Nicht KV, sondern d...
 
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Nicht KV, sondern diesmal KM in Nöten

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(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Nein, soviel hast du davon ja auch noch nicht erzählt als dass ich das beurteilen könnte, nur es laufen gerade im Familienbereich so viele "hilfreiche Geister" rum, die letztlich doch nur ihre eigenen ideologischen oder finanziellen Interessen vertreten, dass man da schon immer sehr hellhörig wird.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.01.2014 20:52
(@alanai)
Rege dabei Registriert

Sobald ich den ganzen Wust von über einer Stunde Gespräch gedanklich geordnet habe, werde ich es hier mal noch zum Besten geben. Vielleicht hilft es ja auch dem einen oder anderen noch. Aber fakt ist eins: im Grunde ist alles, was ich tun kann, ein einziges Dilemma, mit dem ich das Ganze im schlimmsten Fall hochgradig kompliziere. Er darf nahezu alles, also auch Vereinbarungen über den Haufen werfen. Wenn er keine Lust hat mitzumachen, bleibt es halt. Und solange er immer irgendwie nachweisen kann, pleite zu sein, muss er auch zukünftig nix zahlen. Irgendwie scheint er all das auch zu wissen, schwant mir...


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 10.01.2014 21:08
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Da ist schon ein bisschen was dran.

Expartner lassen sich eben vom jeweils anderen am allerwenigsten sagen und die Möglichkeiten, etwas gegen den Willen des anderen durchzusetzen sind auch gering.
Vor Allem, wenn einer im Ausland sitzt.

Und das Familien"recht" ist derart verwurstet, dass da außer Leid, Elend und Zerstörung auch nicht viel bei rum kommt.

Du solltest aber immer daran denken, dass du dich besonders glücklich schätzen kannst, da du die Kinder bei dir hast.

Führe dir immer vor Augen, wie es wäre, wenn sie nicht da wären.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.01.2014 21:13
(@alanai)
Rege dabei Registriert

Beppo, die beiden sind der Grund, weshalb diese anwaltliche Beratung das höchste der Gefühle war, dass ich mir bisher erlaubt habe. Und mir wird schon speiübel bei dem Gedanken, sie könnten irgendetwas davon mitbekommen. Ja, ich bin verdammt glücklich, sie bei mir zu haben, aber ich gestehe auch (wie bei Toto erwähnt), immer diese undefinierbare, latente Angst zu haben seit der Neuseelandgeschichte. Ich glaube, diese Angst hat mich heute auch dahin getrieben und ich bin insofern beruhigt, dass er DAS dann eben doch nicht darf. Aber ich warte jetzt erstmal ab, wie er auf diese Vollmacht- und Passfrage weiter reagiert, ich denke, daraus kann ich schon ein wenig was ablesen.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 10.01.2014 21:30
(@fruchteis)
Registriert

Moin Alanai,

die Auffassung, Elternvereinbarungen zum Umgangsrecht seien unverbindlich, sie seien das Papier nicht wert, halte ich für unzutreffend. Ich verweise hier gern und immer wieder auf www.elternvereinbarung.de .

Dort wird gut verständlich die Bindungswirkung dieser unechten 'Verträge', von Elternvereinbarungen beschrieben. Elternvereinbarungen SIND für die Eltern grundsätzlich verbindlich!
Auch werden dort zivilrechtliche Folgen beschrieben, wenn ein ET ohne triftige Gründe gegen die  Umgangsregelungen verstößt.  (Schadenersatzansprüche usw. ).

Die Einschränkung gegenüber richtigen Verträgen liegt darin, daß hier Dritte, nämlich Kinder betroffen sind, das Kindeswohl höchstes Entscheidungskriterium des staatlichen Wächters nach Art. 6 GG über Familie, Eltern und Kinder ist. Dieser Wächter sitzt also  bei 'Vertrags'-Abschluß' mit Vorbehaltsveto stets mit am Tisch.

Mitsprache des Staates oder gar Eingriff sind aber nicht unbeschränkt. Der Wächter ist verpflichtet, die Elternautonomie zu wahren und sogar zu fördern. Zudem hat der Staat bei allen seinen Maßnahmen den Grundsatz der  Verhältnismäßigkeit zu beachten.  

Gut abzugrenzen von den Verpflichtungen aus solchen Elternvereinbarungen ist deren Vollstreckbarkeit. Die ist erst gegeben, wenn ein Gericht einer solchen Regelung mindestens vergleichweise beigetreten ist. Davon wieder u unterscheiden sind Ordungsmaßnahmen, etwas die Androhung von Ordnungsgeldern, um einen säumigen Elternteil zur Einhaltung von Vereinbarungen zu 'motivieren'.

-  

Weitere Mißverständnisse ranken sich um Inhalt und Reichweite der Elterlichen Sorge (ES). Keinesfalls ist bei gem ES stets die Zustimmung des anderen Elternteil nötig, so wie das oft behauptet wird. Zustimmungspflichtig sind nur solche Entscheidungen, die von erheblicher Bedeutung für ein Kind sein können. Alle anderen Entscheidungen unterfallen der sog. Alltagssorge und sind NICHT zustimmungspflichtig. Die exakte Abgrenzung kann aber knifflig sein.  

W.


AntwortZitat
Geschrieben : 10.01.2014 23:08
(@biggi62)
Nicht wegzudenken Registriert

Guten Abend Alanai,

Innere Trennung ist nicht die Baustelle, was er tut oder nicht, ist schon lange nicht mehr relevant für mich.

