Hallo zusammen,
nachdem mein SR-Verfahren nun ruht, weil das FG auf Anraten des JA und der Verfahrenpflegschaft eine Mediation angeordnet hat (und der KM durch die Blume gleichzeitig mitteilte, dass ein Boykott ihererseits ihre Erziehungsfähigkeit infrage stellen würde mit entsprechenden Konsequenzen bis hin zum Sorgerechtsentzug), habe ich mich nun mit dieser Mediation näher beschäftigt. Sie verläuft nach dem "Cochemer Modell" und klingt erst mal für mich hochinteressant: eigentlich können alle, besonders meine Tochter, nur gewinnen.
Was ist Eure Meinung, bzw habt Ihr schon Kontakt mit dieser Form der Zwangsbeglückungseinigkeit gehabt?
Danke für Eure Beiträge!
RV
Das Cochemer Modell ist eine Erfindung von Richter Rudolph aus Cochem und umfasst die Richter, die Anwälte, das JA und alle sonstigen Prozessbeteiligten.
Es ist eigentlich auch eine gute Sache.
Das Modell ist recht bekannt geworden und deswegen schmücken sich jetzt alle möglichen Institutionen mit diesem Titel.
Vermutlich kannst auch demnächst ne Pizza nach Cochemer Rezept bestellen.
Für die Mediation alleine, wüsste ich nicht, was man daran "cochemisieren" könnte.
Kannst sie ja mal fragen, was an ihrem Konzept denn so speziell cochemig ist.
Vermutlich wissen sie es selber nicht und drucksen dann irgendwas rum.
Trotzdestonichts, solltest du guten Mutes und guten Willens in die Mediation gehen.
Zum Einen, weil das FG das gerne hätte und zum Anderen, weil es nicht ganz sinnlos sein muss.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Was ist Eure Meinung, bzw habt Ihr schon Kontakt mit dieser Form der Zwangsbeglückungseinigkeit gehabt?
Nicht persönlich, nur theoretisch.
Die Cochemer Praxis funktioniert am besten, wenn die betroffenen sie nicht verstehen, sondern nur erleben. Daher eigentlich keine gute Idee, sie Dir zu erklären. Das Prinzip ist, dass ihr Euch am ehesten zusammenraufen könnt, wenn auf beide Druck ausgeübt wird und eine Situation geschaffen, aus der man nur rauskommt, wenn man kooperiert.
Das ist nichts für jeden und nichts für Rechthaber, denn das kann leicht auch als ungerecht empfunden werden. Also wunder Dich nicht, wenn auch Du Dich plötzlich einem Druck ausgesetzt fühlst, sachfremde Zugeständnisse zu machen. Da mussst Du trotzdem kämpfen, nur gewinnen kannst Du nicht, gewinnen könnt ihr nur zusammen, so geht die Cochemer Praxis.
Der Vorteil ist, dass wenn das gelingt, die Lösung viel tragfähiger ist als durch einen zwangsweise verordneten Beschluss der die Beteiligten zurück in ihre Schützdengräben drängt und auf Dauer keine Freude macht.
