Hervorragend!
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
ein wirklich kluger Beitrag - wenn auch mit unbequemen Wahrheiten. Die Folgen von Erkenntnissen wie
Die Bezahlung der Mutterschaft für arme Frauen führt zu immer mehr solchen Müttern
oder
Solange die Regierung das Recht auf Kinder als Recht auf beliebig viel öffentlich zu finanzierenden Nachwuchs auslegt, werden Frauen der Unterschicht ihre Schwangerschaften als Kapital ansehen.
können wir hier im Forum schliesslich täglich lesen.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
ein wirklich kluger Beitrag - wenn auch mit unbequemen Wahrheiten.
insbesondere für die CSU und ihre Herdprämie. Was dort als Balsam für die Speerspitze des bayrischen Konservativismus gesehen wird, erscheint hier als Nahrung für's poppende Präkariat. Und selbst die CDU windet sich ja jetzt gegen diese Vereinbarung im Kolationsvertrag, die immer offener als "bildungspolitische Katastrophe" beschrieben wird.
Hallo,
den habe ich gestern bereits weitflächig verteilt. Der Artikel ist zwar politisch unkorrekt aber vielleicht gerade deshalb sowas von wahr...
/elwu
Moin,
Die Abschaffung der Sozialhilfe wirkt für die Betroffenen hilfreicher als ihre Belohnung mit Quasiverbeamtung für immer mehr bildungsferne Kinder.
Das finde ich treffend charakterisiert.
LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hi
So faktisch fundiert (Zahlen) dieser Artikel auch ist. Wie bitte kommt D. hier raus? O.K., eine Beschränkung von ALG2 löst eines von vielen finanziellen Problemen, doch wie soll z.B. die Bildungsmisere überwunden werden, wie die pädagogische Einflussnahme im Bildungswesen, wie die Anerziehung von allgemeinen (auch typisch deutschen) Wertvorstellungen und moralischen Denkweisen? Selbst in der eigenen, deutschen Jugend? Im Artikel wird der Kollaps, nicht nur des Sozialsystems, sondern der Gesellschaft an sich, prognostiziert mit deutlichen Zahlen und Vermutungen. Und nun? Was soll dieser Artikel bewirken? Traut er sich permanent grundlegende Ursachen zu benennen oder fuhrwerkt er lediglich in symptomatischen Aspekten rum? Sicherlich, er soll ja nur informieren, darstellen, aufklären. Doch tut er das? Oder beschreibt er lediglich Details eines komplexen Systems, welches weder allgemein erkannt wird, erkenntlich ist, wahrgenommen oder gar beschrieben wird? Deutschland isoliert innerhalb (mindestens) der europäischen Union wahrzunehmen halte ich für einen kapitalen Fehler. Die Wirtschaft agiert längst global, die Geldflüsse sind schon lange nicht mehr national erfassbar, geschweige denn steuerbar oder kontrollierbar (Schweiz, Liechtenstein etc.). Die Politik, ebenso die EU in ihrer "Einheit", hechelt dem schon lange nach - mit verdammt wenig Ehrgeiz. Warum nur? Es genügt ein kleiner Blick auf Griechenland. Oder auf Opel. Oder auf Steuer-CD's. Oder auf sonstwas.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
So faktisch fundiert (Zahlen) dieser Artikel auch ist. Wie bitte kommt D. hier raus?
Steht da nicht ein klarer Aufruf zu einer gezielten Einwanderungspolitik?
Also meine Lieblingslösung für dieses Problem ist das bedingungslose Grundeinkommen.
Auch wenn es paradox klingt.
500,- € plus rudimentäre KV für jeden. Auch Kinder (Bis 18 ggf. nur 400,-€ aber dafür eine vollwertige KV)
Dafür 30% Steuern auf alles, also 30% auf jedes Einkommen und 30% Mehrwertsteuer. Auf Alles.
Es entfällt:
Steuerfreibeträge, Steuerprogression, Ehegattensplitting, ALG1 und ALG2, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung auch für Arbeitgeber (nur noch als freiwillige Zusatzversicherung für alle die besser abgesichert sein wollen), Transferleistungen wie Erziehungsgeld, Kindergeld, Wohngeld, Herdprämie, etcgeld., staatliche Vergünstigungen für Geringverdiener, Unterhalt, jede Menge Verwaltung, Steuerberater, Anwälte, Neid und Gerechtigkeitsdiskussionen, Höherbelastung von Arbeitslohn gegenüber Kapitalertrag, Maschinen und Ressourcenverbrauch, Zwangsarbeit, etc.