Das sehe ich vollkommen anders.

Soweit das Tun und Lassen anderer Menschen mit (tatsächlichen oder nur in unserer Fantasie vorhandenen) Gefahren für unsere Kinder verbunden ist, wäre es für meinen geschiedenen Mann und mich - ähnlich wie Toto es hier beschreibt -

Wenn es wirklich so ist, wie Du es in Deinem Ursprungsthread schreibst, wäre das für mich ein Grund, meine Kinder nicht zum anderen ET zu lassen!!

äußerst relevant und unsere Reaktion auf Verhaltensweisen, die ihn und/oder mich beunruhigen, war bislang stets äußerst humorlos und frei von Nachsicht.

1. Die Alarmglocken schrillen bei mir zwar nicht wie irre, aber sie klingen leise und das ständig. Ich bin nervös, sagen wir es mal so. Wenn es darum geht, dass die Pässe mit zu ihm müssen, vergisst er das jedenfalls nie. Aber er gibt sie auch nie gern raus. Und ich sagte auch schon mal, dass ich diesbezüglich aufgrund diverser Drohungen, Tochtergeschichten und anderer vergangener Ereignisse immer unterschwellig ängstlich bin, unser Sohn sollte schließlich auch schon einmal mit ihm in Neuseeland bleiben. Keine Ahnung, aber momentan versuch ich die Angst immer als "hysterisch" runterzukämpfen.

Was spricht aus deiner Sicht dagegen, deine Intuition etwas ernster zu nehmen? Mit dieser Vorgeschichte finde ich deine Beunruhigung keineswegs "hysterisch".
Die eigenen Wahrnehmungen Erfahrungen und Gefühle zu ignorieren ist meiner Erfahrung nach ebenso wenig sinnvoll, wie ihnen unreflektiert die Zügel schießen zu lassen.

2. Umgang: als er noch hier wohnte, hat er sie so gesehen, wie er grad Zeit hatte. Das konnte mal jedes WE, mal aller 3 Monate sein. Und ja, klar hätte ich es auch da gern etwas sortierter, aber mehr, als ihm anzubieten, dass er sie außerhalb der Ferien immer gern besuchen darf, kann ich halt auch nicht über 800km Entfernung. Nur was das Geld angeht, werde ich innerlich immer pampiger, schließlich hab ich ihm die Kinder fast 6 Jahre hinterher gefahren, sie abgeholt etc.

Auch hier sehe ich dich nicht in der Pflicht, die Probleme deines Ex zu lösen.
Er zieht in die Schweiz? Seine Entscheidung, nicht dein Problem.
Er will die Kinder sehen, ob wohl er chronisch pleite ist? Seine Entscheidung, nicht dein Problem.
Er hält dich in Rufbereitschaft? Deine Entscheidung, nicht sein Problem.
Du willst die Kinder pünktlich zuhause haben? Dein Wunsch, nicht sein Problem.

Eine äußerst pragmatische Lösung im Umgang mit einem vergleichbaren Prachtexemplar als Umgangselternteil (dort die KM) stand hier kürzlich irgendwo:

Wer die Kinder zu sich holen will, holt sie ab.

Damit liegt die Verantwortung stets bei dem, der etwas will.

Heißt bei euch: Er organisiert eigenverantwortlich und auf eigene Kosten den Transport der Kinder in die Schweiz.
Du organisierst eigenverantwortlich und auf deine Kosten den Rücktransport der Kinder aus der Schweiz.
Selbstverständlich in Absprache mit dem KV und unter Einbeziehung beider Kinder.

Mit 9 und 13 Jahren können Kinder schon selbst den Kontakt zu dir suchen, falls bei deiner Abholung väterliche "Querschüsse" drohen. Diese Mitübernahme von Verantwortung seitens der Kinder würde ich zur Voraussetzung für weitere Umgangskontakte über diese Distanz machen.

Fakt ist: wegen der Pornos wird ihm niemand eins auf die Glocke geben, als Elter muss er dafür nicht einmal Strafe zahlen. Solange er die Kinder nicht unter Alkohol gefährdet, auch dafür nicht. Er darf sie auch zuqualmen, wie er lustig ist. Es ist egal, ob ich das alles verantwortungslos finde, Beratung sagt: er ist prima und damit fertig.

Die Beratung trägt nicht die Verantwortung für eure beiden Kinder.
Diese Verantwortung trägst du als Mutter und der als Vater.

Wobei du ihn offenbar über Jahre von seinem Anteil stark entlastet hast, sodass er eine Mengen seltsame Gewohnheiten als Vater entwickeln konnte: Kein Unterhalt, unzuverlässiger Umgang, Alkohol während seiner Betreuungszeit ...

Ich habe Angehörige, die mehr Alkohol konsumieren, als ich im Hinblick auf deren Zurechnungsfähigkeit im Straßenverkehr und bei der Kinderbetreuung für zumutbar halte.

Zu denen steige ich nicht ins Auto. Auch dann nicht, wenn sie zu Beginn der Fahrt noch nüchtern sind. Da es nicht in meiner Macht liegt, wie lange diese Nüchternheit anhält. Wenn wir gemeinsam etwas unternehmen, sitze ich selbst am Steuer. Oder meine erwachsene Tochter. Oder mein geschiedener Mann (der in mancherlei Hinsicht nicht mehr mein Traummann ist - sonst wären wir nicht geschieden - der aber entweder trinkt und feiert und den ÖPNV nutzt oder Auto fährt und keinen Alkohol trinkt). Oder eine andere erwachsene Person, der ich persönlich in dieser Hinsicht vertrauen kann. Zu Menschen, deren Umgang mit Alkohol mir Sorgen macht, steige ich nicht ins Auto. Das bin ich mir selbst schuldig. 

