Hallo,
entgegen aller Hoffnungen geht jetzt bei mir anscheinend doch der Rosenkrieg los!
Heute vor einer Woche war der Scheidungstermin anberaumt, bis dahin war auch alles einvernehmlich geregelt worden bzw. konnte man miteinander reden. Am Anfang des Termin reichte dann die Anwältin meiner Frau (RAin Seppelfricke) Klage auf Zahlung von Aufstockungsunterhalt ein - damit war der Termin geplatzt.
Nach Studium einiger Urteile, die nach Inkrafttreten des neuen Unterhaltsrechts gesprochen wurden, habe ich nun den Eindruck daß ich den Fall bisher etwas zu optimistisch gesehen habe. Alle Urteil sind zu Ungunsten des Mannes ausgefallen!
Hat vielleicht hier jemand Erfahrung mit besagter RAin als Gegenanwalt bzw. kann mir einen versierten Anwalt bzw. Anwältin nennen, der bzw. die meine Seite optimal vertritt?
Anmerkung an Moderator- Falls Namensnennung nicht erwünscht ist, bitte löschen
Moin Ikarus,
der Name scheint Programm... 😉
Du bist einem ziemlich abgenudelten Trick aufgesessen: Man wiegt Männe in der Sicherheit, dass alles ganz easy laufen wird (wir brauchen nur einen Anwalt, is klaa, nä?) - und packt im Termin dann die Messer aus.
Kannst Du mal ein paar Eckdaten einstellen (Dein/ihr Einkommen, Kinder ja/nein, wenn ja, wie alt, bei wem lebend) sowie die jetzt gegebene Begründung für den Aufstockungsunterhalt?
Was die Anwaltsfrage angeht: Das können die Kölner/Düsseldorfer User sicher eher beantworten.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
hallo derzunahandiesonneflog,
ich empfehle dir RA Manfred Szary (Mönchengladbach).
Er war der RA meiner Ex und ich habe ihn als sehr professionellen, versierten Anwalt kennengelernt, der jederzeit angemessen in Ton und Inhalt auftrat. Wenn ich noch mal einen Familienrechts-Anwalt bräuchte, würde ich ihn wählen.
Ebenfalls gut (aber in Düsseldorf) ist RA Heumann. Er ist ein echter Beisser, mit hohem Gerechtigkeitsanspruch, ebenfalls sehr versiert...aber als Typ ziemlich eigen. Ist Geschmackssache
wolli
Hallo Zusammen
Erst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Ein paar Eckdaten geb ich gern:
Wir sind jetzt 23 Jahre verheiratet, Trennung war vor 4 Jahren, Scheidung vor 1 1/2 Jahren eingereicht.
Meine Frau hatte vor der Ehe ein Studium begonnen, dies aber ca. 1 Jahr nach Eheschließung abgebrochen, danach verschiedene andere Ausbildungen begonnen aber nie beendet. Drei Jahren später kamen dann die Kinder (Zwillinge). Nach zunächst ehrenamtlicher Tätigkeit nahm meine Frau dann, als die Kinder 5 Jahre alt waren, eine Ausbildung zur Heilpraktikerin auf, die sie auch erfolgreich abschloß. Im Anschluß daran war sie als Dozentin und in eigener Praxis tätig. Seit der Zeit ihrer Ausbildung habe ich weitgehend die Versorgung der Kinder übernommen. 1999 hatte ich mich selbständig gemacht - gleichzeitig mit der Praxisgründung meiner Frau. Durch wirtschaftliche Fehlentwicklung und fehlende Unterstützung mußte ich 2004 Insolvenz anmelden - zeitgleich mit der Trennung. Seit der Zeit arbeite ich als technischer Angestellter. In den bisherigen 9 Jahren hat es meine Frau nicht geschafft, die Praxis auf wirtschaftlich solide Füsse zu stellen. Eine "Einverdienerehe" war nie abgesprochen oder angestrebt, eher im Gegenteil.
Die Kinder (volljährig) haben ihre Schule abgeschlossen und warten nun auf Studien- bzw. Ausbildungsbeginn. Sie wohnen z.Zt. bei mir.
Mein Einkommen beträgt z.Zt. ca. 1850€ netto, ihr Gesamteinkommen (inkl. Nebenjob) wird mit ca. 700€ angegeben.
Der Aufstockungsunterhalt (ca 500€, zeitlich unbegrenzt) wird damit begründet, daß ihr Einkommen nicht für den Lebensunterhalt reicht. Da die Ausbildung zum Heilpraktiker nicht staatlich geregelt ist (Berufsbezeichnung und Tätigkeitsfeld aber schon) gelte sie als ungelernt. Außerdem habe sie ehebedingte Nachteile erlitten, da sie durch Kinderbetreuung nicht ihr Wunschstudium (Medizin) aufnehmen konnte.
Ende der Woche habe ich einen Anwaltstermin, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
@Martin
Der Name ist Programm, aber eher vom Hobby her.
Gerd
Moin Gerd,
nach Deinen Schilderungen sieht das ziemlich gut für Dich aus - in Kurzform:
- einen Rechtsanspruch, nur in einem bestimmten Beruf zu arbeiten oder alternativ Unterhalt kassieren zu dürfen, gibt es nicht. Wenn der Heilpraktiker nicht funktioniert, muss man eben bei Edeka Regale einräumen. Der Tag hat für sie genauso 24 Stunden wie für Dich.
- ein zeitlicher/kausaler Zusammenhang zwischen Studienabbruch und Kinderkriegen besteht ebenfalls nicht; überdies wäre er nicht Deine "Schuld". Damit ist das "heute-kein-Arzt-Sein" kein "ehebedingter Nachteil". Überdies kann man auch mit Kindern studieren.
- die Kinder sind heute volljährig. Damit unterliegt auch ihre Mutter einer verstärkten Erwerbsobliegenheit zur Sicherung des Unterhalts der Kinder; sie muss also nicht die Hand aufhalten, sondern sich im Gegenteil tummeln und Kohle herbeischaffen.
- Die Kinder leben derzeit bei Dir und werden von Dir versorgt.
- bei zwei unterhaltsberechtigten Kindern in Studium/Ausbildung würde eh nicht mehr viel Raum für "Aufstockungsunterhalt" bleiben.
Vielleicht war Deine Noch-Gattin in letzter Zeit ein bisschen zuviel bei Kaffeekränzchen mit frustrierten "Freundinnen"? Aussergerichtlich kann man natürlich lange und viel herumplänkeln und fordern; bei einer gerichtlichen Klärung bekommt sie die Rahmenbedingungen für Unterhalt aber sicher erklärt.
Wenn Du einen guten Anwalt hast: Sei da mal optimistisch.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
