Hallo,
ich befinde mich gerade am Anfang einer Trennung (noch leben wir unter einem Dach) und habe ein kleines Kind (nicht ganz 3 Jahre alt). Wir sind verheiratet. Ich selbst möchte, dass das Kind bei mir bleibt. Da dieses Thema einfach zu wichtig ist, um erst einmal 2-3 RAs auszuprobieren, dachte ich, ich könnte hier eine Empfehlung für dieses Thema bekommen.
Kann mir jemand einen RA in Berlin nennen, der sich engagiert und empfehlenswert ist?
Vielen lieben Dank für jede Hilfe.
P.S.: Die Gründe, warum ich das Kind gerne bei mir haben möchte, sind nicht schnell erklärt. Es geht dabei auch nicht um mich, sondern um das Kind.
Hallo Sasx,
es geht Dir jetzt also primär um das ABR und Du meinst, dass Du Dich mit Deiner Frau nicht darauf verständigen kannst, dass Du Euer Kind zu Dir nimmst?
Oder geht es ums Sorgerecht? Dazu meinte mein Anwalt (Berlin-Schöneberg), dass das heute wirklich kaum durchsetzbar ist und selbst bei gewichtigen Gründen zu einem "harten Kampf" führen würde. Ich habe gewichtige Gründe, habe aber Abstand davon genommen.
So ein richtig "harter Hund" ist mir leider nicht bekannt, meiner hat sich jedenfalls nicht wie ein Geier darauf gestürzt, mir das ABR/ASR zu erkämpfen.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hi
Hallo Sasx,
es geht Dir jetzt also primär um das ABR und Du meinst, dass Du Dich mit Deiner Frau nicht darauf verständigen kannst, dass Du Euer Kind zu Dir nimmst?
Erst einmal geht es mir genau darum. Sie möchte das Kind bei sich, ich bei mir.
Nur ganz kurz: Sie zeigt ein Verhalten, welches ein mir bekannter Psychologe aufgrund meiner Schilderungen als Borderline einordnet und unter dem (wieder meine Ansicht) auch das Kind zunehmend leidet.
Sasx
Moin sasx,
Erst einmal geht es mir genau darum. Sie möchte das Kind bei sich, ich bei mir.
das ist keine ungewöhnliche Meinungsverschiedenheit bei Trennungen - jeder hält sich für den besseren und den anderen für den schlechteren Elternteil. Allerdings wäre es für Euer Kind besser, es hätte von Papa und Mama auch nach deren Trennung in etwa gleich viel. Es muss (und wird) nämlich nicht einfach Deine Ansichten über seine Mutter teilen. Abgesehen davon bist Du "nur" der Vater - das ist eine ziemlich hohe Hürde, wenn die Mutter das Kind nicht gerade nachweislich vernachlässigt.
Was also spricht gegen eine solche vernünftige Lösung, die dem Kind das Maximum an beiden Elternteilen erhält?
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hi sasx,
das Kind ist noch klein.
Als "Plan B" solltest Du evtl. den Beginn der Scheidung ein bischen verzögern.
Hierbei geht es nicht um Recht oder Unrecht oder Ethik, sondern nur um das deutsche Familienrecht.
Ich ziehe nicht aus.
Hallo
Was also spricht gegen eine solche vernünftige Lösung, die dem Kind das Maximum an beiden Elternteilen erhält?
Die Idee existiert. Nur muss ich davon noch jemanden überzeugen. Meine Idee ist es, nach eher holländischem Vorbild, im Falle der Trennung zwei Wohnungen in einem Haus zu suchen. Zusammen damit ein möglichst großzügiger Umgang (unabhängig davon, wo das Kind dann leben wird).
Es ist für mich auf jeden Fall wichtig, beide Elternteile zu erhalten.
