Hallo liebe Väter und Forum,
ich, wie leider so viele andere hier auch, habe ein gewaltiges Problem welches mich nun dazu bringt hier zu Schreiben.
Meine Frau und ich haben uns vor 2 Jahren getrennt. Warum und weshalb ist, denke ich, nicht unbedingt wichtig für den weiteren Verlauf meiner Geschichte. Wir haben eine Tochter, 8 und einen Sohn, 10 Jahre alt. Nach der Trennung war eigentlich noch alles recht entspannt. Meine Ex zog in das Haus ihrer Mutter und ich verblieb in der gemeinsamen Wohnung. Anfänglich war die Trennung auf Zeit ausgelegt so dass ich ein paar Monate später mit in das besagte Haus ziehen sollte. Nun kommt es ja meistens anders als gedacht und in diesem Falle haben wir nicht wieder zusammen gefunden. Ich habe meine Kinder zu dieser Zeit mehrfach wöchentlich gesehen und habe sie und den Familienhund jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag zu mir genommen. Ich habe mich in das Haus mit eingebracht und beim Renovieren, körperlich wie finanziell, geholfen.
Die ganze Lage fing an schwierig zu werden als sie im August ´12 eine Beziehung mit einem Prominenten behinderten Menschen hier in der Stadt begann. Der Grund warum ich die Behinderung erwähne wird später deutlich, hoffe ich. Von da an wurde ihr Verhältnis zu mir zunehmend neutraler und distanzierter und ich konnte auch nicht mehr jedes Wochenende die Kinder übernehmen. Was ich allerdings dann später immer wieder kurzfristig musste wenn sie an den Wochenenden etwas vor hatte. Sei es ihr gegönnt.
Mir ging es in dieser Zeit nicht wirklich gut da der Verlust meiner Familie bei mir zu diversen Zusammenbrüchen und Depressionen führte. Das wirkte sich natürlich auch auf meinen Umgang mit den Kindern aus welche sehr wohl merkten dass es mir nicht gut ging. Weihnachten `12, fing es dann an fies zu werden. Nach einem eher unerbaulichem Weihnachtfest mit meiner Ex, den Kindern und ihrer Mutter baten die Kinder meine Ex das ich bei ihnen übernachten dürfte um den folgenden Weihnachtsmorgen spielend mit ihnen zu verbringen. Dies wurde harsch von ihr untersagt. Dazu ist zu sagen dass sie nie Probleme hatte Konflikte vor den Kindern auszutragen.
Am 2`ten Weihnachtstag war ich mit meinen Kindern bei meinen Eltern zum Feiern. Meiner Tochter wirkte sehr unruhig und nervös. Am Nächten Tag sollte sie mit meiner Ex und meiner Schwiegermutter ein paar Tage in Urlaub fahren. Meine Tochter vertraute sich einem Familienmitglied an und erzählte dass sie nicht fahren wollte weil Mamas neuer Freund und nicht die Schwiegermutter mit von der Partie sei. Ich war vor den Kopf gestoßen da das so nicht mit mir im Vorfeld abgesprochen war. Ich bat meinen Kindern an die Tage bei mir zu bleiben wenn sie denn partout nicht in den Urlaub fahren wollen. Als ich meine Ex am selben Abend darauf ansprach war die Hölle los und die Kinder auf ihrer Seite, bezeugend dass sie auf jeden Fall fahren wollen. Als ich ihr erklärte das ich es zum einen Schwierig finde noch in der Trennungsphase mit meinen Kindern und dem neuen Freund in den Urlaub zu fahren wurde ich beschimpft. Ich erwähnte auch das es für die Kinder sicherlich problematisch sei sich in dieser Situation auch noch mit dem Behinderungsgrad ihres Freundes auseinanderzusetzen, er ist im Rollstuhl und einen knappen Meter groß, wurde ich als Nazi beschimpft. Ich habe kein Problem mit Behinderungen jed weder Art, wohl aber wenn meine Kinder in so einer schwierigen Phase ihres Lebend einfach zu viel adaptieren müssen.
