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Zur Diskussion: Der Charakter liegt schon sehr früh fest

 
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Ein interessantes Fundstück aus dem Schweizer Tagesanzeiger:
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Charakter ändert sich kaum
Persönlichkeitszüge zeigen sich bereits früh im Kindesalter, findet eine neue Studie.

Von Jochen Paulus

Anders als auch Fachleute lange glaubten, wachsen sich Charakterzüge mit dem Alter nicht einfach aus. Bereits die Gefühlsäusserungen von Anderthalbjährigen geben einen Vorgeschmack darauf, wie ihre Persönlichkeit mit dreieinhalb von ihren Müttern beschrieben wird. Dies zeigte Jo Abe von der Southern Connecticut State University in New Haven vor sieben Jahren. Jetzt berichtet sie, was aus den gleichen Kindern geworden ist («J Res Pers», Bd. 39, S. 423). Für Jo Abe zeigen die Ergebnisse eine «beeindruckende Kontinuität der Persönlichkeit von der frühen Kindheit in die Jugendzeit».

Grundlage der Studie sind hundert Einschätzungen ihrer kleinen Kinder, etwa «verträumt» oder «passt gut auf», die Mütter vor Jahren abgegeben haben. Daraus berechneten die Forscher die so genannten Big Five – die fünf Grundeigenschaften der Persönlichkeit.

Zu ihnen zählt «Neurotizismus», die Neigung zu schlechter Stimmung, Sorgen und Selbstzweifel. Solche Kinder klammerten sich mit fünf bei einem Test, anstatt zu spielen, oft lieber an die Rockzipfel ihrer Mütter. Mit zwölf bescheinigten sie sich selbst ein niedriges Selbstbewusstsein, ein unterdurchschnittliches Äusseres und wenig Freunde.

Lernschwierigkeiten mit zwölf
«Extravertierte Kinder» redeten beim Test mit fünf Jahren besonders eifrig mit ihren Müttern. Eher auffällig ist, dass sie mit zwölf relativ oft Lernschwierigkeiten hatten. Dies hängt möglicherweise mit ihrer Neigung zusammen, forsch auf alles und jeden zuzugehen. Das kann zu Selbstbewusstsein führen, aber auch zu problematischer Impulsivität.

Als positiv erwies sich die «Offenheit für neue Erfahrungen». Sie kennzeichnet vielseitig interessierte Menschen, die beispielsweise gern reisen. Schon als Fünfjährige verliessen sie beim Test mutig ihre Mütter und widmeten sich mit Fantasie dem von der Forscherin gestellten Spielzeug. Mit zwölf sahen sie sich selbst als attraktiv, akzeptiert und gut in der Schule.

Kinder mit einem hohen Mass an «Verträglichkeit» entpuppten sich als so sozial eingestellt, wie nach der Theorie zu erwarten ist. Wenn sie mit fünf gebeten wurden, von ihren Spielsachen einige für ein anderes Kind abzugeben, taten sie das. Ein angenehmes Temperament besassen sie auch noch mit zwölf. Von Hyperaktivität wussten ihre Mütter nur selten zu berichten. Ähnlich schnitten die «gewissenhaften» Kinder zu allen Zeitpunkten ab. Bei ihnen kamen sogar noch besonders gute Schulleistungen mit zwölf hinzu. Dies liegt nahe, da die Verinnerlichung von Normen den Kern der Gewissenhaftigkeit bildet.

[ta | 11.08.2006]

Quelle: http://tages-anzeiger.ch/dyn/leben/wissen/653755.html


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Zitat
Themenstarter Geschrieben : 14.08.2006 21:46