Ich möchte nur vorbereitet sein, falls es wichtig wird. Und wenn ich erst dann beginne, mich zu erkundigen oder einen Anwalt zu suchen, verliere ich Zeit, die ich dann eventuell nicht habe. Daher wollte ich schon jetzt nach einem guten Anwalt Ausschau halten.
Bisher wurde alles von anderer Seite abgelehnt (z.B. Eheberatung).
Sasx
Hallo Sasx,
wenn Deine Ex nicht mal zu einer Eheberatung bereit ist, wird das von Dir angedachte Modell wohl schwierig umzusetzen. Das sog. Wechselmodell ist nicht einklagbar und für Deine Ex mit dem schwer zu schluckenden Happen verbunden, dass "nicht mal" KU fällig wird, wenn ihr euch hälftig um euer Kind kümmert. Es gibt garantiert ein paar greifbare Leute, die ihr erörtern werden, dass sie eigentlich gute Chancen auf "alles" (Kind, KU, TU, Hauptbestimmen) hat. Sie müsste also sehr extrem am Wohl eures Kindes interessiert UND sehr finanziell selbständig sein, um aus freien Stücken diesem System zuzustimmen.
Wenn ihr eine relativ klassische Rollenverteilung hattet (Du arbeitest, sie hat Elternzeit o. ä. oder meinetwegen nur den Minijob) UND durch so ein Betreuungsmodell der Staat mitfinanzieren müsste, sehe ich für Deine Idee schwarz.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo sasx
...und unter dem (wieder meine Ansicht) auch das Kind zunehmend leidet.
Woran machst du das fest? Ein knapp 3 jähriges Kind hat in diesem Alter sowieso manch "merkwürdige" Verhaltensweisen. Da Borderline draus zu konstruieren, halte ich für sehr gewagt und nicht zu beweisen.
Eine Einlassung eines "befreundeten Psychologen" und seine Meinungsbildung aufgrund deiner Beschreibungen ist ja nett anzuhören, beweist aber bestenfalls, dass du alles unternimmst, um gegen deine DEF Stimmung zu machen, denn beweisen könntest du das nur durch eine psychologische Begutachtung deiner DEF, wozu sie aber niemand zwingen kann und auch nicht zwingen würde, selbst wenn es dazu eine Möglichkeit gäbe.
Verfolgst du diesen Weg weiter, wirst du dich vorhersehbar selber ins Aus schießen.
LG Jemmy
Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World
Hi sasx,
wie könnte Dein Kind durch dich betreut werden ?
Geht Ihr Eltern beide arbeiten ?
Wie sieht es finanziell aus ?
Ich denke dass diese Fragen wichtiger sind ...
Sofern Du noch nicht mal ein robustes Betreuungsmodell vorstellen kannst, hast du bereits verloren.
Ich ziehe nicht aus.
Hallo
wie könnte Dein Kind durch dich betreut werden ?
Geht Ihr Eltern beide arbeiten ?
Wie sieht es finanziell aus ?
Beide arbeiten voll, beide können finanziell leben. Ich bin zeitlich bei meiner Arbeit sehr flexibel.
Aber ich möchte auch zurück zu meiner Ursprungsfrage: Hat jemand eine Anwaltsempfehlung für Berlin?
Sasx
@ sasx,
Du wirst Dich schon mit den Feinheiten des deutschen Familienrechts auseinandersetzen müssen. Deshalb stellen sachkundige User hier Detailfragen, um Dir helfen zu können.
Aber ich möchte auch zurück zu meiner Ursprungsfrage: Hat jemand eine Anwaltsempfehlung für Berlin?
So schlicht, wie Du Dir das vorstellst, wird die Kiste nicht laufen. Anwalts-Adressen gibt es in jedem Telefonbuch. Sollte Deine Fragestellung jedoch treffender beschrieben sein mit "Ich suche eine Anwalts-Sau, die mir um jeden Preis und mit allen Mitteln dabei helfen soll, meiner Ex das Sorgerecht für unser Kind wegzunehmen!", dann sag das wenigstens dazu.
