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Morgen: Tag der gewaltfreien Erziehung

 
 Uli
(@Uli)

Hallo zusammen,

wie ich gerade aus dem Wort zum Sonntag erfuhr, ist morgen der Tag der gewaltfreien Erziehung. Ein Anlass, der sicher zum Nachdenken anregen kann.

Ich selbst sehe mich eher als Agnostiker, bleibe hin und wieder nach den Nachrichten beim Wort zum Sonntag hängen und hin und wieder spricht mich etwas durchaus an, so auch heute. Hier der Link.

Uli

Medienlinks sind vergänglich. Daher habe ich den Text hier eingefügt, auch als kleine Widmung für mel/caju!!!

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Das Wort zum Sonntag vom 29. April 2006,
gesprochen von Propst Ralf Meister

Gewaltfreie Erziehung

Dafür gibt es eine Tracht Prügel. Die junge Mutter ist zornig. "Geh in den Garten und such einen Stock, mit dem ich dich verhauen kann". Es sollte die erste Tracht Prügel für ihren Sohn werden. Der kleine Junge schlich schweigend davon. Er blieb lange fort. Als er zurückkehrt, in der Hand einen Stein, weint er. "Ich habe keinen Stock gefunden, nur diesen Stein, aber du kannst ja nach mir werfen damit."

Astrid Lindgren, die große Freundin der Kinder erzählt diese Geschichte. Diese kleine Erzählung ist für mich die Geschichte für den morgigen Sonntag. Denn morgen, am 30. April ist, das wissen wohl die wenigsten, der "Tag für gewaltfreie Erziehung". "No-hitting-Day" heißt dieser Tag in den USA. Das bringt es auf den Punkt: Nicht schlagen! Nicht unsere Kinder schlagen!

Ganz ehrlich, ich bezweifele, dass die Kirchen mit dem Wort zum Sonntag gute Erziehungsratgeber sein können. Und ich bin sicher, sie haben kein Recht den moralischen Zeigefinger zu heben. Denn meine Kirche hat über viele Jahrhunderte geduldet, dass im Namen Gottes Kinder grün und blau geprügelt worden sind. "Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn, wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn beizeiten". Das steht sogar in der Bibel. Wörtlich genommen, welch ein Quatsch. Als wenn die Liebe mit Schlägen unterstützt werden könnte. Schläge zerstören die Liebe.

Ich bin heilfroh, dass diese Zeiten weitestgehend vorbei sind. Und ich bin heilfroh, dass meine Kirche dazu gelernt hat. Oder besser: Dass sie sich erinnert hat. Erinnert nämlich daran, wie Jesus selbst mit Kindern umgegangen ist. Da gibt es diese wunderschöne Geschichte, wie Jesus dicht umringt wird von Erwachsenen. Und Kinder kommen dazu. Die Jünger finden das lästig und störend. Das kennen alle Eltern. Manchmal sind Kinder zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Jesus sieht das und sagt: Kommt, lasst sie zu mir. Und dann nimmt er sie in den Arm. Er herzte sie, steht da. "Das sind meine Botschafter," sagt er, "Versucht doch mal mit ihrem Blick, mit ihren Augen diese Welt zu sehen. Fühlt euch ein."

Mich erinnert das ein bisschen an Situationen bei mir zu Hause. Wenn mich mein fünfjähriger Sohn so richtig in Rage bringt. Und ich dann dort stehe, hilflos, ratlos und mich dann bemühe seinen Blickwinkel einzunehmen, nachzuempfinden, was er wohl denkt über diesen großen, lauten Vater, der da vor ihm steht und der ihm so unendlich viel Angst macht in diesem Augenblick. Und dieser Blickwechsel, der hilft mir dann wirklich, die Hand in der Tasche zu lassen.

Die Geschichte von Astrid Lindgren, mit dem Stein und dem Jungen, die hat übrigens auch so eine Wendung. Als dieser Junge weinend vor seiner Mutter steht, mit diesem Stein, da fühlt sie sich ein und spürt, was er denkt: "Sie will mir wirklich weh tun, dann kann sie das auch mit diesem Stein." Dann nimmt sie ihn in den Arm, tröstet ihn und weint selbst. Und sie legt diesen Stein auf ein Regal in der Küche als Erinnerung an das Versprechen, das sie sich in diesem Augenblick gegeben hat: "Niemals Gewalt".

[Editiert am 29/4/2006 von Uli]


Zitat
Geschrieben : 30.04.2006 00:40
(@delphin)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo@all möchte mal Ulis Beitrag wieder nach oben schieben weil ich ihn wichtig finde!

Gruss Delphin


EINE/R ALLEIN kann ein WIR NICHT ZUSAMMENHALTEN

AntwortZitat
Geschrieben : 30.04.2006 17:06