Unser Sohn will nic...
 
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Unser Sohn will nicht zu uns

 
(@noch-ein-vater)
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Hallo.

Ich habe einen 6jährigen Sohn. Seine Mutter hat sich vor 3 Jahren von mir getrennt und unser Sohn lebt zu gleichen Teilen bei mir und ihr. Seit einigen Monaten lebe ich in einer neuen festen Beziehung. Mehr und mehr wurde mir klar, wie sehr sie sich und ihr Leben noch auf mich bezog. Sie stand ständig bei mir auf der Matte, hat mit mir die Probleme in ihrer neuen Beziehung bequatscht und war einfach andauernd irgendwie da. Auch mit ihren Betreuungsanfragen ist sie immer erst zu mir gekommen (will heute abend weggehen, kannst Du ihn nehmen) – was mir in der ganzen zeit nie eingefallen wäre. Sie hat also irgendwie dieses Bild unserer Kleinfamilie aufrecht erhalten, ohne dass ich das wirklich realisiert hab. Sie hat zwar bemängelt, dass alle Kontaktanstrengungen von ihr ausgingen (es wäre keine ausgewogene Freundschaft), aber ich hab sie damit auch immer gelassen und bin ihr immer offen und unterstützend gegenüber getreten.

Vor einigen Monaten hab ich dann angefangen, das zu ändern, da mir in erster Linie ihre ständigen Betreuungsanfragen zu viel wurden und ich dort erstmals realisiert hab, wie sehr sie sich auf mich bezieht. Ich hab den Kontakt dann mehr und mehr abgeblockt – wohl bemerkt den „freundschaftlichen“, nichts was zur Klärung für unseren Sohn wichtig gewesen wäre. Wie geschrieben lebe ich inzwischen auch in einer neuen festen Beziehung und in meinen Treffen mit der Mutter (in denen wir über unseren Sohn sprechen wollten) ging es fortan vor allem um ihr Leid, dass ich nicht mehr so nah bin, dass ich ihre Freundschaft nicht will, dass sie noch loslassen müsse etc. Daraufhin habe ich beschlossen, mich nicht mehr mit ihr zu treffen und nur noch per E-Mail zu kommunizieren.

Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung möchte nun auch mein Sohn oft nicht mehr zu uns kommen und erzählt in der Welt Lügengeschichten über das Leben bei uns, in denen es vor allem darum geht, dass er bei uns nicht recht versorgt wird (ein Vorwurf, den die unsichere „Super-Mama“ nun uns gegenüber auch zum ersten mal offen ausgesprochen hat – ohne dass sie das irgendwie begründet hätte oder es sonstwie für uns nachvollziehbar macht, was sie da sieht). Unser Sohn „spielt“ vor dem Publikum unserer gemeinsamen Bekannten bzw. im Umfeld der Schule den „geschlagenen Jungen“, der tief bedrückt nun geduldig das schwere Los erduldet, mit uns mitkommen zu müssen. Kaum sind die Zuschauer außer Sichtweise, fängt er an zu rennen und lachen und spielen und will mit uns quatsch machen oder erzählen, was er heute in der Schule so alles erlebt hat – und das eben in echter Freude, nicht etwa in Form einer notwendigen Überlebensstrategie im Feindesland.

Ich habe inzwischen mitbekommen, dass das anscheinend kein einmaliges Phänomen ist und uche Literatur zu dem Thema – gerne auch nachvollziehbare Aspekte oder Erfahrungen.

Auf der einen Seite haben wir das Bild, dass unser Sohn hier seine Mutter „bedient“. Sie kann es nicht ertragen, dass er es bei uns gut hat, dass wir eine stabile und feste Beziehung leben, dass sie keinen freien Zutritt in unser Leben hat, dass sie nicht die unentbehrliche Super-Mama ist, sondern wir sehr gut ohne sie klar kommen (dass unser Sohn zu ihr geht und das für ihn wichtig ist, ist eh klar). Weiter sehen wir, dass wir einen konsequenteren Erziehungsstil pflegen. Die Mutter ist schnell überfordert, Grenzen zu setzen – wir nicht. Bei ihr kann er sich mit „ich kann das noch nicht, bin noch zu klein“, „ich kann mich nicht mehr erinnern“ und dergleichen jedes Verhalten erlauben, bei uns sind das keine Entschuldigungen (wir sehen sehr genau, was wir ihm zumuten können und das hat bisher alles hingehauen – er konnte das geforderte mit Links umsetzen). Weiter ist er bei Mama der kleine König – kann sich beliebig seinen Sitzplatz auswählen, zu ihr und ihrem Freund ins Bett hüpfen und dergleichen – bei uns nicht. Das sind alles Punkte, die nicht wirklich in unserer Macht liegen. Wir könnten unseren Erziehungsstil lockern (wir haben das tatsächlich auch schon gemacht), aber das ist sicher nicht im Sinne unseres Sohnes.

Was haben wir übersehen?

Wie kann die Mutter vertrauen in uns entwickeln, wenn ihr die Aussagen unseres Sohnes so sehr in den Kram passen bzw. alle von uns gesehenen möglichen Ursachen für sie einfach nur derbe unangenehm sind: ihr Kind konsequent erziehen (heißt ja auch, für das eigene leben auch Konsequenzen zu akzeptieren), sich aus unserem Leben raushalten, unseren Sohn wirklich abzugeben, wenn er zu uns kommt, anstatt ihm noch einen Talismann mitzugeben, dass er die Zeit bei uns gut übersteht, ihn wirklich in eine Kind-Rolle zu setzen etc.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 09.03.2009 16:20
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo noch-ein-vater,

ich geb dir mal ein ganz kurzes Feadback, wie ich deinen beitrag empfinde.

Mir fehlt es schwer zu verstehen wen du mit "unser Sohne" meinst. Das liegt daran, das du von "eurem Erzeihungsstil" etc. sprichst und damit dich und deine LG meinst.

Ich als Mutter würde da auch an die Decke gehen. Eltern sind und bleiben du und deine Ex. Deine LG kann gerne ihre eigenen Kinder erziehen und dich auch in DEINER Erziehungsarbeit unterstützen, aber sie sollte da nicht gleichberechtigt neben dir stehen. Das ist auch nicht ihre Aufgabe.

