Von der Homepage "www.frauenratgeberin.at", unter der Schirmherrschaft der österreichischen Bundesministerin für Gesundheit und Frauen, Maria Rauch-Kallat. Zumindest mal ein Politiker mit zutreffendem Titel.



Der Text auf den Bildern ist immer derselbe:
"Man(n) glaubt es kaum - Frau braucht Zeit und Raum"
Was wohl ein Polizist nach der letzten Einstellungsrückstellung und seinen damit verbundenen Überstunden, oder ein Stahlarbeiter, oder auch ein Rettungssani dazu meint, kann man vereinzelt in den österreichischen Foren nachlesen.
Gruß, Xe
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Die Kommentare in den Foren hätten mich jetzt interessiert, gibt es da einen Link dazu?
Ansonsten muss ich sagen, treffen diese Fotos mit dem entsprechenden Text eine empfindliche Ader bei mir und ich fühle mich stark in die Zeit vor ca. acht bis neun Jahren versetzt.
Zwei Kleinkinder an der Hand und ein Pünktchen im Bauch, von dem klar war, dass es das irdische Dasein nie wird erleben können. Verordnete Bettruhe, ging aber nicht, da "Mann" ja beruflich so im Stress war. Schichtdienst, klar ist anstrengend, aber muss man deswegen 12 Stunden des Tages im Bett verbringen? Leicht auszurechnen - 8 bis 10 Stunden Arbeitszeit, zwei Stunden insgesamt Fahrzeit, wie viel Zeit da noch für Familie und evtl. Mitarbeit im Haushalt bleibt.
Den sogenannten Hausfrauen wird immer nachgesagt, sie hätten alle Zeit der Welt. Darüber kann ich nur herzlich lachen. Merkwürdigerweise habe ich jetzt, da ich berufstätig bin, weit mehr Zeit als früher. Warum? Klar, damals waren die Kinder auch bei mir zu Hause. Und wo Kinder sind fällt Dreck an, also putzen. Heute sind sie den ganzen Vormittag in der Schule und Mutter und Stiefvater in der Arbeit. D.h. der Küchenboden sieht mittags noch genauso aus, wie am Morgen als wir das Haus verlassen haben. Früher habe ich dreimal am Tag den Kindern hinterher gewischt. Klar, hätte ich auch lassen können, aber ist nicht so lecker, wenn Krabbelkinder, die auch noch die Angewohnheit haben ständig ihre Finger in den Mund stecken schon zum dritten Mal durch die Kaffeepfütze wandern.
Wo Kinder sind, ist auch ständige Aufmerksamkeit gefragt. Diese profanen Dinge wie Wäsche waschen (wegen dem Wäschekorb auf dem Foto 😉 ) oder gar bügeln, wann tun? Wir wollen auf den Spielplatz, wir wollen basteln, wir wollen Aufmerksamkeit. Was macht Muttern also? Sie hat keinen Feierabend wie ihr gestresster Mann, sondern sie bedient, wenn die Kinder im Bett sind die Spül- Wasch- und Bügelmaschine. Nebenbei schwingt sie noch den Putzlappen um nach dem nächsten Frühstück festzustellen, dass sie es ebenso gut hätte lassen können.
Im Ernst - ich kann diese Kampagne nachvollziehen. Und ich merke erst jetzt, dass es nicht nur ein Hotel Mama gibt, sondern auch ein Hotel Vater (in meinem Fall Stiefvater), bzw. dass auch Kinder schon mal ihr eigenes Zimmermädchen sein können.
Dazu kommt bei vielen Frauen noch der Windel-Schnuller-Still- und Krabbelgruppengesprächsfrust. "Frau" kommt nur mit Gleichgesinnten zusammen, deren einziges Thema aus Kindern mit allem was dazugehört besteht. Ich bekomme heute noch eine Gänsehaut, wenn ich zwei Frauen sehe, die in aller Breite den Gehsteig mit ihren Kinderwägen vor sich belegen, die sie mit aller Seelenruhe in einem Tempo vor sich herschieben, bei dem schon einjährige Laufanfänger einschlafen würden. Mit glasigen Augen erzählen sie sich gegenseitig von den neuesten Ereignissen mit ihren Sprösslingen, denn mehr verbindet sie nicht. In diesem Moment wünsche ich mir oft, diese Frauen ein, zwei Jahre später zu treffen, um mit ihnen darüber zu reden, wie sie sich fühlen, wenn diese Verklärtheit abgeklungen ist und der brutale Alltag sie eingeholt hat.
Wie viele Ehen zerbrechen gerade in dieser Anfangszeit? Oder ein paar Jahre später, wenn sich genau dieses Schema so eingebürgert hat? Frauchen am Herd mit Kind oder Kindern am Rockzipfel und der oben genannten Frustration und Mann der Ernährer, der mit seinem Job sattsam ausgelastet ist, aber soziale Kontakte hat, die weit über Windelgespräche hinausgehen.
Ist mir schon klar, dass jederman heutzutage um seinen Job kämpfen muss und dass dabei die Familie oft auf der Strecke bleibt. Wenn dieser Zustand absehbar ist, dann geht das ja auch. Aber kann es eine Dauerlösung sein?
Und nun nochmal - gibt es einen Link zu den Foren? Vielleicht liege ich ja völlig falsch mit meiner Einschätzung :redhead: .
Gruß AJA
