Gibt es Anreiz für ...
 
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Gibt es Anreiz für Anwalt, einen Prozess zu gewinnen?

 
(@evgesh)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Zusammen,

das ist eigentlich die Frage. Wenn ich das richtig verstehe, die Anwaltskosten werden nach dem Streitwert berechnet, unabhängig, ob er den Prozess gewinnt oder nicht. Ist es richtig so? Welchen Anreiz gibt es für den Anwalt?

Und noch eine Frage. Wer bezahlt den gegnerischen Anwalt im Unterhaltsrecht (Ehegattenunterhalt), wenn ich den Prozess verliere?

Vielen Dank für Eure Antworten!


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 05.04.2009 22:43
 Bart
(@bart)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo evgesh,
das hast du richtig verstanden. Einen finanziellen Anreiz den Prozess zu gewinnen gibt es für Anwälte nicht. Ein Anwalt verdient anteilig am Streitwert. Und wo viel gestritten wird (Unterhalt, Zugewinn, Umgangsrecht) ist auch viel zu verdienen.

Vielleicht gibt es bei manchen Anwälten sowas wie sportlichen Anreiz das beste für den Mandanten rauszuholen. Mir ist es bei der Arbeit auch lieber an sinnvollen Projekten zu arbeiten als nur für den Papierkorb.

So wie ich es kenne zahlt jeder seinen Anwalt selbst.

Gruß
Bart


AntwortZitat
Geschrieben : 05.04.2009 23:13
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin,

Wer bezahlt den gegnerischen Anwalt im Unterhaltsrecht (Ehegattenunterhalt), wenn ich den Prozess verliere?

PKH deckt die eigenen Kosten. Im Falle des Unterliegens oder nicht hälftiger Quotelung muss die unterlegene Partei den gegn. RA  ganz oder anteilig bezahlen.

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 05.04.2009 23:23
(@milan)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin!

Ich hatte nen RA, der nach Stunden abgerechnet hat. Gewonnen hab ich trotzdem nicht. Und teuer war es auch...

Greetz,
Milan


AntwortZitat
Geschrieben : 06.04.2009 01:06
(@evgesh)
Schon was gesagt Registriert

Vielen Dank für die Antworten!
Aber wenn es so ist, dann kann der Anwalt im Prinzip gar nichts tun und troutzdem zu seinem Geld kommen? Also, als würde ich nicht mehr zur Arbeit gehen und trotzdem meinen Lohn beziehen. Richtig?
Gruß
Evgesh


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 06.04.2009 12:54
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin evgesh,
am besten ist es für ihn, wenn dir nicht zu einem Sieg verhilft, sondern dich zu einem Unentschieden durch Vergleich überredet.
Dann kann er 50% mehr abrechnen.

Gut nöch? Ein echter Traumberuf.
Deswegen gibt es ja auch so viele Anwälte und Frau Zypries hat sich ja auch das Ziel gesetzt, die Futterttröge ihrer Kolleginnen immer gut gefüllt zu halten.
Damit bleibt trotz Anwaltschwemme immer genug für ihre Klientel übrig.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 06.04.2009 13:21
(@evgesh)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Beppo,

komischerweise war mein Anwalt in erster Instanz (Amtsgericht) strikt gegen den Vergleich. Ich auch. Und wir haben da verloren. Es geht um Betreuungsunterhalt für die Hexe, bei der mein mittlerweiler 11,5 (!) jähriger Sohn lebt. Ich wurde verurteilt, über 13.000 € Betreuungsunterhalt für den Zeitraum bis 31.12.2007 und dann ab 01.01.2008 ca. 150€/Monat unbefristet(!!!) zu zahlen. Nun sind wir in der 2. Instanz (OLG Stuttgart). Und ich frage mich, wie kann sich der Anwalt motivieren, wenn es immer weiter geht, der Streitwert (und somit auch sein Geld) aber gleich bleibt?

Gruß
Evgesh 


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 06.04.2009 13:43
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin evgesh,

ich frage mich, wie kann sich der Anwalt motivieren, wenn es immer weiter geht, der Streitwert (und somit auch sein Geld) gleich bleibt?

es macht keinen Sinn, sich hier mit Systemfragen zu befassen; das deutsche System zur Honorierung von Anwälten hat niemand von uns erfunden - und niemand von uns kann es ändern. Nicht mal der Anwalt selbst. Und ganz ehrlich: Die wenigsten Menschen laden sich freiwillig mehr Arbeit auf, wenn sie für weniger genauso gut bezahlt werden.

Man muss bei der Anwaltssuche einfach ähnlich vorgehen wie bei der Wahl seines Bäckers: Der eine liefert für 50 Cent Super-Brötchen und der andere lausig Aufgebackenes für's gleiche Geld. Deshalb verdient Letzterer theoretisch mehr und schneller Geld - aber nur, wenn er genügend Dumme findet, die ihm seinen Sch*** abkaufen. Der Spitzenbäcker geht dafür abends mit dem guten Gefühl ins Bett, ordentlich gearbeitet und seine Kunden nicht be.schissen zu haben. Am hilfreichsten ist daher bei der Anwaltssuche oft die Mund-zu-Mund-Propaganda durch andere Betroffene, die bereits hinter sich haben, was Du noch vor Dir hast und von eigenen Erfahrungen berichten können.

