Hallo
Meine Frau und ich sind seit einem 3/4 Jahr getrennt. Wir haben 2 Kinder und zur Zeit die Wochenregel, d.h. eine Woche sind die Kinder bei mir , die nächste Woche bei ihr. Abgesehen von anfänglichem fiesen Trennungsstress läufts jetzt mit den Kindern einigermaßen gut.
Das ungewöhnliche an unserer Beziehung ist, dass ich „Hausmann“ war. Ich habe mich um die Kinder gekümmert, während meine Frau „Karriere“ gemacht hat und eine eigene Kanzlei aufgemacht hat. Ich bin Freiberufler, habe aber während der zeit nicht viel gearbeitet.
Schliesslich habe ich sogar in ihrer Kanzlei gearbeitet- bis zur Trennung.
Da es in meiner alten Branche nicht gut läuft, mach ich zur zeit eine neue Ausbildung und verdiene nat. entsprechend mau.
Meine Frage:
1. Hat jemand Erfahrung mit der Wochen Regelung und was haltet ihr davon?
2. Wie siehts eigentlich mit Unterhalt aus? Steht mir da was zu? (Wir haben einen Ehevertrag, die Kanzlei ist raus aus dem Zugewinn) Ich kenne und höre immer nur von Männer, die löhnen müssen. Eigentlich müsste es ja bei uns genau anders rum sein.
Gruss
robert
Hallo Robert,
Dir steht auf jeden Fall Trennungsunterhalt zu.
Sollte der nacheheliche Unterhalt im Ehevertrag nicht ausgeschlossen sein, bekommst Du auch nachehelichen unterhalt, bis Du selbst genug verdienst.
Gruß
Melly
Hallo robert,
mein Ex und ich hatten auch eine (wöchentliche) Wechselregelung für unseren Sohn. Das ging so lange gut, bis eine neue Frau seinerseits dazu kam. Auf einmal haben wir uns um Termine und das Wohl des Kindes gestritten, es ging keine Kommunikation mehr. Leider sah ich mich dadurch zunächst veranlaßt, mit unserem Sohn zur Erziehungsberatungsstelle zu gehen, damit er seine entstehenden Probleme aufarbeiten kann/konnte. Dort habe ich feststellen müssen, dass er sich als "zwei" Personen erlebt: es gab einen Papa- und einen Mamasohn. Es gab aus seiner Sicht heraus keine Verbindung (mehr) zwischen Mamhaus und Papahaus. Das hat mich dann veranlasst, das Wechselmodell aufzuheben. Auch wenn ich weiß, dass es vielleicht nicht die beste Entscheidung für ihn war, ihn aus Papahaus zu nehmen, so erlebe ich jetzt, dass das Leben mit ihm viel ruhiger wird und er viel weniger unruhig und hampelig ist. Vielleicht hätten mir so einige Verhaltensweisen früher sagen können, dass es ihm nicht wirklich gut tut, und sein Wunsch bei Mama und Papa zu sein das eine ist, dass andere aber auch die Frage danach ist, die Eltern klären müssen, ob diese Entscheidung wirklich gut tut.
So ist es bei uns gelaufen. Nach wie vor denke ich aber, dass dieses Modell funktionieren kann - allerdings nur, wenn Mama und Papa ein gutes Verhältnis miteinander haben und sich über ihre Kinder vernünftig austauschen können.
Liebe Grüße
Biga
Das hat mich dann veranlasst, das Wechselmodell aufzuheben.
So einen Satz wollte ich hier eigentlich nicht lesen müssen!!!
Das ist bestimmt keine vernünftige Lösung.
Das hat mich dann veranlasst, das Wechselmodell aufzuheben.
Hi biga,
ich will Dir ganz bestimmt nicht Unrecht tun, aber auch mir dreht sich bei solchen Aussagen der Magen um.
Wenn "Kommunikation nicht mehr möglich ist", wie Du schreibst, wäre es Deine Pflicht, diese Kommunikation wieder herzustellen anstatt eigenmächtig ein bis dato funktionierendes Wechselmodell aufzuheben.
Bist Du wirklich ganz sicher, dass Du ausschliesslich zum Wohle Eures Sohnes handeln wolltest und nicht etwa Eifersucht auf die "Next" eine tragende Rolle bei dieser Entscheidung gespielt hat? So etwas kann die Kommunikation zwischen Eltern nämlich gehörig stören. Vor allem, wenn das Kind mit dem/der neuen Partner/in von Mama oder Papa dann auch noch ein gutes Verhältnis hat.
Fakt ist: Die meisten Kinder kommen mit einem Wechselmodell exzellent zurecht - wenn ihnen nicht ständig von einem oder beiden Elternteilen suggeriert wird, was sie vom jeweils anderen zu halten haben. Loyalitätskonflikte wie die von Dir beschriebenen sind dann nämlich die fast zwangsläufige Folge.
Meine Erfahrung ist jedenfalls: Wenn ein Elternteil eigenmächtig solche Entscheidungen trifft wie Du (und diese bis heute für richtig hält), spricht das irgendwie NICHT für seine eigene Kommunikations- und Konfliktfähigkeit.
Nachdenkliche Grüsse
Martin
(selbst überzeugter und praktizierender Anhänger des Wechselmodells)
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Martin, hallo Wulf,
ich habe dieses Modell wirklich gerne gelebt. Ich habe auch sehr viel dafür getan, dass dieses Modell hätte weitergeführt werden können. Leider ist es tatsächlich nicht an mangelnden Kommunikationsversuchen meinerseits gescheitert und es hat auch nichts mit Eifersucht zu tun. Die andere Seite hat leider die Kommunikation sehr nachdrücklich abgelehnt. Das konnte ich nicht verändern. Mein Sohn hat sehr darunter gelitten, dass es keine Gespräche mehr zwischen seinen Eltern gab.
Und: das Wechselmodell hat schon einige Zeit nicht mehr gut funktioniert (mangels Austausch über das was beim Kind anliegt - nicht von meiner Seite), bis ich soweit war, es in Absprache mit meinem Sohn zu verändern.
Hier jedoch alle Gründe aufzuführen, die zur Entscheidung geführt haben, ginge zu weit und es ist auch zu vielschichtig. Wie gesagt, es funktioniert aus meiner Sicht insbesondere, wenn eine gute Kommunikation möglich ist und das war es bei uns nicht mehr.
Mich würde dann doch auch mal interessieren, wie die Kmmunikation bei euch praktizierenden Wechselmodellern aussieht. Weiß allerdings nicht, ob es dann in diesen Thread gehört.
Grüße von
Biga
Moin biga,
Weiß allerdings nicht, ob es dann in diesen Thread gehört.
Na, dann machen wir doch einfach mal einen neuen auf. Aber wo? AE-Väter, AE-Mütter, Umgang, Die Kinder, hmmmmm...sucht euch was hübsches aus 😉 Ich persönlich bin zwar nicht betroffen, die Diskussion würde mich aber dennoch sehr interessieren.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
