Interessant: HIER ENTLANG
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
:schilddanke: liebe LBM 🙂 Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Ich finde es auch gut! Vor allem, weil es den Fokus darauf lenkt, dass sich jeder Beteiligte aus seiner Sicht als Opfer fühlen kann, ohne dass der Andere das wahrnimmt UND VOR ALLEM, dass man aus dieser Opfer-ich-bin-so-ein-armes-Schwein-im bösen-System-Nummer auch mal wieder aussteigen muss.
:thumbup: :thumbup: :thumbup:
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Ein bemerkenswertes Statement. Für das eigene Lebensglück ist tatsächlich jeder verantwortlich (und sollte das so auch seinen Kindern vorleben). Es sind nicht die Umstände, nicht der/die schreckliche Ex, die einen manchmal noch Jahre nach der Trennung daran hindern: In der Regel steht man dem eigenen Lebensglück selbst im Weg.
Man müsste diesen Text manchem User dieses Forum ins Stammbuch schreiben...
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Moin
Dennoch verdreht dieses Statement die i.d.R. vorherrschenden Gegebenheiten. Sicher, jeder ist seines Glückes Schmied. Aber doch nur solange, wie die realen äusseren Bedingungen es auch zulassen. Oder warum bin ich noch kein Millionär? Sicher hätte auch ich in der Vergangenheit einiges besser machen können - aber ebenso andere mit viel weniger AUFWAND. Und darum geht es doch. Wer kann was mit wieviel Energie ermöglichen. Solange die Überwindung des eigenen Egos gemeint ist, gehe ich mit. Nur möchte ich bemerken, das viele hier Umgangssuchende selbst dies bereits überschritten haben und nicht selten eher in Richtung Selbstaufgabe tendieren.
Hmm, irgendwie fühle ich mich bei dem Text - wenn ich ihn isoliert und als absolut gegeben betrachte - in eine Kirchenvorführung versetzt. Oder anders gesagt: einfach ätzend. Und nein, ich möchte keine Gläubigen beleidigen oder auch nur verärgern. Nur geht es mir dabei so, als ob von einem Moslem verlangt wird, Schweinefleisch zu essen.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
Hallo 🙂
So sehe ich es auch. Jeder sieht seine Perspektive und fühlt sich gerne übervorteilt.
Die bewusste Abkehr vom eigenen Opferbild bringt oft wesentlich mehr Wohlbefinden. Stichwort: Perspektivenwechsel. Aber nicht in die des anderen. Sondern für sich selbst eine neue finden.
Natürlich ändern sich die äußeren Gegebenheiten nicht. Doch eine andere Beurteilung der Gegebenheiten ermöglicht schlicht ein gelasseneres Leben statt einer Megazucht von Zornesfalten (auf der eigenen Stirn). Die auch nichts ändern.
Beispiel aus meinem Leben: Ich sehe mich als "Opfer". Die Kinder sind bei mir und ich bin komplett mit ihnen alleine gelassen worden vom KV. Von morgens bis abends schufte ich, weil ich dem Leben wie bei einer heilen Familie mit Aufgabenteilung von zwei Erwachsenen hinterher hechele. WIE ANSTRENGEND! Ich bin alleine, das ist eben mit mehreren Kinder eine hehre Aufgabe, super anstrengend und nicht zu vergleichen mit einer zwei-Eltern-Familie. Geldnot, Schulstress, Termindruck, die kleinen und immer größer werdenden Sorgen des Alltags eben.
Außerdem ist für mich keine "Karriere" und "Selbstverwirklichung" (Hobby) drin. Für den KV aber schon, 24/365
Und wer ist Schuld? "Natürlich" der KV, weil er sich ja nicht für seine Kinder engagiert!
Aber: Macht mir diese Wahrnehmung das Leben leichter? -Nein! Ich züchte damit Magengeschwüre, Falten und vermittele darüberhinaus den Kindern eine bedrückte Weltanschauung.
Dass ich das Glück habe, die Kinder aufwachsen zu sehen, mich für sie zu engagieren zu können, mit ihnen immer wieder mein wörtlich letztes Hemd zu teilen usw., und hoffentlich am Ende stolze, selbstbewusste und fähige, glückliche Menschen erzogen zu haben, DAS ist meine neue Perspektive!
