Hallo Ihr lieben Väter,
ich traue mich hier mal so rein, weil ich es immer noch nicht fassen kann, das der KV sehr viele WE absagt, sie verkürzt, so wie es ihm gerade in den Kram passt.
Für mich ist alles nicht planbar. Tauschen möchte er nicht, die halben Ferien und Feiertage?
Nö, ist gerade nicht günstig.
Obwohl im Notarvertrag festgelegt, alle 2 Wochen Freitag 20:00 bis Sonntag 20:00.
Seine Aussage......man hat noch keinen Vater vor die Türe seiner Kinder gekettet .......und ich mache dir jedes WE was du planen solltest kaputt..............bringt mich echt zur Weißglut.
Hier kämpfen alle darum ihre Kids zu sehen und bei mir ist es anders herum.
Die Mädels sind 12 und 14 und leben in der gleichen Stadt.
Materiell hat er es drauf.....wartet mal ich hol euch ab.....zu Eis essen......spontane Besuche, das reicht ihm.
Leider hat das JA nur die Aussage: Keine Verpflichtung!!
Aber es heißt doch Sorgerecht und -Pflicht. Oder ist das falsch???
Er selbst sagt, er hat das Recht sie zu sehen aber keine Pflicht!!!
Eigentlich suche ich nur nach einer Möglichkeit ihn an die Kids zu binden,
aber ich weiß auch das es falsch ist.
In meinem Kopf möchte ich, das er die Kinder gerne da hat und es genießt mit ihnen zusammen zu sein.
Nicht nur für ein Eis!!!!!!
Freue mich auf eure Hilfe?!
Sim
Hallo Spaghetti.
Du hast es richtig erkannt.
Meistens jammern wir hier über zuwenig Umgang und die Ohnmacht, dagegen etwas wirksames tun zu können.
Dir und euren Kindern geht es andersrum aber genauso besch*.
Einen Zaubertrick dagegen gibt es leider tatsächlich nicht.
Die Umgangspflicht ist nur sehr theoretischer Natur.
Praktisch kann man ein Umgangselternteil nicht zum Umgang zwingen.
Der BGH hat, in diesem Fall ausnahmsweise mal zurecht erkannt, dass es nicht gut für die Kinder sein kann, zum Umgang mit einem unwilligen Elternteil gezwungen zu sein.
Nur was kannst du tun?
Du wirst kaum verlässliche Planbarkeit bekommen, denn auch wenn es eine Umgangspflicht gäbe, würde er im Zweifelsfall eben nicht da sein und du musst deine Pläne wieder über den Haufen werfen.
Die Polizei führt ihn sicher nicht in Ketten zum Umgang.
Wir hatten hier schon häufiger dieses Thema und noch keine Patentlösung gefunden.
Eine unsere Moderatorinnen hat auch jahrelang gegen dieses Phänomen gekämpft aber letztlich doch nicht viel erreicht.
Außer mehr Stabilität und Gelassenheit bei ihrem Sohn der immer wieder auf seinen Vater gewartet hat und immer wieder enttäuscht wurde.
Neben den weichen Maßnahme, wie reden oder Zuckerbrot und Peitsche gibt es, theoretisch, noch die Möglichkeit, euren Umgangsvergleich gerichtlich billigen zu lassen und vollstreckbar zu machen.
Ihm (eigentlich euch beiden) würde dann ein Ordnungsgeld für den Fall von unentschuldigten Verstößen angedroht.
Ob das aber jemals verhängt würde, steht in den Sternen.
Hat er denn generell keine Lust mehr auf seine Kinder oder kommt es ihm nur darauf an, dich zu piesacken?
