Guten Abend.
Vor langer Zeit war ich schon mal hier angemeldet und das hat mir sehr geholfen. Jetzt brauche ich wieder Rat, bzw. Hilfe.
So kurz wie möglich die Vorgeschichte:
Meine Ex und ich haben uns vor ca. 12 Jahren kennengelernt. Dann kam, ca 1-2 Jahre später unser Kind auf die Welt und wieder 1-2 Jahre später eine fiese Trennung, bei der sie mir das Kind gänzlich entzog. Irgendwann, ca 1 Jahr später wollte sie wieder zu mir und ich habe das nur unter der Bedingung akzeptiert, dass ich das Aufenthaltsbestimmungsrecht für unser Kind bekomme. Das habe ich heute auch. Die Details würden hier den Rahmen sprengen, aber seit dem ist viel passiert.
Sie ist Drogenabhängig und Alkoholikerin. War mal da, dann mal wieder weg, dann wieder da, usw. Jugendamt wurde eingeschaltet, es gab einen betreuten Umgang, dann hörte sie auf zu trinken und zu konsumieren und alles schien eine Zeit ganz ok. Sie war oft und auch länger bei uns. Vor einigen Monaten ging es dann aber wieder los. Sie trank unentwegt und ich habe sie wieder rausgeschmissen. Unser Kind habe ich sie aber regelmäßig, selbstverständlich nur wenn sie nüchtern war, sehen lassen. Das Jugendamt wurde auch wieder eingeschaltet (von der Polizei), weil sie mehrmals wegen Randaliererei verhaftet wurde unter anderem auch, weil sie hier vor unserer Türe randalierte, weil ich sie nicht reinlassen wollte, da sie an diesem Tag entgegen unserer Vereinbarung (nur nüchtern zum Besuch) betrunken war. Das JA hat sich aber nicht weiter eingemischt und nur gesagt, beim nächsten Mal sind sie wieder mit von der Partie. Ansonsten wurde meine Ex aber auch an anderen Stellen verhaftet, bei ihrer Familie, weil sie dort randalierte und auch in öffentlichen Einrichtungen. Das letzte Mal, als sie wieder verhaftet wurde, habe ich einen Schlusstrich gezogen und den Kontakt abgebrochen/verweigert. Dann wollte sie eine Therapie machen und hatte auch einen Platz, am besagten Tage ist sie aber dann nicht hingegangen und seit dem ist für mich jeder Kontakt Tabu.
Das war alles sehr grob geschildert, hoffe man kann sich trotzdem ein Bild machen.
Ich lebe eigentlich nur für das Kind und wir hängen sehr aneinander. Seine Mutter vermisst unser Kind nach meinem Empfinden nicht wirklich, da sie uns so oft enttäuscht hat und dem Kind auch oft angt eingeflößt hat, mit ihrer aggressiven Art, besonders wenn sie betrunken war und randaliert hat. Ich habe eher den Eindruck, dass das Kind erleichtert ist, dass jetzt absolute Ruhe herrscht. Unser Kind ist herzallerliebst, besucht das Gymnasium und macht sich dort sehr gut. Ich bin alleinerziehender Vater und leider arbeitslos. Die ARGE macht aber mächtig Druck. Soviel nur kurz zu uns.
Heute erhielt ich einen Anruf von meiner Ex und sie verlangte das Kind zu sehen. Das lehnte ich unter den derzeitigen Bedingungen ab. Dann beschimpfte sie mich fürchterlich und drohte mir mit den schlimmsten Dingen, bis hin zu Morddrohungen.
Meine Frage, was soll ich tun? Von mir aus zum JA gehen? Versuchen den Umgang gerichtlich aussetzen zu lassen? Einstweilige Verfügung? Oder soll ich gar nichts tun, weil ich sonst die Geister (JA) die ich rief nicht mehr los werde?
Bin total ratlos. Familie die mich unterstützen könnte habe ich leider nicht, stehe ziemlich alleine da. Habe auch niemanden, mit dem ich darüber reden könnte, da ich mich von meinem Freundeskreis nahezu komplett abgekapselt habe.
Für jeden Rat, oder Denkanstoß dankbar.
Hallo,
wenn die Dinge so sind, dann würde ich es erst einmal aussitzen.
Prinzipiell hat die KM immer ein Ungangsrecht es sei denn, dass ein Gericht es ihr aberkennt.