Diesen Menschen vertraue ich auch nicht meine Kinder an. Ganz unabhängig vom Verwandtschaftsgrad. Will der Opa mit dem Alkoholproblem seine Enkel sehen, vergewissere ich mich, dass nicht nur die Oma, sondern auch mindestens eine andere erwachsene Person, der ich persönlich in dieser Hinsicht vertrauen kann, gleichzeitig anwesend ist. Mit diesem Opa bleiben meine Kinder nicht allein. Bei aller Liebe nicht. Menschen, deren Umgang mit Alkohol mir Sorgen macht, vertraue ich keine Kinder an. Weder fremde noch die eigenen. Das bin ich den Kindern schuldig.

Selbstverständlich wird kein Staatsanwalt einschreiten und deinen Ex (oder einen anderen Erwachsenen) verklagen, weil er in seiner Wohnung Pornos und/oder Alkohol in Gegenwart von Personen unter 18 Jahren konsumiert. Aber ich als Mutter ebenso wie mein geschiedener Mann als Vater nehmen unsere Verantwortung an dem Punkt sehr ernst und reglementieren bzw. unterbinden solche Kontakte. In dieser Hinsicht haben nahe Verwandte gegenüber Nachbarn oder Zufallsbekannten bei uns keine Privilegien.

Wenn der knapp 18-Jährige Nachbarssohn in Abwesenheit seiner berufstätigen Eltern Pornos schaut, ist das sein Privatvergnügen und interessiert mich nicht. Wenn er zu solchen Filmen meine 13-jährige Tochter und deren Freundinnen einlädt, bekommt er ein Umgangsverbot. Auch ohne Alkohol.

Weshalb gestehst du deinem Ex Verhaltensweisen zu, vor denen du (eure bzw. fremde) Kinder bei jedem anderen Menschen energisch schützen würdest?

Fakt ist: ich weiß selbst schon lange nicht mehr, was hier eigentlich richtig und falsch ist, es ist alles schon sehr verworren. Aber ich möchte endlich einen sicheren Rahmen für unsere Kinder.

Dann mach dich mal gerade gegenüber deinem Ex und nimm endlich deine Verantwortung und deine Gefühle ernst. DAS hilft ganz sicher gegen diffuse Ängste und unkontrollierbaren Groll.

vielleicht hilft das ja auch mir bezüglich Verhalten und Zorn...

vjs Thread finde ich persönlich sehr berührend und lesenswert. Aber für dich wäre es mpMn sinnvoller dich mit deinen Werten und Grenzen, deinen Handlungsmöglichkeiten und deinen Interessen in deinem Umgang mit dem Vater deiner Kinder konstruktiv auseinander zu setzen.

Du kannst nicht beeinflussen, was andere Menschen tun oder lassen, sagen oder denken, fühlen oder glauben.
Aber nur du kannst beeinflussen, was du selbst tust oder lässt, sagst oder denkst, fühlst oder glaubst.

Ich glaube nicht, dass Kinder bei Trinkern sicher sind.
Ich will auf keinen Fall, dass meine Kinder Pornos konsumieren.
Ich kann mir nach der Lektüre deiner Beiträge nicht vorstellen, dass dein Ex jemals sein Verhalten ändern wird (in dem Zusammenhang äußerst lesenswert: Mahjokos Tread).

Es liegt ganz allein in deiner Verantwortung, wie ernst du deine Werte und Grenzen, Gefühle und Bedürfnisse nimmst und wie du mit deinem Verhalten auf das Verhalten deines Ex reagierst. 

Diese Verantwortung kann dir niemand abnehmen.

In diesem Sinne wünsche ich dir von Herzen die innere Klarheit, die in dieser Situation not-wendig ist.

Mir persönlich hilft in Zweifelsfällen immer die Frage: "Ist es meine Angelegenheit?"

Wenn ich an dem Punkt unsicher bin, frage ich mich: "Steht es in meiner Macht, das zu ändern?"

Beispiel:

Jahrelang stand ich morgens und Abends mit dem Auto im Stau und habe mich geärgert.
"Ist es meine Angelegenheit?"

Jain - Unsicherheit.

Klar hat das Graffiti auf der Lärmschutzwand recht: "Ihr steht nicht im Stau. Ihr seid der Stau!"

Also, ein wenig trage ich auch Verantwortung für den Stau - aber nicht für die Baustellenplanung der Stadtverwaltung oder die Ampelschaltungen auf meiner Fahrtstrecke. Überwiegend ist der Stau nicht meine Angelegenheit.
Darüber nachzudenken, wie schön es wäre, gäbe es den Stau nicht, bringt mich nicht weiter.
Mich darüber aufzuregen auch nicht.

Die zweite Frage schon: "Steht es in meiner Macht, das zu ändern?"

Die Wahrheit ist: Den allmorgendlichen Stau aufzulösen steht ebenso so wenig in meiner Macht, wie das Wetter zu ändern.

