Hallo Gemeinde,
ich möchte euch meine Erfahrung zum Thema Quantität vs. Qualität in Bezug auf Umgangszeit schildern.
Vorab zur Info:
Kind ist 6 Jahre, Trennnung als Kind 1,5 Jahr war, seitdem Umgangsrecht alle 14 Tage 2-3 Tage aufgrund von 200 km Entfernung, alle 3-4 Tage Telefonkontakt, ca. 4-5 x eine Woche Urlaub pro Jahr.
Hier muss ich noch erwähnen, dass es bei der Woche Urlaub so ablief, dass ich Kind teilweise an meinem regulären Umgangs-WE Freitags abgeholt habe und die Woche drauf Samstag oder Sonntag zurückgebracht (WE der KM) habe und das WE danach war das Kind wieder bei mir (weil wieder regulär mein WE). Dafür bin ich ihr natürlich mit WE Tausch auch entgegen gekommen.
Ich habe mich seit der Trennung in meinen recht geringen Umgangszeiten sehr intensiv um Kind gekümmert. Angefangen von Laufrad lernen, später Fahrrad fahren lernen, ans Schwimmbad gewöhnen, immer wieder auf den Spielplatz gehen, immer wieder Kontakt zu anderen Kindern gefördert, etc.
KM hat das alles nicht interessiert, bei ihr lief das Kind so nebenbei mit. Geschenkt gab es zur Ablenkung des Kindes Nintendo, Fernseher, Hund, aber Kontakt zu anderen Kindern nur in der Kindergartenzeit bis Mittags. Dass das Kind immer mehr an Gewicht zulegt, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, wenn es den Großteil der Zeit vorm Fernseher geparkt wurde.
Bei mir ist Kind mittlerweile total gut in die Nachbarschaft integriert und hat einen Best Friend, aber auch noch weitere Freunde; die Eltern der Kinder kennen Kind auch, usw. Mittlerweile nabelt kind sich auch ab und bleibt bei anderen Kindern im Garten, zu hause, oder die Kinder fahren mit den Rädern ins Feld und machen Picknick, sind irgendwie nur noch unterwegs im positiven Sinne.
Kind ist dementsprechend seit einigen Wochen verärgert, wenn ich sie sonntags auf das Zurückbringen anspreche.
Das hat Kind (da war es noch 5 Jahre) nun ihrer Mutti als Kritik aufs Butterbrot geschmiert mit den Worten "ich finde es doof, dass ich bei dir keine Freunde habe".
KM Reaktion darauf:
- plötzlich wird dem Kind ein neues Fahrrad gekauft, das alte lag seit 2 Jahren defekt in der Ecke
- dem Kind werden Freunde gekauft (die Kinder einer Mitarbeiter von KM müssen herhalten)
- große Geburtstagsparty wird veranstaltet mit allen Kindern und Eltern aus der Kindergartengruppe, obwohl Mutti vor 2 jahren sagte, die Eltern sind alle
doof, die würden sie nicht mögen; Thema ist nur, dass Kind die Kinder nie wieder sehen wird, da Kind als einzige in eine ganz andere Schule wechselt
- und im Gegenzug wird dem Kind der Umgang mit Papi eingeschränkt. Wobei sich das in Grenzen hält, Mutti besteht darauf, das Kind jetzt immer an
ihren WE da ist, also Urlaubswoche nur noch bis Freitag.
Also, Mutti sanktioniert ihr eigenes Kind mit Umgangsentzug, weil es (berechtigterweise) Kritik geäußert hat. Aber so kenne ich KM, es sind immer die anderen Schuld, von Selbstreflexion hat sie noch nie etwas gehalten :knockout:
Im Endeffekt wollte ich nur mal berichten, dass man eine sehr hohe Qualität und gute Bindung in wenigen Tagen (2-3 Tage) Umgang erreichen kann, während Mutti in der langen Phase (10-12 Tage) zwischen den Umgangs-WE die Lebensqualität des Kindes in Bezug auf Freunde in keinster Weise fördert.
Anders gesagt, da ist nun jemand aufgewacht und muss doch etwas mehr fürs Kind tun, als nur den monatlichen Geldeingang zu überwachen :rofl2:
Moin Cheers,
Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit sind die wichtigsten Faktoren im Wechselmodell (zu dem auch der 14 Tage Standartumgang gehört). Das kann auch sehr gut funktionieren, weil sich die Kinder drauf einstellen können. Optimal wären noch Tage unter der Woche dazu.
Was Mutti angeht: Das Leben Deiner Exe geht Dich formal nichts an. Du kannst natürlich Dinge ansprechen - Du wirst sie aber nicht ändern können. Konzentrier Dich auf Deine Umgangszeit und fördere Euer Kind weiter so.
Ansonsten kann Deine Exe auch auf die Idee kommen, dass "Mama immer weinen muss, wenn Du zum Papa gehst" oder "Dein Hund leider verhungern muss, wenn Du zum Papa musst". Also lass sie ihr Ding machen und achte darauf, dass der Umgang weiter konstant läuft. Gruß Ingo
Hallo Cheers,
schön, dass ihr die Zeit so intensiv nutzt.
Sei auch dankbar, dass die Übergaben so gut funktionieren.
Das mit der Selbstreflexion ist eine andere Sache.
Und "wenig Umgang" ist Definitionssache. Glaub mir, es geht noch viel, viel weniger.
Alles Gute!
D
"Wir alle aber warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die Gott uns zugesagt hat. Wir warten auf diese neue Welt, in der es endlich Gerechtigkeit gibt." (2. Petrus 3,13)
Hallo,
Ich finde es eigentlich auch gut, dass sich die KM dahingehend reflektiert und dem Kind nun auch die Dinge anbietet, die es bei ihr anscheinend bisher vermisst hat, z.B. Freunde, Fahrrad usw.
Da immer gleich einen Konkurrenzkampf dahinter zu vermuten, finde ich eher kontra-produktiv, des Kindes wegen. Ihm soll es doch bei Mama UND Papa gut gehen :).
LG,
Gasti
Moin,
ich denke auch, dass die Qualität wichtiger ist als die Quantität der Umgangskontakte.
Und das dein KInd an der Mutter Kritik übt, finde ich ansich nicht schlecht. Zeigt es, dass das Kind reflektiert und weniger anfällig sein wird für "Maßnahmen" der Mutter.
Ich drücke dir die Daumen, dass es weiterhin gut läuft.
LG
Marko