Trenne das ein wenig und dann werden vielleicht eingie Dinge leichter. Wenn du als "Wir-Front" auch gegenüber deiner Ex und dem Kind auftrittst wundert es mich wenig, wenn er nicht mehr gerne zu dir will. Auf lange Sicht kann es dann auch passieren ,das euer WM kippt. Wie sieht das überhaupt aus? Wechselt er wöchentlich oderkommt das durch großzügige Betreuung, wenn die KM was voraht zustande?

Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 09.03.2009 16:37
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo noch-ein-vater,

ich möchte auf euren Sohn eingehen.

Mir ist der Satz ein wenig aufgestoßen, indem du ihm vorwirfst  " er spielt den geschlagenen Jungen".

Versetzt du dich in die Lage eures Sohnes und bedenkst auch sein Alter, wirst du erkennen müssen, dass die Situation für ihn am schwierigsten ist.

Die Mutter wird vielleicht keinen Hehl daraus machen und wird ihm zeigen, wie schlecht es ihr geht. Sie wird von dir nun aus deinem Leben geschubst. Das lief ja vorher anders.
Er ist mit der Mutter solidarisch. Will ihr nicht weh tun.
Er sieht aus seinen Augen die Situation so dass, wenn er zeigt wieviel Spaß er bei euch hat, der Mutter ebenfalls vor den Kopf stößt.

Gib ihm Zeit und zeig ihm weiterhin wie wichtig er für dich ist. Er wird sein Verhalten irgendwann ändern, weil es ihm auch zu anstrengend ist.

Ansonsten kann ich mich midnightwish nur anschließen. Was du mit deiner LGin in euren 4 Räumen besprichst und wie ihr zu hause euer Leben gestaltet, das ist euer Ding.

Du bist aber Vater und es gibt eine Mutter. Erziehungsfragen klären die Eltern und nicht deren Partner.
Ist schon klar, dass man an einem Strang ziehen möchte. Das könnt ihr auch tun. Trotzdem solltet ihr das nicht in diesem Ausmaß nach außen tragen.

Auch sollte eine Partnerin nicht der Grund dafür sein, dass plötzlich die Betreuungsbereitschaft von deiner Seite aus gekippt wird.
So wird das bei Muttern und so auch bei Sohni aber ankommen.

Gruß
Tina


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 09.03.2009 16:49
(@noch-ein-vater)
Schon was gesagt Registriert

Mir fehlt es schwer zu verstehen wen du mit "unser Sohne" meinst. Das liegt daran, das du von "eurem Erzeihungsstil" etc. sprichst und damit dich und deine LG meinst.

Ich als Mutter würde da auch an die Decke gehen. Eltern sind und bleiben du und deine Ex. Deine LG kann gerne ihre eigenen Kinder erziehen und dich auch in DEINER Erziehungsarbeit unterstützen, aber sie sollte da nicht gleichberechtigt neben dir stehen. Das ist auch nicht ihre Aufgabe.

Wie stellst Du dir das vor? Wir leben zusammen. Wo beginnt Erziehung, wo hört sie auf? meinst Du, wenn Sie nur zusehen würde, wäre das nicht auch eine Art der Erziehung? Und nein, gleichberechtigt ist sie nicht mit mir.

Auf lange Sicht kann es dann auch passieren ,das euer WM kippt. Wie sieht das überhaupt aus? Wechselt er wöchentlich oderkommt das durch großzügige Betreuung, wenn die KM was voraht zustande?

Wir wechseln zweimal wöchentlich und alles regelmäßig – außerplanmäßige Betreuung gibt es fast gar nicht mehr. Leider hat sich die Mutter noch nicht auf ein Modell mit weniger Wechseln eingelassen.

Mir ist der Satz ein wenig aufgestoßen, indem du ihm vorwirfst  " er spielt den geschlagenen Jungen".

Auf der einen Seite frage ich mich, wo Du da einen Vorwurf rauslist – auf der anderen Seite ist der Vorwurf aber tatsächlich da. Wir wissen, dass unser Sohn das nicht tut, um uns einen reinzudrücken. Dennoch verletzt uns das und wir haben bereits festgestellt, dass wir mit der „harten Tour“ nicht weiter kommen und haben andere Lösungen gefunden, mit denen wir aber noch keine Erfahrungen sammeln konnten (war gerade erst). Ist ein schwieriges Thema: Zum einen ist es nicht in Ordnung, was er da macht. Zum anderen müssen wir es ihm irgendwie lassen.

Auch sollte eine Partnerin nicht der Grund dafür sein, dass plötzlich die Betreuungsbereitschaft von deiner Seite aus gekippt wird.
So wird das bei Muttern und so auch bei Sohni aber ankommen.

Das steht nicht im Zusammenhang. Mit meiner neuen Partnerin war ich schon einige Monate zusammen, bevor ich irgendwann mal gestreikt hab, immer der erste zu sein, den sie fragt, wenn sie Party machen will.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 10.03.2009 15:39
(@diemystiks)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo noch-ein-vater,

ich lese den Vorwurf indem du ihm unterstellst, er "spielt" den geschlagenen Jungen.

Dass es euch verletzt, wenn er ablehnend reagiert kann ich voll und ganz nachvollziehen. Wie du schreibst versteht ihr ja zum Glück seine kindliche Art und könnt, weiterhin, damit umgehen.

Ich frage mich gerade wie denn deine beschriebene " harte Tour" aussah. Zu eurem neuen Lösungsweg könntest du ja mal schildern, wie ihr vorgeht.

Kannst du mit der Km friedliche Gespräche führen?
Es wäre hilfreich, besonders für den Jungen, wenn sie nicht negativ agiert. Sie sollte den Umgang fördern. Dazu gehört auch, dass sie ihm nicht suggeriert, dass es bei euch schlechter ist als bei ihr.
Mir fallen da noch Beratungsgespräche in einer Elternberatung ein.
Vielleicht versuchst du es auf diesem Wege mal.