2 Wochen später wurde mir durch sie der Umgang mit den Kindern untersagt da sich die Kinder bei mir nicht wohlfühlen würden. Ich muss sagen das ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Kindern hatte und das aus meiner Sicht völliger Blödsinn war den sie mir da auftischte.
Das war für mich der Punkt an dem bei mir gar nichts mehr ging. Ich versuchte, bettelte, flehte die Kinder sehen zu dürfen – Nein.
Nachdem ich ein paar Wochen nur sporadisch telefonischen Kontakt zu den Kindern hatte, lernte ich eine Frau kennen die mir neue Kraft gab wieder einen Silberstreif am Horizont zu sehen. Dummerweise lebte sie im Ausland. Ich besuchte sie ein paar Mal und ging dann für 4 Monate zu ihr. Der Telefonkontakt zu den Kindern wurde immer weniger und ich wurde dann von meinem Sohn in einer Email gebeten mich zu erklären. Ich kann ruhigen Gewissens sagen das diese Email nicht von ihm kam. Nachdem ich dann 4 Monate mit SMS und anderen Nachrichten von meiner Ex terrorisiert wurde, wie könne ich es wagen als Vater einfach für eine gewisse Zeit das Land zu verlassen und ich solle ganz schnell zurück kommen und mir einen besseren Job suchen damit ich mehr Unterhalt bezahlen könne, kehrte ich auch emotional wieder gestärkt, im Juli mit meiner neuen Lebensgefährtin nach Berlin zurück.
Am Tag meiner Heimkehr kontaktierte ich meine Ex. Ich wollte wissen ob und wie ich meine Kinder sehen könnte. Das wurde verneint. Die Kinder hätten sich mir entfremdet und wollten nicht mehr mit mir zu tun haben. Ich hätte mich ja nicht gemeldet und sie würden denken ich interessiere mich nicht mehr für sie. So ziemlich alle Versuche aus dem Ausland mit den Kindern Kontakt aufzunehmen wurden durch sie geblockt. Auch wurde ich nicht ein einziges Mal von Ihr bezüglich der Kinder kontaktiert. Es ging nur ums Geld, nie um die Kinder in ihren Anrufen an mich.
Ich sagte ich und die Kinder hätten ein recht einander zu sehen. Sie meine das funktioniert so nicht. Die Kinder hätten sich jetzt so super weiter entwickelt. Durch ihren neunen Freund waren sie auf dem Sommerempfang des Bundespräsidenten und sie würden viel mit Diplomaten und Promikindern spielen und ich wäre da einfach nicht mehr auf Augenhöhe. …… …. … …. …
Dann wurde noch aufs ausgiebigste meine neue Freundin beschimpft usw.
Seit August schreibe ich nun Emails an die Kinder welche unbeantwortet bleiben. Zu Geburtstagen und Weihnachten schickte ich Geschenke via Kurier und weiß bis heute nicht ob sie bei den Kindern angekommen sind. Wenn ich anrufe komme ich nicht bis zu meinen Kindern durch.
Als ich ihr drohte übers Jugendamt zu gehen erzählte sie den Kindern das ich jetzt jemanden vom Gericht schicke der sie befragt warum sie nicht mehr zu mir möchten und das sie da ganz Tapfer sein müssten. Ganz ehrlich, da hatte ich zum erstem Mal Gewaltphantasien ihr gegenüber.
Ich weiß nichts mehr über meine Kinder, nichts. Ich weiß nicht was sie tun, fühlen und denken. Ich weiß nicht was sie mögen oder wie groß sie mittlerweile sind. Ich weiß nicht wie sie schulisch sind oder ob sie glücklich sind…. Es fühlt sich manchmal so an als wären sie für immer von mir gegangen.
Ich will das aber so nicht länger hinnehmen! Und suche nun den besten Weg um die Sache anzugehen, oder um den besten Zug in diesem Konflikt zu begehen, denn ich will meine Kinder zurück, und da ich meine Kinder kenne, weiß ich das sie das auch möchten.
Vielen Dank,
Jörg
Hallo Jörg,
ich bin auch neu in diesem Forum und habe heute schon auf mein Problem ein gutes feedback bekommen, so dass ich versuchen möchte, auch etwas zurück zu geben.