Wem die 500,- € genügen, muss nicht arbeiten.
Wer mehr will, muss was dafür tun, hat aber auch mehr davon.
Von jedem verdienten Euro kann jeder 70% behalten.
Wer für Notzeiten besser abgesichert sein will, muss selbst Vorsorge treffen.
Bildung und Leistung lohnt sich, weil auch bei steigendem Einkommen, die Abgabenlast nicht steigt.
Arbeit lohnt sich, weil sie nicht mit steigenden Abgaben bestraft wird
Auch geringfügige Jobs lohnen sich, weil sie nicht mit Transferleistungen verrechnet werden.
Diskussion, Fragen und sachliche Kritik erwünscht!
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hallo Beppo,
Dafür 30% Steuern auf alles, also 30% auf jedes Einkommen und 30% Mehrwertsteuer. Auf Alles.
(...)
Von jedem verdienten Euro kann jeder 70% behalten.
Möglicherweise sehe ich die Genialität dieses Vorschlags nicht, aber von "70% behalten" kann hier ja wohl keine Rede sein, wir haben auch in diesem Modell eine Staatsquote von über 50%, und somit überreichlich Sand im Getriebe; aber auf der anderen Seite hat der Staat keinerlei Lenkungsmöglichkeit mehr über bewusst unterschiedlich gewählte Steuersätze. Bitte mal eben mitrechnen:
Wenn ich 1.000 Euro erwirtschafte, muss ich davon 300 Euro an Einkommenssteuer zahlen, bleiben mir zunächst tatsächlich 700 Euro. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass ich die Euromünzen wie Legosteine zum Türmchenbauen verwende oder die Euroscheine in einem Lagerfeuer verheize, d.h. irgendwann will ich das Geld ja auch auf den Kopf hauen, und dann schlägt eine Mehrwertsteuer von 30% zu - nun, 30% von 700 Euro sind nochmal 210 Euro Steuern, d.h. ich bekomme für die 1.000 Euro erwirtschaftete Leistung nur Waren oder Dienstleistungen im Wert von 490 Euro, denn 510 Euro gehen als direkte und indirekte Steuern weg. Fazit: Staatsquote 51%.
Ich hab' das Gefühl, hier wird nur die eine Art von Umverteilungswirtschaft ausgetauscht gegen eine andere Art von Umverteilungswirtschaft.
Im Übrigen ist mir schleierhaft, wie man bei diesem Modell von den 500 Euro im Monat leben soll (nicht, dass das mein größtes Problem an diesem Grundeinkommen-Denkmodell wäre, aber sogar diese Heile-Welt-Annahme stimmt nicht wirklich). Bitte das Ding zu Ende denken: Die Mieten steigen mit einem Schlag um 30% (denn auf Mieten fällt bislang keine Steuer an, nach deinem Modell aber 30%) und die Lebensmittelpreise sowie ÖPNV-Fahrkarten genau so plötzlich und immerhin um mehr als 20% (für Lebensmittel und ÖPNV unter 50km gelten bislang 7% Mehrwertsteuer, nach deinem Modell aber 30%). Gerade die Grundbedürfnisse des Lebens werden also in diesem Modell drastisch teurer. Andererseits können wir dann das Klima natürlich gerne noch viel schneller aufheizen, denn das Benzin müsste schließlich deutlich billiger werden, wenn es den Stoff ohne Mineralölsteuer, sondern für 30% "all inclusive" gibt. Einen ähnlichen Preisvorteil gibt es dann ausgerechnet auf hochprozentigen Alkohol und Zigaretten. Also: Bus fahren und Brot essen wird teurer, Auto fahren und Schnaps trinken wird billiger. Offen gestanden, ich will das nicht wirklich ...
Ich sag's mal so: If there were easy solutions, they would have been found by now.
Nix für ungut,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Noch als Ergänzung dazu.
Gestern gab es bei SternTV einen Beitrag zum Theme "Wie Ausbildungsreif sind unsere Jugendlichen"
Die Antorten waren erschrckend und auch wieder serh bezeichnend.
Die heutigen auf den ausbildungsmarkt strebenden haben einen Reifegrad auf dem Stand eines 5-6 jährigen. In einigen Jahren meinte der Buchautor wäre dieser auf dem stand eines 12-16 Monate alten Kindes. Nur noch völlig lustorieniert und nicht in der Lage diese zu Gunsten von Notwendigkeiten (wieArbeit) eine Weile zurückzustellen.