Über die außerplanmäßige Betreuung kommen wir beide, glaube ich, nicht auf einen grünen Zweig.
Mich wundert es oft, dass nach einer Trennung Prinzipienreiterei losgeht.
Wenn keine Trennung gewesen wäre, wäre das Kind für beide Elternteile tagtäglich und jeden Abend anwesend. Ob Party oder nicht.
Wer kann besser betreuen als du, als Vater?
Lass Km doch Party machen.
Für mich passt es nicht zusammen, dass du einerseits möchtest, dass euer Kind freudestrahlend zu euch kommt, andererseits lehnst du aber Betreuung ab, wenn Muttern los will.

Was meinst du was sie ihm erzählt, wenn Betreuung abgelehnt wird ?
Der Erfahrung nach wird sie wahrscheinlich nicht sagen " Papa hat heute leider auch keine Zeit", sie wird wahrscheinlich sagen "siehst du, Papa will dich nicht".

Das ist jetzt auch eine Unterstellung, ich weiss.  Denk aber einfach mal drüber nach, ob es so sein könnte.

Gruß
Tina

Gruß
Tina


Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.03.2009 17:04
(@noch-ein-vater)
Schon was gesagt Registriert

Ich frage mich gerade wie denn deine beschriebene " harte Tour" aussah. Zu eurem neuen Lösungsweg könntest du ja mal schildern, wie ihr vorgeht.

Was die Lügengeschichten anging, hatten wir von ihm zuletzt eine Entschuldigung gefordert und sind damit voll vor die Wand gefahren (mit ihm zusammen natürlich). Sein „Spiel“ (wie sollte ich es sonst nennen – es geht ja darum, ein bestimmtes Bild zu demonstrieren) haben wir ihm immer gelassen. Wir werden jetzt keine Entschuldigungen mehr von ihm fordern, sondern ihn z.B. direkt ins Bett schicken, wenn wir sowas abends mitbekommen etc. also kleinere Konsequenzen, die ihm klar machen, dass er damit bei uns nicht durchkommt, die dann aber ohne einen Schritt von ihm auf uns zu wieder beendet sind, damit wir einfach eine gute Zeit miteinander haben können.

Es wäre hilfreich, besonders für den Jungen, wenn sie nicht negativ agiert. Sie sollte den Umgang fördern. Dazu gehört auch, dass sie ihm nicht suggeriert, dass es bei euch schlechter ist als bei ihr.

Das kriegt sie halt nicht gebacken. Für mich liegen die Konsequenzen auch auf der Hand. Es gibt letztlich nur zwei Möglichkeiten es zu sehen. Entweder sie vertraut uns, dass er es bei uns gut hat oder eben nicht. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten, damit umzugehen (bei fehlendem Vertrauen): Entweder sie schickt ihn dennoch zu uns oder sie lässt ihn bei sich. Ersteres kann sie nicht lange aufrecht erhalten, denn wie soll sie in den Spiegel schauen, wenn sie ihr Kind an einen Ort schickt, an dem es nicht gut ist. Letzteres will sie zwar nicht, steuert aber gerade direkt darauf zu.

Das Problem ist, das sie nicht um dieses Problem umhin kommt, es aber auch nicht konstruktiv lösen möchte. Sie kann – vor die Wahl gestellt, ob sie den Jungen entweder trotzdem zu uns schickt (obwohl es da nicht gut sei) oder ob sie ihn nicht zu uns schickt – nicht die Augen zu machen. Sie muss sich da positionieren. Aber sie ist nicht bereit, das Vertrauen in uns auf eine Art und Weise zu suchen, für die wir offen sind. Wege gäbe es genug. Anstatt dessen, hält sie sich nicht an Verabredungen und ballert uns eine nach der anderen rein. Ich überlege zur Zeit, auf sie zuzugehen – in einem moderierten Gespräch, um eine Basis für konstruktiven Austausch auszuhandeln. Die Schwierigkeit ist, dass sie zum einen klammert wie blöd und zum anderen null Verantwortung auf ihrer eigenen Seite wahrnimmt. Wie nähert man sich einer Klette? Wie erklärt man jemandem, dass auch er bei sich ran muss, indem man immer wieder auf ihn zugeht und genau den Part es selbst anzugehen immer wieder für ihn übernimmt?

Über die außerplanmäßige Betreuung kommen wir beide, glaube ich, nicht auf einen grünen Zweig.
Mich wundert es oft, dass nach einer Trennung Prinzipienreiterei losgeht.

Ich will hier eine klare Trennung und ich denke, die wäre für uns alle gut und wichtig. Warum fragt sie nicht ihren Freund? Ich vertraue ihm, dass er das gut macht.

Für mich passt es nicht zusammen, dass du einerseits möchtest, dass euer Kind freudestrahlend zu euch kommt, andererseits lehnst du aber Betreuung ab, wenn Muttern los will.

Ich habe von ihr lediglich gefordert, mich nicht stets als ersten zu fragen, sondern sich erstmal bei ihren Leuten umzuhören (sie hat einen großen Freundeskreis – viele mit Kindern) und ich habe ihr nie aus Prinzip oder Unlust abgesagt.

Der Erfahrung nach wird sie wahrscheinlich nicht sagen " Papa hat heute leider auch keine Zeit", sie wird wahrscheinlich sagen "siehst du, Papa will dich nicht".

Und Du meinst, die Lösung hier wäre, ihr alles vor den  Allerwertesten zu tragen? Wenn ich mich dazu entschieden hätte, wäre ich heute noch ihr heimlicher Ehemann auf dem Abstellgleis. Allzeit bereit und verfügbar und dann aber schön wieder ins Kämmerchen. Trennung ja, aber bitte mir trotzdem weiter alles geben, was doch so gut getan hat. Nein, das kann nicht die Basis einer Elternschaft in gegenseitigem Respekt sein.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 11.03.2009 12:34
(@lavendel)
Rege dabei Registriert

Hallo, noch-ein-Vater,
Du beschreibst, dass für (Lügengeschichten) der Junge ins Bett geschickt wird.
Nebenwirkung solcher Strafen ist, dass er sein Zimmer oder Bett als Strafraum erfährt. Ich würde mir das gut überlegen.

Des weiteren möchte ich auch noch einmal den Fokus auf den Jungen richten.
Er ist in einer schwierigen Situation, da er sich anscheinend zwischen Eltern bewegt, die sich nicht wirklich grün sind und auch noch andere Erziehungsstrategien verfolgen.
Du betreust ihn weniger als noch zuvor, was ich hier nicht kritisieren möchte.
Und du hast eine neue Lebenspartnerin.

