Die feministische Idee gab den Frauen das Gefühl, alles zu können und zu wollen. Genommen hat sie ihnen aber die innere Ruhe. Die Töchtergeneration der Frauenbewegung setzt ihre Ansprüche an sich selbst gnadenlos hoch an. Für andere Formen von Leistung als beruflichen Erfolg ist kaum Platz. (weiter)
ein mann geht nicht unter wenn er nicht will,
wehre dich, schlage dich, halte nicht still.....
(fritz grasshoff)
Ja, es wird doch aber gewünscht, dass Frauen für sich selbst (und die Kinder) sorgen können.
Moin,
Ja, es wird doch aber gewünscht, dass Frauen für sich selbst (und die Kinder) sorgen können.
Das Problem ist doch, dass es grundsätzlich 2 Formen des partnerschaftlichen Zusammenlebens gibt.
Das "traditionelle" und das "gleichberechtigte"
Beide haben bestimmte Voraussetzungen und Bedingungen die jeweils als Gesamtpaket erfüllt sein müssen und leiden darunter, dass versucht wird, Teilaspekte raus zu meißeln und auf den Kopf zu stellen.
Die traditionelle Partnerschaft basiert auf Ungleichheit.
Er ist stark und macht die harte körperliche Arbeit, sie ist gefühlvoll und kümmert sich um die "weichen" Aufgaben.
Beide ergänzen sich in ihren Aufgaben und spezialisieren sich in ihrem Bereich.
Sie verlassen sich darauf, dass der Andere bestimmte Aufgaben übernimmt und verlernen selbst diese Fähigkeiten.
Beide haben unterschiedliche Pflichten aber auch unterschiedliche Rechte. In Summe sind die Pakete jedoch ausgeglichen.
Auch wenn es temporär mal unausgewogen sein sollte, ist das kein Problem, da sich das über die Jahre nivelliert.
Eine ideale Lebensform solange sie besteht.
Der Nachteil ist, dass sie praktisch unauflöslich ist, ohne die Partner zu vernichten
Wenn man das trennen will, fallen beide um, wie ein Tisch den man in der Mitte auseinander sägt.
Scheidung führt praktisch unausweichlich in die Katastrophe, da beide wichtige Aufgaben verlernt haben und alleine nicht mehr "funktionsfähig" sind.
In der Natur sterben Symbionten auch ab oder verkrüppeln, wenn man sie trennt.
Dem gegenüber das gleichberechtigte Modell.
Diese Partner achten darauf, dass nicht das Gesamtpaket in Summe ausgeglichen ist, sondern jedes einzelne Element.
Jeder arbeitet, jeder bringt den Müll runter, jeder wickelt das Baby und beide steigen gleichzeitig in die Rettungsboote.
Romantisch ist das allerdings nicht.
Sie riecht nicht ganz so betörend, wenn sie Abends von Ihrem Job bei der Müllabfuhr zurück kommt, und die von ihm gedeckte Weihnachtstafel sieht auch aus, wie die Bullenbox vom Viehcontainer.
Und Rosen zum Valentinstag gibt es auch nicht
Sie bewahren aber ihre Autarkie und sind jeder für sich alleine Lebensfähig.
Wenn sie sich trennen passiert eigentlich nichts, denn dieser Tisch hat 8 Beine. Jede Hälfte steht auch ohne die andere.
Beide Modelle sind in sich schlüssig und können funktionieren. Solange sie konsequent und in Gänze gelebt werden.
Schlimm wird es immer dann, wenn man versucht diese zu vermischen.
Im ersten Fall z.B. im Falle von Scheidung, wenn eine Seite von der anderen Seite verlangt ihm nun auch die 2 anderen Tischbeine zu überlassen.
Im zweiten Fall, wenn trotz aller Gleichteilung einer auf seinen geschlechtlichen Privilegien besteht wie z.B. Rosen zum Valentinstag, ein echter Mann putzt kein Klo oder eben Kind gehört zu Muddi!
Während der Ehe ist das erste Modell sicher das schönere und auch das "leistungsfähigere".
Im Falle der Trennung aber das zweite.
Und genau das ist das Dilemma!
Scheidung ist oft der Versuch auf einmal aus dem ersten Modell, das zweite zu machen. Und das geht fast zwangsläufig schief.
Und wie wir alle wissen versuchen die Dilettanten der Familienjustiz das Problem gerne dadurch zu lösen, dass tatsächlich einer Tischhälfte alle 4 Tischbeine zugesprochen werden.
Kleiner Ausflug in die Fielosovieh! 🙂
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin Beppo,
prägnanter und treffender hätte man es nicht beschreiben können. Chapeau!
Aus meiner Ehrfahrung ist allerdings die Mischform die Regel. Bei mir erzeugt das häufig das Gefühl, was ich auch für die Partnerschaft tue, irgendwie ist es immer falsch. Wahrscheinlich weil ich gerade mal wieder die Wurzel der Erwartungshaltung falsch einsortiert habe.
