Während die Scheidungsrate in Europa steigt und die Frauen weiterhin für die Einhaltung der Rechte kämpfen, die sie in den letzten Jahren errungen haben, verlangen jetzt die Väter genauere gesetzliche Regelungen ihrer Rechte.
„Das Forum der Europäer“ besucht in Hamburg einen zornigen Vater, den Schauspieler Mathieu Carrière.
Geschiedene Väter fordern eine günstigere Teilung des Sorgerechts, Vaterschaftsurlaub und die Annerkennung des „Hausmann-Status. Vaterschaft beschränkt sich für sie nicht darauf, Kinder zu zeugen, die ihren Nachnamen tragen.
Kommen die Väter nur durch Gesetzesänderungen zu ihrem Recht?
Studiogast: Mathieu Carrière
Mathieu Carrière wurde in Hannover geboren, studierte in Paris Philosophie und lebt heute in Hamburg, Paris und New York. Er begann seine Kinolaufbahn als 15-Jähriger in Schlöndorff-Filmen. Seitdem spielte er in zahlreichen Filmen in Deutschland, Frankreich und anderswo sowie in vielen deutschen Fernsehfilmen.
Carrière nutzt seine Bekanntheit für den Kampf um mehr Kinder- und Väterrechte. Er ist selbst ein Betroffener: Die Mutter seiner Tochter bekam das alleinige Sorgerecht zugesprochen und verweigert ihm den Umgang mit dem Kind. Er berichtete mehrfach in den Medien darüber. Carrière engagiert sich seit 2002 bei dem eingetragenen Verein „Väteraufbruch für Kinder“. Er stellte sich als Zugpferd der Internationalen Kinderrechtsdemonstration 2002 zur Verfügung und hielt am 31. Mai 2002 in seine Hamburger Wohnung eine Pressekonferenz im Interesse der benachteiligten Väter ab. Nachdem er auf die Klage seiner Ex-Frau hin zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, ging er Ende 2004 lieber zehn Tage ins Gefängnis, als das Ordnungsgeld zu bezahlen.
Filmographie (Auswahl):
Der junge Törless, Volker Schlöndorff
Don Juan, Roger Vadim
India Song, Marguerite Duras
Wege in die Nacht, Krzysztof Zanussi
Die flambierte Frau, Robert van Ackeren
REPORTAGEN
Großbritannien: „Fathers for Justice“
In Europa gibt es immer mehr Vereinigungen zur Verteidigung der Vaterrechte. Die militanteste ist „Fathers for Justice“. Ihr gehören verzweifelte Männer an, die mit spektakulären Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam machen: als „Supermen“ verkleidet, erklettern sie den Tower von London oder überschütten den britischen Premier Tony Blair im Oberhaus mit Mehl. Ihre Forderung: Sie wollen Zeit mit ihren Kindern verbringen und nicht mehr durch horrende Alimentenzahlungen ruiniert werden.
Portugal: „Super Pai“, eine Fernsehserie zur Erziehung der Männer
Südeuropa ist traditionell machistischer als der Norden des Kontinents, auf jeden Fall patriarchalischer. In Portugal können sich viele Männer nicht einmal vorstellen, eine Windel zu wechseln oder das Fläschchen zu geben. Wer es doch wagt, wird verständnislos angesehen. Aber seit 2000 bahnt sich ein Bewusstseinswandel an. Ausgelöst wurde er durch den unerwarteten Erfolg der Fernsehserie „Super Pai“. Sie erzählt in wöchentlichen Folgen von einem Witwer, der notgedrungen allein mit drei Kindern zurechtkommen muss. Begegnung mit dem Hauptdarsteller, der inzwischen ein Gesellschaftsphänomen geworden ist.
Schweden: Vaterschaftsurlaub - ein „Must“
Schweden, das Land mit dem vorbildlichen Sozialsystem, hat seit langem die berufliche Gleichstellung von Vätern und Müttern gesetzlich verankert. Dort ist der Vaterschaftsurlaub mittlerweile gang und gäbe. Unabhängig vom beruflichen Verantwortungsgrad Es gilt sogar als sozial inkorrekt, wenn ein Mann, welche berufliche Verantwortung er auch haben mag, diesen Urlaub nicht antritt.
Dies erfuhr jüngst der Justizminister am eigenen Leibe: Die Schweden gaben ihm klar zu verstehen, dass ihnen ein verantwortungsbewusster Vater lieber ist als ein Minister, der sich über die gesetzlichen Möglichkeiten hinwegsetzt.
Quelle: >arte<
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DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
