Moinsen,
man kann gegen unsere amtierende Familienministerin ja sagen, was man möchte - aber in diesem Interview hat sie mich wirklich beeindruckt; ihre Kontrahentin Christa Müller dagegen überhaupt nicht; die vertritt - wenngleich Mitglied der Linkspartei - Ansichten, die man eher bei der CSU vermuten würde:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,497035,00.html
"Familie macht glücklich"
Ursula von der Leyen und Christa Müller diskutieren über Krippenplätze, Zwangsbetreuung und die Rolle von Vätern in der Erziehung.
Unbedingt lesen!
Grüssles
martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo!
Es verdient halt net jeder so wenig wie wir ...
Zitat: "Müller: Nein. Mir geht es um das Wohl der Kinder. Umfragen zeigen: Sobald Kinder selbst entscheiden können, ob sie in die Betreuung wollen oder nicht, gehen sie nicht mehr hin. Kinder fühlen sich in den Familien am besten aufgehoben, in denen Vater und Mutter Teilzeit arbeiten oder die Mutter Hausfrau ist. Am unwohlsten fühlen sich die Kinder, deren Eltern beide Vollzeit arbeiten."
Diese Aussage könnte man noch dahingehend toppen, dass sich die Kinder noch wohler fühlen würden, wenn keiner von beiden Elternteilen Arbeiten ginge bei ausreichend vorhandenem Geld ... :rofl2:
Grüße *nichtaufgeber*
Mann/ Frau muss das Licht des Anderen nicht auslöschen, um selbst besser zu scheinen ... (Konfuzius)
Zitat:
Müller: Mein Mann hat sich in den ersten Jahren ziemlich eingebracht, bis er Finanzminister wurde.
Das ließ sich dann nicht mehr vereinbaren. Ein guter Bundesfinanzminister und ein guter Vater zu
sein, das war nicht möglich.
Na, da sind wir doch mal froh, dass er offensichtlich in dieser Zeit ein suuuper Vater war. :rofl2:
Letzten endes bleibt abzuwarten, was von dem ganzen Gerede übrig bleibt.
Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World
Hallo,
also dass Kinder am besten gefördert werden, wenn sie zu Hause sind, wage ich ja schon arg zu bezweifeln, bzw. dass die sog. Fremdbetreuung Kindern schadet.
Das sollte doch wirklich jedem selbst überlassen bleiben.
Wenn sich eine Frau entscheidet, drei Jahre oder länger zu Hause zu bleiben, und wenn sie sich das erlauben kann, rein finanziell, dann bitteschön.
Aber Fakt ist, dass es absolut zu wenig Betreuungsmöglichkeiten gibt. Und diese viel zu starr und unflexibel sind.
Ich wohne auf dem Land, wo die Betreuung noch mal reduzierter ist, wie in einer Stadt.
Zur bei mir relevanten Zeit gab es einen Kindergarten, der von 7:30 Uhr bis 13:00 Uhr betreut hat. Und zwar ab drei Jahren und keinen Tag eher.
Krippenplätze: Fehlanzeige.
ICH war drei Jahre (bzw. 5, da ich zwei Kids habe) zu Hause.
Ich habe es gern getan, hatte allerdings auch nicht viele Möglichkeiten.
Alternative: Tagesmutter. Aber das muss man auch erstmal verdienen, was das bei zwei Kindern kostet.
Heute ist es bei uns schon wesentlich besser, es gibt Ganztagesplätze, es gibt Krippenplätze, es gibt Module, das letzte Kindergartenjahr ist frei (auch das ist etwas sehr positives, bin ich seit jeher der Meinung, dass Kiga nichts kosten sollte)
Meiner Meinung nach muss die Entwicklung ganz klar da hin gehen, dass es wirklich flächendeckend Betreuungsmöglichkeiten gibt, und diese auch bezahlbar für Eltern sind.