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Moin,
Borderline ist nicht einfach zu diagnostizieren und ohne Evaluierung des Betroffenen noch 'n Zacken schlechter. Als Anhaltspunkt ist es natürlich schon mal nicht schlecht - auch für dich, da du als BL-Angehöriger "geschädigt" wärst. Diesem Thema nachzusteigen ist grds. nicht falsch, sollte hingegen nicht das einzige Indiz sein. Nur, thematisieren vor offiziellen Stellen kann so richtig bös nach hinten losgehen.
Insgesamt würde ich die Suche nach einem geeignetem RA nicht auf Berlin einschränken. In der heutigen Zeit ist die Kommunikation auf diversen Wegen möglich. Einziger Nachteil: Die Fahrtkosten anl. einer Verhandlung in Berlin.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Hallo
So schlicht, wie Du Dir das vorstellst, wird die Kiste nicht laufen. Anwalts-Adressen gibt es in jedem Telefonbuch. Sollte Deine Fragestellung jedoch treffender beschrieben sein mit "Ich suche eine Anwalts-Sau, die mir um jeden Preis und mit allen Mitteln dabei helfen soll, meiner Ex das Sorgerecht für unser Kind wegzunehmen!", dann sag das wenigstens dazu.
Das brauche ich nicht sagen, weil es mir nicht darum geht. Ich werde erst einmal versuchen, mich mit meiner Frau anders zu einigen, grundsätzlich im Sinne des Kindes. Und wie ich schrieb, bin ich in jedem Fall bestrebt, dem Kind beide Elternteile zu erhalten. Es geht mir bei der Anwaltssuche darum, dass ich nicht erst, wenn einer notwendig ist, mit der Suche beginne. Falls sie z.B. auf die Idee kommen sollte, einfach so mit dem Kind auszuziehen, möchte ich reagieren können. (Nur als ein Beispiel.) Es geht nicht darum, nun sofort alles loszutreten.
Wir sind uns halt im Falle des Falles nicht darüber einig, wo das Kind seinen ständigen Lebensmittelpunkt haben soll. Beide Seiten sind bestrebt, dass dieser bei ihnen sein wird. Und ich dachte, ich sei nicht das dümmste, sich möglichst früh schon einmal zu erkundigen, welcher Anwalt denn nun zu empfehlen sei. Wie man dann auf "Anwalts-Sau..." kommt, ist mir schleierhaft.
Sasx
Hallo Sasx,
was für Vorteile verspricht sich denn jeder von euch zum Thema "Lebensmittelpunkt"? Welche Nachteile sieht sie darin, wenn der Lebensmittelpunkt bei beiden zu gleichen Teilen ist?
Das Problem ist jetzt (Anwalt hin oder her), wenn einer von euch Fakten schafft, sieht das für den anderen schlecht aus, wobei es für Dich - wenn Du der Faktenschaffende sein würdest - schlechter aussehen würde als für sie, denn sie ist die Mutter und denen sieht man die Kindesaneignung heute noch leichter nach.
Wäre sie vielleicht zu einer Trennungsmediation zu überzeugen? Sprich, es geht nicht darum, euch zusammenzuraufen, sondern euch so verlustarm wie möglich auseinander zu raufen?
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo
was für Vorteile verspricht sich denn jeder von euch zum Thema "Lebensmittelpunkt"? Welche Nachteile sieht sie darin, wenn der Lebensmittelpunkt bei beiden zu gleichen Teilen ist?
Ich sehe darin keinen Nachteil, sondern eher einen Vorteil. Daher ja auch die Idee, zwei Wohnungen in einem Haus zu suchen. Ich selbst bin sehr bestrebt, nicht nur Vater und Mutter, sondern auch sonstige Kontaktpersonen (Oma, Tante, ...) beiderseits zu erhalten. Nur habe ich manchmal etwas das Gefühl, dass sie dies etwas anders sieht. Mir ist klar, dass es nicht um mich geht, auch nicht um meine Frau, sondern alleine um das Kind.