Manche Leute glauben zwar, "Erfolgshonorare" wie in den USA wären die Lösung des Problems - aber würde man wirklich Prozesse verlieren wollen, nur weil die Gegenseite mehr Kohle in ihren Anwalt investieren kann?

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 06.04.2009 14:07
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Du könntest deinem RA ja auch ne Prämie anbieten!

Wenn er sie annimmt ist er moralisch fragwürdig, wenn er sie ablehnt, nicht motiviert.

Was ist dir lieber?

Es ist halt so ähnlich wie beim Arzt.
Da weißt du auch nicht vorher, ob er gut und engagiert ist.
Ob ich aber zu einem Arzt vertrauen hätte, der eine Erfolgsprämie nimmt?

Zumal die Erfolgsprämie verhindern würde, dass sich überhaupt noch ein Arzt mit schweren Krankheiten wie Krebs, HIV, oder Pest und Cholera befassen würde.
Wir hätten plötzlich nur noch Homöopathen und Schönheitschirurgen.
Und zurück zu den Juristen, würde kein Vater jemals noch einen Anwalt finden, weil es da ja eh nix zu gewinnen gibt.
Stattdessen würden sich alle Anwälte um die Mütter scharen und ihnen ihre Dienste sogar zu Discountpreisen anbieten, weil Risikolos.

Ist eben alles nicht so einfach.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 06.04.2009 14:22
 Bart
(@bart)
Nicht wegzudenken Registriert

Ich kenne im Raum Stuttgart einen sehr guten Anwalt. Wenn du den Namen willst schick mir eine PN

Gruß
BArt


AntwortZitat
Geschrieben : 06.04.2009 16:21




(@dreamteam)
Rege dabei Registriert

Also mein Anwalt scheint da anders gewesen zu sein....
Er hat mir mal gesagt,er macht nur Aktionen die er auch gewinnt.Er hat nie etwas versprochen
was er nicht halten konnte.Er war stets top vorbereitet....
Er hat es geschafft das ich bei der Scheidung Haus und meine Tochter bekam.
Und ich durfte meine Rechnung in megakleinen raten abzahlen.
Ich bin froh dass es auch solche Anwälte gibt.

Gruß,
Dreamteam


AntwortZitat
Geschrieben : 13.05.2009 01:22
(@dibaa)
Nicht wegzudenken Registriert

hi,
also meine anwältin ist auch top und sehr engagiert, immer erreichbar, mußte bis heute nix zahlen, aber es geht ja "nur" um umgang, nicht um scheidung.
mfg dibaa


AntwortZitat
Geschrieben : 13.05.2009 01:35
(@witwicky)
Schon was gesagt Registriert

Mein Anwalt ist auch Top

Auch hat er für mich dies und das auch schon "Kostenlos" gemacht und 2 Klagen abgewehrt durch einfache "Post"

Die musste ich dann auch nicht bezahlen 🙂

Weiterhin ist er mir mittlerweile auch als "Freund" willkommen da er mit Rat und Tat zur Seite steht mich immer wieder auf die Sachliche Ebene zurückgeholt hat.

Ich hab zwar auch schon einiges bezahlt bei ihm (Scheidung) aber ich fand es angemessen...

Weiterhin hat er die Rechnung meines "Falschen Fünfziger Anwalt" vorher vernichtet der wollte 7000 EURO haben und hat nix bekommen... dafür hab ich aber vor GEricht dann verloren da er einiges nicht wieder Geradebiegen konnte was der Vorgänger versäumt hat.... naja ich hab gelernt


AntwortZitat
Geschrieben : 08.07.2009 11:12
(@baxter)
Rege dabei Registriert

Ich denke für einen guten Anwalt bzw. eine gute Anwältin ist es Anreiz genug bei ein Fall/Verfahren das beste für seinen Mandaten herauszuholen. Zumindest bei meiner weiß ich das Sie sich teilweise mehr freut (für mich) als ich;-) und nicht jede kleinste Frage (z.B. per Telefon) abrechnet.

Für mich zeichnet sich ein gute(r) Anwalt(in) u.a. auch durch folgendes aus:
- Sachlichkeit
- Ehrlich in ihrer Beurteilung (z.B. Antrag auf ABR macht Sinn oder nicht.) Keine unnötig langen pamplete.
- Kostenminimierung im Sinn des Mandaten


AntwortZitat
Geschrieben : 08.07.2009 11:41
 elwu
(@elwu)

komischerweise war mein Anwalt in erster Instanz (Amtsgericht) strikt gegen den Vergleich. Ich auch. Und wir haben da verloren. Es geht um Betreuungsunterhalt für die Hexe, bei der mein mittlerweiler 11,5 (!) jähriger Sohn lebt. Ich wurde verurteilt, über 13.000 € Betreuungsunterhalt für den Zeitraum bis 31.12.2007 und dann ab 01.01.2008 ca. 150€/Monat unbefristet(!!!) zu zahlen. Nun sind wir in der 2. Instanz (OLG Stuttgart). Und ich frage mich, wie kann sich der Anwalt motivieren, wenn es immer weiter geht, der Streitwert (und somit auch sein Geld) aber gleich bleibt?

Hallo,

beim OLG gelten auch bei gleichem Streitwert höhere Gebühren als im ersten Rechtszug.

/elwu,

ich war stets selbst mein bester Anwalt...


AntwortZitat
Geschrieben : 08.07.2009 11:45