Das JA müsste also versuchen zu vermitteln. Wenn Du Dich an das JA wendest, dann sollte Dein Ziel begleiteter Umgang aufgrund der Vorfälle sein. Es ist ja nicht absehbar ob sie in einem Zustand ist, der Umgang zulässt. Begleiteter Umgang würde Geld kosten, dass die KM aufbringen müsste.
Alternativ könnten natürlich auch Familienmitglieder den Umgang begleiten so Du damit einverstanden bist.
VG Susi
Moin.
Schlimme Geschichte - fürs Kind, für die Mutter und letztlich auch für Dich. Wie gut fürs Kind, dass Du es seinerzeit geschafft hast, das ABR zu erhalten!
Heute erhielt ich einen Anruf von meiner Ex und sie verlangte das Kind zu sehen. Das lehnte ich unter den derzeitigen Bedingungen ab. Dann beschimpfte sie mich fürchterlich und drohte mir mit den schlimmsten Dingen, bis hin zu Morddrohungen.
Allerdings hast Du nicht das Recht der KM Umgang komplett zu verweigern. Hier sollte schon eine Prüfung erfolgen, ob die "derzeitigen Bedingungen" eine Gefährdung des Kindes darstellen. Und ich rate Dir (aus Selbstschutz und zum Wohle des Kindes), dass nicht Du diese Beurteilung vornimmst (denn dann wird sie immer angreifbar sein), sondern hier jmd neutrales, unabhängiges dies tut. Ich gebe zu, dass die Unflätigkeiten der KM einen schon daran zweifeln lassen können, ob KM in der Lage ist, verantwortungsvollen Umgang wahrzunehmen. Auf der anderen mag es aus der Situation, vielleicht aus dem Tonfall heraus erfolgt sein.
Meine Frage, was soll ich tun? Von mir aus zum JA gehen? Versuchen den Umgang gerichtlich aussetzen zu lassen? Einstweilige Verfügung? Oder soll ich gar nichts tun, weil ich sonst die Geister (JA) die ich rief nicht mehr los werde?
Bin total ratlos. Familie die mich unterstützen könnte habe ich leider nicht, stehe ziemlich alleine da. Habe auch niemanden, mit dem ich darüber reden könnte, da ich mich von meinem Freundeskreis nahezu komplett abgekapselt habe.
Da offenbar keine Familie od. Freunde hier zur Verfügung stehen, würde ich - anders als Susi - aktiv das JA einbinden und nicht aussitzen. Zum einen, weil es eben kein Recht Deinerseits gibt, eine Umgangsverweigerung durchzusetzen. Aber vorallem, weil Du damit die Fäden in der Hand hälst, offen signalisierst hier nicht platt boykottieren zu wollen, sondern nach Lösungen suchst/ suchen lässt. Und wenn es dann am Ende inhaltlich zu einem Umgangsausschluss kommt oder KM aus Prinzip nicht mitarbeitet, dann ist es ihre Entscheidung.
In diesem Fall hieße meine Empfehlung auf betreuten Umgang hinzuwirken!
toto
Guten Morgen und vielen Dank für die Antworten und schon hat es geholfen, denn auch wenn es logisch ist, hatte ich nicht bedacht, dass es mir nicht zusteht, die Situation zu beurteilen und den Umgang komplett zu verweigern.
Dazu möchte ich noch kurz erläutern, warum ich eigentlich so entschieden habe.
Trotz all der schlimmen Vorfälle habe ich die KM immer zu dem Kind gelassen. Nicht immer so wie es ihr recht gewesen wäre und nie ohne Aufsicht, aber doch, meiner Meinung nach, mit viel Verständnis und Entgegenkommen. Ich möchte sie keinesfalls diskreditieren. Sie ist krank. Sie hat gegen Gegenstände und auch gegen mich oftmals physische Gewalt ausgeübt, aber das Kind nie angefasst. Trotzdem hat sie nach meinem Ermessen (sie sieht das übrigens völlig anders), eine Menge psychische Gewalt gegen das Kind ausgeübt, wie z.B. ein Fenster unserer Wohnung eingeschlagen um eindringen zu können, nachdem ich sie nicht betrunken reinlassen wollte (danach Polizie, Verhaftung, JA). Das war auch der letzte Vorfall, der mich dazu bewogen hat, die Sache erst mal komplett auf Eis zu legen. Das Kind soll mal zur Ruhe kommen. Es war nicht meine Absicht das jetzt langfristig durchzuziehen.