Der Junge muss meiner Meinung nach gerade sehr viel verarbeiten und ich glaube, dass ihm gedient wäre, wenn man da mit Geduld und Spucke rangeht und nicht auf die "harte Tour" oder indem sich die getrennten Elternteile als Konurrenten oder als "Bessermacher" erleben und sehen.
Ein: "Ich mache es anders" wäre angemessener.
Gruß: Lavendel


Das Dasein ist eine Tatsache, das Leben aber ist eine Kunst.

AntwortZitat
Geschrieben : 11.03.2009 15:38
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo noch-ein-Vater,

also *äh*, ich habe jetzt ein paar Mal überlegt, ob ich antworte, aber wer hier schreibt muss halt mit unbequemen Antworten rechnen. Meine wird das sein.

Ich finde es nicht nur ziemlich unpassend, dass Deine LG und Du von "unserem" Kind sprecht und "euren" Erziehungsmethoden, auch ansonsten finde ich, dass ihr kein Einfühlungsvermögen für ein Kind dieses Alters habt. IHR wollt ein Kind zur Strafe ins Bett schicken, wobei gerade dieses ja ein schöner Ort, wo es gerne hingeht, sein soll (und wunderst Dich vermutlich in ein paar Wochen, warum er abends nicht mehr ins Bett will, weil er das mit "Strafe" gleichsetzt) und monierst, dass er bei der Mutter ins Bett darf, wo er vermutlich schlicht sein Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeiten stillt. Alles, was sie in Deinen Augen "zu weich" macht, willst Du mit in meinen Augen übertriebener Härte wieder "gerade biegen". Das wird - so prophezeihe ich mal - schiefgehen.

Desweiteren ist mir nicht klar, warum Du monierst, dass Deine Ex sich in Betreuungsfragen immer zuerst an Dich wendet! Hallo, Du bist der Vater?! In diesem Forum melden sich sonst erboste Väter, die nicht verstehen, warum ihre Ex das Kind "lieber zu Oma oder anderen Betreuungspersonen abschiebt", statt sie - den Vater - zu fragen. Wie Ex es macht, ist es verkehrt.

Die "Lügengeschichten" Deines Sohnes könnten eine hilflose Art sein, sein Unwohlbefinden auszudrücken, das er scheinbar empfindet und in Anbetracht seines Alters nicht anders auszudrücken weiß, zumal es in diesem Alter relativ normal ist, dass Kinder lügen, weil sie erst in dieser Entwicklungsetappe überhaupt erst lernen, Wahrheit und Lügen zu unterscheiden.

Wenn ich mir vorstelle, ich wäre euer Sohn, kann ich mir allein aus Deiner eigenen Beschreibung heraus nicht vorstellen, mich bei euch wohlzufühlen. Ich glaube nicht, dass dafür Mama die "Supermama" sein muss, sie scheint schlicht Einfühlungsvermögen für EUREN Sohn zu besitzen, das Du und Deine LG gerade nicht im Übermaß an den Tag legt.

Gruß, LBM


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 11.03.2009 20:21
(@noch-ein-vater)
Schon was gesagt Registriert

Ich finde es nicht nur ziemlich unpassend, dass Deine LG und Du von "unserem" Kind sprecht

Oh ja, wenn ich meinen ersten Beitrag nochmal durchlese, hab ich da ein wenig unklar geschrieben. Ich spreche mit meiner Lebensgefährtin niemals von „unserem Sohn“! Es ist mein Sohn bzw. der Sohn von meiner Ex und mir. Das ist völlig klar. „Mein Sohn will nicht zu uns“ wäre also ein passenderer Titel gewesen.

und "euren" Erziehungsmethoden

Das finde ich nicht unpassend.

auch ansonsten finde ich, dass ihr kein Einfühlungsvermögen für ein Kind dieses Alters habt. IHR wollt ein Kind zur Strafe ins Bett schicken, wobei gerade dieses ja ein schöner Ort, wo es gerne hingeht, sein soll (und wunderst Dich vermutlich in ein paar Wochen, warum er abends nicht mehr ins Bett will, weil er das mit "Strafe" gleichsetzt)

Es ist einfach die Konsequenz, dass er nicht auf der einen Seite Mist über uns erzählen kann und auf der anderen Seite mit uns zusammen Spaß haben kann. Was wäre die Konsequenz aus Deiner Sichtweise? Wenn er kleckert, soll er es nicht saubermachen, weil er ja lernen soll, dass Saubermachen etwas schönes ist – kein Wunder, dass er später nie mehr putzen will? Was ist das denn für eine Logik? Mach einen Vorschlag, was eine in Deinen Augen angemessene Reaktion sei.

und monierst, dass er bei der Mutter ins Bett darf, wo er vermutlich schlicht sein Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeiten stillt.

Ich hab davon gesprochen, wenn Sie mit ihrem Freund im Bett liegt. Sag mir, wie viele Kinder auf dieser Welt zu ihren Eltern (bzw. einem Elternteil mit Partner) einfach so ins Bett hüpfen dürfen? Da haben in meinen Augen die Kids einfach nichts zu suchen – und wenn man Sonntag morgens dann doch mal zusammen im Bett der Erwachsenen kuschelt, dann ist das etwas besonderes. Für Nähe und Zärtlichkeit gibt es genug anderen Raum.

Alles, was sie in Deinen Augen "zu weich" macht, willst Du mit in meinen Augen übertriebener Härte wieder "gerade biegen". Das wird - so prophezeihe ich mal - schiefgehen.

Ich finde das nicht übertrieben. Und ich will da auch nichts „gradebiegen“. Es macht es nur einfach schwieriger, wenn sie keinen Wert darauf legt, für Ihn eine Autorität zu sein – bzw. das schon irgendwie gerne möchte – zumindest, wenn er sie schlägt etc. – aber es einfach nicht durchsetzt.

Desweiteren ist mir nicht klar, warum Du monierst, dass Deine Ex sich in Betreuungsfragen immer zuerst an Dich wendet! Hallo, Du bist der Vater?! In diesem Forum melden sich sonst erboste Väter, die nicht verstehen, warum ihre Ex das Kind "lieber zu Oma oder anderen Betreuungspersonen abschiebt", statt sie - den Vater - zu fragen. Wie Ex es macht, ist es verkehrt.

