Pubertät - und ich ...
 
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Pubertät - und ich krieg die Krise!

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(@achhja)
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Da steht, dass der Knabe mal ins Schwimmbad darf, mal einen besonderen Film angucken.

Materielle Belohnung kann ich da nicht groß erkennen ...

Militärischen Drill würde ich jetzt aber auch nicht anwenden.


AntwortZitat
Geschrieben : 08.05.2006 16:18
Lausebackesmama
(@lausebackesmama)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Monjawi!

Oh je, das klingt wirklich furchtbar. 🙁

Ich habe jetzt eine Weile nachgedacht, weil in mir beim Lesen Deines Threads zwei Seelen tobten.

Die eine sagt: die Zwergin gehört mal geschüttelt, die andere sagt: was für ein armes Mädchen.

Ich unterstütze die schon genannte Theorie, dass sie wahrscheinlich schon eine Art Minderwertigkeitskomplex hat wegen der Hauptschule und dem "besseren" Bruder. Dass sie in der Schule auch noch Außenseiterin ist, verstärkt meine Meinung, dass sie mit ihrem negativen Verhalten eine Lücke sucht, in der SIE besonders sein kann, wenn auch besonders schrecklich.

Ich glaube schon, dass sie eine große Portion Aufmerksamkeit braucht. Und zwar dann, wenn sie positive Dinge tut oder sagt. Dass Du ihr unvermittelt sagst, dass Du sie lieb hast, auch wenn Du dafür (anfangs) noch ein "Blöde Kuh" erntest. Vielleicht kannst Du mal nebenbei schöne Erinnerungen an ihre Baby- und Kleinkindzeit einfließen lassen, meinetwegen, wie schön sie immer gesungen hat oder so.

Ich würde versuchen, negatives Verhalten mit Nichtachtung zu strafen. Würde mir drei vier Hauptregeln überlegen, die Dir am allerwichtigsten sind und auf diese mit immer der gleichen Konsequenz reagieren.
Z.B., wer andere beschimpft, macht einen Abflug in sein Zimmer.
Ich würde versuchen jeden Abend vor dem Schlafengehen ein Resumee zu ziehen, in einem prägnanten Satz: "Ich hab mich gefreut, dass Du heute so pünktlich von der Schule gekommen bist. /Dass Du heute nicht so viel geflucht hast!" Immer verbunden mit einem liebevollen "Gute Nacht", wenn sie es zuläßt, mit einer Umarmung.

Ich würde ihr versuchen, in zugänglichen Momenten zu erklären, dass das Zusammenleben in einer Familie nur funktioniert, wenn alle sich Mühe geben. Frag sie doch mal, wie sie sich fühlen würde, wenn Du sie behandeln würdest, wie sie Dich? Frag sie, welche Chancen sie sich ausrechnet, wenn sie sich mit der Schule keine Mühe gibt? Ja, und frag sie, ob sie mit 25 noch bei Dir leben will, nur weil sie mit 12 stinkend faul war?

Ich denke, sie braucht eine Mischung aus viel Liebe aber wirklich verlässlichen Grenzen. Vielleicht wäre ein Besuch in einem Kinderheim nicht schlecht, um ihr zu zeigen, wie gut sie es zu Hause hat?

Stellt gemeinsam Regeln auf, was man selber erarbeitet, schlägt man nicht so gern zu Brei.

Und was das Kaufen angeht: Zieht als Erwachsene an einem Strang, ja 41 (oder wieviele waren es??) Sommeroberteile reichen. Wer mehr will, muss es sich erarbeiten.

Im Grunde kann ich Dir nur das raten, was ich in ähnlicher Art bei meinem 2jährigen praktiziere: Familie funktioniert nur gemeinsam, wer essen will muss Tisch decken helfen, wer Spaß mit den Eltern haben will, darf sie nicht hauen, treten, kneifen, beißen. Und ganz oft: "Weißt Du eigentlich, dass Du mein liebster Schatz bist?"
Ich versuche nichtgewolltes Verhalten, bei dem ich merke, er will meine Reaktionen testen, zu ignorieren. (Damit hat die Spuckphase schneller aufgehört als beim Meckern!) und positives zu betonen! (Mensch toll, Du hast so schön Tisch gedeckt, jetzt können wir alle gemütlich essen!)

Pubertät ist sch***e, für Kinder wie für Eltern. Vielleicht solltest Du sie auch mal durchchecken lassen beim Doc. Ich kenne mich damit nicht aus, aber vielleicht hat sie so ne Art ADS/ADHS?