Was ich ändern kann, ist mein Umgang mit dieser unabänderlichen Tatsache:

Ich kann früher oder später losfahren.
Ich kann mir einen Millionär angeln und künftig mit dem Helikopter zur Arbeit fliegen.
Ich kann dann auch gleich ganz aufhören zu arbeiten.
Ich kann eine andere Strecke fahren.
Ich kann mir eine Monatskarte kaufen und den ÖPNV nutzen.
Ich kann mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.
Ich kann den Arbeitsplatz wechseln.
Ich kann aufhören zu arbeiten und HartzIV beantragen.
Ich kann aufhören zu arbeiten und mein Einkommen aus Prostitution, Einbrüchen oder Drogenhandel finanzieren.
Ich kann aufhören zu arbeiten, mich vor den Bahnhof setzen und betteln.
Ich kann aufhören zu arbeiten, meine Kinder zu ihren jeweiligen Vätern schicken und selbst verhungern.
Ich kann aufhören zu arbeiten, mit den Kindern verhungern oder zur Tafel gehen.
Ich kann aufhören zu arbeiten und versuchen, künftig ohne Geld zu leben.
Ich kann aufhören zu arbeiten, die Kinder verkaufen und vom Erlös eine Weile leben.
Ich kann die Kinder erschlagen mit der Aussicht auf lebenslang Kost und Logis auf Staatskosten.
Ich kann ohne Geld bei Freunden wohnen und deren Gutmütigkeit solange ausnutzen, bis sie's merken.
Ich kann noch ganz andere Dinge tun, damit ich nicht mehr ständig im Stau stehe.

Es gibt eine unendliche Vielzahl von Alternativen dazu, jeden Morgen und jeden Abend im Stau zu stehen und mich zu ärgern.

Es gibt attraktive und weniger attraktive Wahlmöglichkeiten, es gibt wahrscheinliche und unwahrscheinliche, es gibt solche, die zu mir und meiner Persönlichkeit passen und solche, die für mich persönlich unvorstellbar sind (die andere Menschen aber schon ganz genauso gewählt haben) ... es ist meine vollkommen freie Entscheidung, was ich persönlich für angemessen und sinnvoll halte.

Sobald mir das klar ist, leide ich weniger an den Folgen, die meine Entscheidung mit sich bringt.

Weil kein Millionär in Sicht ist und meine Arbeit an diesem Ort und zu diesen Zeiten mir persönlich lieber ist, als zu betteln, in die Illegalität zu gehen, Sozialleistungen zu beantragen, zu hungern oder zu schmarotzen, habe ich gewählt, den Stau als unvermeidliche Begleiterscheinung meiner Wahl anzuerkennen. 

Seitdem ich selbst diese Entscheidung für mich getroffen habe, stehe ich morgens und/oder nachmittags nicht mehr im Stau, weil ich muss, sondern weil ich es genauso und nicht anders gewählt habe. Und dann mache ich das Beste aus meiner Entscheidung, regelmäßig zur selben Zeit am selben Ort mit unzähligen anderen Verkehrsteilnehmern Stop&Go zu fahren.

Die für mich passende Entscheidung (nach einigen frustrierenden Erfahrungen als Radfahrerin und ÖPNV-Nutzerin) war, den Stau allmorgendlich und allabendlich fest einzuplanen,  Hörbücher oder einen Sprachkurs im Autoradio laufen zu lassen und die Abholung der Kinder von der KiTa bzw. Schule schon vor Jahren so zu organisieren, als sei es unmöglich (und nicht nur gelegentlich unwahrscheinlich) rechtzeitig anzukommen.

Meinen pragmatischen und flexiblen Umgang mit der Realität (hier: Stau) erlebe ich persönlich als sehr entspannend.

Liebe Alanai,

Fakt ist:
Das Verhalten deines Ex liegt absolut und vollkommen außerhalb deiner Einflusssphäre.
Dein eigenes Verhalten liegt zu 100% ganz und gar in deiner Einflusssphäre.

Meine subjektive Einschätzung ist:
Eher werde ich zur Bürgermeisterin gewählt, gewinne ein paar zahlungswillige und leistungsfähige Gewerbesteuerzahler für unsere klamme Stadtkasse und löse das Stauproblem zur allseitigen Zufriedenheit, als dass du das Verhalten deines Ex änderst.

Es steht dir natürlich vollkommen frei, weiterhin mit dem Kopf gegen diese Wand zu rennen.
Auch das kann deine Entscheidung sein ... Dir stehen unendlich viele Möglichkeiten offen, wie du auf das Verhalten deines Ex reagierst. Was zu dir und deiner Persönlichkeit passt, kannst nur du entscheiden.

Herzlichst  🙂 Biggi


Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)

AntwortZitat
Geschrieben : 10.01.2014 23:53
(@fruchteis)
Registriert

Moin Biggi,

vermutlich hast Du Alanai mißverstanden. Sie hatte darauf geantwortet, daß ich sie vom Ex noch nicht richtig getrennt sehe. Das betrifft die Paarebene. DIE sehe noch nicht richtig getrennt, zu viele Anspielungen, versteckte Vorwürfe usw.
Ich denke, erst wenn Alanai die Beziehung zum Ex OHNE Vorwürfe und OHNE sich dabei aufzuwerten als nicht passend abschließen kann, er für sie weitgehend gesichtslos geworden ist, dann ist die Trennung mE hinreichend vollzogen.

Die Elternbeziehung besteht selbstverständlich fort - und ich habe A im Ringen um eine Lösung nicht anders verstanden. Auf dieser Ebene besteht natürlich beidseitig die Pflicht, auf für das Kindeswohl verträgliche Umstände zu achten, Gefahren zu erkennen und sie zu beseitigen, sie zumindest zu minimieren.

Umgang versus vermeintlich ungünstige Umstände beim Vater.
Ich kann Alanai in ihrem Hin- und Hergerissensein gut verstehen.  