Als eine Ursache nnnte er, das Kinder immer mehr als Partner bhandelt werden und somit in ein symbiotischen Beziehung leben, die jede Entwicklung verindert..... dieser Satz erinnert mich ftal an viele AE-Mütter und den einen oder anderen Fall hier, wo so eine Symbiose angesprochen wird.
@ oldie: Ich glaube mittlerweile das es keine Lösung für das ganz Sydtem gbt, weder finanzieler Natur, noch für die Bildungsmisere. Das Beste wäre dieses Land komplett vor die Wand farhen zu lassen und irgendein anderes Volk hier später anzusiedeln.
Was mich in den lestzten Tagen ach wieder verwundert. BRD beschließt massive Sparpläne. Das Volk schweigt. Spanien muß ebenfalls massive Einsparungen beschließen und das Volk geht auf die Straße und streikt. Irgendwie scheinen die Deutsche eher die Mentalität von Schlachtlämmern zu haben. Zwar schreiend, aber ins Schicksal ergeben.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo Malachit,
genau diese Art von Antworten habe ich mir erhofft!
Wenn ich 1.000 Euro erwirtschafte, muss ich davon 300 Euro an Einkommenssteuer zahlen, bleiben mir zunächst tatsächlich 700 Euro.
Es ist relativ unwahrscheinlich, dass ich die Euromünzen wie Legosteine zum Türmchenbauen verwende oder die Euroscheine in einem Lagerfeuer verheize, d.h. irgendwann will ich das Geld ja auch auf den Kopf hauen, und dann schlägt eine Mehrwertsteuer von 30% zu - nun, 30% von 700 Euro sind nochmal 210 Euro Steuern, d.h. ich bekomme für die 1.000 Euro erwirtschaftete Leistung nur Waren oder Dienstleistungen im Wert von 490 Euro, denn 510 Euro gehen als direkte und indirekte Steuern weg.
Damit du 1.000,- Brutto bekommst muss dein Chef schon mal 1.200,- aufwenden, weil er ja noch 20% AG-SV drauf packen muss.
Damit es wieder zusammen passt gehe ich von den 1.200,- aus, die er zahlt:
Alt:
1.200,- AG-Kosten
-200,- AG-SV
-200,- AN-SV
-100,-? Steuern
=700,- Netto
Davon kaufst du Dinge, die mit, ca. 10% = 70,-€ durchschnitllichen Verbrauchssteuern belegt sind.
= 630,- für dich.
Neu:
1.200,- AG-Kosten
-360,- Steuern
+500,- Grundeinkommen
=1.340,- Netto
Davon 30% Verbrauchssteuern = 402,-
= 938,- für dich.
Fazit: Staatsquote 51%.
Für wie hoch hältst du die Staatsquote denn heute, wenn du die SV mit rechnest?
Im ersten Schritt muss mein Modell auch in der Lage sein, die Aufgaben des Staates zu tragen.
Die Staatsquote sinkt zunächst nur durch geringere SV-Leistungen, da gehobene Leistungen Aufgabe der privaten Vorsorge sind und sie sinkt durch kleineren Verwaltungsapparat in Finanz- und Sozialämtern sowie den Argen.
Nur nicht von 70% auf 30% aber vielleicht eben doch von 70% auf 51%
Ich hab' das Gefühl, hier wird nur die eine Art von Umverteilungswirtschaft ausgetauscht gegen eine andere Art von Umverteilungswirtschaft.
Im Übrigen ist mir schleierhaft, wie man bei diesem Modell von den 500 Euro im Monat leben soll (nicht, dass das mein größtes Problem an diesem Grundeinkommen-Denkmodell wäre, aber sogar diese Heile-Welt-Annahme stimmt nicht wirklich). Bitte das Ding zu Ende denken: Die Mieten steigen mit einem Schlag um 30% (denn auf Mieten fällt bislang keine Steuer an, nach deinem Modell aber 30%)
Du hast es erfasst!
Die 500,-€ haben tatsächlich weniger Kaufkraft als heute.
Gerade die Mieterhöhung schlägt voll zu.
Somit sind die 500,- nicht so großzügig, wie man auf den ersten Blick glauben könnte.
Sie sichern keineswegs ein Leben in Würde und Komfort sondern verhindern nur, dass man verhungert und erfriert.
Die Frage, ob so jemand Anspruch auf Fernseher, Waschmaschine, Bus- und Kinokarten oder Kondome hat interessiert mich nicht.
Und ein alleinstehender braucht auch keine ganze Wohnung.