Vielleicht wollen diese Väter einfach nicht akzeptieren, dann die Beziehung getrennt ist, dass die Kinder eben mal in Ihrer Obhut sind und mal in der Ihrer Ex-Frau. Ich finde es gut und richtig, hier klar zu trennen. Alles andere hat für mich was von: Wir haben uns zwar getrennt, tun aber weiterhin so, als wären wir noch eine Kleinfamilie. Klar, früher war das ja auch kein Thema, warum bin ich plötzlich in meiner Betreuungszeit für mein Kind alleine verantwortlich? Wo isser denn nun, der Mann, der Papa? War doch früher auch immer da?

Die "Lügengeschichten" Deines Sohnes könnten eine hilflose Art sein, sein Unwohlbefinden auszudrücken, das er scheinbar empfindet und in Anbetracht seines Alters nicht anders auszudrücken weiß, zumal es in diesem Alter relativ normal ist, dass Kinder lügen, weil sie erst in dieser Entwicklungsetappe überhaupt erst lernen, Wahrheit und Lügen zu unterscheiden.

Du meinst ein „Unwohlbefinden“, dass alleine auf seinem Leben bei uns beruht, nicht auf den Spannungen zwischen meiner Ex und mir? Ich hab mir da auch Gedanken gemacht, dass sein Erzählen, dass er bei uns „materiell unterversorgt“ wird, darauf hindeuten könnte, dass ihm bei uns eben etwas fehlt. Das, was er erzählt ist es sicher nicht, aber vielleicht fehlt ihm noch die Sicherheit, dass er bei uns wirklich einen guten Platz hat und willkommen ist. Allerdings sehe ich das nicht.

Wenn ich mir vorstelle, ich wäre euer Sohn, kann ich mir allein aus Deiner eigenen Beschreibung heraus nicht vorstellen, mich bei euch wohlzufühlen. Ich glaube nicht, dass dafür Mama die "Supermama" sein muss, sie scheint schlicht Einfühlungsvermögen für EUREN Sohn zu besitzen, das Du und Deine LG gerade nicht im Übermaß an den Tag legt.

Weil wir ihn ins Bett schicken, wenn er mal wieder eine Lügengeschichte erzählt? Das kommt alle paar Wochen vor und … wie gesagt: Ich frage hier nach möglichen Ursachen und auch ganz konkret Dich nach passenden Reaktionen. Sollen wir ihn in den Arm nehmen: Ja, Bub, Du hasts aber auch schwer bei uns! Mich in ihn einzufühlen darf doch nicht bedeuten, ihm gegenüber auch genau diese Position zu vertreten. Wenn er etwas tut, was er nicht tun soll (womit er da draußen in der Welt überall auf die Nase fallen wird – außer er sucht sich später mal eine „einfühlsame“ Frau), kann ich durchaus verstehen, warum und es nachvollziehen etc. Aber ich muss ihm trotzdem zeigen, dass das nicht läuft. Seine Mutter hat Einfühlungsvermögen. das sieht dann so aus, dass sie bei jeder Grenzüberschreitung seinerseits ein schlechtes Gewissen hat und weiß oder vermutet, dass sein Verhalten ja quasi nur ein Produkt ihrer Nicht-Erziehung bzw. ihrer antiautoritären er-kann-nichts-dafür-Erziehung ist – sie kann nichts dafür, er kann nichts dafür. Wir sind ja alle noch so klein und bitte, bitte – bloß nicht mal unfreundlich oder hart werden! Ich krieg die Wut bei dieser wir-haben-uns-alle-lieb-Pädagogik. Ich leb hier in einem Viertel, in dem es nur so wimmelt, von Eltern die sich von ihren Kindern auf die Schnauze hauen lassen, bei denen nicht klar ist, wer denn nun wen erzieht. Und das wird dann alles schöngeredet mit den Liebesbedürfnissen der Kids etc. Dass die später wie Fremde durch diese Welt laufen, die nicht verstehen können, warum sie plötzlich Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen, ist ihnen scheißegal. Aber – es ist halt angenehmer, den einfühlsamen und rücksichtsvollen Weg zu gehen, anstatt dem Kind mal weh zu tun, wenn es etwas verbockt hat. Dass danach wieder alles okay ist und dafür dann aber auch richtig okay, das scheinen viele zu übersehen. Keine Angst der Mutter, der Junge könnte gleich vielleicht wieder was verbocken, wovor sie dann die Augen zumachen müsste oder doch irgendwas tun, was sie eigentlich gar nicht will. Vielleicht ist es nicht deine Haltung, aber Dein Urteil über mich ist ebenso pauschal. Wichtig finde ich, dass das Kind weiß, woran es ist. Dass es genau weiß, was in Ordnung ist und was nicht, also keine Willkür erlebt. Und wenn es dann eine Grenze überschreitet, dann versuchen wir es zuerst mit Hinweisen und Erklärungen. Wenn das nicht reicht, damit er die Grenze oder Regel lernt und wir klar haben, dass es keine Überforderung ist, dann werde ich hart. Wie sonst soll er erfahren, dass eine Grenze wirklich eine Grenze ist? Bitte, bitte, tue das nie wieder: Guck doch, mir geht es jetzt ganz schlecht?

Ich will meine Sicht da nochmal auf den Punkt bringen: Ich finde es absolut grausam, wenn Kinder in einer Grauzone leben müssen, in der sie zwar wissen, dass hier irgendwo eine Grenze schon überschritten ist, diese aber nicht in Form eines „harten“ Gegenübers auch erleben (ich denke, „hart“ ist ein Wort, dass man hier durchaus zu einseitig verstehen kann – „fest“ wäre vielleicht besser, oder „definitiv“, eben Grenzen setzend). Die Folgen sind doch, dass die Eltern genervt sind vom ewig grenzwertigen Verhalten und die Kids verunsichert, da sie ja beide Signale bekommen: 1. sei es nicht okay, was sie machen, 2. wird es aber geduldet. Hier werden dann ein paar unangenehme Momente, in denen ganz klar Grenzen gesetzt werden – auf Kosten des Kindes – eingetauscht gegen eine „ich hab dich lieb, auch wenn du mich schlägst“-Pädagogik, in der die Kinder gar nicht mehr wissen, wo sie dran sind und vor allem: in der die Kids nicht lernen können, dass ihr Tun Ursache für eine Reaktion ist, dass die Verantwortung bei ihnen, in ihrem Verhalten liegt. Vielmehr glauben sie, wenn dann doch mal unangenehme Reaktionen kommen, dass die Eltern heute irgendwie komisch sind – denn gestern und morgen ist das gleiche Verhalten ja in Ordnung. Die Regeln stehen ständig zur Disposition und müssen täglich aufs Neue getestet werden. Das wäre eine Welt, in die ich kein Kind setzen möchte.