-

In Alanais Beiträgen erkenne ich bisl ein schlechtes Gewissen, Angst vor konsequenten Entscheidungen.
Es könnte das Selbstbild bestimmend sein, besser sein zu müssen, als die Umstände es ermöglichen.  Ein seelischer Konflikt, der ihre Unentschlossenheit erklären mag  - und auch die geringere Selbstachtung, die Mißachtung ihrer Bedenken, auf die Du sehr 'ausführlich'  😉 und in der Sache mE treffend hingewiesen hast.

Ich erlaube mir mal, liebe Biggi, Deinen Vortrag, so wie ich ihn im Kern verstanden habe, zu kondensieren:
Jeder ist für sein Fühlen, Denken und Handeln und die unmittelbaren Folgen für sich und andere voll verantwortlich.  

Es liegt ganz bei Alanai, ihre Spannungen zu erkennen und durch entsprechende Entscheidungen zu lösen, bzw die Umstände nach Durcharbeitung als unabänderlichen Teil des eigenen Lebens anzunehmen.

Das ist schwere Trauer-Arbeit!
- Erkennen, daß etwas nicht so ist, wie man es gern hätte.
- Aushalten von eigener Wut, im Wechsel mit Niedergeschlagenheit und Ohnmacht.
- Akzeptieren und Neuausrichtung.  

Alanai hat sich in voller Verantwortung auf einen Mann eingelassen, der sich als zu ihr unpassend gezeigt hat.
Als Vater zeigt er Eigenschaften, die wenig zu ihren Vorstellungen passen.  

Vermutlich wird auch der Mann/Vater seine Sicht haben.

BEIDE Eltern müssen unter gegebenen Umständen FÜR ihre GEMEINSAMEN Kinder den besten Weg finden.

DAS geht mE nur in gegenseitiger Achtung und im verantwortungsvollen Bewußtsein an eigene Anteile an Entwicklung und Situation.  

W.


AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 13:08
(@alanai)
Rege dabei Registriert

Liebe Biggi, danke für Dein lange und ausführliche Antwort. Zunächst: dass sein Verhalten in Bezug auf unsere Kinder schon relevant ist, sagte ich im nächsten Satz. Du hast mit dem, was Du sagst, aus objektiver und grundlegender Sicht völlig recht, aber: ich habe in 6 Jahren schon ganz oft (meist nach den eklatanteren Erlebnissen) über exakt diese Dinge nachgedacht und sie weiter aber auch weiter gedacht bzw. versucht, sie bis zu Ende zu denken. Nehmen wir doch mal die Fakten:

1. er ist Alkoholiker. Schlägt er die Kinder, brüllt er sie an, misshandelt er sie? NEIN. Er nuckelt nur solange am Whisky rum, bis er einschläft. Ich kenne das lange. Ich finde das Mist. Es gefällt mir nicht. Aber von akuter Kindeswohlgefährdung zu sprechen, wäre eine glatte Lüge.

2. Er ist pornosüchtig. "Süchtig" meint: 6h hintereinander sind keine Seltenheit, wenn er Gelegenheit dazu hat. Die Situation hat sich seit der Trennung insofern verbessert, als dass er das allein austoben darf und offenbar auch nicht tagsüber am PC hängt, wenn die beiden bei ihm sind. Wenn er vergisst, seinen Müll hinterher wegzuräumen, bevor unsere Kinder kommen, ist das massiv verantwortungslos. Finde ich, huppe hoch und runter und ruf ihn an und mach ihn deswegen rund wie einen Buslenker. Aber: auch dafür wird ihm niemand das Sorgerecht entziehen. Spätestens auf dem Schulhof und bei Klassenkameraden mit internetfähigem Handy hat es sich eh mit der Unschuld. (Wurde argumentiert in einem ähnlich gelagerten Fall.)

3. Wenn er in Gegenwart unserer Kinder raucht, darf er das. Für die eigenen Kinder gilt das Nichtraucherschutzgesetz nicht. Wollte man allen Rauchern die Kinder entziehen, würden sämtliche Heime aus allen Nähten platzen. Auch das macht mich wahnsinnig, aber ich darf es ihm nicht verbieten, ich kann nur an seine Verantwortung appellieren.

Entscheidungen: die treffe ich nicht für mich allein, sondern im Umgang immer für meine Kinder mit. Und den Preis für diese Entscheidungen zahle nicht nur ich, sondern auch meine Kinder. Also auch hier die Fakten:

1. ich könnte eigenmächtig einen auf Umgangsverweigerin machen, unseren Kindern erzählen, dass ihr Vater ein Versager ist, der sein Leben nicht auf die Kette bekommt und sie mit seinem Lebenswandel gefährdet und ohnehin und sowieso. Was diese Version für Kinder bedeutet, kann man hier oft genug nachlesen oder beim Psychologen erfragen. Der sagt nämlich: selbst ein schlechter Umgang mit dem leiblichen Vater ist emotional für ein Kind besser als gar keiner. (Ganz zu schweigen davon, was die Kinder erleben, wenn der andere ET seine Rechte gerichtlich durchboxt.) Und hier ist es so, dass unsere Kinder sich trotz all dieser Dinge freuen, wenn sie ihn sehen dürfen. Es ist nicht alles falsch, was er tut, auch das wäre eine glatte Lüge.