Eine 4 köpfige Familie bekommt ja, auch ohne jede Eigenleistung schon 2.000,- und Zeitungen austragen kann Vadder bestimmt und Mutti Socken stricken. Das käme komplett oben drauf.
Der Alleinstehende kann ja immer noch in eine WG ziehen. Oder unter die Donnersberger Brücke, wenn er sein Geld lieber versäuft.
und die Lebensmittelpreise sowie ÖPNV-Fahrkarten genau so plötzlich und immerhin um mehr als 20% (für Lebensmittel und ÖPNV unter 50km gelten bislang 7% Mehrwertsteuer, nach deinem Modell aber 30%). Gerade die Grundbedürfnisse des Lebens werden also in diesem Modell drastisch teurer.
Wozu braucht einer der nicht arbeitet eine ÖPNV-Fahrkarte?
Und der der arbeitet hat entsprechend mehr Netto, um sich auch diese leisten zu können. Siehe oben.
Andererseits können wir dann das Klima natürlich gerne noch viel schneller aufheizen, denn das Benzin müsste schließlich deutlich billiger werden, wenn es den Stoff ohne Mineralölsteuer, sondern für 30% "all inclusive" gibt. Einen ähnlichen Preisvorteil gibt es dann ausgerechnet auf hochprozentigen Alkohol und Zigaretten. Also: Bus fahren und Brot essen wird teurer, Auto fahren und Schnaps trinken wird billiger. Offen gestanden, ich will das nicht wirklich ...
Auch hier hast du wieder einen sehr wichtigen Punkt treffsicher erkannt.
Und hier bin ich auch noch unsicher, ob man tatsächlich immer 30% nehmen soll, oder doch ne Abstufung, je nach "Ökobilanz" des Produktes wie z.B.
0% auf Spenden
10% auf Lebensmittel
30% auf Standardartikel
50% auf "Schädliches" wie Benzin, Alkohol oder Zigaretten
oder ähnlich.
Allerdings wird damit der Staatsapparat und die willkürliche Klientelpolitik wieder gefördert, wie z.B. 0% auf Hotelübernachtungen.
Ich sag's mal so: If there were easy solutions, they would have been found by now.
Ich kann nicht behaupten, dass ich nun ein vollständiges Konzept in der Tüte hätte und alle Fragen und Probleme gelöst wären, aber unlösbares und echte Nachteile habe ich noch nicht gefunden.
Wo ich noch keine Ahnung habe ist, wie man den Einstieg schafft. Z.B. wie man mit den bereits erworbenen Rentenansprüchen umgeht.
Aber ich würde mich freuen, weiter darüber zu diskutieren
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hi Beppo,
da ha ich noch ne Nachfrage:
500,- € plus rudimentäre KV für jeden
Warum taucht ddas nicht in der Rechnung des arbeitenen auf?
Ich hatte dich so verstanden, das diesen Betrag jeder bekommt. Wer dann noch arbeitet hat die 500 + Einkommmen, oder hab ich ich da falsch verstande?
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hi Tina,
das tut es und zwar in der SV mit jeweils 20% AG und AN allerdings bekommt der Mensch nach bisherigem Modell eine "full service" Versicherung und bei mir eben nur noch eine eine rudimentäre, lebenserhaltende.
Zahnarzt, Zahnerstaz, Vorsorge, Brille, etc. ist Privatsache.
(Ausser bei Kindern. Da sollen die Eltern die Gesundheit der Kinder nicht versaufen können, deswegen gehe ich da von 400,- in Bar und vielleicht 100,- für eine vollwertige ZusatzKV.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hi Beppo,
Z.B. wie man mit den bereits erworbenen Rentenansprüchen umgeht.
Das wäre gleich meine nächste Frage gewesen 😉
Die Rentenversicherung funktioniert ja so, dass die heutigen Beiträge für die heutigen Renten ausgegeben werden. Wenn man die bisherige Rentenversicherung radikal abschaffen will, muss man irgendwo einen Weg zwischen den folgenden Extrempositionen finden:
- Es gibt einen kompletten Neustart, die erworbenen Rentenansprüche verfallen ersatzlos. Das ist eine Enteignung, wirft jeden heutigen Rentner auf das Grundeinkommen von 500 Euro zurück (wegen der deutlich höheren Verbrauchssteuern also effektiv vielleicht knapp unter 400 Euro, wenn man's in heutiger Kaufkraft misst - und davon muss dann auch noch alles bezahlt werden, was die Schmalspur-Krankenversicherung nicht mehr übernimmt). Ganz besonders lustig ist das für jene Leute, die vierzig oder fünfundvierzig Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben und übermorgen in Rente gehen wollten. Um so einen Schnitt zu rechtfertigen, braucht man einen verlorenen Krieg, oder wenigstens einen sauberen Staatsbankrott.
