Weil selbst, wenn die Mutter unmöglich
ist und Dir unter Umständen sogar das Leben schwer macht... was könnte er dafür ?

Und noch etwas... keine Mutter sieht es gerne, vom Verstehen red' ich da gar nicht erst, wenn
ihr Kind warum auch immer in Vergessenheit gerät. Ich kann ihr Verhalten daher schon auch
verstehen, selbst wenn es nicht richtig ist. Ungeachtet aber dieser Tatsache, hat Dein Sohn
ein Recht darauf einen oder besser noch "seinen" Vater zu haben und zu erleben.

Mit ist nicht ganz klar, warum Du die Adresse überhaupt haben wolltest, ob es für Dich nur
eine reine Formsache war. Wenn das so ist, dann solltest Du schleunigst Deine eigenen
Motive überdenken. Und Dich dann rasch mit dem Jugendamt in Verbindung setzen, damit die
den Kontakt zu Deinem Kind vermitteln können.

Weil eines ist sicher: Dein Sohn braucht Dich, ungeachtet der Tatsache, ob das seiner Mutter
vielleicht nicht in den Kram paßt oder auch Deiner Frau. Diese beiden Frauen sind erwachsen
ebenso wie Du, der Kleine aber ist darauf angewiesen, daß die Erwachsenen in seinem Umkreis
zu seinem Wohn agieren und reagieren.

Und dafür wünsche ich Dir viel Kraft

LG Marina


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2005 18:22
(@die-linse)
Schon was gesagt Registriert

Vielen Dank für Deine Antwort....

Mir fehlt mittlerweile wirklich die Kraft meine Ex hinterher zu rennen, nur weil ich den Kleinen sehen möchte. Selbst meine jetzige Frau würde es toll finden, wenn ich meinen Sohn regelmäßig sehen würde. Sie ist sogar schon so weit gegangen, dass sie selbst zu meiner Ex gefahren ist und versucht hat mit ihr von Frau zu Frau ein Gespräch zu führen. Es ist einfach keine Kommunikation zwischen meiner Ex und mir möglich und ich weiß selber, dass mein Sohn am wenigsten dafür kann. Mittlerweile hat meine Ex wieder einen neuen Lebensgefährten und ich wünsche dem Kleinen, wie auch ihr, von Herzen, dass diese Beziehung sie glücklich werden läßt. Trotzdem habe ich doch immer noch ein Recht darauf, meinen Sohn zu sehen und nicht nur als Kontonummer zu existieren, von der der Unterhalt kommt. Ich habe ja nicht einmal eine Chance nachzusehen, ob der Unterhalt auch wirklich dem Kleinen zu Gute kommt.
Es wird höchste Zeit, dass die Gesetze wieder eine Balance zwischen Pflichten haben und Rechte zu bekommen herstellen. Denn wie ich es auch aus dem Bekanntenkreis mitbekomme, sind es doch immer wir Väter, die den Kürzeren ziehen. Es kommt doch schon bald der Gedanke auf, dass viele Mütter die Kinder als Druckmittel, bzw. "Waffe" einsetzen, um den Kindesvater in die Schranken zu weisen.

eine wütetende Linse 😡


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 03.12.2005 18:35
(@taccina)
Registriert

Hallo Linse,

ich möchte mich da Aniram anschließen, jedoch mpöchte ich noch hinzufügen, da Du, selbst wenn Du nun irgendwie die Adresse bekommen würdest, doch nicht einfach so Kanll auf Fall vor der Türe stehen kannst und sagst: "HIer bin ich! Ich bin Dein Papa"

Also wenn ich das richtig verstanden habe ist Dein Sohn nun 2,5Jahre alt. Zum letzen Mal gesehen hast Du ihn vor einem Jahr........da war er 1,5Jahre..... So leid es mir tut die zu sagen, aber der Junge kennt Dich nicht mehr. Du bist ein Fremder für ihn!!!!! Und wer weiß...vielleicht weiß er ja gar nicht das Du existierst. Ich weiß ja nicht ob die KM nen neuen Mann hat und ob der Junge ihn als Vater sieht.

