Hallo,
Ich wohne ziemlich weit von meinem Sohn. Meine Ex ist im Sommer ca. 500 km weggezogen, und ihn mitgenommen. Also, fahre ich einmal im Monat zu ihm, fuer 4-5 Tage. Ich versuche jedoch mit ihm taeglich zu telefonieren. Er ist 8 Jahre alt. Allerdings war er nie ein grosser Fan von Telefongespraechen (als seine Grossmutter ihm frueher angerufen hatte, hat er Gespraeche sehr schnell abgebrochen). Am Angang nach seinem Umzug jedoch hat er gerne etwas laenger telefoniert. Jetzt bricht er immer oefter die Gespraeche schnell ab. Wir haben nicht sehr viel zu besprechen - er spricht ueber seine Schulerfahrungen nie, und ich kann auch kaum Geschichte fuer jedes Gespraech auszudenken.
Es scheint, dass die taegliche Kommunikation nicht mehr lange durchfuehrbar ist. Ich denke nicht, dass meine Ex es aktiv unterbindet, allerdings macht sie das wahrscheinlich passiv, und sicherlich ist sie keine Hilfe in meinem Kontakt mit dem Sohn.
Soll ich in dieser Situation die taeglichen Anrufe unterlassen? Sind das nicht die ersten Schritte in der Entfremdung-Richtung, und was soll ich in dieser Situation tun?
(Ich sehe ihn nur 1 mal im Monat, und das hat grosser Entfremdungs-Potential).
Fuer Ratschlaege waere ich sehr dankbar.
Max
Hi,
also mein LG sieht seine Tochter (9 Jahre,) aufgrund der ebenfalls grossen Entfernung (500km) und Geldknappheit, auch nur 1x im Monat.
Allerdings nur jedes erste Wochenende im Monat von Samstag 10 Uhr bis Sonntag 16 Uhr.
Dann verbringt sie noch 2 Wochen Sommerferien bei uns und manchmal auch über Ostern.
Telefonieren ist leider gar nicht möglich, weil die Ex seit neuestem eine Geheimnummer hat und diese nicht raus rückt. Und Handy zu teuer ist.
Ich bin ja nun jedes mal mit dabei und konnte bisher noch nicht feststellen, dass sie sich entfremdet hat von meinem LG.
Sie freut sich jedes mal sehe, wenn er sie abholen kommt und ist sehr anhänglich.
Vielleicht wäre für Dich ja auch noch eine Möglichkeit, Deinen Sohn in den Ferien bei Dir zu haben?
Ich denke, solange diese Treffen mit Deinem Sohn regelmässig sind, wird da keine Entfremdung stattfinden.
LG Simone
Hi Maxim,
nun ja, nicht an allem Übel dieser Welt muss eine Ex schuldig sein. Viele Kinder haben einfach das Telefonieren für sich nicht gepachtet. Mein Sohn telefoniert auch ab und an mal mit seinem Vater. Es gibt Tage, an denen er dann wirklich mal erzählt wie ein Wasserfall und andere, wo er gerade drei Sätze sagt und dann "Ich geb Dir mal Mama!".
Gerade wenn ihr täglich telefoniert, was soll er denn da auch immer zu erzählen haben? Ich würde mit ihm darüber sprechen, dass Du vielleicht nur noch 2-3x in der Woche anrufst und vielleicht hat er dann mehr zu sagen.
@Mone: Hat das Kind ein eigenes Handy? Die meisten Anbieter bieten netzintern heute schon Flatrates an, das heißt, innerhalb des Netzes oder von diesem Netz ins Festnetz zahlt man nichts, weil es in der Grundgebühr enthalten ist. Wenn also Töchterchen bspw. V*dafone hat, wäre es halt sinnvoll ebenfalls V*dafone zu haben und dann kann man telefonieren wie man lustig ist.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hi LBM,
nein, sie hat kein eigenes Handy. Laut Ex, ist sie noch zu jung. Darf erst, wenn sie 12 ist eins bekommen.
Tja, und bevor ihr das abgenommen wird lassen wir das lieber.
Und bei zwei Brüdern (17+13), die nix mehr mit meinem LG zu tun haben wollen, ist da die Gefahr des abnehmens sehr gross.Sie meinte zwar letztens, sie würde es dann eben verstecken, aber das gibt wieder nur unnötigen zusätzlichen Stress.
Wie das telefonieren noch möglich war, war die Kleine auch meist sehr wortkarg am Telefon. Mehr wie "ja", "nein", "gut", "vielleicht" und "weiss nicht", kam da meist nicht bei rum.
