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Umgang und Erziehung

 
(@kriii)
Schon was gesagt Registriert

Hallo!

Ich habe ein wenig in diesem Forum gelesen, und empfinde eure Antworten und Tipps als sehr professionell und hilfreich, deshalb hoffe ich, dass euch vielleicht auch etwas zu unserer Situation einfällt.

Erstmal etwas zu mir: ich bin "nur" die Zweitfrau, d.h. mein Mann hat einen Sohn (9)  aus erster Ehe, diese ging vor etwas mehr als 8 Jahren in die Brüche. Mit der KM gab es öfter Probleme bezügl. Umgangsrecht, so dass dies irgendwann gerichtlich festgelegt wurde. Die beiden haben gemeinsames Sorgerecht, die KM ist mit dem Sohn ca. 100 km von uns weggezogen, dem hatte mein Mann vor ca. 2 Jahren unter der Bedingung zugestimmt, dass der Sohn immer an den Wochenenden bei ihm ist, wenn er Frühschicht hat. Dies wurde damals gemeinsam beim Jugendamt so besprochen. Natürlich könntet ihr jetzt sagen, dass ich als Zweitfrau ja garnichts mit all dem zu tun habe, aber ich habe meinen Mann MIT seinem Sohn geheiratet. Und alles was ihm Sorgen bereitet, macht auch mir Sorgen.

Unsere Probleme momentan sind folgende:

1. Umgang am Wochenende:
Der Sohn meines Mannes hat angefangen, im Verein bei ihm zuhause Fussball zu spielen. Da die Spiele natürlich immer am Wochenende sind, kann er nicht mitspielen, wenn ein Papa-Wochenende ist. Mein Mann hat ihm erklärt, dass das zwar schade ist, aber er an den Wochenenden nicht darauf verzichten will, seinen Sohn zu sehen. An diesem Strang zieht die KM aber leider nicht mit, sondern sagt, wenn ihr Sohn nicht will, dann muss er nicht zum Papa, mein Mann solle doch zum Anwalt gehen, wenn ihm das nicht passe.
Meint ihr, das es wirklich ein Grund ist, den Umgang ausfallen zu lassen, wenn das Kind wegen einem Fussballspiel nicht will? Mein Mann und ich stehen auf dem Standpunkt, dass es manchmal halt blöde Situationen im Leben gibt, und dass der Kleine damit leben muss, so hart das klingt. Sehen wir das vielleicht zu einseitig? Sollte man dem Kind "nachgeben"?

2. Erziehung
Wie gesagt, die beiden haben GSR aber die KM hat das ABR. Nun ist es so, dass der gemeinsame Sohn (zur Erinnerung: 9 Jahre alt) bei der KM Filme gucken darf, die ab 16 freigegeben sind und sogar Videospiele spielt, die ab 18 sind!! Mein Mann ist da absolut gegen, und hat jetzt schonmal mit dem Jugendamt Kontakt aufgenommen, da er hier bzw. in einer Erziehungsberatung ein gemeinsames Gespräch u.a. zu diesem Thema führen will. Ihm wurde dort aber schon gesagt, dass falls die KM sich dagegen sperrt, ihm nur der Weg vor Gericht bleibt. Betreffen solche "Erziehungsfragen" überhaupt das Sorgerecht? Oder kann die KM in dieser HInsicht machen was sie will, weil sie das ABR hat?

Und zum Schluss nochmal eine ganz allgemeine Frage: mein Mann ist im Grunde der Ansicht, dass die Zukunftschancen seines Sohnes besser wären, wenn er bei uns leben würde. Dies ist aufgrund einiger Vorkommnisse bzw. Situationen so, die sich in den letzten zwei Jahren ereignet haben. Da hier aber nichts "schwerwiegendes" vorgefallen ist wie Schlagen, verwahrlosen o.ä. meine Frage: hat mein Mann überhaupt eine Chance, das ABR zu bekommen? Was wäre ein Grund?

So, wer hier angekommen ist, schon einmal vielen Dank für's Lesen, ist jetzt doch ziemlich viel geworden, obwohl ich soviel wieder weggelassen habe. Vielen Dank im vorraus auch schonmal für alle, die vielleicht Tipps für uns haben!

