Hallo!
Auf viele Fragen erhalte ich durch Mitlesen Antworten. Nun hat sich aber meine Situation geändert und ich weiß nicht, was ich tun soll.
Folgende Situation: Bei unserer Scheidung 2006 wurde der KU, den mein Ex-Mann zahlen sollte, festgelegt.
Er beläuft sich auf 100 % (umgerechnet) für zwei Kinder (15 Jahre und 11 Jahre). Alles lief bisher recht friedlich.
Nun aber arbeitet mein Ex seit über einem Jahr nicht mehr, nachdem er seinen Job aufgegeben hat, weil er etwas anderes machen wollte.
Er bemüht sich auch nicht darum, einen Arbeitsplatz zu finden. Bis November 09 hat er den Unterhalt weiterhin gezahlt. jetzt nicht mehr.
Ich weiß, dass ich den Gerichtsvollzieher losschicken kann. Aber eigentlich möchte ich das nicht und außerdem wird es eh nichts zu pfänden geben.
Ich überlege, ob ich mich ans Jugendamt wende. Was werden die sagen, wenn ich dort Unterhaltsvorschuss beantrage? Kann ich das tun oder muss ich erst einen Gerichtsvollzieher beauftragen?
Erhalte ich auch Unterhaltsvorschuss, wenn ich selbst genug zum Leben verdiene?
Gruß
Lisa
Moin Lisann
Verdienst du denn genug zum Leben?
Im übrigen ist Kindesunterhalt für das Kind dabei ist es unerheblich, wieviel du verdienst.
Gruß Wedi
Ich überlege, ob ich mich ans Jugendamt wende. Was werden die sagen, wenn ich dort Unterhaltsvorschuss beantrage? Kann ich das tun oder muss ich erst einen Gerichtsvollzieher beauftragen?
Erhalte ich auch Unterhaltsvorschuss, wenn ich selbst genug zum Leben verdiene?
Hallo,
für das jüngere Kind solltest du sofort Unterhaltsvorschuß beantragen. Der wird nämlich nur gezahlt bis zum 12ten Lebensjahr, da macht sichd er Staat einen schlanken Fuß... Zudem solltest du eine Pfändung veranlassen. Auch wenn die erfolglos bleibt. Und das alle drei Jahre. Denn nur wenn du das tust (und die Unterlagen aufhebst) kann das Geld später, wenn der KV wieder hinreichend Einkommen erzielt, nachgefordert werden.
/elwu
Hallo!
@wedi
Ich verdiene objektiv gesehen genug zum Leben. Allerdings bedeuten 500 € weniger im Monat auch für uns gewisse Einschränkungen.
@elwu
O.K. Dann werde ich mal zum JA gehen. Bis wann sollte ich denn jetzt eine Pfändung veranlassen? Ich scheue diesen Schritt, weil ich das Gefühl habe, dass sich dadurch die Stimmung noch weiter verschlechtern würde.
Erhält man Unterhaltsvorschuss auch, wenn man mit einem neuen Partner zusammen lebt?
Gruß
Lisa
Hallo Lisann,
für das jüngere Kind erhältst Du UHV, wie elwu schrieb: SOFORT beantragen! Es sind ja nur noch wenige Monate!
Du bist nicht verheiratet? Dann geht das! Neue Partnerschaft ohne Heirat ist keine Limitierung für UHV, auch Dein Gehalt spielt da keine Rolle.
Was die Pfändung betrifft: Deine Wahl! Je eher desto besser, aber wie Du schon richtig erkannt hast, es verschlechtert die Stimmung.
Grüße
Pinkus
Guten Morgen Lisann,
ich würde ebenfalls die Pfändung schnell veranlassen.
Schlechte Stimmung deswegen? Evtl. kannst Du erklären, dass es sich hierbei vor allem darum dreht, dass Deine Rechte gewahrt bleiben.
Mit seinem Wunsch "etwas anderes machen zu wollen" hat er sich dieser Gefahr aber auch bewußt ausgesetzt.
Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Guten Abend!
Vielen Dank für eure Beiträge.