Ich wünsche Dir und Deiner Tochter alles Gute!
LG Lausebackesmama


‎"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."

AntwortZitat
Geschrieben : 08.05.2006 17:04
(@tortour)
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So langsam ist Tochter ( 12) dabei , sich meine Sympathie zu verscherzen.
In der Schule ( noch immer Hauptschule) macht sie gar nix , darauf angesprochen meint sie , ich solle mich da raushalten , das sei ja ihr Leben.

hallo,

oh gott....wie ich diesen spruch hasse... den habe ich von meiner tochter auch ungefähr ab diesem alter bei jeder passenden oder unpassenden gelegenheit zu hören bekommen...

und ich bzw. wir haben alles angewandt, was hier schon vorgeschlagen wurde und nichts ausgelassen, wirklich nichts...

es hat alles leider nichts genutzt....

und ich bin dem himmel mehr als dankbar, daß sich mein sohn dieses verhalten nicht abgeguckt hat, sondern mit seinen gerade mal 11 jahren versteht, wie familie und zusammenleben funktioniert. er sagte mal, da war er ca. 10 jahre alt, als es um schule ging: ich will ja nicht so enden wie meine schwester. Ob es auch bei ihm eine Vorsehung war? (ist ein wenig weit hergeholt, ich weiß), aber in anbetracht der jetzigen situation schon merkwürdig.

Sorry, Moja, aber andere tips als hier schon gegeben habe ich leider auch nicht. ich hoffe nur für dich, daß sie bei deiner tochter funktionieren.

gruß
tortour


Was ich weiß, ist ein Tropfen - was ich nicht weiß, ein Ozean

AntwortZitat
Geschrieben : 08.05.2006 17:21
 biga
(@biga)
Registriert

Hi @all,

Pubertät hin oder her, was sich dieses Mädel erlaubt, hat fürchte ich, nicht nur etwas damit zu tun.

Ich finde hier einiges Bedenkenswert bzw. Überdenkenswert.

Wieso bekommen die Kinder 3,50€ Taschengeld nur, wenn sie das Auto aufräumen? Mit Geld umzugehen muss man lernen, aber Kinder dafür arbeiten zu lassen und es ihnen nur dann zu geben, macht mich doch sehr stutzig.

Es scheint mir fast monjawi, als gäbe es bei dir Regeln, die starr und unflexibel sind und die du auf Biegen und Brechen durchsetzen wilst. Ich glaube dir, dass deine Tochter nicht einfach ist, dein Sohn auch nicht - aber es muss trotzdem einerseits klare und andereseits auch aushandelbare Regeln, also regeln mit Spelraum, geben.

Deine Tochter scheint mir so zu eskalieren, weil es nur starre und nicht nachvolziehbare Regeln gibt. Z.B. Taschengeld. Warum kann sie nicht einen festen Betrag haben und wenn sie mehr braucht, kann sie es sich dazuverdienen, muss es aber nicht. Tut sie nichts, gibt es nichts. Ist dann ihre Entscheidung.
Schule ist Pflicht. Wenn der Sohn nicht aufsteht (wie alt ist der eigentlich?), das gäbe es bei mir nicht. Er hat zu gehen, das ist seine Pflicht und das wäre eine unflexible Regel für mich. Er soll sich selbst entschuldigen? Er wird sagen: Meine Mutter hat mich nciht geweckt.
Und wie stehst du dann da? So fangen die Kinder an zu tricksen.

Es gibt sicherlich eine Menge Ratgeber an Büchern zu den Tipps - aber ganz ehrlich, ich würde auch zur Erziehungsberatungsstelle gehen besser noch versuchen über das JA eine systemische Familientherapie, denn ich denke du bist an den Problemen nicht unbeteiligt.

@harpiye: ich hätte sie auch einen Koffer packen lassen 😉

LG
Biga


AntwortZitat
Geschrieben : 08.05.2006 19:52
(@monjawi)
Nicht wegzudenken Registriert

So starr ist die Sache gar nicht.
Das verlange ich einfach , damit sie sich a)
dran gewöhnen , das Geld erhalten mit Arbeit verbunden ist ( andre mähen Rasen)
b) sie überhaupt regelmäßig mit anpacken
c) ich starr und stur essen und trinken im Auto verbat , damits nicht einkäst - mich dann aber hab breitschlagen lassen mit " machen wir weg".
Das sind immerhin 14 Euronen pro Monat. Für Kikifax. Eintrittsgelder , Extras und so zahle ich.

