Moin @all,
diese Meldungen gehen einem immer wieder unter die Haut. Es ist einfach furchtbar und man stellt sich zuerst völlig fassungslos die Frage, wie Menschen zu so etwas fähig sein können.
Dann fragt man sich, wer daran, außer den Tätern, schuldig ist und wie man solche Verbrechen in Zukunft verhindern kann.
Ich habe hier einiges gelesen ... asozial, Elternführerschein, Selektion, versagende Jugendämter ... aber auch, dass es sich nicht nur um ein Problem der „Unterschicht“ handelt.
Einige Aussagen sind erschütternd drastisch und in meinen Augen das Ergebnis einer zu oberflächlichen Betrachtungsweise. Vielleicht gelingt es mir, ein paar (Über)denkanstöße zu geben.
@ milan
Zuerst möchte ich den Begriff asozial mal ein wenig relativieren.
Was ist für Dich denn mehr asozial?
Von ALG2 zu leben und schwarz zu arbeiten oder das internationale Finanzgefüge zum Einsturz zu bringen und trotzdem einen Bonus in millionenhöhe zu kassieren?
Von ALG2 zu leben und täglich vorm Supermarkt bis zum Umfallen Dosenbier zu trinken oder sich in St. Moritz Trüffel übers Rührei zu hobeln?
Seine Kinder zu vernachlässigen, zu misshandeln, zu missbrauchen ... oder Produkte aus Indien, Pakistan, China ... zu kaufen, die von brutal ausgebeuteten Kindern hergestellt oder geerntet werden?
... ich vermute, es fällt Dir, ähnlich wie mir, schwer, hier eine eindeutige Antwort zu geben...
... eher schon auf diese hier...
Ist nicht die gesamte menschliche Gesellschaft in gewisser Weise vom Wesen her asozial?
Ich getraue mir hierauf mal ein zaghaftes „Ja“ zu antworten. Und Du?
Wie aber kann man solche schlimmen Einzelfälle (denn das sind sie) nun verhindern?
In unser „so genannten“ freiheitlichen Gesellschaft scheint es ja offensichtlich nicht möglich zu sein ... aber es würde schon wirksamer gehen.
Wie wäre es denn mit totaler Kontrolle und Überwachung in Form von:
- externem Kinderbetreuungszwang vom Tag der Geburt an,
- Überwachungskameras in allen Wohnungen, öffentlichen (kirchlichen) Orten
- oder dem Ablegen eines „ELTERNFÜHRERSCHEINS“, der zur Fortpflanzung berechtigt?
- oder anderer ergänzender Maßnahmen, die sicher jedem von Euch dazu noch einfallen werden?
Ja, so könnte man die Häufigkeit solcher Meldungen sicherlich fast auf Null minimieren.
Nur frage ich, wer von Euch für dieses Ziel mit dem damit einher gehenden Verlust der persönlichen Freiheit leben wollte?
So traurig es klingt – solch schrecklich Ding, wie das Schicksal der kleinen Lea, werden immer wieder passieren und es wird uns weder gelingen, den dafür alleinig Schuldigen zu finden, noch so etwas durchgreifend zu verhinden.
So platt, wie es sich anhört: Schuld ist die Gesellschaft – also auch wir, weil uns unsere Freiheit wichtiger ist, als Einzelschicksale wie z.B. Leas.
Gruß Holger
Moin,
heute in BILD >>hier<<
Gruss
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
Eben sah ich die Pressekonferenz. Der Leiter des JA sagte: "Es ist fraglich, ob der Tod des Kindes durch regelmäßige Besuche des Jugendamtes hätte verhindert werden können."
Das ist die Bankrotterklärung, zeigt die Unfähigkeit der dort eingesetzten SPFHs und begründet, wie überflüssig die Kinderklaubehörde tatsächlich ist!
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Wenn heute in Tirschenreuth in der Oberpfalz die Glocken läuten, dann sind das auch nur Schmerzensschläge in der Stille nach dem Tod der kleinen Lea, die im Haus ihrer Mutter verhungerte. Unsere Reporter trafen Leas Vater, die Nachbarn, die Trauer und die Scham....