In Deinem Fall scheinen die Fronten so verhärtet, als das man sagen muss, dass wohl kein Weg daran vorbei führt, dass Du den Weg zum JA gehst. Du hast ein >Recht, Deine Kinder zu sehen und Kontakt zu haben. Das JA würde im fogenden Deine Ex einladen und es wird (hoffentlich) dazu führend, dass Du wieder Umgang haben wirst. Sollte dies nicht der Fall sein, muss man, nach meiner Meinung, in diesem Fall den jurisitschen Weg einschlagen. Was bleibt Dir übrig? KEIN Kontakt ist nach meiner Ansicht ein no-go. Du kannst der KM das vorher auch mitteilen (vielleicht in einer emailI, dass Du diesen Weg gehst - vielleicht wird sie ja doch noch vernünftig?
BG
Aqua
Moin Jörg,
willkommen hier im Forum.
Zunächst muss Dir auch bewußt werden, dass das Verhalten Deiner Exe kein Einzelfall ist. Durch eine Trennung verschieben sich die Prioritäten enorm - deshalb hat mich schon der Absatz gewundert, wo Du beschreibst, dass ihr wieder kurzfristig zusammengezogen seid. Das kann im Regelfall nicht funktionieren.
Deiner Beschreibung nach hast Du es mit einer stark manipulativen KM zu tun, die weiss wie sie auf Eure Kinder und Dich einwirken kann. Die Lügen bzgl. des Next sind eigentlich Klassiker und kommen in fast jeder Trennung vor.
Nachdem ich ein paar Wochen nur sporadisch telefonischen Kontakt zu den Kindern hatte, lernte ich eine Frau kennen die mir neue Kraft gab wieder einen Silberstreif am Horizont zu sehen. Dummerweise lebte sie im Ausland. Ich besuchte sie ein paar Mal und ging dann für 4 Monate zu ihr.
Hier hast Du dich aus meiner Sicht nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Auch wenn eine neue Partnerin den Halt gibt, denn man gerade in Trennungszeiten sehr stark sucht, warst Du 4 Monate aus der Welt. Das Du in Verbindung mit einer nicht kooperativen KM keinen Kontakt zu den Kids über Telefon oder Mail bekommst, ist auch nicht überraschend. Auch wenn es jetzt müssig ist, hätte hier Deine Partnerin auch ins schöne Berlin kommen können, um Dich bei Deinen Problemen zu unterstützen.
Am Tag meiner Heimkehr kontaktierte ich meine Ex. Ich wollte wissen ob und wie ich meine Kinder sehen könnte.
Auch dieses Verhalten ist aus meiner Sicht grenzwertig. Viele unserer weiblichen Mitgliedern haben genau diese Erfahrung mit unzuverlässigen KVs machen müssen (ohne Dir das jetzt vorwerfen zu wollen) - die sich monatelang nicht blicken lassen, aber dann die Kinder wohlangezogen ins Auto gesetzt bekommen wollen, um Weihnachten feiern zu wollen. Das sowas nicht gut ankommt, sollte auch klar sein.
Durch ihren neunen Freund waren sie auf dem Sommerempfang des Bundespräsidenten und sie würden viel mit Diplomaten und Promikindern spielen und ich wäre da einfach nicht mehr auf Augenhöhe
Das finde ich mal eine besonders "putzige" Ausrede. Auch wenn man wirklich viel von Diplomatenkindern lernen kann (die kommen wirklich rum in der Welt), wird das Kinder sicherlich nicht von ihrem Vater entfernen.
Wie schon beschrieben, Deine Exe ist äußerst manipulativ und weiss diese Botschaften an Dich zu transferieren. Hier musst Du natürlich auch an Dir arbeiten.
Wir empfehlen hier den Umgangsdreispung:
- Freundlicher Brief an die KM mit Deiner Umgangsvorstellung und der Bitte dies auf Elternebene zu klären. Deine Exe ist dazu verpflichtet, den Umgang mit Dir zu fordern.