Früher sah ich das als selbstverständlich an. Das ist das mindeste, zu was man Kinder erzieht.
Gut, jetzt ist aus meinem ursprünglichen Minimalziel das wesentliche geworden.
Es hat mich viele Nächte, Sorgen, Tränen usw. gekostet.
Aber ich lebe jetzt viel entspannter!
Ich nehme viele Dinge weniger wichtig, hänge sie nicht mehr so hoch. Bin weniger perfektionistisch. Es ist ein Prozess, wird immer besser, und ich bin sehr froh um die Erkenntnisse! Die ohne Vermittlung etc. kamen. Aber das Lesen im Forum hier hat bsp. auch geholfen! *g*
An der äußeren Situation hat sich nichts geändert. Die ist unverändert doof, ich notiere auch hier und andernorts weiterhin beflissen die "Verfehlungen" des KV, damit ich meine Nachweise habe.
Ich rege mich aber weniger bis nicht mehr drüber auf. (Könnt ihr euch vorstellen, wie schwer das ist, wenn er sich als überfürsorglicher Vater darstellt, dem die Hände durch mich gebunden wurden?! ... :rofl2: :rofl2: :rofl2: )
Oldie: Du bist noch kein Millionär, weil du dich nicht intensiv genug dafür eingesetzt hast! Wenn du den ganzen Tag nichts anderes machen würdest, als von der Million zu träumen und gleichzeitig ununterbrochen dran zu arbeiten, dann wärst du schon nah dran!
Aber dann verlierst du evtl. andere Ziele aus den Augen.
(Das ist nicht mein Reden, sondern ich gebe wieder, was ein sehr bekannter Motivationstrainer sagt. Die Lektüre seiner Ergüsse bewegte bei mir übrigens auch einiges! *g* Name auf Anfrage per PM.)
LG, mahjoko 🙂
LG - Life´s good, meistens! 😉
ich lebe jetzt viel entspannter!
Dennoch verdreht dieses Statement die i.d.R. vorherrschenden Gegebenheiten.
Für mich gibt es keinen Widerspruch zwischen euren Standpunkten.
Ja, Oldie. Die Gegebenheiten sind für viele Menschen deutlich nachteiliger und widriger als für andere.
Im Bildungssystem sehe ich da ebenso Potential zur Nachbesserung wie im Familienrecht und einigen anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen.
Und ja, ich finde es wichtig, sich zu engagieren, damit de facto bestehende Missstände ASAP geändert werden bzw. ins Licht der Öffentlichkeit geraten.
Wenn ich mir meine gesunde WUTKRAFT (die mich stärkt und meine Leidenschaft nährt) nicht durch nagendes TÄTER-OPFER-DENKEN selbst kaputt mache, kann ich mich besser engagieren.
Wenn ich aktuelle Gegebenheiten (und seien sie noch so widerwärtig) als gegeben annehme.
Wenn ich anderen Menschen zugestehe, dass deren Verhalten ganz allein deren Angelegenheit ist und nicht länger damit hadere, was sie mpMn anders machen sollten.
Dann wird in meinem Leben enorm viel Kraft für das Machbare und Mögliche frei.
Ist meine ganz persönliche Erfahrung.
Ich habe Kinder ans Leben verloren (PAS) und an den Tod. Beide Erfahrungen haben mich tief geschmerzt. Und bis heute bin ich traurig, wenn sich die Geburtstage und/oder Sterbetage meiner verlorenen Kinder jähren. Ich bin dann etwas dünnhäutiger und wehmütiger als sonst. Zusammengerechnet sind das knapp 2 Wochen übers Jahr verteilt.
Bleiben 50 Wochen, in denen ich mir mein Leben nicht selbst schwermache.
50 Wochen pro Jahr, in denen ich genieße, was mir das Leben hier und heute schenkt.
Dazu gehören auch die seltenen Besuche meines erwachsenen, verlorenen PAS-Sohnes.
Ich kann dann auf die Kinderfotos gucken und beklagen, wie viele Jahre uns genommen wurden.
Dann bleibt der erste Besuch nach Jahren vermutlich auch der letzte.