Türlich hat erbehauptet , ich hätt ihn nicht geweckt. 😉 Gibt ja Telefone zum reden mit der Klassenlehrerin.
Der erste Tag Mutterstreik ist vorüber . Sie waren beim Tischtennis und pflückten unterwegs Blümchen für mich. Immerhin.
Besänftigt bin ich , beruhigt nicht.

Man muss dazu sagen , das sies wirklich mit mir im Schichtdienst nicht immer leicht hatten.
Was sie klasse machen , ist zum Beispiel die Versorgung ihrer Tiere.
Da lechzt sogar der Tierarzt.
Wie heißt es in diesem Buch ( hat mir Freundin heut empfohlen) " ist nicht leicht , einen Kaktus zu umarmen".
Vieles sehe ich wie Harpye. Zusammenleben funktioniert nur , wenn alle funktionieren.
Und die zwerge haben auch Pflichten.
Ich würde die Sache nicht mit dem Hunderudel vergleichen .
Tasche packen.
Nun , da könnt ihr drauf wetten , das macht se! Das probier ich nicht aus.
Hat den Hintergrund , das ich auch staatlich betreut aufgewachsen bin und sie kennt sowohl meine von damals übrig gebliebene Freundin als auch meine erzieherin.
Monja


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 08.05.2006 21:45
(@delphin)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Monja,
ich muss gestehen ich hab nicht alle A ntworten auf Dein Thread gelesen :redhead:
Ich habe auch ein "Vorpubertisten"(11 Jahre) zu Hause.

Ich stimme Dir zu wenn Du schreibst gewisse Regeln muss es geben und auch eingehalten werden damit das Zusammenleben funktioniert :thumbup:

Mein Sohn bekommt 10 Euro in Monat Taschengeld davon kauft er überwiegend Sportzeitungen oder auch mal Sammelkarten.
Da er ein sehr guter Schüler ist kann ich mir nicht leisten ihn für jede gute Note zu belohnen ..hin und wieder bekommt er dann dafür eben eine Zeitung.

Für Handreichungen im Haushalt bekommt er nichts(ich bekomme auch kein Geld dafür 🙂 ) ...ich bin der Meinung das das sein Beitrag für die Gemeinschaft ist.Allerdings sind diese Handreichungen nicht täglich oder regelmässig(Geschirr abräumen ,Tisch decken,Geschirrspüler ein/ausräumen)

Zu seinen festen Pflichten gehören Hausaufgaben machen(seit der ersten Klasse immer nach Mittagessen bisher ohne
Rummaulen 😉 ) und sein Zimmer aufräumen.

Schon ziemlich früh habe ich ihm erklärt, daß wenn er im Haushalt hilft mehr Zeit bleibt etwas mit ihm zu spielen ins Schwimmbad zu gehen oder mit ihm zu lesen/ihm vor zu lesen.

Für Extrawünsche muss er sparen oder bei großen Anschaffungen(z.B Fahrrad) etwas vom Sparbuch (Geburtstagsgeld/weihnachtsgeld/"Patengeld"

Ich stimme Biga 100% zu :thumbup:

LG Delphin


EINE/R ALLEIN kann ein WIR NICHT ZUSAMMENHALTEN

AntwortZitat
Geschrieben : 08.05.2006 22:51
 maya
(@maya)
Schon was gesagt Registriert

Hallo!
Ich werd auch mal meinen Senf dazugeben.
Meiner Meinung nach, ziehst du keine klare Grenze.
Ich habe einen Vollpubertisten, dazu einen zusätzlichen Vollpubertisten meines LG und eine Pubertistin...auch LG *gg*
Also 3.
1. Ich würde mir niemals 3 Stunden irgendwelche Kraftausdrücke anhören. Beim spätestens 2. Kraftausdruck Sense. Ab ins Zimmer und erst wieder rauskommen, wenn normal gesprochen werden kann.
Allerdings kam das noch nie vor, weil das würde sich keiner trauen. Die wissen, was ihnen blühen würde. Dazu muss ich sagen, die 2 Jungs sind ebenfalls beide Hauptschüler.
2. Wenn mich jemand, ob Sohn oder Tochter, derart anquatschenwürde, würde er gar nichts bekommen. Wäre mir noch nicht mal eine Diskussion wert.
3. Du musst zeigen, dass du der Chef bist. Es hört sich für mich fast schon so an, als ob sie es austestet. Kinder testen dauernd. Ständig loten sie aus. Daher...feste Grenzen, klare Aussagen, keine Belohnungen. Es gibt Geburtstage oder Weihnachten. Bis dahin hat sie zu warten oder sie soll es sich von ihrem Taschengeld ersparen.
4. Der Oma verbieten, Shoppingtouren zu machen. Kann ja wohl nicht sein sowas.
5. Und immer, wirklich immer, wenn sie dir Kraftausdrücke an den Kopf wirft, schick sie entweder in ihr Zimmer, oder geh du weg...in ein anderes Zimmer. Auf jeden Fall biete keine Zielscheibe.