Das Problem ist jetzt (Anwalt hin oder her), wenn einer von euch Fakten schafft, sieht das für den anderen schlecht aus, wobei es für Dich - wenn Du der Faktenschaffende sein würdest - schlechter aussehen würde als für sie, denn sie ist die Mutter und denen sieht man die Kindesaneignung heute noch leichter nach.
Leider. Mein Wunsch wäre es, wenn das niemand so einfach machen könnte.
Wäre sie vielleicht zu einer Trennungsmediation zu überzeugen? Sprich, es geht nicht darum, euch zusammenzuraufen, sondern euch so verlustarm wie möglich auseinander zu raufen?
Das ist noch ein guter Hinweis, danke. Ich schau mir das einmal an.
Trotzdem werde ich erst einmal versuchen, noch einmal eine Eheberatung anzusprechen. Ich möchte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen und nichts zerstören, was vielleicht erhalten werden kann.
Und mir ist auch bewusst, das Borderline nicht einfach aus meinen Schilderungen heraus aus der Ferne diagnostiziert werden kann. Deshalb versuchte ich, vorsichtig zu schreiben, dass dies seine erste Einordnung allein auf Basis meiner Schilderungen war. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist halt so, dass alles im Haus symmetrisch ausgerichtet wird und alles immer (!) an genau dem gleichen Platz liegt. Das bedeutet, dass Gegenstände im Vorbeigehen millimeterweise zurechtgerückt werden. Das bedeutet z.B., dass nicht 4 Fernbedienungen links auf dem Tisch liegen, sondern auch exakt, welche wo liegt. Räumt man den Geschirrspüler ein, wird der umgeräumt. Räumt man die Waschmaschine ein, wird kontrolliert, ob auch genau die richtigen Kleidungsstücke drin sind. Geht man auf Toilette, liegen die Fernbedienungen danach wieder alle ausgerichtet, auch wenn die gebraucht werden. Die eigene Tasche wird kontrolliert und sie weiss besser, wieviel Geld in meinem Geldbeutel ist, als ich. Anzurufen, weil man sich nach der Arbeit noch kurz mit jemanden treffen möchte, geht gar nicht. Kommt man 10 Minuten später, wird man angerufen, wo man bleibt. Und das alles ist wirklich nicht übertrieben und nur ein kleiner Teil. Nun wird das Kind immer selbstständiger und probiert immer mehr aus - und macht Unordnung. Und dadurch entstehen ständige Konflikte, Schreiereien und Zurechtweisungen (eigentlich den ganzen Tag). Das ist so ein wenig, wie ein Minenfeld. Noch bin ich da und kann mich da vor das Kind stellen, aber ich habe davor Angst, dass mir das nicht mehr möglich ist. Das Kind ist zu klein und kann sich da nicht wehren.
Sasx
Hallo Sasx,
ich mag mich jetzt nicht hobbypsychologisch betätigen, aber mir scheint, dass das eher eine gewisse "Zwangshandlung" vorliegt. Das kann (soweit habe ich sowas mal gelesen) vielfältige Ursachen haben. Ich stimme Dir zu, dass dieses Verhalten "schräg" ist und für das Umfeld (besonders das Kind) eine Belastung.
Problematisch ist auch, dass in Deutschland Kinder oft als Therapeutikum für Mütter herhalten müssen.
Sicherlich wäre es das beste, wenn Du mit Deiner Frau einen Konsens finden kannst, wenn sich beide daran halten. Inwiefern das erreichbar ist, kannst nur Du beurteilen. Und insbesonders Du musst sensible Antennen dafür entwickeln, ob ihre Bereitschaft eine kindeswohlorientierte Lösung zu finden echt ist oder nur ihren eigenen, persönlichen Zukunftsplan kaschieren soll.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