Eben sah ich die Pressekonferenz. Der Leiter des JA sagte: "Es ist fraglich, ob der Tod des Kindes durch regelmäßige Besuche des Jugendamtes hätte verhindert werden können."
Ich denke ja, denn ein Kind, das derart unterernährt ist, sticht ins Auge. Spekulationen helfen jetzt leider nicht mehr. Vielleicht ist dies der Kinderklaubehörde "endlich" mal bewusst geworden, dass man in Zukunft lieber einmal zuviel hinschaut, als einmal zu wenig.
Gruss
Agent
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NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
Hallo,
der Jugendamtsleiter hat es zwar sicherlich anders gemeint, aber ich muß ihm recht geben. Ein Hausbesuch durch das Jugendamt hätte nichts gebracht. Diese Personen, die in den Jugendämtern arbeiten, sind absolut nicht in der Lage, solche Vernachlässigungen zu erkennen. Das Leiden von Lea wäre also nicht anders verlaufen.
Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen sind leider oft betriebsblind, weil sie die "normale" Familie nicht mehr kennen, sondern ihre Problemfälle als Normalität wahrnehmen. Ein Organ wie der Elternrat oder die Schulpflegschaft wären da tatsächlich geeigneter. Mal drüber nachdenken, ab man hieraus nicht eine echte Alternative formen könnte.
Wir müssen die Väter stark machen. Das Wechselmodell muß Standard werden, minimum muß ein Vater seine Kinder nicht nur alle vierzehn Tage sehen, sondern mindestens einen zusätzlichen Tag pro Woche. Zwölf Tage ohne Kind sind einfach zu lang. In dieser Zeit kann zu viel passieren. Und wenn sich beide Eltern sehr häufig um das Kind kümmern, kann sowas nicht mehr vorkommen, ohne daß es dem anderen Elter auffällt.
Moin,
grundsätzlich gebe ich dir Recht. Nur diese "Betriebsblindheit" kostet langsam viel zu viele Menschenleben. Hier müsste
"grundsätzlich" etwas geändert werden.
Alleine die heutige News könnte einen zum k***en bringen.
Gruss
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
...von dem Leid, das Väter und Kinder psyschisch derart belastet, daß sie völlig in sich zusammen brechen, und wodurch ebenfalls Menschen zerstört, wenn auch nicht getötet werden, sprechen auch zu wenige. Ich hätte gerne Kontakt zu Leas Vater. Das ist derjenige, der jetzt Hilfe braucht.
Mutter von toter Lea muss fünfeinhalb Jahre in Haft
Dem Leiden und Sterben ihrer kleinen Tochter Lea sah sie wochenlang tatenlos zu, dafür muss die Mutter nun fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Weiden verurteilte die 22-Jährige am Dienstag zu der Haftstrafe, weil sie ihre Tochter auf böswillige Weise gequält habe.
<a href="" http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-mutter-von-toter-lea-muss-fuenfeinhalb-jahre-in-haft_aid_556655.html#new" ;" target="_blank">>>hier<<</a>
Bei dem Fall müsse man „den Tod von Lea aus dem Hinterkopf verbannen“, sagte der Vorsitzende Richter Bernhard Ring. Die Mutter könne nicht für den Tod des Mädchens verantwortlich gemacht werden, weil es möglicherweise auch bei einer rechtzeitigen ärztlichen Behandlung gestorben wäre.
Und wie ist Lea in diese Situation gekommen?
Frau...bonus?
Die 22-Jährige saß stundenlang am Computer und führte auch regelmäßig ihren Hund aus, die Windel von Lea wechselte sie dagegen zuletzt tagelang nicht. Als sie ihrer Tochter leblos im Bett fand, wurde der Notarzt erst mit einiger Verzögerung gerufen. Während der Mediziner zu dem Mädchen eilte, saß die Mutter schon wieder vor dem Bildschirm und chattete im Internet. „Nach Ansicht der Kammer wollte sie Lea bestrafen“, formulierte Ring das Motiv. Angeblich hatte sich Lea von der Mutter abgewandt, als sich die Eltern trennten.