Viele Grüße
Kriii


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 22.10.2009 22:47
(@mariposa)

Hallo Kriii,
ich möchte Dir nur kurz auf deinen Punkt 1 antworten, denn ich sehe das nicht so, wie Ihr. Es geht hier um das Kind und nicht um eure bedürfnisse und wenn der Junge zum Fussball möchte, ist das eben so. Und um "nachgeben" geht es hier schonmal garnicht aus meiner Sicht. Vieleicht könntet Ihr gemeinsam mit der Mutter andere Umgangszeiten festlegen, etwas verschieben oder der KV könnte doch vieleicht zugucken wenn junior fussball spielt und dann mit zu euch nehmen oder so. Wenn das wegen der entfernung nicht gehen sollte, dann würde ich raten das Papa dem Jungen erklärt, was diese Wochenenden für Papa bedeutet und das er aber verstehen kann das Junior gern Fussball spielen geht, daher man sich nicht mehr so oft sehen kann wie zuvor.  Oh,... merke gerade könnte sich vorwurfsvoll anhören,...das sollte es auf keinen Fall.  Vieleicht können dir hier andere im Forum bessere Ratschläge geben!!!!!
Aber Kriii, ich denke Kinder merken schon früh genug das es im Leben bescheidene Situationen gibt und das das Leben kein Ponyhof ist, müsst ihr ja nicht fossieren.
lg mariposa


AntwortZitat
Geschrieben : 23.10.2009 11:01
(@mariposa)

Nochmal "herzlich willkommen" hier!!
Also, muss ja nochmal was fragen; Wieso schreibst Du

hat mein Mann überhaupt eine Chance, das ABR zu bekommen? Was wäre ein Grund?

Es gibt da keine Aufzählung von Gründen, die Ihr dann nach und nach abhaken könnt. Wieso ist denn eurer Meinung nach der Junge gefährdet? Schreib mal etwas genauer?? Gründe gibts, aber nach dem was ich hier bei Dir auffasse, sind da wohl keinerlei Hinweise auf Kindeswohlgefährdung!!
LG MARIPOSA


AntwortZitat
Geschrieben : 23.10.2009 11:49
(@annasophie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Krii,

aufgrund der Entfernung kann ich verstehen, dass ihr den Jungen nicht Freitag abholen wollt um ihn dann Samstag zum Fußball zu bringen; aber wie wäre es, wenn die Wochenenden, wo der Spieltag auf einem Samstag liegt getauscht wird und ihr die Sonntagsspiele abdeckt, die am Papa-Wochenende liegen?

Denn, wenn der Junge nicht regelmäßig zum Spiel kommen kann ist es gut möglich, dass der Trainer ein anderes  Kind in die Stammmannschaft aufstellt, und das ist für ihn auch nicht schön.

Bei Mannschaftssportarten ist es wichtig, auch zu spielen, wenn man aufgestellt ist.

Und, es ist nicht das ganze Jahr über Fußballsaison. Es gibt eine Saison und davor und danach gibt es noch Turniere. Das ist aber alles im Regefall planbar. Entweder steht auf der Homepage des Vereins die Spieltage oder die KM kann diesen Spielplan auch weitergeben.

Was in meinen Augen an dieser Aktivität positiv ist: der KV lernt das Hobby seines Sohnes kennen und wenn er ihn zu einem Teil der Spielen begleitet auch seine Kumpels und teilweise deren Eltern kennen.

Wenn das Umgangsrecht gerichtlich festgelegt worden ist, gibt es da eine Regelung über nachzuholende Wochenenden wenn der Umgang ausfällt?

Wieso hat die KM das ABR erhalten?

Was ist im Alltagsleben bei der KM so  gravierend, dass der Junge zu euch kommen soll? Rausgerissen aus dem gerade gewonnenen Umfeld?

Ich sehe da keine großen Chancen, wenn der Junge nicht zu euch will.

Sophie


AntwortZitat
Geschrieben : 23.10.2009 13:19
(@kriii)
Schon was gesagt Registriert

Hallo! Danke erstmal für deine Gedanken...

Zum Fussball: was du schreibst, ist genau DIE andere Seite, um die unsere Gedanken kreisen... Nachgeben war vielleicht blöd ausgedrückt. Wenn der Papa zugucken fährt und ihn dann mitnimmt, fällt ein kompletter Tag Umgang weg und der Kleine wäre nur von Samstag abend bis Sonntag nachmittag beim Papa.  Natürlich ist der Umgang im vollen Umfang ein Bedürfnis des Papas, aber was natürlich auch dahinter steckt: was passiert, wenn der Kleine sagt, wer will nicht kommen, weil er mit einem Kumpel verabredet ist, oder ganz überspitzt: er etwas im Fernsehen gucken will, wo er weiß, dass er das beim Papa nicht darf? Wo ist da die Grenze? Wie handhaben andere Papas solche Situationen? Es wäre wirklich alles einfacher, wenn er noch in der selben Stadt wohnen würde.... Die große Angst ist, dass er irgendwann gar nicht mehr kommt. Und die KM unterstützt das leider noch (Fussballspiele wurden schon aus allen möglichen Gründen sausen gelassen und sie fängt jetzt schon an mit "dein Sohn wird auch älter, und irgendwann will er vielleicht gar nicht mehr zu dir!")

