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Scheidungsfolgen: Über Generationen wirksam

 
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Jedes Jahr erleben etwa 200'000 Kinder in Deutschland, dass sich ihre Eltern trennen. In der Schweiz sind es jährlich um 15‘000 unmündige Kinder. Ein Bericht der deutschen Regierung wendet sich jetzt dagegen, die Folgen von Scheidungen für die Kinder zu bagatellisieren.

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Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 03.04.2010 16:57
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Nun ja. Ich will dem nicht völlig widersprechen. Allerdings:

Kindern, die Trennungen oder gravierende Partnerschaftskonflikte ihrer Eltern erlebten, fällt es später schwerer, ihrem Partner zu vertrauen.

sehe ich die Probleme eher in gravierenden Partnerschaftskonflikten, denen die Kinder ausgesetzt sind. Da frage ich mich, ob es jetzt besser ist, in einer "intakten Familie" zu leben, in der Konflikte und unter den Teppich gekehrte Animositäten an der Tagesordnung sind oder eine durchgezogene Trennung.

Jedes Kind, das geboren wird, lebt in der drohenden Gefahr, dass es kein kinderlebenlanges Familienglück geben wird. Dem kann man nur vorbeugen, in dem man gar nicht erst Kinder bekommt oder aber in jedem Abschnitt seines Lebens immer darüber nachdenkt, wie das gelebte Familienleben sich auf eine Kinderseele auswirkt. Wenn Eltern irgendwann in den Kopf kriegen, dass sie im Trennungsfall immer Eltern bleiben und an einem gemeinsamen Strang für die Kinder ziehen müssen, was insbesonders heißt, sich sauber zu trennen, dann halte ich Trennung und Scheidung immer noch für den besseren Weg. Ein Leben im Kalten Krieg führt zu mindestens genauso schweren psychischen Leiden, wie das einer erlebten Trennung.

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 03.04.2010 17:53
(@cappi67)
Rege dabei Registriert

Moin,

wenn junge Erwachsene gefragt werden, was ist ihr Lebensziel, so wird die Antwort in über 90% der Fälle sein : ein Partner finden, Heiraten, Familie gründen und ein Haus haben.

Die Realität für sehr viele mit 40 ist dann: Scheidung, zerrissene Kinder zwischen Mama und Papa, eine kleine Mietwohnung und jede Menge finanzielle Schulden.

Anlass dieser Entwicklung sind meistens Kleinigkeiten. Das versprochene Glück stellt sich nicht ein. Zumindest in der Sichtweise vieler (Frauen). Die Kinder nerven, machen Dreck. Das Haus hat viel zu viele Fenster zum putzen. Der Garten muss gemacht werden. Der Partner könnte sich mal ein wenig mehr kümmern – sieht er nicht was ich für Opfer hier erbringe?

Trennungsgründe für mich sind Drogensucht und Gewalt. Alles andere bedürfte einer genauen Analyse dessen, was nicht kommuniziert wurde an Erwartungen. Wer sich selbst in dieser Sache belügt und unehrlich ist, lastet den Kindern dann die Hypothek der Scheidung auf.

Haben wir Anspruch auf Glück in der Ehe ? Was ist das schon, Glück. Stellt euch mal folgende Situation vor: Im Flugzeug ist die Touristenklasse überbucht, du bekommst ein Platz in der Buisinessclass. Na, glücklich ? Neben dir sitzt einer, der eigentlich in der Firstclass einen Platz hatte, die aber auch überbucht war und er deshalb mit der Buisinessclass vorlieb nehmen musste. So sitzen dann zwei nebeneinander auf gleichen Plätzen. Der eine unglücklich der andere glücklich.

Ich glaube den Kindern ist es egal ob Eltern glücklich sind. Sie wollen verlässliche Eltern haben.

Den Spruch mit „ ..Scheidung als Chance zur Reorganisation zu beschönigen“ fand ich gut.