Oder ich kann den fremden Erwachsenen, der ohne mich aus meinem geliebten, vertrauten Kindergartenkind geworden ist, in meinem Leben willkommen heißen und ihm meine Freude darüber zeigen, dass er den Weg zu mir gefunden hat. Dann können wir zusammen das Hier und Jetzt genießen und uns daran freuen, dass wir in diesem Leben noch eine Chance auf eine erwachsene, familiäre Bindung bekommen.
Es ist ein Riesenunterschied, ob ich sage und aufrichtig fühle: "Schön, dass du hier bist, Junior! Ich habe oft an dich gedacht und dich sehr vermisst. Wie geht es dir?"
Oder ob ich darüber lamentiere, was sein Vater und seine Stiefmutter mir angetan haben.
Die Reichtümer meines Lebens durch missgünstiges Schielen auf das, was andere Menschen haben zu entwerten, nimmt den (aus meiner Sicht) Wohlhabenderen keinen Cent. Sie verlieren dadurch keine Minute ihres Liebesglücks, ihrer Gesundheit, ihres beruflichen Erfolgs oder was immer ich ihnen neide.
Wenn die Nachbarn von nebenan regelmäßig einmal im Monat von ihrem erwachsenen Sohn besucht werden und sich auf ihre Silberhochzeit freuen, kann das nicht meine Freude mindern, wenn mein verlorener Sohn ab und zu mal hereinschaut - obwohl sein Vater dies am liebsten heute noch verhindern würde. Der Nachbarssohn wird nicht seltener den Weg zu seinen Eltern finden, wenn ich mich darüber ärgere, dass er öfter kommt als mein Großer.
Groll und Missgunst verdüstern - wenn ich ihnen Macht über mein Denken und Fühlen einräume - meine eigene Lebensfreude und schwächen meine eigene Lebenskraft im Hier und Jetzt. Für eine entwertende :alleskaese: innere Haltung ist mir mein eigenes Leben einfach zu kurz und zu kostbar.
Ähnlich habe ich dich verstanden, Mahjoko.
So kann ich mein Leben in seiner ganzen Fülle - mit allen Höhen und Tiefen - annehmen.
Auch wenn ich manchmal die Fantasie habe, dass lauwarme Normalität wahrscheinlich weniger anstrengend ist.
🙂 Biggi
Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)
Moin Biggi,
Die Reichtümer meines Lebens durch missgünstiges Schielen auf das, was andere Menschen haben zu entwerten, nimmt den (aus meiner Sicht) Wohlhabenderen keinen Cent. Sie verlieren dadurch keine Minute ihres Liebesglücks, ihrer Gesundheit, ihres beruflichen Erfolgs oder was immer ich ihnen neide.
ich denke, das ist der Kernsatz Deines Postings, denn daraus resultieren in unserer Neidgesellschaft viele Probleme. Ich kann meinen wohlhabenden Nachbarn anschauen und sagen "der hat mit viel Arbeit viel erreicht und viel Geld verdient; das will ich auch versuchen!" Oder ich kann sagen "oooch nö, das ist mir zuviel Aufwand, aber was ich nicht erreichen will, sollen andere auch nicht haben dürfen."
Etwas Ähnliches passiert sehr oft im privaten, familiären Bereich nach Trennung und Scheidung: Wer sich selbst in einem "es ist alles so schrecklich und ich bin ein armes Opfer"-Lebensgefühl suhlen will, hat oft wenig Verständnis dafür, dass es anderen Menschen ihn ähnlicher Situation - allen voran der/die Ex - (wieder) gut geht. Lieber wünscht man ihm/ihr die Krätze an den Hals, in der Hoffnung, das eigene Lebensgefühl würde davon profitieren, den ungeliebten Ex-Partner im Dreck zu sehen.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Moin,
bei alledem darf man aber nicht vergessen, dass man nach einer Trennung verschiedene Phasen durchmacht, welche geprägt sind durch Gefühle wie Angst, Trauer, Zorn, Wut etc., in denen man einfach noch gar nicht in der Lage ist, der hier angesprochenen "Opfer-Denkweise" zu entkommen. Diese Phasen müssen erst einmal durchlebt werden, ehe man dann idealerweise zu der Erkenntnis gelangt, dass das Leben lebenswerter ist, wenn man nicht dauerhaft in Selbstmitleid versinkt.