2. ich könnte das ASR beantragen. Aber die Aussicht auf Erfolg ist marginal und der Schaden bei unseren Kindern bei einem solchen Prozess riesig. Und ich habe mir schon bei der Trennung geschworen, dass meine Kinder niemals erleben werden, wie Mama und Papa sich gegenseitig vor Gericht zerreißen.

3. Ich vetraue meiner Intuition insoweit, als dass ich wachsam bin und mich fit darin gemacht habe, was meine legalen Möglichkeiten sind, wenn der worst case eintreten sollte. Und wenn er so etwas tut, werde ich ihn wegen Kindesentführung anzeigen, diese Grenze darf er nicht überschreiten. Aber im Moment habe ich nur ein paar Symptome, die darauf hinweisen KÖNNTEN, aber keinen konkreten Hinweis. Und auch da heißt es: im Zweifel für den Angeklagten. Ich kann ihm nicht auf Basis meiner Intuition verweigern, mit unseren Kindern in den Urlaub zu fahren, das ist lächerlich und zudem gesetzeswidrig. Und den Preis zahlen auch da unsere Kinder, die ich in meine Angst hineinziehe und ihnen damit das Vertrauen raube.

Fazit: ich treffe Entscheidungen, die ganze Zeit, jeden Morgen auf´s Neue. Ich sehe aber auch den Preis, der bezahlt werden muss. Bei einem Bekannten kann ich zu unseren Kinder sagen: sorry, aber das geht so nicht, da dürft ihr nicht mehr hin. Beim eigenen Vater liegen die Dinge anders. Den lieben sie, wie alle Kinder ihre Eltern lieben, egal, was diese tun. Und den Preis von zwei gerichtsgebeutelten, traumatisierten Kindern, die nur noch den Hass der Elter aufeinander miterleben müssen (denn darauf läuft so etwas in der Regel hinaus) im Verhältnis zu dem, was erreicht werden kann, bin ich nicht bereit zu zahlen. Dafür liebe ich die beiden einfach viel zu sehr. Und zumindest in diesem Punkt bin ich mit mir selbst völlig klar. Und deshalb ist mein Weg momentan, die Dinge so mit ihm klären/ verändern zu können, dass es zum größtmöglichen Wohl unserer Kinder geschieht. Und das können im Augenblick nur von Beppo und anderen, emotional nicht involvierten Personen, bereinigte mails zum Zwecke einer gütlichen Einigung sein. (Übrigens sagte auch die Anwältin gestern, dass dieser Weg im Augenblick der Klügste und Beste sei.)

Nur einen Punkt verhandle ich wirklich nicht mehr: da er sich, wie gesagt, an keinerlei Lebenshaltungkosten für unsere Kinder beteiligt, werde ich mich strikt an keinen Reisekosten mehr beteiligen. Er ist weggezogen, ich habe diese Kosten lange genug mitgetragen, wenigstens das darf er schon mal machen.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.01.2014 13:25
(@alanai)
Rege dabei Registriert

Lieber Wildlachs, ich danke Dir wirklich sehr für Deine Hilfe. Nur in ein paar Punkten liegst Du schlichtweg falsch, deshalb NOCHMAL:

- ich habe mich getrennt eben wegen besagter Süchte, seiner Unzuverlässigkeit, seinem Hang zu permanentem Druck, Manipulation und Machtspielen. Wie er diese weiter auslebt, geht mich nichts mehr an, es betrifft mich nicht mehr. Nur im Hinblick auf unsere Kinder, und da agiere ich ausschließlich auf der Elternebene. Und ja, ich bin stinkesauer auf ihn deswegen, aber das darf ich auch sein. Der Punkt ist halt nur, wie ich im Interesse unserer Kinder damit umgehe. Hier brauche ich, und das merke ich, ab und an jemanden, der mir in meinem Temperament und meinen Emotionen hilft, die Dinge klar und von außen zu betrachten. Deshalb bin ich hier.

- Elternvereinbarungen sind gut und schön, solange alle gut damit leben können, aber wie alles andere eine rein temporäre Lösung. Die Wahrheit ist doch: auch hier endet es im Zweifelsfalle immer wieder vorm Kadi, es gibt wohl Eltern, die sich eben das zum Sport gemacht haben.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.01.2014 13:35
(@fruchteis)
Registriert

Hi Alanai,

ich sehe mich von Dir unverstanden.

Dir alles Gute auf Deinem Weg.

W.


AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 13:46




(@alanai)
Rege dabei Registriert

Lieber Wildlachs, ich sehe es eher so, dass Du Dich unverstanden fühlst, weil ich Dir nicht zustimme. Das kann ich aber nicht, wenn es nicht so ist. Ich bin ein durchaus reflektierter Mensch, der nicht einfach aus Trotz etwas verneint. Aber mit der Trennungs-, Paar- und Trauertheorie liegst Du nun einmal wirklich falsch, es tut mir leid.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.01.2014 14:09
(@fruchteis)
Registriert

... Du bist hier, um Blick von außen zu erhalten - sagst Du.

Nutzen kannst Du ihn nur, wenn Du ihn auch zu- und durchläßt und Dich halbwegs auseinander setzt.
Zustimmung zu diesen Ansichten verlangt keiner.

Aber egal...

DU mußt mit Dir, Deiner Sicht auf die Dinge und ihren Folgen leben.

VG W.


AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 14:42
(@alanai)
Rege dabei Registriert

Lieber Wildlachs, bei allem Respekt, aber das hat jetzt etwas dieser Art der Küchenpsychologie:

"Du hast ein Problem."
"Nein, das habe ich nicht, mir geht es gut, danke."
"Doch, hast Du, Du willst das nur nicht sehen."