Ich glaube nicht, dass es nur an der Pubertät liegt. Ich glaube auch nicht, dass es unbedingt an der Schule liegt.
Es scheinen mehrere Gründe da zu sein, die sie so extrem aggressiv werden lässt.
Versuche, ruhige Gespräche zu führen. Mit der Konsequenz, wenn sie es nicht lässt, unsachlich zu werden, jedes GEspräch abbrechen.
Ansonsten schaukelt sich das hoch.

Mein Sohn sagte 1 mal "Du kannst mich mal" zu mir.
Er durfte 1 Woche keinen FErnseher, keinen PC, kein Gameboy. Zusätzlich hab ich ihn einkaufen geschickt und mich nach dieser Woche, wo er immer kleinlauter wurde, mich hingesetzt mit ihm, und erklärt wo der Frosch die Locken hat sozusagen.
Ich hab nie mehr so etwas, auch nur im Ansatz von ihm gehört.
Du musst zeigen, dass sie gefälligst Respekt zu haben hat.

lg
maya


AntwortZitat
Geschrieben : 09.05.2006 01:40
(@monjawi)
Nicht wegzudenken Registriert

@all
die Grenzen sind total klar.
Auch hier ist nach Hause kommen , Essen , Hausaufgaben machen Pflicht.
Schon das endet meist mit wüsten Beschimpfungen zwischen beiden Geschwistern.
Also machen sie das zeitversetzt.
Was den Haushalt angeht , sind sie für Tisch Decken und Geschirr zuständig.
Das "entlohne ich nicht extra. Ich koche , sie raümen ab.
Ich helfe ( sonst bleibt alles im Geschirrspüler hängen)
Taschengeld für nix finde ich nicht so reißend.
Die beiden haben lange nicht eingesehen , das ich mein Geld nicht einfach so auf die Bank überwisen bekomme und auch nicht Abends und Nachts weg bin , weil das so irrsinnig Party auf der Intensiv ist.
Das mag daher kommen , das Papa wesentlich mehr Geld zur Verfügung hat ( selbstständig) und wenn sie dort sind , eher so im Überfluss schwimmen.
( Der hat z.B. das Auto mit den Ringen, ich hab den kleinsten Wagen engl. Fabrikats , wo man beim Fahren die Knie an die Ohren drücken müsste. 🙂 , der fährt mit ihnen in gediegene Hotels , ich zum Campen, aber das ist halt meine Art , zu Leben und mir gefällt alles so , wie es ist- ist alles " meins")
Die Sache mit dem Auto finde ich gerecht. Länger als 5 Minuten habe ich sie noch nicht dran erlebt, sooo viel lose Sachen fliegen da von meiner Seite nicht drin rum.
Beim Abwaschen hatt ich auch schon so Attacken wie" das ist Sklaverei , wir sind doch nicht Deine Diener! Mach Deinen Sch... gefälligst alleine , das ist Mütterarbeit! Was bist Du bloß für ne Mutter!" Und nun glaubt mal nicht, ich hätte ihnen nicht erklärt, wie das istmit der Arbeitsteilung und das ich nach 14 Tagen durcharbeiten auch mal Hilfe brauche! Bei mir ist das halt nicht so mit Mo-Fr. und dann genüßlich zwei Tage frei. ( da das Gericht meint EU stünde uns nicht zu ist das halt , wies ist 3/4 ist das allerhöchste der Gefühle und nur die Schichten bringen dann das Verlorene wieder rein)
Klar ist das blöd, aber nicht zu ändern.
Klar nervt es mich ungemein , das die Große schlecht in der einfachsten schulformist. Ich halte das in der heutigen Zeit für absolut perspektivlos. Auch das habe ich ihr erklärt. Hat sie mir erklärt , sie macht dann ein paar Jahre mehr und hat dann Abitur.
????????????? Hab ich ihr erklärt , das das mit den 5ern und 6ern wohl nicht drin ist.
Ich sage ihr auch grundsätzlich , das das nicht meine Noten sondern ihre sind. Ich meckere nie.
Ich mahne höchstens. Vom Sülzen hat sich noch keine 5 in ne 1 vrwandelt.
Neulich hatte sie ein Referat. Wir haben Seiten aus dem Net gedruckt. Hätte sie nur umschreiben müssen , Bilder und Quellenangabe dazu. Nö. War ihr zuviel Arbeit.
Gab ne satte 6. Ach , es ist :gunman:


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 09.05.2006 09:49
(@arwen)
Zeigt sich öfters Registriert

Wenn deine Tochter unbedingt für ihre Leistungen belohnt werden möchte, schenk ihr doch Bücher. Im ersten Moment sicher die reinste Qual für sie, aber irgendein Thema wird sie ja wohl interessieren. Frag sie in der Anfangszeit was in den Kapiteln vorkam und lass sie von dem Buch erzählen. Hilft ungemein. Hat meine Mutter mit mir gemacht als meine Noten in den Keller gingen. Die Rechtschreibung bessert sich dadurch auch nach einiger Zeit.
Ansonsten: wenn alle Hausarbeiten gemacht wurden, darf sie eine Sendung sehen. Dann kommt vielleicht der Komflikt mit dem Bruder nicht mehr so auf.
Ich wünsch dir viel Glück und Durchhaltevermögen mit deiner Tochter.


Ich bin nicht auf dieser Welt, um so zu sein, wie andere mich haben wollen.

AntwortZitat
Geschrieben : 09.05.2006 14:45
 AJA
(@aja)
Registriert

Hallo Monja,

vieles von dem, was du schreibst, kommt mir erschreckend bekannt vor. Sicher lassen sich unsere Töchter nicht in einen Topf werfen, aber bei meiner bin ich zumindest mal ansatzweise dahinter gekommen, woran es liegen könnte.

Meine ganze Umgebung (bis auf einen einzigen Lehrer) erzählen mir, das seien ganz normale Pubertätserscheinungen und da müsse man halt Nerven haben und abwarten. Ich sage, dieses Kind war noch nie einfach und die hatte schon mit zwei Jahren ihren ganz eigenen Kopf, als sie z. B. darauf bestand, dass ich ihr beim Anziehen nicht mehr helfen darf.

Je älter sie wird, umso mehr verstärkt sich das und endet letztlich ebenfalls mit dem Auflehnen gegen alles was von Eltern oder sonstigen "Erziehenden" kommt.

"Du kannst mich zu nichts zwingen" und "lieber gehe ich ins Heim, als weiter hier zu wohnen" mussten wir und wochenlang anhören. Familienkonferenzen und stundenlange Aussprachen führten zwar immer kurzfristig zu Verbesserungen, aber das kleinste "falsche" Wort von unserer Seite und ihre Zimmertür (und ihre Seele) blieb konsequent von innen verschlossen.

Dann habe ich es andersrum probiert. Ich habe ihr gesagt, es ist okay, ich akzeptiere ihre Entscheidung, nicht mehr am Familienleben teil zu nehmen, denn mit ihrem Sozialverhalten ist das nicht mehr möglich. Sie bekommt weiterhin ihr Essen und ansonsten kann sie (in ihrem Zimmer!) machen was sie will. Früher hätte man das wohl Hausarrest genannt.
Bereits am nächsten Morgen kam sie kleinlaut aus ihrem Zimmer und meinte auf meine Frage, ob sie denn wieder am Familienleben teilnehmen wollte: "Klar, was denkst DU denn?". Ich habe es darauf beruhen lassen und werde seither immer wieder aufs Neue überrascht. Plötzlich ist der Tisch gedeckt, ohne, dass jemand etwas gesagt hätte. Plötzlich wird die Spülmaschine aus- und wieder eingeräumt, ohne Aufforderung, und als Krönung hatte sie beim letzten Papa-Besuch sogar ihre Lateinvokabelkarten dabei ("ich hab doch gesagt, ich will mich verbessern).

Fazit: Grenzen hat sie nach wie vor, aber innerhalb dieser Grenzen habe ich aufgehört zu diskutieren und lasse sie weitgehend >>selbermachen<<. Dadurch fühlt sie sich ernst genommen, weniger bevormundet und so läufts.