LG an alle und viel Spaß beim Ostereiersuchen, Cappi67


AntwortZitat
Geschrieben : 04.04.2010 11:04
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hi Cappi67,

Anlass dieser Entwicklung sind meistens Kleinigkeiten. Das versprochene Glück stellt sich nicht ein. Zumindest in der Sichtweise vieler (Frauen). Die Kinder nerven, machen Dreck. Das Haus hat viel zu viele Fenster zum putzen. Der Garten muss gemacht werden. Der Partner könnte sich mal ein wenig mehr kümmern – sieht er nicht was ich für Opfer hier erbringe?

Und wieder ein Beweis dafür, dass das klassische Rollenmodell ein ziemlich guter Garant für das Scheitern einer Ehe ist.
Er wird sich denken, er schuftet den ganzen Tag auf dem Bau/im Büro/im Laden. Sie fragt sich, warum sie überhaupt 10-13 Jahre zur Schule gegangen ist, wenn ihr Lebensdasein sich darauf beschränkt, Kinderärsche zu wischen, stinkende Socken zu waschen und am Wochenende zu hören "Ich muss ausschlafen, kümmere Dich um die Kinder, ich muss fit für den Job sein" und ärgert sich, weil sie das fünfte Mal in Folge böse Migräne hat.
Nicht nur, dass dort persönlicher Frust ins Spiel kommt, nein, da stirbt die Achtung, stirbt die Liebe.

Der Anspruch auf persönliches Glück? Hm. Früher war es wohl das Ziel der meisten Menschen, finanziell abgesichert zu leben. Ehe als Versorgungspaket und die Hoffnung, wenn es schlecht lief, dass man den anderen noch ein Weilchen überlebt.
Heute fällt das Fehlen von persönlichem Wohlbefinden anders auf. Früher, da gab es doch solche Sachen wie "losziehen, man lernte jemanden kennen, verspürte Magenkribbeln und das Gefühl, ein toller Mensch zu sein". Heute sitzt er pupsend in Jogginghose auf der Couch und kratzt sich ungeniert die E*** und sie rennt im Schlabbershirt durch die Gegend, pflegt und schminkt sich nicht mehr und ist nach zwei Kindern doppelt so breit wie damals, als wir sie kennenlernten....

Ich glaube, das Recht auf persönliches Glück ist gut und wichtig. Würde man das kastrieren, würden noch weniger Menschen Kinder bekommen, wenn es einem das Recht nimmt, glücklich zu leben (denn mal ehrlich, dann hätte man ca. 10 gute Jahre zwischen elterlicher Knute und Lebensaufgabe zugunsten der Kinder). Und auch Kinder will man ja nicht bekommen und erziehen, um ihnen mitzugeben, dass ihr selbstbestimmtes Leben dann aufhört, wenn sie unsere Enkelchen bekommen.

Ich glaube den Kindern ist es egal ob Eltern glücklich sind. Sie wollen verlässliche Eltern haben.

Kontere ich wieder und sage: Kinder, die Eltern im Kalten Krieg erleben, sind keine glücklichen Kinder. Und verlässliche Eltern trennen sich in so einer Situation ehrlich und mit Anstand.

LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 04.04.2010 11:50
(@ostseereiter)
Nicht wegzudenken Registriert

Kontere ich wieder und sage: Kinder, die Eltern im Kalten Krieg erleben, sind keine glücklichen Kinder. Und verlässliche Eltern trennen sich in so einer Situation ehrlich und mit Anstand.

Auch wenn man sich mit Anstand getrennt hat wie es bei mir war dachte ich zumindest, jetzt erlebe ich es ja das ich nun seit die Ex einen neuen Freund hat, ich ein Störfaktor bin.Und der Umgang jetzt erschwert bzw.total blokiert wird. Leider denken viele nicht an die Kinder sondern nur an sich selbst.Die kinder sind die leidtragenden.Gruß OSR


AntwortZitat
Geschrieben : 04.04.2010 12:55
(@cappi67)
Rege dabei Registriert

Liebe LBM,

Kontere ich wieder

Bist ja richtig griffig !  😉  Welches Ehe/Partner/Familienmodell favorisierst Du ?