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin Du
auch ich bin Bio-Papa jahrelang mit Umgang hinterher gelaufen, klar ist es theoretisch seine Pflicht und auch ich möchte, dass er den Zwerg einfach als ein Geschenk ansieht (bei aller Anstrengung ist er dies), aaaaaaaaaaaaber auch der Zwerg und ich haben ein Recht darauf unsere Zeit zu verplanen. Ich habe ihm mehrfach eine Umgangsregelung angeboten und er nimmt diese nicht wahr.
Inzwischen bin ich auf dem Stand, dass ich gesagt habe okay, wenn Du weiterhin Umgang möchtest, leg mir eine für alle verbindliche Regelung vor. Dies hat er bis heute nicht getan und seitdem auch keinen Umgang mehr, das ist extrem mistig für den Zwerg, aber leider nicht zu ändern.
Ich habe für mich festgestellt, dass ich nicht möchte, dass der Zwerg sein Leben auf Abruf für Bio-Papa führen muss, und ich möchte es auch nicht.
Wie gesagt Gesprächsangebote und Umgangsangebote (ja ich kann mir auch theoretisch ein WM vorstellen) haben nicht gefruchtet.
Die Frage ist doch: Kannst Du dir vorstellen, dem Papa ein verbindliches Umgangsangebot zu machen (zwingen kann man ihn leider nicht, auch wenn ich es sehr gerne würde) und kannst Du Dir vorstellen eben auch das durchzuziehen (unter der Prämisse, dass wenn ihr nichts vorhabt, die Kids natürlich gerne zu Papa gehen können?)?
Gruß Zwergnases Mama
Moin Sim,
willkommen hier im Forum.
Mit dem Problem "unzuverlässige Väter" bist Du hier nicht allein. Da können Dir einige unsere weiblichen Mitglieder auch einiges zu berichten.
Oftmals geht so ein Verhalten wohl auch mit psychischen Auffälligkeiten einher (wobei wir uns hier nicht als Hobbypsychologen aufspielen wollen).
Umgänge sollen geplant und regelmäßig stattfinden. Als Unterhaltszahlender ist er allerdings wirklich nicht zum Umgang, sondern nur zur Leistung des Barunterhalts verpflichtet.
Auf der anderen Seite sind Eure Kids mit 12 und 14 eigentlich schon so alt, dass sie auch auf Ihren Vater dahingehend einwirken können, dass die Umgangszeiten einzuhalten sind. Das sich Umgänge wie mit jüngeren Kindern "total geplant" durchführen lassen, bezweifele ich auch. Die Freunde, die "peergroup" wird jetzt wichtiger und ihr als Eltern tretet eh mehr in den Hintergrund.
Grundsätzlich ist es ja auch positiv, wenn in diesem Alter auch spontanere Aktionen möglich sind - dann aber auch ausserhalb Deines Umgangszeitraums. Ansonsten bleibt die Tür halt zu bzw. Du führst Deine Umgansplanung so durch wie geplant. Gruß Ingo
Hallo Sim,
ich kann dir aus Erfahrung auch nur raten: Lass los. Deine Töchter sind so groß, dass sie nicht nur eine eigene Meinung über ihren Vater haben dürften, sondern die auch äußern können. Mein Sohn hat seinem Vater im Alter von fünf Jahren mal am Telefon "die Meinung gegeigt", wie er über das Umgangsverhalten seines Vaters denkt. Geholfen hat es leider nicht.
Jedoch ist über die Jahre die Erkenntnis gereift (bei ihm und mir!), dass ganz klar gesteckt ist, von welcher Seite der Umgang abbrach. Mein Sohn weiß, dass die Tür stets offen stand, aber Papa nicht durchging. Er hat sich damit arrangiert und seine Bedürfnisse einer Vaterfigur gegenüber anderweitig gestillt. Das ist nicht optimal, aber es geht. Es muss ja.