Dass sie sich gestern gemeldet hat, war übrigens eine Überraschung. Ein paar Wochen haben wir bis dahin gar nichts von ihr gehört. Laut eigener Aussage sei sie wieder trocken, was ich auch glaube, da sie wohl gerade den Führerschein macht.
Einem betreuten Umgang stehe ich sehr, sehr skeptisch gegenüber. Wir haben es ja schon mal hinter uns gebracht. Das war anstrengend und für unser Kind eine Last (femde Umgebung, Unverständnis, keinen Bock auf Mama, usw). Warum sollte ich dem Kind die Last jetzt wieder auferlegen? Ich bin mir relativ sicher, dass das JA das ähnlich sehen würde und eher zu einem Aussetzen des Umgangs, als zu einem betreuten Umgang raten würde.
Habe jetzt eben einen Tremin bei der Familienberatung gemacht, vielleicht kann ich da vorab auch noch mal eine andere Meinung bekommen. Da war ich damals auch schon mal und die waren sehr nett.
Polizei werde ich nicht informieren (wegen der Drohungen), JA eventuell, darüber schlafe ich noch mal.
Nochmals vielen Dank für die Antworten.
Hallo VatermitKind,
traurig, keine schöne Situation für Euch, aber mir fehlt hier die Einstellung Eures Kindes (Lass mich raten: Tochter?). Er/sie ist 10 oder 11 Jahre alt, da hat man im Regelfall eine eigene Meinung zu diesem Thema. Den Satz "das Kind kann zur Ruhe kommen" solltest Du dir aber verkneifen, es ist eine typische Formulierung für Bindungsintolerante Elternteile im Rahmen ihrer Entfremdungsstrategie. Wenn das Kind zur Ruhe kommt, dann nicht aus dem Grund, den Du annimmst, sondern: 1. Phase - Aufregung (die Du dann als Wut gegenüber der Mutter deutest, die aber eigentlich ein unbewusstes Signal des Vermissens des anderen Elternteils ist); 2. Verzweiflung - das Kind beginnt mit einer inneren Distanzierung von den Gefühlen zur Mutter, weil diese ja eh nicht erreichbar ist; 3. Resignation - das wäre dann die tatsächliche Entfremdung, was Du wiederum als "zur Ruhe kommen" deutest, eigentlich aber eine Art innerer Leere darstellt.
Diese Phasen treten bei der Lösung von einem Elternteil immer ein, egal, aus welchem Grund diese Lösung stattfindet oder ob sie vielleicht sogar gut für das Kind ist. In den meisten Fällen ist die Entfremdung schlecht und wird als manipulatives Mittel des betreuenden Elternteils eingesetzt.
Ich unterstelle dir jetzt nicht, dass Du so wärst, ich denke, es geschieht bei dir eher unbewusst, aber: Mitarbeiter vom JA sehen sowas und werten es entsprechend. Auch Verfahrensbeistände sehen das und unterstellen dir dann eher Absicht als Unwissen.
Und letztendlich ist es für (d)ein Kind auch immer besser, Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben, auch dann, wenn es nicht will. Kindeswille ist nicht immer Kindeswohl!
Ein begleiteter Umgang (vielleicht eher durch eine neutrale Person, z.B. vom JA) wäre daher sinnvoll und diesen solltest Du auch nicht verweigern. Im ungünstigsten Fall würde es dir nämlich nachher als Bindungsintoleranz vorgeworfen, was ein Gericht immer an der Erziehungsfähigkeit zweifeln ließe.
Good Luck!
Hallo Kitefan,
vielen Dank für diese Einschätzung und Info!
Dieses Forum ist Gold wert. Ich muss meine eigene Einstellung noch mal überdenken. Anmerken möchte ich lediglich, dass die Kindesmutter die Situation selbst herbeigeführt hat, ob bewusst, oder unbewusst. Meine Handlungsweise beruht nicht auf Hass, oder Rache. Trotzdem wird mir bewusst, dass man doch immer nur die eigene Sichtweise fokussiert und schnell die Objektivität verliert.
