Hallo,
bei den Freikirchen ist es üblich, dass die Kinder im Gottesdienst gesegnet werden und damit unter den Schutz Gottes gestellt werden. Und dann können sie sich später taufen lassen, wenn sie daran glauben.
Ich wollte die Kinder taufen lassen - wir haben es auch getan - unter dem Aspekt von Martin Luther. In seiner höchsten Not hat er auf den Tisch geritzt: ich bin getauft. Was so viel heißen sollte, wie ich bin von Gott angenommen, ich bin sein Kind.
Allerdings habe ich klar gesagt, die Kinder müssen sich dann später selbst zum Konfirmandenunterricht anmelden, das soll ihre bewußte Entscheidung sein. Und wenn sie sich nicht konfirmieren lassen ist das ihre Sache. Zumal hier jedes Kind entweder zur Jugendweihe geht oder zur Konfirmation bzw. Firmung.
Problem ist doch, wenn ihr das Kind nicht taufen lasst; es kann sich doch nur für oder gegen etwas entscheiden das es kennt. Und wenn ihr das Kind nicht taufen lasst werdet ihr vermutlich auch nicht in die Kirche gehen etc. Und wie kann es sich da entscheiden?
Sophie
Hallo Sophie,
wenn du das hier ernst meinst ...
Problem ist doch, wenn ihr das Kind nicht taufen lasst; es kann sich doch nur für oder gegen etwas entscheiden das es kennt. Und wenn ihr das Kind nicht taufen lasst werdet ihr vermutlich auch nicht in die Kirche gehen etc. Und wie kann es sich da entscheiden?
... dann reicht es aber bei weitem nicht aus, das Kind taufen zu lassen, da haben wir dann nämlich nur den christlichen Glauben an Bord, und von dem eigentlich auch nur einen kleinen Teil. Auf Anhieb fällt mir ein: Wir haben Katholiken, Lutheraner, Calvinisten, Orthodoxe, Neuapostoliker, Baptisten usw.; und die Taufe und der Kirchenbesuch beziehen sich ja wohl nur nur auf einen Zweig des christlichen Vereins - hätten die anderen nicht eigentllich das gleiche Recht, nämlich dass das Kind diese nicht nur vom Hörensagen, sondern aus eigener Erfahrung kennen lernt? Und gleiches Recht für alle: Bitte auch an den Buddhismus denken, den Islam, den Hinduimus, das Judentum, und zirka fünfzehntausend weitere Religionen.
Wer immer seinem Kind eine wirklich faire Entscheidungsgrundlage liefern will: Viel Vergnügen, es wird 'ne Weile dauern ...
Viele liebe Grüße,
Malachit.
Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.
Hallo,
Kinder werden mit der Kirche und Religionen im Kindergarten bzw. im ganzen Alltag in Kontakt kommen. Die werden Fragen stellen warum und weshalb gibt es Sankt Martins Umzüge. Warum wird gebetet usw.
Ich denke das man den Kindern dann das eine oder andere auch erklären kann, warum manche Leute dies oder jenes tun. Um zum Glauben zufinden muß man nicht getauft sein.
Gruß
Seal
Moin,
das:
Die werden Fragen stellen warum und weshalb gibt es Sankt Martins Umzüge. Warum wird gebetet usw.
fällt für mich unter Allgemeinbildung. Man sollte schon wissen, warum Ostern oder Weihnachten gefeiert wird. Das kann ich einem Kind auch ganz ohne Glauben erklären.
Ich finde es in Ordnung, wenn Eltern einen Glauben haben und das Kind mit all dem was dazu gehört erziehen wollen, also auch Taufe und Co. Aber wenn man das macht "der Leute wegen", finde ich das völlig kleingeistig, wie jedes Mitläufertum.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