Zum ABR: mein Mann ist der Meinung, dass die Zukunftschancen für seinen Sohn besser wären, würde er bei ihm leben. Eine Kindeswohlgefährdung im klassischen Sinne liegt wohl nicht vor. Warum er der Meinung ist?
- KM lebt mit ihm in einem Sozialviertel, der Umgang dort ist nicht der beste... (der Kurze hat z.B. bei seinen Freunden (oder großen Brüdern???) schon Pornos gesehen)
- KM unterstützt ihn nicht ausreichend was die Schule angeht, er bräuchte mehr Aufmerksamkeit/Förderung in dieser Hinsicht, da er eine leichte Konzentrationsschwäche und Rechtschreibschwäche hat. Konsequenz ist, dass er nun schon eine Klasse wiederholen musste (das ist an sich ja nicht schlimm, aber nun muss etwas getan werden, damit es bergauf geht!)
- KM hat eigenmächtig eine Ergotherapie abgebrochen, die aufgrund oben genannter Diagnose verordnet wurde. Begründung ist, dass der Kleine mit in den Kleingartenverein soll, wenn der Rest der Familie auch dort ist, und das passt nicht mit den Terminen. Das sagt einiges darüber aus, mit wieviel Elan sie dabei ist, wenn es darum geht ihren Sohn zu unterstützen, wenn es notwendig ist.
- Allgemeiner Erziehungsstil der KM: der Kleine muss nicht zur Schule, wenn er über Kopfschmerzen klagt, darf aber am Nachmittag mit seinen Freunden spielen. Er guckt Filme und spielt Videospiele die absolut nicht für ihn geeignet sind, und wird sich damit völlig allein überlassen. KM hat weiterhin Schulden und ist grad aus dem Insolvenzverfahren geflogen... gut, da gibt es viele, und die haben auch Kinder, aber es macht dem Papa ein ungutes Gefühl, dass dem Kleinen das so vorgelebt wird.

Nun ist die Frage, ob diese Gründe ausreichen, um das "große Fass aufzumachen", oder ob das zum scheitern verurteilt ist, und man dem Jungen nur mehr Streß dadurch machen würde. Dann müsste man sich andere Wege suchen, um auf die KM einzuwirken, gerade was Schule betrifft. Aber wie schon gefragt: kann man überhaupt einwirken?? Was passiert, wenn sie sich gegen JA, Erziehungsberatung usw. sperrt?

Viele Grüße
Kriii


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.10.2009 13:42
(@kriii)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Sophie!

Mit den Wochenenden ist es bei uns etwas kompliziert, da mein Mann im Schichtdienst arbeitet. Der Kleine ist an jeden Frühschicht-WE bei uns, mein Mann hat sechs Wochen im Wechsel Früh- und Spätschicht und dann drei Wochen am Stück Nachtschicht. Wenn das UmgangsWE von der KM aus ausfällt muss nachgeholt werden, wenn es vom Papa her ausfällt, fällt es halt weg. Nachholen ist aufgrund der Schicht daher auch schwierig.

Am ersten WE, wo das mit den Fussballspielen anfing, haben wir das so gemacht, und dem Kleinen gesagt, dass das nicht immer geht, sondern eine Ausnahme ist: am Freitag 200km Kind abholen, am Samstag 200km mit Kind zum Fussball, am Sonntag 200km Kind zurückbringen. Mein Mann hat mit dem Trainer gesprochen und ihm die Situation erklärt, dem Trainier eine Liste mit allen Papa Wochenenden gegeben und gesagt, bei Sonntagsspielen ist es kein Problem, da kommt er mit ihm. Der Trainer war einverstanden. In der Zwischenzeit hat der Kleine mehrere Spiele verpasst, wo die KM gesagt hat, er soll nicht hin... z.B. wieder Kleingartenverein oder ein Schulfreund kam zum spielen.