Ein Rückruf der Familienhilfe mit ad hoc Beratung und der Konsens dieser Diskussion (hier im Forum) hat mich dazu bewogen, einen Termin beim JA zu vereinbaren. Der findet nächste Woche statt. Gerne berichte ich dann, wie es ausgegangen ist.
Ich kann mich gar nicht oft genug bedanken, dass sich hier fremde Menschen so viel Zeit nehmen um den Hilfesuchenden beiszustehen.
Ach so, vergessen: Habe zum Kind absichtlich nicht zu viele Details preisgegeben, damit eine gewisse Anonymität gerwahrt bleibt. Die Gründe kennt ihr alle selbst.
Moin Vater,
Laut eigener Aussage sei sie wieder trocken, was ich auch glaube, da sie wohl gerade den Führerschein macht.
na dann bin ich ja mal gespannt wie lange sie den behält. In der Probezeit herrscht 0,0 Promille - für eine nicht therapierte Alkoholikerin sicher nicht ganz einfach.
Alkohol und Führerschein passt aus meiner Sicht überhaupt nicht zusammen. Man kann nur hoffen, dass sie damit nicht zur Gefahr für die Allgemeinheit wird - und sich vorher helfen lässt. Gruß Ingo
Hallo Ingo,
was soll ich dazu sagen? Ich stimme dir zu. Davon abgesehen, glaube ich nicht daran, dass sie den Führerschein wirklich bekommt. Das wäre ja das erste Mal, dass sie etwas Angefangenes auch beendet.
War gestern beim JA. Alles gut gelaufen. Die haben meine Vorgehensweise befürwortet und würden auch hinter meiner Entscheidung, den Umgang vorerst zu verweigern, stehen, wenn die KM vor Gericht ziehen würde, wovon aber derzeit gar nicht auszugehen ist, da sie mal wieder "anderweitig unterwegs" ist. Sollte sie sich wider Erwarten melden und auf Umgang bestehen, würde sie einen sogenannten Beistand erhalten, der die Voraussetzungen für einen geregelten Umgang, die da wären, Entzug, Psychotherapie, geregeltes Leben, fester Wohnsitz usw, feststellen würde. Sollte die KM, die zur Zeit noch das halbe Sorgerecht hat, irgendwelche Entscheidungen meinerseits blockieren, wäre es laut JA auch kein Problem, das Sorgerecht gänzlich zu erhalten. Auch das würde das JA vor Gericht unterstützen. Desweiteren wäre auch ein Näherungverbot in Betracht zu ziehen, wenn sich die KM an entsprechende Voraussetzungen nicht halten sollte und auf eigene Faust versuchen würde sich dem Kind zu nähern (an der Schule abfangen usw,).
Bin beruhigt und kann jetzt besser schlafen. Sollte jemand noch Interesse an Details haben, kann man mich gerne anschreiben.
Alles Gute den noch Kämpfenden, auf welcher Seite auch immer.
So schlimm wie es bei Dir ist, so kannst Du doch noch froh sein, dass es recht eindeutig ist und Du ausnahmsweise mal Behörden auf Deiner Seite hast.
Bei mir/uns ist es anders aber ähnlich schlimm UND die Behörden sind gegen uns.
Die Kindsmutter hat bei beiden Kindern erweiterten Suizid angedroht, war auch schon in der "Geschlossenen", gewaltsame Kindesentführung und Handgreiflichkeiten gegen beide Kinder ... UND doch wurden die Kinder (Sohn 3 und Tochter 4 Jahre) getrennt (auch Sorgerecht komplett) ... Sohn lebt bei ihr und Tochter bei mir. So psycho diese Frau ist, so kann sie immer noch sehr gut schauspielern. Aktuell gibt es (nicht/noch nicht beweisbare) Verdachtsmomente Kindesmissbrauch der Tochter beim Umgang und als Harmloses, dass die seit 2 Jahren saubere Tochter ständig zum Windeltragen gezwungen wird beim Umgang.
Frank
Lisas und Pauls Papa
Moin,
ich weiß nicht ob es sinnvoll ist, in alten Beiträgen irgendwelche Kommentare abzugeben.
Bündel das lieber alles in einem eigenen Beitrag.
Gruß
Kasper
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Ist bereits durch einen Admin umgesetzt worden
<<Eine für mich unfassbare Geschichte - Kindeswohl spielt kaum eine Rolle>>
Lisas und Pauls Papa