Du siehst, Maxim, telefonieren ist tatsächlich nicht jedem seine Sache.
Hallo Maxim,
also, ich würde das auch etwas niedriger hängen. Meine Situation ist zwar ganz anders als deine, aber bei mir ist es so, dass mein Elfjähriger ein ziemlicher Telefonmuffel ist, d.h. wir telefonieren eigentlich so gut wie nie. Allerdings ist es so, dass ich ihn regulär jedes zweite Wochenende sehe (Umgangswochenende zusammen mit seinem kleinen Bruder), und derzeit meistens an dem anderen Wochenende auch, zwecks Hausaufgaben, und Lernen für Schulaufgaben, und so weiter. Täglichen Kontakt haben wir definitiv nicht; und ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und spreche nicht nur für mich, sondern auch für ihn: Keinem von uns beiden fällt deswegen ein Zacken aus der Krone.
Nun gut, wirst du sagen, bei einem Elfjährigen sieht das anders aus als bei einem Achtjährigen, und du siehst deinen Jungen nur alle Monate (was wirklich hart ist).
Ich erzähle daher mal, wie es mit meinen Vierjährigen ist: Wir telefonieren überhaupt nicht. Weil wir nicht können. Der Kleine ist hochgradig schwerhörig auf beiden Ohren, wir sind gerade erst beim Sprechen lernen; telefonieren ist noch in ganz, ganz weiter Ferne. Es kommt schon mal vor, dass ich ihn nur alle zwei Wochen zum Umgangswochenende sehe - und er freut sich jedesmal wie ein Schneekönig, mich zu sehen (mir geht's natürlich genau so, aber darum geht's hier nicht). Von Entfremdung jedenfalls keine Spur, wohlgemerkt bei einem Vierjährigen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Was du befürchtest, kann passieren, muss aber nicht passieren. Ich sehe es so ähnlich wie LBM: Rede mit deinem Sohn, ob es vielleicht besser ist, wenn ihr etwas seltener telefoniert, dafür aber intensiver. Also statt täglich drei Sätze lieber nur zweimal die Woche, dafür aber ausführlich. Frag ihn doch einfach bei deinem nächsten monatlichen Besuch, wie er das sieht. Ich denke, ein Achtjähriger hat da durchaus schon seine eigene Meinung zum Thema, unabhängig von dem, was Frau Mama und Herr Papa jeweils meinen.
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hey @Maxim20
Ich schilder dir mal meine Sicht zum telefonieren, vielleicht ist es ein Ansatz dazu zu verstehen warum es evtl. nicht mehr so gut läuft.
Ich habe eigentlich immer recht gern telefoniert, egal mit wem, auch lang..
Aber nachdem ich mit jemandem über 7 Jahre üpberwiegend telefonischen kontakt pfegen "mußte2, muß ich sagen das mich telefonieren eher nur noch abnervt..
Das blöde am telefonieren ist, das man den anderen nicht sieh´t, seine Mimik nicht mitbekommt, u es nur ein rein verbales Gespäch ist, das regelrecht genau dann geführt werden muß, wenn das Gerät am Ohr hängt u man miteinander telefoniert und genau dann muß das Gespächsthema da sein, oder aber genau dann muß das da sein, was man evtl. dem anderen mitteilen will/möchte/muß .. u genau dann denkt man grad nicht an jenes oder diese, oder es ist einem just grad nicht danach darüber zu sprechen, oder oder..
Und ich denk für ein Kind ist das noch mehr "gebundener" ...
Täglich kann hier eher stressig u nervig werden, leider ist aber ja nun kein anderer Kontakt mal eben so möglich, ok, dennoch würde ich da empfehlen, nicht täglich anzurufen, u auch ihm die Möglichkeit zu geben, das er dich anrufen kann, und zwar dann wenn ihm danach ist, wenn er dir vielleicht grad etwas erzählen will..aber selsbt da soltest du nicht sonst was erwarten..
Auf jedenfall komm ab vom täglichen regemäßigen, vermutlich zur gleichen Zeit, Telefonat..das bringt nichts, eher bringt es nur ein nerviges Gefühl u Lustlosigkleit überhaupt noch zu telefonieren.
Am Rande, vielleicht freut er sich ja auch mal über einen Breif von dir, und scheibt vielleicht sogar zurück, versuche das doch auch mal, um auch einen anderen Kontakt noch zu halten mit ihm...
Gruß
Jens