Just my 2 Cents
Brainstormer
Moin Brainstormer,
bei alledem darf man aber nicht vergessen, dass man nach einer Trennung verschiedene Phasen durchmacht, welche geprägt sind durch Gefühle wie Angst, Trauer, Zorn, Wut etc., in denen man einfach noch gar nicht in der Lage ist, der hier angesprochenen "Opfer-Denkweise" zu entkommen. Diese Phasen müssen erst einmal durchlebt werden, ehe man dann idealerweise zu der Erkenntnis gelangt, dass das Leben lebenswerter ist, wenn man nicht dauerhaft in Selbstmitleid versinkt.
das bestreitet ja auch niemand; eine Trennung muss genauso verarbeitet werden wie der Verlust eines Angehörigen oder Freundes. Aber eben so, dass diese "Trauerarbeit" auch irgendwann mal abgeschlossen ist. Die Opfer-Rolle darf nicht zur "Komfort-Zone" werden, in der man sich bequem einrichtet in der Hoffnung, dann für das eigene Lebensglück nicht (mehr) selbst verantwortlich zu sein, für alles Schlechte eine schlüssige Erklärung zu haben und vom eigenen Umfeld dauerhaft Mitleid und Zuwendung zu bekommen.
Ich behaupte mal: Wer sich nach längstens einem Jahr nicht aus seinem "es ist ja alles so schrecklich, alle anderen sind böse und ich bin ja so eine arme Sau"-Sumpf herausgezogen hat, sollte dringend externe Hilfe in Anspruch nehmen.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Interessant:
Ich kann beim besten Willen an diesem (kommerziellen Werbe)text nicht interessantes finden.
Es liest sich - auch durch die häufige Verwendung phrasenhafter Superlative sowie die vertrauliche Du-Anrede - nicht nur wie eine Werbung für esotherische Selbsthilfe und spirituelles Mentaltrainig, es provoziert auch mit solch vorlauten und unwissenschaftlichen Unverschämtheiten:
Bisher bist Du selbst das größte Hindernis für die Verbesserung Deines Lebensgefühls – egal was um Dich herum geschieht. Das ist tatsächlich für jeden Menschen JEDERZEIT MÖGLICH! (Es sei denn, er ist wirklich psychisch krank. Bist Du das - willst Du es sein?
JA, ICH WILL SOFORT EINE VERBESSERUNG MEINES LEBENSGEFÜHLS HABEN (ich bin nämlich sonst psychisch krank) und kaufe sogleich Skript und das bald erscheinende Buch. :rofl2:
Ein Blick auf die website Kinder-leicht.info bringt schnell Licht in das glücksverheischende Dunkel:
In der Fallbearbeitung arbeiten wir nicht mit langen therapeutischen Sitzungen, sondern suchen zeit- und lebensnah gute Lösungen. Doch Du findest bei uns auch die Spezialisten z.B. Anwälte, Psychologen oder Therapeuten.
Und, wenig überraschend:
Unsere Unterstützung ist nicht kostenlos, aber eine gewinnbringende Investition in das Glück Deines Kindes – und auch in Dein eigenes.
Nichts anderes also als das übliche Netzwerk der Helferindustrie, hier in Form einer vorgeblich gemeinnützigen Unternehmergesellschaft.
Und Ihr diskutiert hier auch noch über diesen kruden Werbetext, wo doch hier im Forum eigentlich Werbeverbot herrscht ?
kopfschüttel, kopfschüttel, kopfschüttel ...
Ich habe selten so einen haasträubenden Unfug gelesen und tat dies aus purer Neugierde, was denn hier im Thread ursprünglich für diese merkwürdige Diskussion verantwortlich war.
@LBM
Warum machst Du als Moderator hier Werbung für diesen Verein und ist nicht Werbung hier unerwünscht ?
@ diskurso,
Ein Blick auf die website Kinder-leicht.info bringt schnell Licht in das glücksverheischende Dunkel:Und, wenig überraschend:Nichts anderes also als das übliche Netzwerk der Helferindustrie, hier in Form einer vorgeblich gemeinnützigen Unternehmergesellschaft.
Und Ihr diskutiert hier auch noch über diesen kruden Werbetext, wo doch hier im Forum eigentlich Werbeverbot herrscht ?
kopfschüttel, kopfschüttel, kopfschüttel ...