Plane keine Wochenenden mehr ein. Zeige Deinem Ex auch, dass es wurscht ist, seine Entscheidung. Und lerne, wenn er was will, auch mal nein zu sagen, wenn es dann in eure bereits vorhandenen Pläne nicht passt. So wenig, wie ein Mann über die Stöckchen springen sollte, die eine Umgangsboykotteuse ihm hinhält, so wenig sollte es eine Frau mit umgangsunwilligem Mann tun.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Moin spaghetti,
Deine Frage beantwortet sich von allein, wenn Du Dir praktisch vorstellst, wie so ein erzwungener Umgang aussehen sollte: Sollte man - in Deinem Fall - zwei Teenies zum Vater transportieren und ihn unter Androhung von Strafe dazu zwingen, mit ihnen alle zwei Wochen das Wochenende zu verbringen? Das wäre für die Kids vermutlich so langweilig wie zwei Tage am Stück ARTE gucken zu müssen. Mit einer "Umgangspflicht" täte der Gesetzgeber zumindest den Kindern keinen Gefallen.
Es ist nun einmal nicht so, dass alle Eltern dauerhaft begeistert davon sind, Kinder zu haben. Es reissen sich auch nicht alle darum, sie zu betreuen oder zumindest mit ihrer Hände Arbeit Unterhalt für ihre Kinder zu erwirtschaften. Manche sind einfach froh, sie von der Backe zu haben - die einen vor der Trennung, die anderen danach. Man kann niemanden dazu zwingen, ein guter Vater oder eine gute Mutter zu sein. So wenig, wie man jemanden zwingen kann, ein schönes Bild zu malen oder einen Kuchen zu backen.
Wichtig ist allein, dass Du dem Umgang zwischen Vater und Kindern nicht im Weg stehst; das scheint ja der Fall zu sein. Mehr kannst Du nicht tun. Wenn der Vater Deiner Kinder seine Vaterschaft auf gelegentliches Eisessen und ansonsten auf die grosse Unverbindlichkeit beschränken möchte, ist das eben so; Du machst keinen besseren Menschen und Vater mehr aus ihm. Menschen müssen sich auch nicht deshalb lieben und den dauernden Umgang miteinander suchen, weil sie miteinander verwandt sind. Such is life.
Die Kids sind allerdings alt genug, sich selbst eine Meinung zu bilden und ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen, wenn sie das möchten.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo Sim,
bin eine von den Müttern mit genau dem gleichen Anliegen wie du. Für Papa ist es nie günstig, er kann ganz oft nicht, sagt oft kurzfristig ab und weint gleichzeitig immer nach seinem Recht auf Umgang.
Gehe jetzt in Jahr Nummero 5 und habe alles durch, was an "Tricks" machbar ist. Plan vorgeben, Plan durch ihn legen lassen, Kinder selbst verplanen und zum raren Gut werden lassen, spontan sein usw. usf.
Ich/Die Kinder haben alles versucht, außer, dass es einen "von außen" festgelegten Umgangsplan gab, den hat er stets abgelehnt, weil er bisher spontan und flexibel sein musste. Haha!
Er macht es nicht um mir zu schaden, sondern weil er sein eigener Fixstern im Universum ist und die Kinder nur manchmal braucht. ("Sein Ein und Alles!!!" Haha!) Wenn wichtige Bekannte kommen, wenn wichtige Anlässe sind und er sich als höchstengagierter Papi präsentieren will.
Meine Kinder sind jünger als deine und leiden innerlich doch mehr, als ich immer gerne wahrhaben will. Mit mir sprechen sie gar nicht über das Thema, bei anderen Menschen sehr, sehr stark zuletzt. Papi lässt auch gerade mal wieder vertröstenderweise ein halbes Jahr auf sich warten. Ist halt was dazwischengekommen!