Tierschutz steht für manche doch höher wie Menschenschutz
Und alle wollen das "stinkende" Kind nicht bemerkt, pardon vermisst haben?
Der Klops für Schluss:
Verteidigerin Andrea Schnetzer erklärte dies mit dem Charakter der Angeklagten: „Meine Mandantin ist sehr ruhig, spricht wenig.“ Aber sie fresse wohl auch vieles in sich hinein, obwohl ihr Leas Schicksal doch nahe gehe. „Man sollte nicht vergessen, dass sie das Kind verloren hat“, meinte Schnetzer.
;(
Zum Chatten reichte die Kommunikationslust aber...
...dass sie das Kind verloren hat... Ohne Worte!
Die Juristen fazínieren mich immer mehr, die können sich so gut ausdrücken. Wie gut, dass diese auch sooft in der Politik ihre Berufung finden.
Hallo, es gab aber auch solche Berichte, in denen eindeutig zu lesen ist, wie betroffen viele Menschen von dieser Tag sind. Der Richter habe gesagt, wer die Leiche des Kindes gesehen hat, könne nur noch von Mord sprechen.
Amberger Zeitung
Weiden: Fünfeinhalb Jahre Gefängnis für Mutter der toten Lea
Das Landgericht Weiden hat die Mutter der im März gestorbenen Lea zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die 22 Jährige war mit ihrer Tochter mehr als zwei Jahre nicht zum Arzt gegangen, obwohl das Kind schwerste Erkrankungen hatte. Sechs Wochen vor ihrem 3. Geburtstag war Lea in Tirschenreuth an einer viralen Lungenentzündung gestorben.
Das Urteil gegen die 22-jährige Mutter der kleinen Lea aus Tirschenreuth ist gefällt. Im Namen des Volkes verkündete heute die erste Jugendkammer des Weidener Landgerichts den Schuldspruch: Fünf Jahre und sechs Monate Gefängnis wegen schwerer Misshandlung von Schutzbefohlenen, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht und gefährlicher Körperverletzung.
Die Angeklagte habe das Kind aus Eigensucht gequält und böswillig vernachlässigt. Die zweijährige Lea ist am 27. März völlig unterernährt und ausgemergelt an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Trotz mehrerer schmerzhafter Krankheiten war die Mutter nicht mit dem Kind zum Arzt gegangen.
Die Verteidigung plädierte auf einen minderschweren Fall. Das Gericht verwarf das. Betroffen verwies Richter Bernhard Ring auf das Bild der abgemagerten Leiche von Lea auf dem Obduktionstisch und bezeichnete die fünfeinhalb Jahre als eine noch moderate Strafe.
Sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft prüfen derzeit, ob sie gegen das Urteil Revision einlegen wollen.
Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft Revision einlegt gegen dieses meiner Meinung nach zu milde Urteil.
http://www.otv.de/default.aspx?ID=2105&showNews=832180&showSearch=2106
http://www.otv.de/default.aspx?ID=2105&showNews=832410&showSearch=2106
Der Richter habe gesagt, wer die Leiche des Kindes gesehen hat, könne nur noch von Mord sprechen.
Warum hat er sie dann nicht wegen Mordes verurteilt?
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Warum hat er sie dann nicht wegen Mordes verurteilt?
Weil Richter so was doch nicht objektiv festmachen können, Beppo. Dafür brauchen die ihre Gutachter und
was weiss ich.
Da müssen erst mal tausende Euros investiert werden und herumgegutachtet werden und haste nicht gesehen.
Richter eben. Mal so und mal so...
Gruß
Agent
Mantra:
NEIN, NICHT nächste Woche. Heute noch oder morgen. Und schreib jetzt nix vom Anwalt (...), sondern heb Deinen Hintern samt Eiern hoch und werde aktiv.
Zitat Brille007, 22. August 2008, 22:44:25