Ich weiß nicht recht, woher diese Angst kommt, den Kids auch mal weh zu tun – die Verletzung, es nicht zu tun ist doch ungleich größer. Unser Sohn weiß ganz genau, was bei uns okay ist und was nicht. Und er fühlt sich sichtlich wohl damit, kann da ganz Kind sein und muss nicht ständig wieder austesten, was passt und was nicht.

Im Übrigen geht es mir darum, die Grenzen klar und deutlich zu machen, möglichst ohne unserem Sohn dabei weh zu tun und in aller regel klappt das auch – aber mitunter kriegt er halt einen saftigen Anschiss und … naja, das mag er nicht – aber hinterher ist Ruhe und er weiß, wo er steht und was er besser lässt bzw. tut.

Die Lügengeschichten hab ich in der Vergangenheit zu sehr beladen mit „er kann ja nichts dafür, das kommt von seiner Mutter, die ihm diesen **tsts - ID 1** einredet“ etc. Folglich bin ich nicht wirklich dahinter gestanden, ihm das zu verbieten. Und das ist natürlich Gift für ihn.

So, noch-ein-vater nun also mitten im Streit der Erziehungsparadigmen – interessanterweise immernoch nur von Frauen umgeben … in einem „Väterforum“. Was ist los hier?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 12.03.2009 13:27
(@lavendel)
Rege dabei Registriert

Hallo, noch ein Vater,

jetzt versuche ich es gerne noch einmal:
Es ist natürlich deine Sache, wie du deinen / euren Sohn sanktionierst oder erziehst.
Klare Grenzen zu ziehen ist bestimmt richtig, aber man sollte sich immer überlegen, welche Sanktionen man ergreift und wie die auf das Kind wirken.

Ich schreibe jetzt mal von "unserer Geschichte" damit du vielleicht verstehst, was ich meine:
Die "Erziehungsmethoden" des Vaters des Jungen, damals 11, gipfelten in unserer Geschichte darin, dass mir unser Sohn "als Strafe" mit Sack und Pack vor die Tür gestellt wurde, mit der schriftlichen Ansage, dass der Vater sich nicht mehr um ihn kümmern wird. Vorausgegangen war ein Tag, in dem eine Überforderung nach der anderen für den Jungen eintrat, es gab Streit und es kam auch zu Handgreiflichkeiten.
Vorangegangen war ebenfalls das kontinuierliche Abnehmen von Zeit des Vaters mit dem Kind, eine neue LG und ein extrem rigider Erziehungsstil, inklusive Sanktionen, die aus Sicht des Kindes nicht  Einsicht brachten, sondern nur den permanenten Eindruck, vor eine Wand zu rennen und nicht verstanden zu werden.
Die Erwartung des Vaters war dann noch, das der Junge  sich nach dem Rausschmiss bei ihm meldet und sich entschuldigt.

Ich glaube, es ist kein Wunder, dass der Junge Wochen und Monate gebraucht hat, bis er seinen Vater wieder länger als ein paar Stunden, und zu Anfang auch nur außerhalb des Haushaltes sehen wollte.
Und wenn du jetzt mich fragst, wie ich das finde: Unmöglich.
Und wenn du glaubst, dass mir die Situation Spaß gemacht hat, so sage ich: kein Stück. Mich hat das fertig gemacht.

Das ist der Weg, den du gerade beschreitest.

Mich macht es sehr wütend, deine Einlassungen zu lesen.
Gruß: Lavendel


Das Dasein ist eine Tatsache, das Leben aber ist eine Kunst.

AntwortZitat
Geschrieben : 12.03.2009 14:11




(@noch-ein-vater)
Schon was gesagt Registriert

Hallo „Lavendel“.

Meine Antwort oben war nicht an Dich gerichtet, sondern an die Dame, die mir fehlendes Einfühlungsvermögen unterstellt.

Was Du beschreibst, ist nicht der „Weg, den ich gerade beschreite“. Wir haben unseren Sohn damit überfordert, von ihm eine Entschuldigung für seine Lügengeschichten zu verlangen. Wir haben gesehen, dass wir da nicht weiter kommen und einen anderen Weg eingeschlagen, über den wir, wie geschrieben noch nichts berichten können. Bis auf diesen Punkt ist mein Sohn bei uns mit den Regeln, die es da gibt (die übrigens absolut normal sind) und der Klarheit, mit der er konfrontiert wird, wenn er sich nicht an sie hält absolut nicht überfordert. Im Gegenteil – ich hab das Gefühl, dass er da richtig Spaß hat, mit dabei zu sein und seinen Krempel ordentlich zu machen, dass er lernt, mitzudenken und Spaß hat, sich einzubringen.

Bei uns gibt es auch kein „kontinuierliches Abnehmen von Zeit des Vaters mit dem Kind“ und schon gar nicht aufgrund meiner Lebensgefährtin. Es gibt einfach keine „außerplanmäßige“ Betreuung mehr – außer z.B. in den Ferien oder wenn sonst etwas größeres ansteht. Mein Sohn ist die Hälfte der Zeit bei mir und meiner Lebensgefährtin.

Und, es gibt keinen „extrem rigiden Erziehungsstil“. Ich weiß nicht, was Ihr Euch hier für ein Bild von mir/uns zimmert.