[...]
@LBM
Warum machst Du als Moderator hier Werbung für diesen Verein und ist nicht Werbung hier unerwünscht ?
Tu Dir doch selbst mal den Gefallen, die Scheuklappen abzunehmen. LBM hat hier auf einen (m. E. durchaus lesenswerten) Text bei Facebook verlinkt, zu dessen Lektüre man noch nicht einmal (Gratis-)Mitglied bei diesem social network sein muss. Wenn Du dort nach Informationen über den Absender dieses Textes weiterklickst, tust Du das auf eigenen Wunsch und nicht, weil LBM oder "böse Werbung" Dich dazu "verführt" hätte. Und ja: Dann findest Du einen Verein, der unter anderem Trennungspaaren dabei hilft, ihre Trennung mit Mediation und möglichst ohne Streit und Anwälte zu bewältigen.
Was hat das mit "Helferindustrie" zu tun? Warum sollte Mediation kostenlos sein? Arbeitet Dein Anwalt umsonst? Kriegst Du Bücher über Trennungsprobleme umsonst, weil sich sonst jeder Autor und Verleger dem Verdacht aussetzt, sich an Deinen Problemen auch noch bereichern zu wollen? Die "Gratis-Kultur" des Internet treibt manchmal wirklich seltsame Blüten...
Die Behauptung, dass LBM unzulässigerweise für einen Verein "geworben" hätte, entspringt jedenfalls ausschliesslich Deiner Phantasie; sie hat lediglich auf einen Text verlinkt, den jeder kostenlos lesen darf. Davon abgesehen: Wenn es Dir nicht gefällt, wie wir dieses Forum moderieren, steht es Dir frei, Dein eigenes "werbefreies" Forum zu gründen. Moralisierende Hilfestellungen brauchen wir hier jedenfalls nicht.
Just my 2 cents
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hi Diskurso,
ich kann nicht entdecken, dass ich irgendwo "kauft diese Bücher" geschrieben habe. Wir befinden uns in der Kategorie Medien und ich habe einen "medialen" Text verlinkt. Ich schreibe doch auch nicht gleich "kauft den Spiegel/Stern/Welt" nur weil ich einen Zeitungsartikel zum Thema Familienrecht/Kindererziehung/etc. aus einem der besagten Blätter verlinke.
Dass Du den Artikel doof findest, ist ja Dein gutes Recht. Mir ging es aber um die Botschaft dahinter, in der Hoffnung auch mal hier die User ein wenig zum Nachdenken zu bewegen, die sich nicht mehr im "üblichen" Trauer- und Verarbeitungsprozess befinden sondern stehen geblieben sind und Rumjaulen wie schrecklich alles ist zur Religion erheben.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo LBM u.a.,
prinzipiell gebe ich Dir recht: der verlinkte Text ist bedenkenswert.
Störend und abstoßend finde ich den missionarischen Tenor schon Erleuchteter.
Es ist zu viel verlangt, die Male des eigenen Kampfes zu vergessen und ad acta zu legen. Ich denke, es ist legitim und wünschenswert, die eigenen und die Erfahrungen von Schicksalsgenossen zu stetem aufmerksamem Widerstand in Wort und Tat zu sublimieren.
Als gäbe es nichts mehr zu tun....Das hat nichts mit irgendeinem eingebildeten oder unterstellten Opferstatus zu tun.
Das eigene Seelenheil liegt nicht darin, sich einzubilden, alles sei schon gut und das Maul zu halten.
Manch' Vater fand es indem er sich dazu erzog, dass ihm das eigene Kind wurscht wurde. Ist das damit gemeint?
Mir sind die lieber, die rummaulen und denen (noch) nichts gut genug ist als diejenigen, die selbstbeglückt nur die eigene Krume wenden.
Mfg dick
Hi Dick,
niemand erwartet Duckmäusertum oder dass man sich seinem Schicksal ergeben und das Maul halten soll. Dann hätte man die Opferrolle ja auch perfektioniert. Gemeint ist doch, dass man die Situation einfach mal von zwei Perspektiven beleuchtet. Mahjoko hat das wunderbar beschrieben.
Es ist einfach die Haltung seinem eigenen Leben gegenüber. Das beginnt bei der "kennste eine, kennste alle"-Mentalität und endet dabei, dass man jede Regung vom Expartner erst mal als Affront oder per se schlecht deutet.
Es kann in jeder Lebenssituation helfen, sich in die Rolle der anderen Seite zu versetzen und zu erkennen, dass der Andere genauso sein Päckchen zu tragen hat. Und es hilft auch, wenn man im Leben nicht nur sieht, was man NICHT hat und wo etwas NICHT funktioniert oder NICHT optimal läuft, sondern auch mal die vielen Dinge zu sehen, die gut laufen oder die man hat oder die Ziele, die man erreicht hat.
Außerdem macht es auch einen Unterschied, ob man sich hinstellt und lamentiert, wie blöd doch alles ist, oder ob einem das so wichtig ist, dass man sich dabei auch engagiert. Da scheitert es doch aber bei vielen Menschen. Nur, sollte man dann nicht auch irgendwann mal aufhören zu jammern, wenn man selbst nichts dazu beiträgt, dass sich Dinge ändern?
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Moin Dick,
Mir sind die lieber, die rummaulen und denen (noch) nichts gut genug ist als diejenigen, die selbstbeglückt nur die eigene Krume wenden.
diese "Rummauler" sind - in diesem und anderen Foren regelmässig zu beobachten - aber vorzugsweise genau die, die selbst am allerwenigsten tun wollen, sondern lieber den/die Ex für alles und jedes verantwortlich machen wollen und die Lösung ihrer Probleme durch Dritte erwarten.
Die Kernbotschaft des Textes liegt m. E. hier:
Bei *** (gelöscht, damit uns niemand wieder "Werbung" unterstellen muss) arbeiten wir meist separat mit den Elternteilen. Oft kommt zuerst der eine zu uns, weil er als OPFER von uns Hilfe im Umgang mit einem TÄTER haben will, um sich (und bestenfalls auch seine Kinder) aus der OPFER-Situation zu befreien. Dann holen wir den anderen Elternteil an den Tisch, hören aufmerksam zu - und was finden wir vor? Ein OPFER! Zwei Täter und zwei Opfer in Personalunion. Ist das paradox?
Wir begegnen immer wieder Eltern, die glauben wollen, Ihre Erfahrungen der Vergangenheit müssten unabänderlich die Zukunft bestimmen, ohne dass sie selbst irgendeinen Einfluss darauf nehmen könnten. Sie fühlen sich hilflos und pessimistisch, weil sie wiederholt schlechte Erfahrungen mit dem Ex-Partner – dem anderen Elternteil – gemacht haben. „Mit dem/der geht das nicht!“ hören wir anfangs oft. Wirklich – absolut sicher? Die Verknüpfungen der MUSTER in unserem Hirn sind nicht statisch, sie können im Prinzip jederzeit neu gestaltet werden.
Und was das "Krume wenden" angeht: Wäre dieses Forum nur eine Art Selbsthilfegruppe von Menschen, die sich lieber gegenseitig und selbstmitleidig in ihren Problemen suhlen als sie zu lösen, würde es schon lange nicht mehr existieren. Seine Qualität besteht im Wesentlichen darin, dass ein paar User auch nach Abschluss ihres eigenen Falls bei der Stange bleiben und anderen unentgeltlich und zeitaufwendig dabei helfen, den Blick zu heben und nicht nur die problematische Gegenwart, sondern auch eine selbstgestaltete Zukunft sehen zu können.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Hallo LBM und brille,
es ist nicht klar, wer hier und sonstwo Adressat solcher Überlegungen sein soll.
Es ist immer gut, sich auch in Kontrahenten ''hinein zu versetzen'', es ist aber nicht immer akzeptabel, was dabei zutage kommt. Nicht alle nachempfundenen Beweggründe sind legitim. Im Endeffekt sind dessen Gründe 'legitim', der die Macht dazu hat.
Wer auch immer sich z.B. für Väterrechte einsetzt, tut das auf seine (ihre) Art, hier, sonstwo, im privaten und erweiterten privaten Umfeld, im beruflichen und im erweiterten beruflichen Zusammenhang. Was sie alle tun, wissen wir oft nicht.
Ich habe oft feststellen müssen, dass Trennungseltern derart traumatisiert sind, dass sie gelähmt im Friedhof ihrer Beziehungen umherirren, nur noch Grabsteine sehen und (Er) Lösungen für sie nicht mehr sichtbar sind. Manche haben da nicht mehr die Kraft, aus diesen Mauern zu entfliehen. So ist es halt manchmal.
Hier helfen eher Verständnis und Mitgefühl als Verurteilung. Natürlich können Verurteilungen auch eine Abwehr gegenüber der Überschwemmung unserer eigenen mühsam erkämpften Distanz zu unseren eigenen Traumata sein.
Es ist immer eine Gratwanderung zwischen splendid isolation und fortwährender Auflehnung gegen unsere Kränkungsmotive.
MfG dick
Moin
Dass ich das Glück habe, die Kinder aufwachsen zu sehen, mich für sie zu engagieren zu können, mit ihnen immer wieder mein wörtlich letztes Hemd zu teilen usw., und hoffentlich am Ende stolze, selbstbewusste und fähige, glückliche Menschen erzogen zu haben, DAS ist meine neue Perspektive!
Du Glückliche. Erzähle das mal einem ausgesperrten Vater, und ziehe bitte vorher Schutzkleidung an. 😉
Aber ich lebe jetzt viel entspannter!
... , ich notiere auch hier und andernorts weiterhin beflissen die "Verfehlungen" des KV, damit ich meine Nachweise habe.
Deine Gelassenheit springt mir buchstäblich ins Auge. Weisst Du, auf diesem Level war ich z.B. nie gewesen. Wozu Nachweise? Wofür, und vor allem, für wen? Für mich selbst? Mag vielleicht daran liegen, dass ich den oben von @LBM verlinkten Beitrag, unbewusst und ihn nicht kennend, vom Wesen her als normale Lebenseinstellung betrachte, aber nicht als Lösung, wenn die Kiste bereits in den Graben gefahren wurde. Selbstkritik sollte Bestandteil einer jeden Denkweise sein. Und klappt es mal nicht, so ziehe ich mich z.B. mal gewisse Zeit zurück und rekapituliere dann.
Oldie: Du bist noch kein Millionär, weil du dich nicht intensiv genug dafür eingesetzt hast! Wenn du den ganzen Tag nichts anderes machen würdest, als von der Million zu träumen und gleichzeitig ununterbrochen dran zu arbeiten, dann wärst du schon nah dran!
Mag stimmen, dass mein Ehrgeiz zu Wünschen übrig lässt. Nur brauch' ich mir auch keine Gedanken darüber zu machen, wer für meinen "Reichtum" bluten musste - sei es als Kassiererin eines Supermarktes hier in D, sei es als Kind in Indien auf einer Müllkippe beim Schrott sortieren. Und "nah dran" heisst nicht vollbracht. Vermutlich würd' ich auch solch Zeug erzählen, wenn ich Geld dafür verlangen würde, andere Leute motivieren zu müssen.
@Biggi62
Es gibt keinen Widerspruch, weil hier nichts verglichen werden kann. Das eine ist ein Gefühl, das andere eine Mutmaßung über bestehende Verhältnisse. Standpunkte werden anders formuliert, und dann auch begründet.
Um strittige Punkte zu klären, braucht es m.E.n. themenbezogene Sachlichkeit ohne Hintergedanken. Ich nenne das lösungsorientiertes Streiten. Nur scheint es Menschen zu geben, die selbst bei monopolartiger Überlegenheit nicht im Traum daran denken, etwas abzugeben und jede Art von Kompromiss unterhalb ihrer eigenen Auffassung strikt ablehnen. Diese Menschen üben Gewalt aus, oftmals sogar ganz bewusst. Unter solchen Bedingungen ist ein noch so engagiertes 'in sich gehen' für den Unterlegenen vielleicht ein netter Zeitvertreib, öffnet ihm die Augen oder sorgt sonst für tolle Erkenntnisse - die äusseren Umstände ändern sich aber nicht im geringsten, das Problem bleibt. Lediglich den eigenen Bezug dazu kann ein Mensch hier verändern, oder das Problem neuartig und dann grundsätzlich angehen - die Macht des anderen brechen, ihm die 'Werkzeuge' seiner Macht nehmen.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