Liebe Grüsse von Cappi67


AntwortZitat
Geschrieben : 12.04.2010 16:16
(@Wolkenhimmel)

Man sollte auch nicht unterschätzen, vor welchem Hintergrund die Website JESUS.CH diesen Artikel veröffentlicht hat... sicher nicht als Plädoyer für freie Liebe...  😉

Ansonsten schliesse ich mich mal wieder vollumfänglich bei LBM an, vielen Dank meine Liebe!

@cappi: Ich favorisiere ein Modell, bei dem alle beteiligten Erwachsenen versuchen, miteinander vernünftig und zum Wohle der beteiligten Kinder umzugehen. Ob sich das Ehe, Partnerschaft oder WG nennt, wäre mir dabei völlig egal.

Meine Tochter hat das mal ganz nett formuliert (ausgehend von unserem damaligen Wechselmodell, welches ein fröhliches und schulisch gutes Kind hervorgebracht hat)...
"Nächstes Jahr brauchen wir einen ganz große Ferienwohnung" "Warum?" "Wir sind dann ganz viele Leute: Du, Papa, ich, Dein Freund, sein Sohn, Papas Freundin, ihre Tochter, deren Vater und die neue Frau und das neue Kind... macht... *grübel* 10 Leute, die gehören jetzt alle zur Familie."

LG WH


AntwortZitat
Geschrieben : 12.04.2010 18:04
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

@Cappi: Zu favorisieren ist jedes Modell, das den Bedürfnissen der jeweiligen Beteiligten optimal entgegen kommt. Klartext: Die übliche Vater-Mutter-Kind(er) Ehe oder Lebensgemeinschaft, sofern diese funktioniert, das Wechselmodell nach Trennung in der die Eltern auf der Elternebene weiter zusammenarbeiten, auch wenn sie als Paar gescheitert sind oder jede andere Lösung, auf die sich Eltern einigen und die sie ihren Kindern so rüberbringen können, dass diese unbeschwert, zufrieden und vertrauensvoll aufwachsen können.

@WH: Gern geschehen 🙂

LG LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 12.04.2010 19:51
(@ginnie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

@LBM  :thumbup: :thumbup:

Du hast es auf den Punkt gebracht was auch ich denke

ligr ginnie


Durch Nachsicht setzt man der Gewalt kein Ende: damit bestärkt man die Gegner nur in der Gewissheit, sie hätten es mit einem Schwächling zu tun, der leicht zu bezwingen ist

AntwortZitat
Geschrieben : 12.04.2010 23:29
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Ich buddel ja gerade die alten Fäden der letzten Wochen aus.
So auch diesen.

Ich denke, dass Krieg und Frieden in keinem direkten Zusammenhang mit Zusammenleben oder Trennung stehen.

Eine Trennung ist genauso wenig Garant für Frieden, wie eine Ehe Synonym für Krieg ist.
Und umgekehrt genauso.

Da lese ich bei jedem von euch (uns) seine eigene Geschichte raus, die aber keineswegs repräsentativ sind.

Unabhängig vom Schuldbegriff wird jemand, der sich aktiv getrennt hat, dieses immer als heilsam und Friedenstiftend erleben.
Und jemand der getrennt wurde, stets als Belastung und Dolchstoß für die eigenen Friedensbemühungen.

Und ohne euch Mädels da jetzt ans Bein pinkeln zu wollen:
Die Konsequenzen einer Trennung sind für Mütter meist wesentlich weniger verheerend als für Väter.
Belege für diese These finden sich hier ja mehr als genug. Und Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bei passiver Trennung bleiben ihr zumeist wenigstens die Kinder als Trost und eine aktive Trennung hat zusätzlich den Vorzug des Gefühls der Befreiung.

Das lässt die Bilanz einer Trennung natürlich erheblich positiver erscheinen, als für die meisten Väter.

Natürlich ist auch diese Meinung von der eigenen Geschichte geprägt.

Wenn ich die Mutter gewesen wäre, hätte ich mich vermutlich auch getrennt und hätte mein neues, befreites Leben mit meinen Kindern als Erfolg angesehen. Selbstverständlich für meine Kinder gleich mit.
Und entsprechend hätte meine Frau das als Desaster empfunden. Für sich und die Kinder.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 30.04.2010 13:33