- Geht dies nicht, Vermittlungsgespräch beim JA. Damit haben Deine Kids auch überhaupt nichts zu tun, da ihr als Eltern dort eingeladen werdet und moderiert über den Umgang sprecht.
- Klappt dies auch nicht, folgt der Weg zum Gericht.
Gerne unterstützen wir Dich bei der Formulierung von Schreiben und weiteren Schritten. Ein wichtiger Beitrag sollte aber auch bei Deiner eigenen Reflektion liegen, denn auch Dein Verhalten gegenüber Deiner Ex bzw. den Kindern war in der Vergangenheit nicht optimal.
Dazu kommt das Thema Unterhalt: Leistest Du hier den KU nach DDT? KMs neigen dazu, Umgangsprobleme und Unterhaltsprobleme zu vermischen. Du solltest deshalb hier auch Deinen Pflichten nachkommen, um auf dieser Baustelle Ruhe reinzubekommen. Gruß Ingo
Moin Jörg.
Du brauchst mit Deinen Kindern guten Umgang!
Mein Tipp:
Arbeite eine Umgangsregelung, eine Elternvereinbarung aus!
Die setzt Du dann im sog. 'Dreisprung' um.
- Bitte an Mutter, der Regelung zuzustimmen bzw. alternative Vorschläge zu machen.
Wird das in 10 Tagen nix, dann
- Antrag beim Jugendamt um Vermittlung.
Wird das in 2 Wochen nix, dann
- Antrag beim Familiengericht zur Regelung des Umgangsrechts.
Das Gericht hat diesen Antrag beschleunigt zu bearbeiten.
Gute Quellen für Basis-Infos:
- TrennungsFAQ
- Elternvereinbarung
W.
Gerade erst Ingos Beitrag gesehen... doppelt wirkt besser 😉
Hallo Ingo,
vielen Dank für Deine Antwort. Mir ist sehr wohl bewusst das auch ich mich nicht richtig verhalten habe. Aber leider verhält man sich in solchen Situationen nicht immer wirklich rational. Das wird einem im Nachhinein dann leider klar aber das Kind ist nun mal in den Brunnen gefallen und hinsichtlich meiner momentanen Beziehung war es sicherlich teilweise ein richtiger Schritt. Im übrigen bin ich sicher das ich die Kinder auch nicht gesehen hätte wäre ich die 4 Moante nicht weg gewesen.
Was ich noch bergessen hatte zu erwähnen war das ich ich ihr ein Einschreiben mit ihrer Vorstellung zum Umgang mit den Kindern zugesendet hatte. Als antwort bekam ich von Ihrer anwältin einen Brief das ich es unterlassen sollte sie zu kontaktieren (was ich dann auch nicht mehr tat, sie aber sehr wohl) und sie gegen mich vorgehen würde sollte ich es tun.
Zitat: "Für den Fall dass sie unsere Mandantin gegen ihren erklärten Willen weiterhin kontaktieren kündigen wir jetzt bereits an dass wir mit der einreichung eines Antrages nach dem Gewaltschutzgesetz beim Famileiengericht beauftragt sind"
Das hat für mich schon was von Verleumdung denn ich war weder körperlich noch verbal gewalttätig, im gegensatz zu ihr.
Kindesunterhalt zahle ich im übrigen brav.
Danke und Gruß
Jörg
Hi Jörg,
joar, Anwälte können erstmal soviel drohen, soviel sie wollen. Dafür werden sie von Deiner Exe auch bezahlt.
Der Schritt Deiner Exe zeigt aber auch auf, dass Du wahrscheinlich mit einvernehmlichen Möglichkeiten (leider)kaum weiterkommen wirst.
Als nächster Schritt sollte entweder der Weg zum JA bzw. parallel auch zum Anwalt für FamRecht führen (allein für die Erstberatung). JA deshalb, weil Dich das FamGericht wahrscheinlich eh dorthin zurück verweisen wird. Da Deine Exe auch dorthin nicht gezwungen werden kann, hast Du diesen Schritt dann allerdings schon erledigt und kannst Dich auf den gerichtlichen Weg vorbereiten. Gruß Ingo