Keine Langzeitgarantie, ich warte schon auf den nächsten Anfall 😉

Aber vielleicht könntest du mit deiner Tochter in einem ruhigen Gespräch mal klären, WAS sie eigentlich wirklich will. Vielleicht fühlt sie sich auch zu sehr eingeengt, bevormundet, nicht wirklich ernst genommen.

Gruß AJA

Edit: All die hier genannten Verbote (Fernsehen, Computer ... ) haben wir schon durch und sie haben nur zu mäßigem bis gar keinem Erfolg geführt. Im Gegenteil: "ist mir doch egal" und im Gefühl wohl nur "mich kann ja eh keiner leiden".

[Editiert am 9/5/2006 von AJA]


AntwortZitat
Geschrieben : 09.05.2006 18:05




 biga
(@biga)
Registriert

Hallo monjawi,

interessant finde ich, dass du hier immer wieder abstreitest und sagst alles sei und in Ordnung und du tust das alles so, wie die Vorschläge der anderen dir anbieten.

Seltsam ist aber, dass deine Kinder dann so sind wie sie sind. Natürlich ist nicht alles nur Erziehung und man erzieht ja auch nicht alleine - trotzdem kommt mir das alles sehr fragwürdig vor und ich gehe davon aus, dass einiges an den Dingen ist die hier hinterfragt werden.

Mein Sohn hat übrigens gerade freiwillig 7 große und 2 kleine Fenster geputzt. Der Vorschlag kam sogar von ihm, weil er gerne einen bestimmten neuen Füller haben wollte, den ich nicht bereit war zu kaufen - bei solchen Vorschlägen kann ich dann allerdings doch nicht nein sagen...und er hat auch gar nicht gemurrt beim Putzen. Übrigens auch Pubertist 😉

Vielleicht solltest du dir wirklich überlegen, ob du nicht Hilfe von außen holst, wenn die Kinder so schlimm sind wie du schreibst.

LG
Biga


AntwortZitat
Geschrieben : 09.05.2006 18:53
(@alexa)
Rege dabei Registriert

Hallo
Also wenn ich hier lese, was Deine Kinder Dir an Kraftausdrücken an den Kopf werfen, da fallen mir vor Schreck fast die Socken aus.
Also ich kann mir das nicht vorstellen. Meine Kinder sind auch nicht einfach. Und ich bin nicht immer konsequent.Aber niemals würde sich eines meiner 4 Kinder wagen mir einen solchen Ausdruck an den Kopf zu werfen.

Ich denke die schulischen Probleme sind so massiv weil in den restlichen Bereichen vieles nicht so richtig läuft.
Meine Große wird im Okt. 15 und ist mitten in der Pupertät. Motzen und versuchen schnippisch zu sein gehört wohl dazu. Beschimpfen mit solchen Kraftausdrücken käme aber nie in ihren Sinn.
Meine Kinder müssen von Groß bis Klein alle im Haushalt helfen. Unentgeltlich. Ich gehe schliesslich auch arbeiten.Sie müssen wissen das ich das alles nicht ohne ihre Hilfe schaffen kannWir wollen eine Familie sein, das geht nur wenn jeder kontinuierlich seine Pflichten übernimmt.
Schimpfwörter benutzen meine Kinder untereinander auch, wenn auch bei weitem nicht so schlimme.
Wir haben ne Schimpfwortkasse. Pro schlimmen Schimpfwort wird 50 Cent vom Taschengeld abgezogen. So halten sich diese mittlerweile in nem sehr erträglichem Rahmen.
Meine Kinder dürfen fernseh gucken. Aber ich suche die Sendungen aus und Fernsehn ist im Sommer auf eine Stunde begrenzt. Hinterlassen meine Kinder einen Dreckstall im Auto und mosern wenn sie es sauber machen sollen, diskutier ich nicht. Ich mache es selber weg. Aber dafür gehen sie dann auch erst mal ne Zeit zu Fuss.Und das überlegen sie sich dann schnell.Lieber gemeinsam Auto aufräumen statt zu Fuss in den Nachbarort alleine zum Training zu müssen.
Ich finde übrigens das was Harpyie hier geschrieben hat sehr richtig.
Ich würde sie ebenfalls zum Jugendamt fahren, dort vorbringen was die Kinder dir an den Kopf werfen.Dann kann sie dort mal alles wiederholen, was sie dir so alles an Frechheiten macht und sich über ihre Rechte und Pflichten erkundigen.
Und drei Stunden diskutieren, würde mir im Traum nicht einfallen. Ich würde eher in ihrem Beisein die Lehrerin anrufen und wiederholen was Dein Kind zum Thema Schule so von sich gibt.
Unterschwellig habe ich beim Lesen deiner Postings das Gefühl du hast Angst, was könnte das Jugendsamt sagen, was wenn sie wirklich ins Heim will, was wird der Vater sagen, wenn ich ihm davon erzähle.Und diese unterschwellige Angst, die spüren deine Kinder und nutzen das immer weiter aus.Weil ihre Welt ist erst wieder in Ordnung wenn sie Wissen, du leitest sie und nicht sie dich. Und diese Grenzen muss Du ihnen geben.
Gruß Alexa