Er spricht explizit auch immer nur von seinem recht, die Pflicht ist ja leider nicht anwendbar, denn das wäre ja echt ungünstig für ihn, so: sorry! :puzz:
Wenn er sich schon an offizielle Vereinbarungen nicht halten will, entweder den Gang vor Gericht versuchen, oder besser: die Kinder ihn ansprechen lassen. Die können ja in dem Alter schon viel selbst regeln, auch Termine. Sie sollten sie dir dann mitteilen, so dass du im Thema Umgang nicht mehr auftauchst. Vielleicht empfindet der Vater es wichtig gegenüber seinen Töchtern verlässlich zu sein.
Drücke die Daumen, mahjoko!
LG - Life´s good, meistens! 😉
Moin spaghetti.
Meine Antwort auf Deine Frage...
Rechtliche Sicht:
Das Umgangsrecht ist grundsätzlich von der Elterlichen Sorge zu unterscheiden.
Beides leitet sich aus Art. 66 GG ab und hat eine Doppelnatur. Ist jeweils Recht (als Anspruch etwas verlangen zu können) und zugleich Pflicht (etwas 'liefern' zu müssen).
Der Umgang ist in § 1684 BGB konkretisiert.
Die Elterliche Sorge ist in anderen Gesetzen geregelt.
Es war das Bundesverfassungsgericht (BVerfG), das am 1. April 2008 in Abwägung verschiedener Rechtsgüter zum Umgangsrecht und seiner Pflicht entschied.
Eine Pressemitteilung faßt das Urteil zusammen.
Eine andere rechtliche Frage wäre, ob das kurzfristige Absagen verbindlich vereinbarten Umgangs ggf Schaden-Ersatzansprüche auslösen kann.
Menschliche Sicht:
Je nach Standpunkt und Perspektive erkenne ich tragische aber auch hilfereiche Elemente. Was sollen Kinder bei und mit einem Elternteil anfangen, der sie ablehnt.
Auf Deiner und der Kinder Seite bleibt eigentlich nur Trauer(arbeit) um Verhältnisse, die anders als erwartet und gewüscht sind.
Du selbst könntest Dich mE noch besser auf die gegebenen Umstände einstellen, sowohl organisatorisch, als auch von Deinen Erwartungen her. Besseren Kontakt der Kinder zum Vater kannst Du Dir weiter wünschen, aber sollest diesen nicht erwarten. Das kann Spannungen reduzieren helfen.
Erwartungen sind streng, Wünsche lassen Alternativen zu.
W.
Ihr Lieben,
vielen Dank für die zahlreichen Antworten;)))
Ja, alle haben Recht, ich weiß.
Nur ärgert mich, das er wenn er mit den Kindern zusammen ist, erzählt, wie sehr er sie vermisst und liebt ( ja, ich denke das tut er auch, nur auf seine Weise )
Er ist Unternehmer und zielt immer auf seine viele Arbeit die er doch hat und der Mama ja auch den Unterhalt für die Kinder zahlen muss....blabla
Wenn dann an meinem offiziellen WE Familienfeiern seinerseits sind und er gerne ~vorfürmädels~ hat, mach er alle Hebel über die Kinder mobil, das sie dann auch dahin möchten :redhead:prima und ich gib im Wohle der Kinder nach :knockout:
Ja, ich wünsche mir für mich, glaube ich, das ich da drüber stehe und das ist noch etwas Arbeit!!!
LG und gute Nacht an alle die glückliche Kids haben wollen, egal wie doof der EX/ die EX sich aufführt!!
Sim
Hallo,
ich habe festgestellt, wenn etwas zum "raren" Gut wird, dann schenkt man diesem mehr Aufmerksamkeit.
Mein Vorschlag: Lass deine Kids doch mal dem Papa die Frage stellen:
"Papa, wie stellst du dir das eigentlich vor? So mit dem Umgang. Stell dir vor, ein Kunde macht mit dir einen Termin/ einen Deal und einen Tag/ eine Stunde vorher springt dieser wieder ab...wie fühlst du dich?"
Deine Teenies könnten dann ihrem Vater sagen (je nach Antwort): siehste...und so fühlen wir uns auch...
Gruß
Marko