- Die Beitragszahlungen werden mit sofortiger Wirkung eingestellt, neue Ansprüche können somit nicht mehr erworben werden, aber bestehende Ansprüche gelten weiter. Demnach müssen die bestehenden Ansprüche aus der Staatskasse befriedigt werden, und somit aus Steuern. Ohne dass ich das jetzt nachrechnen könnte, bin ich mir ziemlich sicher, dass ein Steuersatz von "nur" 30% dann auf lange, lange Zeit reines Wunschdenken bleibt; er wird auf Jahrzehnte hinweg deutlich höher liegen müssen und torpediert damit die Grundfesten deines Systems, denn Leistung lohnt sich dann eben doch nicht.
Ob es zwischen diesen beiden Extremen einen gangbaren Weg gibt, weiß ich nicht.
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Also meine Lieblingslösung für dieses Problem ist das bedingungslose Grundeinkommen.
Hallo,
gegen ebendieses bin ich aber sowas von. Nicht erst seit der Lektüre dieses Textes. Das BGE ist eine Mrachialmaßnahme, noch mehr von der Mitte umzuverteilen, wobei mal wieder Groß- und Kleinverdiener profitieren.
/elwu
Also meine Lieblingslösung für dieses Problem ist das bedingungslose Grundeinkommen.
Auch wenn es paradox klingt.500,- € plus rudimentäre KV für jeden. Auch Kinder (Bis 18 ggf. nur 400,-€ aber dafür eine vollwertige KV)
Dafür 30% Steuern auf alles, also 30% auf jedes Einkommen und 30% Mehrwertsteuer. Auf Alles.
So revolutionär muss Dein Vorschlag garnicht daherkommen. Die Progressionszone hat gegenwärtig für einen Spitzensteuerzahler einen Wert von 997€. Der nimmt also lieber den progessiven Tarif als die 500€ Grundeinkommen. Fast alle anderen Steuerzahler auch, der Break-Even ist nämlich schon bei 1270€ brutto. Nur wer drunter ist würde besser fahren mit dem Grundeinkommen, aber dafür einen Steuertarif mit Spitzensteuersatz ab dem ersten Euro.
Das wäre also einfach der Transferbereich abgebildet mit den Mitteln des Steuerrechts, also die Erweiterung des Steuertarifs zu negativen Steuern. Alles super simpel, und diese unerträgliche Mechanik, dass sich im Transferbereich die Arbeit nicht lohnt, wäre vom Tisch.
Und die tausend Mechanismen, den Grundfreibetrag von einer Person zur anderen zu schieben, von Ehegattensplitting über §33a und §10 EStG bis Kindergeld, wären alle hinfällig.
Es ist wirklich soooo simpel, dass man sich fragt, warum die tausend Steuer-"Experten" in der Politik jahrelang vom Familiensplitting reden ohne sich auszukotzen, was sie eigentlich meinen, aber keiner auf diese simple Idee kommt.
Hallo elwu
Das BGE ist eine Mrachialmaßnahme, noch mehr von der Mitte umzuverteilen, wobei mal wieder Groß- und Kleinverdiener profitieren.
Auch wenn du für diese Behauptung keinerlei Berechnung oder gar Beleg lieferst, möchte ich das mal durch rechnen.
Und zwar am Beispiel einer Einkommensgruppe, die man als Mittelstand bezeichnen kann:
Eine Familie mit 2 Kindern bei der einer 4.000,- und der andere 2.000,- Brutto verdient.
Ich werde mir jetzt nicht die Mühe machen, jeden einzelnen Abzug auf den Cent genau zu errechnen, sondern etwas grob ran zu gehen, aber die Tendenz sollte erkennbar, oder widerlegbar sein.
Alt:
Er:
4.800,- AG-Kosten (4.000,- + 20%AG-SV)
-800,- AG-SV
-800,- AN-SV
-500,- Steuern Stkl3
=2.700,- Netto
Sie:
2.400,- AG-Kosten (2.000,- + 20%AG-SV)
-400,- AG-SV
-400,- AN-SV
-450,- Steuern Stkl.5
=1.150,- Netto
Zusammen:
3.850,-
+368,- KG
=4.218,-
-518,- ca. 12% Verbrauchssteuern, da bei diesem Einkommen mehr Artikel mit 19% erworben werden.