Und ab der Stelle ist es für den anderen egal, was er sagt. Er hat in jedem Fall, ob er es um des lieben Friedens zugibt oder nicht, ein Problem.

So, ich muss jetzt backen, nachher kommen Gäste. Dir ein schönes Wochenende!


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.01.2014 15:33
(@fruchteis)
Registriert

Frage des 'Küchenpsychologen'  :):

Geht es DIR gut?
Warum bist Du hier?

Die Antwort liefert er für Dich gleich mit:
"Weil mein Ex Probleme hat! Ich habe keine!"

W.


AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 15:43
(@biggi62)
Nicht wegzudenken Registriert

Du hast mit dem, was Du sagst, aus objektiver und grundlegender Sicht völlig recht, aber: ...

Liebe Alanai, die Realität kennt kein "aber".
Die Wirklichkeit ist wie sie ist.

Du kannst nicht deinen Ex ändern.
Nur deine Reaktion auf dessen Verhalten.

Nur einen Punkt verhandle ich wirklich nicht mehr: da er sich, wie gesagt, an keinerlei Lebenshaltungkosten für unsere Kinder beteiligt, werde ich mich strikt an keinen Reisekosten mehr beteiligen. Er ist weggezogen, ich habe diese Kosten lange genug mitgetragen, wenigstens das darf er schon mal machen.

Klingt wie ein guter Anfang Richtung: Du tust und lässt, was du selbst für richtig hältst.

Damit dürfte ein Großteil der Umgangsprobleme künftig nicht mehr auf deinen, sondern auf seinen Schultern ruhen.
Wo sie - angesichts der Entfernung, die er selbst zu euren Kindern geschaffen hat - mpMn auch hingehören.

Der sagt nämlich: selbst ein schlechter Umgang mit dem leiblichen Vater ist emotional für ein Kind besser als gar keiner.

Tatsächlich gibt es Menschen, die auch nach einer Kindheit ohne Vater zu ganz wunderbaren Erwachsenen herangewachsen sind.
Einer dieser wunderbaren Erwachsenen ist meine volljährige Tochter. Obwohl es bis zu ihrem 14. Lebensjahr keinerlei Kontakt zwischen ihr und ihrem Vater gegeben hat. Alle meine Bemühungen, den Vater für sein Kind zu interessieren waren zwecklos. Entfernung zwischen den Wohnorten von Vater und Tochter: Luftlinie 5 km, auf der Straße 7 km.

Man kann ein Pferd nur zum Wasser führen.
Man kann nicht machen, dass es trinkt.   

Die Wahrheit ist: Er wollte nicht. Punkt. Ende der Fahnenstange.
Es stand und steht nicht in meiner Macht darauf Einfluss zu nehmen.

Du kannst jetzt deinen Fahrtkostenzuschuss streichen.
Das steht in deiner Macht.

Was der KV daraus macht, welche Lügen er den Kindern erzählt, welche ungeheuerlichen Beschuldigungen er gegen dich ersinnt (Stichwort: Handy des Sohnes) unterliegt nicht deinem Einfluss.

Dass du - ohne je einen Cent Elementarunterhalt gesehen zu haben - dich in der Pflicht siehst, Urlaube im Robinson Club zu sponsorn, finde ich sehr befremdlich. Ich kenne eine Menschen, die regelmäßig für den Lebensunterhalt ihrer Familie arbeiten gehen und ihre Kinder tagaus tagein mit Zuwendung, Obdach, Nahrung, passender Kleidung, Bildung und Kultur versorgen, ohne jemals das Geld für einen Robinson Club Urlaub mit 2 Kindern erübrigen zu können. Weder als Familie in einem Haushalt, noch als Familie in zwei oder mehr Haushalten.

Meiner Meinung nach ist die zuverlässige Erfüllung alltäglicher Bedürfnisse für das Kindeswohl wichtiger als Clubreisen.

Ein KV, der mir den Mindestunterhalt für zwei gemeinsame Kinder schuldig bliebe und mit 3 Tickets für den Robinson Club winken würde, hätte schneller Besuch vom Gerichtsvollzieher, als er "Club" buchstabieren könnte.

Auf die Wirklichkeit, wie wir sie wahrnehmen, können wir alle nur re-agieren.

Auf unterschiedliche Herausforderungen des Lebens für uns und für die von uns Abhängigen (Kleinkinder, Patienten, Schüler, Haustiere ...) die jeweils passende ANTWORT zu finden, das liegt in unserer Ver-ANTWORT-ung als Erwachsene.

Dazu gehört auch die Erfahrung, dass wir uns irren können, dass wir Situationen falsch einschätzen, dass trotz aller Umsicht und Vorsicht tragische Unfälle passieren können, dass es Naturgewalten und Schicksalsschläge gibt, denen wir schutzlos ausgeliefert sind.

Andere Erwachsene vor den Folgen ver-ANTWORTUNG-slosen Verhaltens zu schützen, gehört nicht zu den Herausforderungen, denen ich mich stellen will. Mir reichen die Anforderungen, die das Leben an mich stellt. Da muss ich nicht noch für andere Erwachsene mitdenken und -planen.

1. er ist Alkoholiker. ...
2. Er ist pornosüchtig

   

3. Er ist Raucher.

Du bist Krankenschwester.

Dein Verhalten sieht für mich aus nach dem klassischen Verhaltensmuster einer Co-Abhängigen.