Aber nochmal zu der Frage, die den Austausch hier vielleicht wieder in eine konstruktive Richtung bringt und neben mein anscheinend ja ganz beschissenes und wenig einfühlsames Modell etwas daneben setzt, was vielleicht für uns alle ein besserer Weg wäre:

Was würdet Ihr tun wenn Euer Sohn Lügengeschichten über Euch erzählt?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 12.03.2009 14:34
 Kat
(@kat)
Schon was gesagt Registriert

"Vielleicht wollen diese Väter einfach nicht akzeptieren, dann die Beziehung getrennt ist, dass die Kinder eben mal in Ihrer Obhut sind und mal in der Ihrer Ex-Frau. Ich finde es gut und richtig, hier klar zu trennen."

Hallo NeV,

ich möchte nur auf den obigen Absatz Bezug nehmen. Wenn zwei Erwachsene ihre Beziehung trennen, ist das deren Entscheidung. Kinder werden nicht gefragt und müssen diese Entscheidung akzeptieren, ob sie das wollen oder nicht.
Wie wird das später sein, wenn euer Sohn mal außer der Reihe Fragen hat oder Rat braucht? Sagst Du ihm dann, SORRY, es ist gerade Mama-Zeit, aber am Samstag können wir das klären, weil da ist dann Papa-Zeit.
Eltern sollten IMMER für Ihre Kinder da sein und nicht nur innerhalb eines festgelegten Zeitplanes.

Ich finde es wichtiger, nach den Ursachen für die "Lügengeschichten" zu suchen, auch wenn das sicher eine längerfristige Sache ist. Bestrafung ist nicht unbedingt der richtige Weg, das abzustellen.

Gruß
Kat


AntwortZitat
Geschrieben : 12.03.2009 14:59
(@noch-ein-vater)
Schon was gesagt Registriert

Wie wird das später sein, wenn euer Sohn mal außer der Reihe Fragen hat oder Rat braucht? Sagst Du ihm dann, SORRY, es ist gerade Mama-Zeit, aber am Samstag können wir das klären, weil da ist dann Papa-Zeit.

Quatsch. Wichtig finde ich (in dem Alter, in dem er jetzt ist), dass er sich nicht entscheiden darf oder muss, wo er hingeht, sondern dass wir das für ihn entscheiden. Aber das ist ein anderes Thema.

Hier konkret geht es aber nicht um die Bedürfnisse unseres Sohnes, sondern um die der Mutter. Die Mutter hat doch hier keinen Bock auf ihren Sohn – will lieber feiern gehen. Sie will nicht für ihn da sein. Ich hab da auch prinzipiell kein Problem mit, dass man mal weg will und sein Kind unterbringt (auch wenn ich persönlich das praktisch nie tue, da ich ja an den Tagen, an denen er nicht bei uns ist abends ausgehen kann, wie ich lustig bin). Aber es kann doch nicht angehen, dass ich mich entscheide, feiern zu gehen und meinen Sohn meiner Mutter vor die Tür stelle: „Mütter sollten IMMER für ihre Kinder da sein“. So ein Käse! Ich hatte (und hab) überhaupt kein Problem damit, meinen Sohn in den Zeiten bei mir zu haben – was mich angekekst hat war zum einen das Anspruchsdenken seiner Mutter mir gegenüber (ich will jetzt was anderes tun, also musst Du einspringen) und zum Anderen auch noch der Punkt, dass sie regelmäßige Arbeitstermine auf die gleiche Art zu lösen versucht hat – anstatt sich einfach mal mit mir hinzusetzen und klar zu machen: An den und den Tagen kann ich nicht, würdest Du ihn da nehmen. Aber es war immer ein spontaner, kurzfristiger Anruf, ihr Termin (auch Feiernwollen) sei so wichtig und sie konnte niemanden finden und ich müsse ihn jetzt nehmen – beim Nachhaken hat sie dann erzählt, dass sie gar niemanden gesucht hat und der Termin ein regelmäßiger ist oder schon seit Wochen steht. Das Spiel spiele ich nicht mit. Ich hab da ansonsten kein Problem mit, wenn sie das ohne krumme Touren bei mir reindrücken will – wir haben uns auch immer unterstützt und unseren Sohn zum Teil mehrere Wochen am Stück genommen, wenn der andere z.B. im Ausland arbeiten musste etc. (wobei auch hier niemals unser Sohn die Schwierigkeit war, sondern die finanziellen Ausfälle durch den Arbeitsausfall). Ein anderer Punkt, den sie inzwischen leider angefangen hat abzubauen (als ich mit meiner Lebensgefährin zum ersten mal alleine in Urlaub fahren wollte, war ihre Unterstützung plötzlich absolut zurückhaltend – anders als früher).

Ich finde es wichtiger, nach den Ursachen für die "Lügengeschichten" zu suchen, auch wenn das sicher eine längerfristige Sache ist. Bestrafung ist nicht unbedingt der richtige Weg, das abzustellen.

Aber was konkret tun? Du erfährst von Deinem Kind, dass er da draußen eine Lüge über Dich erzählt hat. Alltag? Ist schon okay? (Nachdem die letzten beide male ernsthafte Ermahnungen nichts genutzt haben). „Ursachenforschung“ – klar, was meinst Du, was ich hier tue? Mein Anliegen war, hier Literatur über das Thema empfohlen zu bekommen oder Erfahrungsberichte zu hören.


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Themenstarter Geschrieben : 12.03.2009 15:28
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hm,

ganz ehrlich. So wie ich dich hier erlebe lieferst du grade eine Steilvorlage für das Scheitern des WM.

Ihr seid als Eltern beide derzeit nicht besonderns kommunikationsbereit. Bei dir lese ich immre wieder das "wir" als Front gegen KM und auch Sohn. Auf Dauer kann das nicht gutgehen und dem Kind tut es jetzt schon nicht gut.

Tja was tun, wenn Kinder lügen oder wo liegen die Ursachen. Die Frage ist nie leicht zu beantworten. In solchen Situationen lügen Kinder, wenn sie Angst haben mit der Wahrheit einen oder auch beide Elterteile zu verletzen.

Ein Kind soll mit Sicherheit nicht ständig entscheiden dürfen wo es grade "leben" will. Aber ich finde es wichtig, wenn es die Sicherheit hat, das es jeder Zeit zum anderen Elternteil kommen kann, wenn  Not am Mann ist.

Es mag deiner Ex übel aufstoßen, das du ne Neue hast, sie mag vielleicht auch gerne Party machen, du nicht. Es gibt sicher Gründe warum ihr euch getrennt habt. In Trennungsfamilien sicher immer schwierig die Grenze zu finden. Wo springt man nach der Ex und wo erwischt man ehe rdas Kind.