=3.700,- Verfügbares Nettoeinkommen inkl. Vollversicherung
Neu:
Er:
4.800,- AG-Kosten
-1.440,- 30% Steuern
+500,- Grundeinkommen
=3.860,- Netto
Sie:
2.400,- AG-Kosten
-720,- 30% Steuern
+500,- Grundeinkommen
=2.180,- Netto
Zusammen:
6.040,-
+1.000,- BGE der Kinder
= 7.040,- Netto
-2.112,- 30% Verbrauchssteuern.
=4.928,- Verfügbares Nettoeinkommen ohne Vorsorge.
Nach diesem Modell stehen der Familie noch gut 1.200,- mehr als bisher zur Verfügung, von denen sie einen Teil in die Vorsorge stecken können.
Du kannst aber natürlich gerne noch Beispiele liefern, die gegen mein Modell sprechen.
Dem verlinkten Beitrag kann ich keine entnehmen.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
So revolutionär muss Dein Vorschlag garnicht daherkommen. Die Progressionszone hat gegenwärtig für einen Spitzensteuerzahler einen Wert von 997€. Der nimmt also lieber den progessiven Tarif als die 500€ Grundeinkommen. Fast alle anderen Steuerzahler auch, der Break-Even ist nämlich schon bei 1270€ brutto. Nur wer drunter ist würde besser fahren mit dem Grundeinkommen, aber dafür einen Steuertarif mit Spitzensteuersatz ab dem ersten Euro.
Absolut richtig.
Der Haupteffekt des BGE wird der Progression gegenüber gestellt. Oder umgekehrt.
D.h. es ändert sich im Ergebnis weit weniger, als man vermutet
Der Umstellungsaufwand ist bei deinem Verfahren sicher erheblich kleiner, wenn der Schritt aber erstmal vollzogen wäre oder man auf der grünen Wiese starten würde, wäre mein System erheblich einfacher.
Das wäre also einfach der Transferbereich abgebildet mit den Mitteln des Steuerrechts, also die Erweiterung des Steuertarifs zu negativen Steuern. Alles super simpel, und diese unerträgliche Mechanik, dass sich im Transferbereich die Arbeit nicht lohnt, wäre vom Tisch.
Auch richtig.
Ich will nur nicht das Steuerrecht mit seinem ganzen Apparat dafür benutzen, sondern dieses weitestgehend abschaffen.
Und die tausend Mechanismen, den Grundfreibetrag von einer Person zur anderen zu schieben, von Ehegattensplitting über §33a und §10 EStG bis Kindergeld, wären alle hinfällig.
Es ist wirklich soooo simpel, dass man sich fragt, warum die tausend Steuer-"Experten" in der Politik jahrelang vom Familiensplitting reden ohne sich auszukotzen, was sie eigentlich meinen, aber keiner auf diese simple Idee kommt.
Damit sind wir wieder bei Abschlussfrage von Malachit!
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Und die tausend Mechanismen, den Grundfreibetrag von einer Person zur anderen zu schieben, von Ehegattensplitting über §33a und §10 EStG bis Kindergeld, wären alle hinfällig.
Ach so, das Kindergeld resp. "Grundeinkommen für Minderjährige". Müsste in dieser Logik mindestens 7004*44,3%/12 = 258€ betragen, damit auch ohne Kinderfreibetrag/Günstigerprüfung die verfassungsrechtlichen Vorgaben erfüllt sind. Oder, bei einheitlich 8004€ Grundfreibetrag für Kinder und Erwachsene,
8004*44,3%/12 = 295€.
Der KU-Tabellenbetrag fängt zur Zeit bei 317€ an, der Hartz-IV-Satz für Kinder ist 211€ plus anteilige Wohnkosten. Für Beppo's 400€ wird die Luft also dünn, wenn das keine Verwerfungen geben sollte. Wäre auch das falsche Signal, Ausgangspunkt dieser Diskussion hier war ja die Erkenntnis in diesem F.A.Z. Artikel, dass bereits jetzt in "bildungsfernen Schichten" Kinderkriegen ein Erwerbsmodell darstellt.
Nur wie kann man dann den Sprung von 295€ nach 500€ systematisch begründen? Nur durch den 18. Geburtstag? Oder hängt es nicht daran, wann die Elternverantwortung aufhört? Wie ist es jetzt, wann wird aus einem Schüler ein "Hartzie" ?