Das Muster hat Wildlachs schön zusammengefasst:

Mir geht es nicht gut

"Weil mein Ex Probleme hat! Ich habe keine!"

Sollte diese Ferndiagnose aus der Küchenpsychologie korrekt sein, hätten eure Kinder zwei suchtkranke Eltern.

Ein Elternteil, das (dank der zuverlässigen Unterstützung des anderen) ohne je die Folgen ausbaden zu müssen, den "Problembären" spielen darf. Und ein Elternteil, das sich einbildet durch "richtiges" Verhalten den Kindern eine "heile Welt" vorspielen zu können.

1. er ist Alkoholiker. Schlägt er die Kinder, brüllt er sie an, misshandelt er sie? NEIN. Er nuckelt nur solange am Whisky rum, bis er einschläft. Ich kenne das lange. Ich finde das Mist. Es gefällt mir nicht. Aber von akuter Kindeswohlgefährdung zu sprechen, wäre eine glatte Lüge.

Das sehen viele erwachsene Kinder aus Alkoholikerfamilien anders.
   
Es gehört zum Suchtmuster Co-Abhängiger, das Verhalten des Suchtkranken Angehörigen zu beschönigen, zu verharmlosen und zu entschuldigen.

ich habe in 6 Jahren schon ganz oft (meist nach den eklatanteren Erlebnissen) über exakt diese Dinge nachgedacht und sie weiter aber auch weiter gedacht bzw. versucht, sie bis zu Ende zu denken.

Die Wahrheit ist: Du kannst sie nicht für euch beide zu Ende denken.
Es gibt keine Beweise für deine co-abhängigen Ängste und Fantasien.

Die weitere Entwicklung ist vollkommen offen. Du bist vollkommen machtlos, was das Verhalten deines Ex angeht.

DU mußt mit Dir, Deiner Sicht auf die Dinge und ihren Folgen leben.

100% Zustimmung!

LG  🙂 Biggi


Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)

AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 16:28
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Alanai, nimm Wildlachs' Theorie nicht persönlich. Bei ihm haben die meisten Personen ein Trauerproblem und wenn sie das anders sehen, ein Wahrnehmungsproblem noch dazu. Diese Sozialpsychonummer ist nicht jedermanns Sache. Ich sehe bei dir ein normales und reflektiertes Auftreten.

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 17:04
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Fazit: ich treffe Entscheidungen, die ganze Zeit, jeden Morgen auf´s Neue. Ich sehe aber auch den Preis, der bezahlt werden muss. Bei einem Bekannten kann ich zu unseren Kinder sagen: sorry, aber das geht so nicht, da dürft ihr nicht mehr hin. Beim eigenen Vater liegen die Dinge anders. Den lieben sie, wie alle Kinder ihre Eltern lieben, egal, was diese tun. Und den Preis von zwei gerichtsgebeutelten, traumatisierten Kindern, die nur noch den Hass der Elter aufeinander miterleben müssen (denn darauf läuft so etwas in der Regel hinaus) im Verhältnis zu dem, was erreicht werden kann, bin ich nicht bereit zu zahlen. Dafür liebe ich die beiden einfach viel zu sehr. Und zumindest in diesem Punkt bin ich mit mir selbst völlig klar. Und deshalb ist mein Weg momentan, die Dinge so mit ihm klären/ verändern zu können, dass es zum größtmöglichen Wohl unserer Kinder geschieht. Und das können im Augenblick nur von Beppo und anderen, emotional nicht involvierten Personen, bereinigte mails zum Zwecke einer gütlichen Einigung sein. (Übrigens sagte auch die Anwältin gestern, dass dieser Weg im Augenblick der Klügste und Beste sei.)

Nur einen Punkt verhandle ich wirklich nicht mehr: da er sich, wie gesagt, an keinerlei Lebenshaltungkosten für unsere Kinder beteiligt, werde ich mich strikt an keinen Reisekosten mehr beteiligen. Er ist weggezogen, ich habe diese Kosten lange genug mitgetragen, wenigstens das darf er schon mal machen.

Alanai, ich habe großen Respekt vor dir und deiner Haltung. 

Ob die jeweilige Entscheidung immer und in jedem Detail die Richtige ist, sei dahin gestellt und kann auch niemand vorhersagen aber du hast aus meiner Sicht genau die richtige Einstellung.

:thumbup: :thumbup: :thumbup:


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 19:55
(@totohh)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Alanai

ich schließe mich Beppos Worten an! Du machst das schon!  :thumbup:

Man könnte fast fragen, warum Du hier bist...  😉
Aber schön, dass Du da bist, vielleicht kannst Du Dich ja auch in andere Fälle mit Deiner sehr abgeklärten, aber eben weiblichen Sichtweise einbringen?!

Ich wünsche Dir und vorallem Deinen Kindern alles gute! Toto


AntwortZitat
Geschrieben : 11.01.2014 20:38
(@fruchteis)
Registriert

Die Spannweite der Beratung ist enorm.

Ausgehend von den Nöten einer Mutter...

reicht sie von Konflikt- und Trauer-Coaching, Hinweisen auf Co-Abhängigkeit, über Schreibservice bis hin zu jovialen Streicheleinheiten, Bestätigungen, daß doch alles gut und abgeklärt verliefe.
Wow. 😉

Also wenn der bunte Strauß nicht die passenden Blumen enthält... 🙂

W.     


AntwortZitat
Geschrieben : 12.01.2014 00:32
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Gell?!

Soll uns nochmal einer Einseitigkeit vorwerfen! 🙂


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 12.01.2014 00:33




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