Ich war heute beim Amt um Unterhaltsvorschuss zu beantragen. Dort erhielt ich die Auskunft, dass es wohl besser/ schneller wäre, wenn ich eine Beistandschaft beantrage, eben weil ich einen Titel in der Hand habe. Der Mitarbeiter meinte, dass dann z.B. eine Pfändung vom Amt eingeleitet wird und dies für mich viel günstiger wäre.
Aber was bedeutet eine Beistandschft denn genau? Gibt es auch Nachteile?
Auf meine Frage, ob ich denn für Dezember auch noch rückwirkend Unterhaltsvorschuss beantragen könne, erhielt ich die Antwort, dass das nur ginge, wenn ich meinen Ex nachweislich in Verzug gesetzt hätte.
Ich dachte immer, dass bei einem Titel nicht gezahlter Unterhalt automatisch geschuldet wird. Und er nachweisen muss, dass er gezahlt hat.
Was stimmt den nun?
Gruß
Lisa
Deine Meinung stimmt.
Inverzugsetzen musst du ihn nicht mehr.
Allerdings verfällt nicht eingeforderter Unterhalt, ich glaube nach einem Jahr.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hallo!
Vielen Dank für eure Antworten.
Ich war nun inzwischen beim Jugendamt, habe aber keine Beistandschaft beantragt.
Es erschien mir nicht nützlich, weil ich wirklich glaube, dass es nichts zu pfänden gibt.
Auch habe ich darauf vertraut, dass mein Ex mir sagte, er wolle sich in dieser Woche um einen Job kümmern (was aber leider wieder nicht passiert ist).
Der Unterhalt läuft als Schulden auf, und ich werde ihm dies in der nächsten Woche selbst noch einmal per Einschreiben mitteilen.
Unabhängig davon werde ich Unterhaltsvorschuss beantragen.
Muss ich dort eigentlich meinen Titel abgeben? Ich habe so etwas gehört.
Das möchte ich eigentlich nicht, da es ja auch noch ein älteres Kind gibt, für das ich keinen Vorschuss beantragen kann.
Gruß
Lisa
ein Update:
Inzwischen habe ich doch eine Beistandschaft eingerichtet und Unterhaltsvorschuss beantragt.
Der Brief vom Jugendamt hat bei meinem Ex nicht gerade gute Laune ausgelöst (wie zu erwarten war).
Er ist der Meinung, dass er ja schließlich 10 Jahre gearbeitet hätte, und damit mir mein Studium finanziert hat. Dabei denkt er aber nicht daran, dass er nur arbeiten gehen konnte, weil ich unsere zwei Kinder betreut habe und dadurch 20 Semester für mein Studium gebraucht habe...
Zurzeit fällt es mir sehr schwer, die Kinder rauszuhalten. Sie hören von beiden Seiten viel und vor allem die Große hat Probleme "zwischen den Stühlen zu stehen". Mir ist klar, dass sie ihren Vater liebt und es sehr schwierig ist, die Situation auszuhalten, aber ich bin halt auch nur ein Mensch. Ich kann mich manchmal nicht mit meiner Meinung zurückhalten und dabei kommt ihr Vater nicht wirklich gut bei weg :redhead:
Ich hoffe, dass er bald wieder einen Arbeitsplatz findet und sich dadurch alles etwas beruhigt.
Gruß
Lisa
Update
Hallo!
Inzwischen hat sich wenig getan.Mein Ex arbeitet immer noch nicht.
Ich kann inzwischen viele getrenntlebende Elternteile verstehen, denen es nicht gelingt, die Kinder rauszuhalten.
Ich muss so viel an mir arbeiten, die Kinder nicht mit der Situation zu belasten.
Vieles finde ich so ungerecht.
Aber meine Tochter sprach große Worte: "Mama, du änderst Papa eh nicht. Du machst es nur noch schlimmer, wenn du so mit ihm sprichst. Dann hat er schlechte Laune und lässt sie an uns aus."
So ist es!
Liebe Grüße an alle, die Dinge gelassen hinnehmen können, die sie nicht ändern können. Und an alle, die auf dem Weg sind, das zu lernen.
Lisa