Tatsache ist, das euer Kind sich derzeit nicht wohl fühlt und auch lügt, entweder um das zu untermauern oder um es zu überspielen.

Versuch doch mal eine Weile deinen Sohn gegenüber als "ich" aufzutreten und nicht als "wir". Die KM mag euch mißtrauen, ich denke sie will nur euer Kind schützen und daher sicher wichtig, das du der KM auch als "ich" und nicht als "wir" gegenüberstehst.

Oft eine Sache der Formulierung. Wir sind auch Patchworkfamilie. Aber gegenüber der Ex oder seinen Kindern heißt es nicht: Wir machen das so oder so, sondern bei uns ist es eben anders. Nicht besser, nicht schlechter, eben anders. Damit können auch die Kinder inzwischne gut umgehen. Bei Mama wird mit Sakrotan geputzt und es ist egal, das man beim essen schmatzt und nicht richtig mit Messer und Gabel umgehen kann. Bei uns ist auch schonmal nicht aufgräumt, aber auf Tischmanieren wird wert gelegt.

Während die Große jahrelang die Nase gerümpft hat, weil bei uns eben auch Katzenhaare rumliegen und das eklig ist, sagt sie nun 3 jahre später: Die Mama geht mir mit ihrem Putzwahn auf den Keks. Das kann sie aber nur sagen, weil sie eben beides kennt und jeder Elternteil die Erziehung des anderen stehen lässt. "Es ist eben anders..."

Tina


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

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Geschrieben : 12.03.2009 15:50
 Kat
(@kat)
Schon was gesagt Registriert

Nochmal Hallo NeV,

ich finde deine Einstellung eurem Kind gegenüber sehr bescheiden.
Du schreibst, daß es der KM nur um Ihre eigenen Befindlichkeiten geht und sie keine Bock auf euer Kind hat. Daher willst Du sie nicht noch unterstützen und bestrafst letztendlich ein 8jähriges Kind.

Der kleine Mann kann nichts dafür!!! Wie Tina weiter oben geschrieben hat, Sicherheit zu wissen, daß immer jemand für sie da ist, ist für Kinder sehr wichtig. Und dieser Jemand sollte doch an erster Stelle wohl Mama oder Papa sein.
Euer Sohn scheint diese Sicherheit verloren zu haben und reagiert darauf in der Art und Weise, wie ihr sie gerade kennenlernt. Seht es als Hilferuf seinerseits und helft ihm, anstatt ihn konsequent zu bestrafen.

Kat


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Geschrieben : 12.03.2009 16:12
 Mux
(@mux)
Registriert

Hallo Noch-ein-Vater!

Ich habe mit großem Interesse Deinen Beitrag mitverfolgt. Ich habe mich bisher zurückgehalten, da ich Dir keinen wirklich sinnvollen Rat geben kann, außer vielleicht Deinen/Euren Weg weiterzuverfolgen. Ich schreibe jetzt hier doch mal, weil ich finde, dass Dir hier ungerechtfertigter Weise sehr starker Gegenwind entgegenbläst. Die etwas unglückliche Verwendung des "unser Sohn" hast Du ja auch berichtigt.

Viele Deiner Erfahrungen gerade in Erziehungsfragen decken sich mit den meinigen und die Situation ist vergleichbar, wenn auch nicht in Bezug auf die Lügengeschichten. Ich bin Vater eines inzwischen 5 1/2jährigen Sohnes, habe gerade einen 9tägigen Skiurlaub zusammen Kind und Freundin hinter mir und stelle mir auch die Frage, was kann ich tun?

Die Mutter meines Kindes antwortete mir mal, als ich Ihr schrieb, sie solle doch bitte auf minimale Höflichkeitsformen bei unserem Sohn achten, Tiere könne man dressieren, Menschen nicht. Will sagen, da passiert nichts, null Erziehung, d.h. ich bin in der Situation, dass ich versuche an den zwei/drei Tagen am WE, wo er bei uns ist, ihm etwas beizubringen/ zu erziehen. Als er schon fast drei war, haben wir ihn im Urlaub – hinterher von heftigen Vorwürfen der KM flankiert - von den Windeln entwöhnt. Jedes gemeinsame Essen war von klein auf Kampf. Er hört grundsätzlich nicht, wenn man ihn anspricht. Zappelt und kaspert rum ohne Ende oder heult bei Kritik – einen Zwischenzustand gibt es nicht. Ich bzw. wir (meine Freundin erzieht genauso mit, wie soll das anders funktionieren?) merken, dass unsere konsequente Haltung trotzdem langsam Früchte trägt, wir merken, dass die unterschiedlichen Regeln in den zwei Haushalten (also bei uns und der KM) bei ihm angekommen sind und auch einigermaßen akzeptiert werden. Der Schlüssel zum Erfolgt ist meiner Meinung nach Konsequenz und die Kinder lieben es. Sie wollen Grenzen – natürlich nur, um diese zu überschreiten – und dann zu gucken, was passiert, wenn sie es tun. Und es sollte dann auch Konsequenzen haben, d.h. bei uns wird er auch früher ins Bett gesteckt oder Vorlesegeschichte fällt aus oder so was.

In dem Urlaub, hat uns mein Sohn, dauernd davon vorgeschwärmt, wie toll es bei Mama ist, und dass die viel lieber ist und so. Hat mich schon getroffen, meine Freundin meinte nur, bei der Mutter macht er das gleiche, mach Dir nichts draus.

Lügen würde ich nicht akzeptieren, genauso wenig wie Beschimpfungen, die mein Sohn gerade teilweise ausprobiert. Was kann man tun? Ich glaube nicht mehr, als den Kindern das vorleben, was man auch von ihnen möchte. Insofern macht Ihr schon alles richtig. Über die KM etwas zu bewirken habe ich völlig aus meinen Überlegungen gestrichen. Bringt wahrscheinlich auch nichts in Deinem Fall. Die Zeit wird es zeigen. Viel Geduld braucht ihr. Aber das tut Erziehung immer. Sogar in intakten Familien.

LG,
Mux
       


AntwortZitat
Geschrieben : 12.03.2009 16:13