Beurteile einen Menschen nie nach seinem Lächeln.... manche Lachen nur um nicht weinen zu müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 10.05.2006 01:12
 mona
(@mona)
Schon was gesagt Registriert

Hi, Monjawi,

bin zwar nicht allein erziehend, aber die Probleme in der Pubertät sind scheinbar immer die gleichen, eben nur mit verschiedenen Ausmaßen.

Mein Großer machte in der Pubertät überhaupt keine Probleme, wärend mein Kleiner ( jetzt 16 ) schon seit seiner Geburt ein Problemkind war. Jedes Jahr hoffte ich,dass es mit zunehmendem Alter besser werden würde..
Naja, inzwischen bin ich der Meinung, dass mein Sohn seit seiner Geburt in der Pubpertät ist.. grins...

Auf dem Gymnasium fing er mit Haschisch an und wurde immer schwieriger, die Noten wurden so schlecht, dass er dann nach 3 Jahren ( 8. Klasse 2 x ) runter musste.

Als er 13 1/2 war hatte ich die Nase voll von dem Theater und habe ihn zum Psychologen gebracht. Da wurde er getestet und eine Hochbegabung festgestellt. Ein Jahr Therapiegespräche brachten soviel, dass man mir sagte, mein Kind wäre okay, ich hätte alles richtig gemacht.. Danke..

Er hat seine klaren Regeln und weiß, dass sein Zuhause das Beste von all seinen Freunden ist.

Kraftausdrücke haben wir bereits in der frühesten Kindheit nicht akzeptiert, und somit gab es bisher auch damit keine Probleme.

Er muss immer wieder erfahren, dass er für uns wichtig ist. Jahrelang war er der Meinung, dass sein Bruder ( jetzt fast 27 ) unser Liebling wäre. Wobei der Große wiederum meinte, wir würden den Kleinen mehr lieben...
Das Thema wurde lange diskutiert und nun wissen beide, dass es nie an dem war.

Ich habe ihn dann auf einer Gesamtschule angemeldet, auf der Problemkinder ( Schulverweigerer ) nach einem neuen System unterrichtet werden sollten. Es hat scheinbar irgendwann klick gemacht, er will unbedingt die mittlere Reife schaffen ( Prüfung sind bald ), da er eingesehen hat, dass er ohne sie nichts erreichen kann.

Kinder müssen scheinbar immer selber erst sehen, was passiert, wenn sie den Weg gehen, den sie meinen gehen zu müssen. ( Das ist mein Leben, damit kann ich machen was ich will )

Bei seinem letzten Ausraster habe ich ihm kurzer Hand gesagt, nehm Deine Sachen und geh, ich habe die Nase voll vom dem Theater. Trotz Absprachen immernoch zugemülltes Zimmer, rauchen trotz Verbot im Bad usw.
Er ging gleich ins Internet, suchte sich die nötigen Telefonnummern raus und wollte eine Unterkunft suchen.
Er bekam auch gleich die richtigen Anschriften, wo er sich melden sollte..Dann fragte er mich, wie das mit dem Sorgerecht ist, ich solle eine Unterschift geben.

Naja, habe ich ihm gesagt, wenn ich das Sorgerecht abgebe, dann bekomme ich es auch nicht wieder, dann ist der Staat für dich zuständig, und Dein Zuhause werden in den nächsten Jahre staatl. Einrichtungen werden.

Die Tasche stand noch eine Woche gepackt im Zimmer rum........ 😉

Im Moment ist Ruhe und hoffe, dass wir damit einiges geklärt haben, ich lass mich nicht von meinem Kind zum
Prellball seiner schlechten Laune machen. Beschimpfungen in dem von Dir erwähnten Stil habe ich mir nie bieten lassen und da solltest Du auch ganz klare Regeln aufstellen, das geht eindeutig zu weit.