Vielleicht setzt Du DIch mal mit dem JA in Verbindung und bittest da um einen betreuten Umgang, damit das Kind Dich wieder an DIch gewöhnen kann und da das dann von Behördlicher Seite geregelt wird, musst Du Dir auch keine Gedanken machen, das die Mutter dies großartig boykottieren kann. (Klar könnte sie...aber da wird es dann schon schwieriger)

Was war denn zwischenzeitlich? Hast Du Dich überhaupt mal bei dem Kind gemeldet? Telefonisch? Per Brief (ja ich weiß er kann noch nicht lesen...)
Was war zu den Geburtstagen? Zu Weihnachten? Zu Ostern?

Auch wenn ich das Handeln der Mutter ganz und gar nicht unterstütze, aber irgendwie kann ich mir schon vorstellen, das sie eventuell auch stinksauer auf Dich ist, da Du Dich nur alle Jubeljahre mal gemeldet hast.

Ich drück Dir die Daumen, das es mit dem Kontakt zwischen Dirund Deinem Sohn wieder klappt.

Liebe Grüße Taccina

[Editiert am 3/12/2005 von Taccina]


Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?

AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2005 18:36
(@schmusepapa)
Registriert

Hallo Linse,

wenn du den Kontakt mit deinem Sohn wirklich willst, dann gibt es nur folgenden Weg:

1. Jugendamt einschalten, einen Termin vereinbaren, dort darlegen warum du Umgang möchtest und in welcher Form. Begleiteter Umgang wäre da evtl. keine schlechte Idee. Du musst nur klar und plausibel darlegen, warum du jetzt auf einmal Umgang möchtest und du vorher ein Jahr lang nichts gemacht hast, um den Umgang einzufordern. Ein solcher Termin muss gut vorbereitet sein. Was heisst das? Du musst darlegen was du willst und warum. Und du musst auch auf kritische Fragen gefasst sein und entsprechend reagieren können. Wichtig dabei: Nicht gegen die "Ex" hetzen. Es geht um das Kind, das Verhalten der "Ex" kann für dich aber als Argumentation diesen, warum du das Jugendamt um Hilfe bittest.

2. Wenn das nichts hilft evtl. klagen. Bei einer Klage wird automatisch vom Gericht das Jugendamt eingeschaltet, und wenn die einen negativen Bericht schreiben wird es schwierig. Daher ist es wichtig, dass Schritt 1 gut vorbereitet wird!

Un das alles macht nur Sinn, wenn du einen regelmäßigen Umgang praktizieren möchtest. Den Rest haben Marina und Taccina bereits ausführlich erläutert.

Gruß

Martin

[Editiert am 3/12/2005 von Schmusepapa]


AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2005 19:01
(@eskima)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Linse,

die Vorgehensweise hat Schmusepapa eingehend erklärt, hier schließe ich mich an.

Dir empfehle ich, von deiner ursprünglichen Frage innerlich etwas abzurücken. Die Frage, ob du nur Zahlpflichten und keine Rechte hast, werden dir beim Jugendamt nicht gerade Pluspunkte einbringen.

Der Tod eines Kindes ist ein massiver Einschnitt im Leben, der massivste Einschnitt überhaupt, den ich je erlebt habe. Nichts ist mehr wie vorher. Nicht nur das Kind ist tot, nein, es stirbt ein Teil von einem selbst, es stirbt die Zukunft und nichts ist mehr so, wie es mal war.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dein "ich wollte mich nicht um mein Kind kümmern" eigentlich ein "ich konnte mich nicht um mein Kind kümmern" war. Du mußtest darauf vertrauen, dass für dein erstes Kind durch die KM gesorgt wurde, denn du warst am Boden und mußtest erstmal Trauerarbeit leisten. Ich kann mir gut vorstellen, dass du definitiv nicht in der Lage warst, dich um deinen Erstgeborenen zu kümmern, weil du dich um dich selbst kümmern mußtest. Und du hast gute Trauerarbeit geleistet, du bist wieder aufgestanden und willst dich jetzt um deinen Erstgeborenen kümmern. Und auch jetzt bist du erst wieder dazu in der Lage.

Das wäre für mich der Ausgangspunkt deiner Argumentation. Ich wünsche dir, dass du auf verständnisvolle Menschen triffst.

Gruß

eskima


Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen gegangen bist - Indianische Lebensweisheit
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AntwortZitat
Geschrieben : 03.12.2005 23:49