Gruß
Kriii


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.10.2009 13:52
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

@ Kriii,

was mich bei solchen "Vorwurfs-Katalogen" immer wieder interessiert: Woher kommen diese Info's? Ich halte ganz sicher nichts davon, dass 9-Jährige Porno's sehen oder Ego-Shooter spielen. Man kann aber ganz sicher davon ausgehen, dass sie - wenn sie solche Dinge täten - damit kaum stolz bei ihren Vätern und Stiefmüttern hausieren gehen würden.

Solche Vorwürfe mögen ganz toll ins Bild passen, wenn man dem anderen Elternteil ans Bein pinkeln möchte; ich habe aber immer ein Problem mit ihrem Wahrheitsgehalt: Sitzt Ihr daneben, wenn der Kurze Porno's schaut oder nicht kindgerechte Computerspiele spielt? Befragt Ihr fortlaufend das Umfeld der Mutter nach den Gewohnheiten ihres Sohnes? Oder wäre es eben nicht einfach nur "schön", wenn die Ex Deines Mannes solche Dinge tolerieren würde, weil man dann so herrlich über sie herziehen kann?

Just my 2 cents
Martin
(der sich immer wieder wundert, welche "gesicherten Erkenntnisse" manche Ex-Partner übereinander zu haben behaupten)


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.10.2009 14:09
(@kriii)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Brille!

Ja, vieles davon ist gesichert, natürlich kann man sich manchmal nicht davon frei machen, einiges schlimmer zu sehen, als es ist. Ich gebe zu, das mit den Pornos wissen wir nur aus seinem Mund, aber das Videospiel (GTA Chinatown für den Nintendo DS) hat er hier bei uns auf dem Sofa gespielt, bis mein Mann ihm sagte, dass er das nicht möchte, weil so ein Spiel nicht für ihn geeignet ist. Wir sind sehr, sehr bemüht, auseinander zu halten, was wirklich das Kind betrifft, und was eigentlich doch die KM betrifft, manchmal lässt es sich nicht so leicht trennen, was ihr ja alle wisst. Deshalb Danke für deine Anregung!! Einen solchen Katalog wollte ich eigentlich umgehen, aber da explizit nach Gründen gefragt wurde, habe ich das, was uns bzw. den Papa beschäftigt, aufgelistet. Es geht uns auch primär darum, etwas zu ändern, und nicht darum, zu erzählen "wie schlimm sie ist". Daher nochmal die Frage: weiß jemand Möglichkeiten, hier einzugreifen???


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 23.10.2009 14:18
(@annasophie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Krii,

dann ist das mit dem Fußballspielen  doch ganz einfach: ihr habt mit dem Trainer gesprochen und der weiß Bescheid. Damit könnt ihr dem Kurzen sagen, dass der Trainer Bescheid weiss und abgesprochen ist, dass die  Sonntagsspiele von euch wahrgenommen werden. Damit dürfte das Thema durch sein.

Was das erzählen angeht da wäre ich vorsichtig: meine Kinder erzählen beim KV beispielsweise, dass wir über nichts sprechen, sondern alles totschweigen. Ist so natürlich nicht richtig. Aber bei ihm findet dann ein runder Tisch statt, bei dem - so Aussage der Kinder - alles in epischer Breite ausdiskutiert wird. Das findet bei mir aus zwei Gründen so nicht statt: zum einen fehlt mir die Zeit dazu das so ausufernd zu betreiben und zum zweiten gibt es feste Regeln  die bei mir einzuhalten sind und da werden eben auch mal Verbote ausgesprochen.

Wenn die Mutter aber hier Ergotherapie nicht wahrnimmt, dann solltet ihr in dem Bereich dranbleiben.
Und wenn die Mutter mit dem Kind nicht ausreichend lernt, kann jemand anderes mit ihm lernen  bzw. kann er Material bekommen wo er selbständig lernt, evtl. ein PC-Programm?

Und das die KM mit ihm nicht im Nobelviertel wohnt, wenn sie eine Insolvenz machen muss ist auch klar. Aber nicht jedes Sozialviertel hat nur negative Seiten. Evtl. gibt es in diesem Viertel so etwas wie die Arche in Berlin?!
Kopfschmerzen können auch ein Zeichen sein, dass das Kind sich in seiner Klasse nicht wohlfühlt etc. Genau wie Bauchschmerzen. Was sagt der Klassenlehrer zum Kind? Habt ihr da Kontakt?

Sophie


AntwortZitat
Geschrieben : 23.10.2009 14:47