Was meinst Du, was die mit 16 zu Dir sagt, bzw. was sie dann anstellt, um ihre Grenzen abzustecken?

Jetzt musst Du handeln und Deinen Kindern klare Regeln setzen. Ein Beratungsgespräch kann hier nichts schaden, auch wenn man da auch nicht immer das an Hilfe bekommt, was man sich erhoffte.

Wir haben mit unserem Filius schon ne Menge durchgemacht...Aber er weiß, dass er es zuhause sehr gut hat, nur ab und an muss er scheinbar mal kurz ausbrechen.

Sprech mit Deinen Kindern und versuche rauszubekommen, was sie so ausrasten läßt.
Vielleicht kommt ihr bei solchen Gesprächen wieder etwas zusammen.
LG mona

[Editiert am 10/5/2006 von mona]


Die Hoffnung stirbt zuletzt!!!!

AntwortZitat
Geschrieben : 10.05.2006 15:50
(@haddock)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi,

ich habe jetzt nicht alles gelesen - sicherlich sind viele gute Ratschläge dabei!

Ich habe nur 2 Anmerkungen:

Die Ausdrücke, welche deine Tochter für dich und eure Situation zu verwenden scheint sind dermaßen über der Grenze, dass mir dies fast das Wichtigste auf kurze Sicht ist. So darf man mit Mitmenschen nicht umgehen. Das sollte deine Tochter (und auch der Junge) schleunigtst lernen, wenn es noch geht. (ja, ich weiß: klug daherreden kann jeder, aber ich finde wirklich, das das euer dringlichstes Prob im Umgang miteinander ist - wie du das anstellst? Keinen blassen Schimmer)

Es wurde des öfteren geraten mit der "gepackten Tasche" vors Heim zu fahren. Dazu möchte ich Allen nur zu bedenken geben: Sowas soll man nur tun, wenn man auch bereit ist, das in aller Konsequenz durchzuziehen; d.H., wenn Madame triumphierend (weil sie denkt, sowieso nicht dort abgegeben zu werden) sagt:"dann geh ich eben jetzt ins Heim", dann kann man ohne völligen Autoritätsverlust keinen Rückzieher mehr machen. Man muß bei solchen Aktionen immer die Entwicklung bedenken und billigen.
Diese Konsequenz hätte ich in dieser Sache nicht, auch weil es mir viel zu gefährlich ist, mich mit dem Satan "Jugendfürsorge" einzulassen (Achtung: Ironie).
Also, Monjawi, bevor du nicht auch wirklich deine Tochter dem Jugenamt übergeben würdest, fahre nicht mit gepackter Tasche rum.

Nur so als weiterer Aspekt.

Gruß
haddock


AntwortZitat
Geschrieben : 10.05.2006 20:08
(@Robsche)

Tach Monjawi!

Ist schon ein echter Hammer (Vorschlag-) was Du Dir gefallen läßt!

Gibst kein drumherum, die Beschimpfungen müssen aufhören,- geht gar nicht!

Ich habe auch einen (vor)-pubertärigen 11jährigen, mit dem ich aber klare Regeln aufgestellt habe.

Meine "Erziehungs-Methode" ist die des "Team-Spiels". Wie im Mannschaftssport gehts nur, wenn alle
Mitspieler das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren und mithelfen, dieses zu erreichen.

Hinsichtlich der Hausaufgaben haben wir folgende Regelung getroffen: Er schreibt alle zu erledigenden Aufgaben in sein Hausaufgabenheft und legt mir die Aufgaben vor. Natürlich kann er auch nix aufschreiben, wenn er nix machen will. Habe aber einen "kurzen Draht" zu Eltern von Klassenkameraden und kann das ggfls. telefonisch kontrollieren.
Klappt super, er hat letzten Sommer die Schule gewechselt (jetzt 5. Klasse Realschule) und schreibt fast nur zweier und einser. Er hat das System des "Team-Spiels" astrein umgesetzt. (ist allerdings auch Fußballer, wie ich). Was macht denn Deine Tochter als Sportart? Vielleicht klappt das ja auch bei Dir.

Für die guten Noten kann ich auch nicht immer "Mücken" aus der Tasche ziehen, aber zusätzliche Besuche der Eisdiele etc. sind auch ein Anreiz.

Wünsche Dir viel Kraft und geschicktes Vorgehen,
Gruß, Robert


AntwortZitat
Geschrieben : 11.05.2006 11:49
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