Spreche ich mit den richtigen Mitteln, den "falschen Partner" (entweder die "Schulter-zum-anlehnen"Suchende" oder die "Ich-bin-ich-und-das-ist- gut-so"-Fraktion) an, wird das wohl immer wieder so sein.
Herr je. Ich werds wohl nie kapieren. Vielleicht ist das Eremitentum doch die bessere Lebensform.
Gruss
Bengel
Ach Beppo :applaus1:Danke!
Du meinst also auch, was mein Reden seit anno Schnee ist: es funktioniert nur, wenn man zusamenarbeitet?
Danke, ihr beiden.
Ja, natürlich funktioniert alles am besten, wenn man zusammenarbeit und das möglichst auch nach Modell 1 denn die der "Erfolg" der Menschheit basiert zum großen Teil auf der spezialisierten Arbeitsteilung.
Nicht jeder macht alles, sondern einer ist Schmied, einer Bauer, einer Müller und einer Fischer.
Und diese Art der Arbeitsteilung hat auch das Prinzip "Ehe" nach dem ersten Modell so erfolgreich gemacht.
Nun bemühen sich diese Schwachmaten, die über unser Leben bestimmen wollen, nach Kräften dieses Erfolgsmodell zu zerstören.
Und damit es auch schön gerecht bleibt, setzen sie jetzt auch den Hebel bei denen an, die sich schon durch Nichtheirat in das 2. Modell flüchten. Dieses Modell wird jetzt dadurch zerstört, dass auch da die Prinzipien des ersten Modells angewendet werden sollen, also Vollversorgung des jeweils Anderen.
Geht ja nicht an, dass sich einzelne Subjekte, der Vernichtung einfach durch "Nichtheirat" entziehen. Die kriegen wir noch! Wäre ja sonst ungerecht und wo kämen denn hin, wenn jeder tun oder lassen würde, was er wollte!
So kriegt jeder sein Fett weg.
Die Ersten durch Subventionierung und Förderung der Scheidung
und die Zweiten durch zwangsweise Anwendung der Regeln aus Modell 1.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Moin Beppo,
auch von meiner Seite: herzlichen Glückwunsch zu dieser treffenden Beschreibung. Sollte man eigentlich in die FAQ des Forums aufnehmen 🙂
Ich habe mich selbst vor einiger Zeit hier mal mit diesem Ungleichgewicht befasst: Wenn Modell 1 nachehelich (oder "nachpartnerschaftlich) fortgeführt werden soll, indem die vorherige wirtschaftliche Alleinversorgung durch den Mann festgeschrieben wird, müsste konsequenterweise auch die frühere Arbeitsteilung beibehalten werden: Weibi wäscht weiterhin Männe's Socken, kocht ihm Essen, putzt ihm die Bude und steht ihm bei Bedarf für erotische Dienstleistungen zur Verfügung.
Die entrüsteten Antworten auf ein solches Ansinnen müsste man anschliessend nur noch umdrehen...
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Danke auch dir, für die Blumen.
Vielleicht kann man den Faden ja weiter spinnen, ob wir denn für das Problem des 4-Beinigen Tisches ne bessere Lösung finden als "die da oben"
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
@beppo, ich habe deinen Asuflug in die
Fielosovieh!
sehr genossen!
Treffender gehts kaum!
Auch brilles Ergänzung, dass bei Variante 1 nicht nur der Mann weiter versorgen sollte, ist doch eigentlich logisch! Musste echt sehr laut grinsen bei der Vorstellung.
Da ich glücklich mit Variante 2 lebe, möchte ich nur hinzufügen, dass die auch romantisch sein kann. Naja vielleicht weil ich nicht bei der Müllabfuhr arbeite :rofl2:
Aber im Grunde kann Variante 2 auch nur funktionieren, wenn beide an die Romantik denken (denn die ist ja wichtig oder??), also wenn es schon keine Blumen am Valentinstag gibt, WIR gehen dafür immer vorzüglich essen. Und ein kleines Geschenkchen gibts auch...Und wir schaffen uns auch sonst konsequent unsere Romantikinseln..im manchmal recht stressigen Alltag. Und noch was, eine sehr gute Kommunikation, kein gegenseitiges "ich-hab-aber-mehr-im-Haushalt-gemacht"-Geknatsche und ständige flexible Termingestaltung und -absprache gehören fast zwingend zum Management der Variante 2. Und natürlich darf niemals ein Machtspielchen daraus werden.
So, habe ich sie euch jetzt schmackhaft gemacht?? 😉
Mir fällt noch ein, in Variante 1 ist ja eher die Frau die Familienmanagerin, und in Variante 2 eben beide...(jeder macht am besten was er kann - zeitlich und wirklich vom Können ausgehend. Sie kauft ein, er kocht usw., und wenn beide Geld heimbringen, hat es ja auch was für sich. Dunkler Einwurf: wenn Mann Unterhaltszahler ist, gehts sogar nicht anders...)
ligr ginnie
Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist
