Wir sollten hier mal ein maximal 100 Zeilen Gebot einführen. Das in D Leute mit Kindern, insbesondere alleinerziehende Mütter schlecht unterstützt werden stimmt einfach nicht. Ich sehe da als Vermieter schon mal Einkommen, die netto verdammt hoch sind, für die ein Single 60000€ Brutto++ verdienen müsste und wo ein erheblicher Teil vom Staat kommt. Kindergeld, Wohngeld, KU, ein kleiner Job.... da kommen schonmal einiges zusammen. Und wer das bezahlt, das weiss ich ziemlich genau, wenn ich auf meine Gehaltsabrechnung gucke.
Und das deutsche Firmen viel zu verteilen haben, sehe ich nicht. Ich sehe pro Aktie recht normale Renditen, die nicht höher sind als woanders auch. Ich weiss nicht, aber wenn Du ne Aktie mit erheblichem Risiko kaufst, 50% weniger kann schon mal passieren, erwartest Du keine 2%+ Dividendenrendite? Der Rest landet eh im Kreislauf über den ein oder anderen Weg. Kursgewinne sind eh Glücksspiel, Wertzuwächse kommen häufig aus konkreten Investitionen, die ja in der Praxis Arbeitsplätze schaffen.
Nabnd,
Wir sollten hier mal ein maximal 100 Zeilen Gebot einführen. Dies ist noch zu Biggis früheren Zeilen.
Das in D Leute mit Kindern, insbesondere alleinerziehende Mütter schlecht unterstützt werden stimmt einfach nicht. Ich sehe da als Vermieter schon mal Einkommen, die netto verdammt hoch sind, für die ein Single 60000€ Brutto++ verdienen müsste und wo ein erheblicher Teil vom Staat kommt. Kindergeld, Wohngeld, KU, ein kleiner Job.... da kommen schonmal einiges zusammen, so 3000€ Netto im Monat. Und wer das bezahlt, das weiss ich ziemlich genau, wenn ich auf meine Gehaltsabrechnung gucke.
Die Probleme haben die in der Mitte, die ok bis ganz gut verdienen, aber obiges erstmal über Steuern mitfinanzieren und anschließend obendrauf Ihre eigenen Kinder zahlen müssen.
Und das deutsche Firmen viel zu verteilen haben, sehe ich nicht. Ich sehe pro Aktie recht normale Renditen, die nicht höher sind als woanders auch. Ich weiss nicht, aber wenn Du ne Aktie mit erheblichem Risiko kaufst, 50% weniger kann schon mal passieren, erwartest Du keine 2%+ Dividendenrendite? Der Rest landet eh im Kreislauf über den ein oder anderen Weg. Kursgewinne durch Spekulation sind eh Glücksspiel wie Lotto, echte Wertzuwächse kommen häufig aus konkreten Investitionen, die ja in der Praxis Arbeitsplätze schaffen, die sind in unserem Interesse. Wer Vermögen hat und es bringt nix ein, hat nix davon, hat er Einkommen, zahlt er auch Steuern, und Zinsen sind eh unter der Inflation.
Bezüglich der Länder könnte ich noch einiges schreiben, z.B. stellt Norwegen gerade fest, dass das existierende Sozialsystem immer teurer wird, wenn die Ölquellen weniger sprudeln, aber, das würde zu weit führen. Ansonsten hatte Brille alles gesagt. Ich sehe viele Wünsche zur Umverteilung, aber in der Praxis wird hier sehr sehr stark umverteilt, und es passiert genau das, was man dadurch erwarten würde. Nem Schlechtverdiener sind die Kosten von Kindern egal und dieser wird gut unterstützt, der Mittelstand zahlt die Zeche und überlegt sich das sehr gut (1-2 max) und bei den Wohlhabenden kann es egal sein, weil es davon aber so wenige gibt, kannst du bei diesen das Minus durch das Sozialsystem trotz ständiger anderslautender Ideologie rechnerisch in der Praxis gar nicht decken.
mfg
P.S. blödes Zeitlimit
@ Biggi62
Du setzt Dich anscheinend schon seit etlichen Jahren mit dieser Thematik auseinander, zumindest kannst Du ein beeindruckendes Faktenwissen aufweisen.
Ich habe / nehme mir nicht die Zeit, um so tief unser politisches / gesellschaftliches System zu analysieren, sondern beschränke mich auf das, was mir über SPON und NDR-Info serviert wird.
Du hast Recht: Unsere (globale) Gesellschaft entwickelt sich (weiter), es gibt heute Präsidenten, Bewegungen, Initiativen, die vor 50 Jahren noch nicht möglich waren.
Die Beispiele lassen auf den ersten Blick hoffen, letztendlilch wirken aber die alten Mechanismen, nur mit menschlicherem Antlitz: Ägypten, Afghanistan, Irak, etc. - es setzen sich letzten Endes die Gruppen durch, die skrupellos dem ahnungslosen Volk das Blaue vom Himmel versprechen.
Auch wenn der Bogen abenteuerlich ist: In Deutschland sieht es nicht anders aus. Schau Dir doch mal die Wahlprogramme vor der Wahl und die politische Umsetzung in den drei Jahren danach an.
Es ist naiv, diese Diskrepanz als "systemisch bedingt" zu verharmlosen. Eine Partei sollte ein Programm entwickeln, dass auch durchsetzbar ist, ein Programm, "für das man brennt"; und das nach der Wahl auch als Leitplanken für die politische Arbeit eingesetzt wird. In Deutschland fallen diese Programme gleich nach der Wahl dem politischen Betrieb zum Opfer.
Politiker, die diese Parteien repräsentieren, sind nicht altruistisch veranlagt, sie brennen nicht, um ihre Ideale als Wohltäter der Menschheit umzusetzen, sondern sie folgen ihrem Machtinstinkt. Es ist egal, ob Politik, Wirtschaft, oder Gesellschaft - diejenigen, die den Ton angeben, tun dies nicht, weil sie der Gesellschaft einen Gefallen tun wollen, sondern weil sie als Alpha-Tierchen auf die Welt gekommen sind und ihrer Biologie folgen. Natürlich gibt es Ausnahmen, Christian Ströbele ist z.B. eine, sicherlich auch noch mehr, aber tendenziell wird man wohl eher auf Machtmenschen treffen.
Und diese tun nur das, was ihre Macht erhält, oder erweitert. Sie sind opportunistisch, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, dienen leider nicht dem Machterhalt - und das ist das generische Problem.
(Man schaue sich mal z.B. die Äußerungen von Th. Oppermann, SPD, zum Thema NSA vor der Wahl und während der Koalitionsverhandlungen an)
Einstellungen und Werte, wie Du sie formulierst, verändern nicht die Gesellschaft zum Guten, sondern halten diesen Macht-Mechanismus sogar am Leben, weil es (immer noch) viele fleißige Bienchen gibt, die mit ihrem gutgemeinten, selbstlosen Engagement all die Defizite kompensieren, die durch zögerliche und wenig nachhaltige politische Entscheidungen entstehen.
Mit Werten wie Ehrlichkeit, Fleiß, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewußtsein, die ich in meinem Mikro-Kosmos pflege (und die ich auch hoffentlich an meine Kinder weitergegeben habe), kommt man in dieser Gesellschaft leider nicht weiter. Das ist leider die bittere Quintessenz, die ich aus den letzten 10 Jahren ziehen musste.
Dein Post war ja eine Reaktion auf mein Zitat "Dazu hätte man sich frühzeitig für eine politische Karriere entscheiden müssen - aber dann hätte man wohl kaum noch ketzerische Ideale entwickelt."
Ich kenne in der Tat keinen Politiker persönlich. Ich wünsche mir, es gäbe viel mehr Persönlichkeiten wie Christian Ströbele, dann hätte ich wieder Vertrauen in unsere politische Elite.
Vielleicht kannst Du mir ein paar Vorzeige-Beispiele nennen? Das ist jetzt keine Provokation. Ich bin nicht stolz darauf, dass ich die o.a. Einstellung angenommen habe und ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Bis jetzt habe ich aber noch keinen getroffen,der das konnte.
LG, karlson