Dann hat jeder die Möglichkeit, arbeiten zu gehen wie er will oder auch muss, und die Kinder profitieren in meinen Augen absolut davon.
Sie verlieren doch nicht die feste Bezugsperson, wenn sie in Betreuung sind!
Und dieses Rabenmutter-Dingens, das regt mich kollossal auf!
Gruß, Lesemaus
Getretener Quark wird breit, nicht stark
Es stellt sich halt auch die Frage wie repräsentativ diese
Umfrage ist.
Interessant wäre auch wie alt die befragten Kinder waren.
Weil je jünger, umso lieber wird ihnen vielleicht sein, dass
die Mama und/oder der Papa immer da ist.
Oder wie introvertiert ein Kind ist. Es wird immer welche
geben (ich war so eines) die am liebsten und glücklichsten
zu Hause sind.
Auch sind jüngere Kinder anspruchsloser. Ab dem Zeitpunkt
wo die Ansprüche und Wünsche der Kinder größer werden,
ändert sich auch die Einstellung diesbezüglich. Nicht zu
unterschätzen ist auch, daß etwas ältere Kinder gerne mit
anderen Kindern zusammen sind - es ist auch teilweise
unterhaltsamer.
Tja und dann gibt es noch mich als Elternteil und naja, weil
ich eine Frau bin, eben aus der Sicht einer Frau.
Ich bin mit Begeisterung Mutter geworden und ich war und
bin eine gute Mutter. Das getraue ich mich ohne Eigenlob
zu behaupten.
Aber ich bin nicht nur Mutter. Und es mußte mir abgesehen
von der Notwendigkeit zugestanden sein, weil ich nicht dem
Staat für wenig Geld auf der Tasche liegen wollte, daß ich
mein Glück nicht nur als Mutter gefunden hätte. Das ich
meinen Lebensinhalt nicht nur zwischen vormittags putzen
und kochen und nachmittags auf dem Spielplatz gesucht
und gefunden habe.
Ich hab den Artikel im Spiegel jetzt nicht gelesen, hab aber
was im Ohr als hätte auch die gute Frau von Leyen mal ge-
meint, daß die Frauen bei ihren Kindern bleiben sollten
und versucht ein schlechtes Gewissen zu machen.
Warum ist sie das dann nicht - zu Hause ? Kinder hat sie
ja genug. Nein, die Dame mußte in die Politik gehen.
Nun gut... in die Politik bin ich nicht gegangen, aber ich
habe immer gerne gearbeitet und das tue ich immer noch.
Außerdem halte ich qualitativ gut verbrachte Zeit mit dem
Kind immer noch besser als gelangweilt wo mit Freundinnen
herumzusitzen, weil davon haben die Kinder auch nichts.
*tief durchatmend*
Marina
Und schon geht es weiter; die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,497262,00.html
Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag zu SPIEGEL ONLINE: "Christa Müllers Vorstellungen entsprechen nicht den familienpolitischen Konzepten der Fraktion." Eine Politikerin, die die "katastrophale Betreuungssituation im Westen Deutschlands" kenne, solle nicht den Krippenausbau in Frage stellen. Müller isoliere die Linke "mit dieser Art von Polemik" von der "gesellschaftlichen Mehrheit", so Wunderlich.
Der Linke-Politiker erkannte in den Worten der prominenten Saarländerin ein "völlig veraltetes Frauenbild", das im "völligen Widerspruch zu den Anforderungen an eine moderne und emanzipatorische Gesellschaft" stehe. Christa Müller versuche "ihr eigenes Lebensmodell zur Norm zu erklären und verkennt die Bedürfnisse und Wünsche der Mehrzahl der Eltern". Lob hingegen hatte Wunderlich für die Familienministerin übrig: "Ursula von der Leyen hat den Zusammenhang zwischen Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Verhinderung von Kinderarmut erkannt."
Sowas nenn ich "fraktionsübergreifende Politik"... 😉
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
