mehr englisch als d...
 
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mehr englisch als deutsch, wie weiter?

 
(@riviera)

Hi Foris,

gestern war ich mit Tochter shoppen und da gabs so ne Art Knackpunktsituation.

Dass sie mittlerweile ein ziemliches gutes Englisch kann merke ich ja jeden Tag und auch den Slang nimmt sie voll mit.

Zuhause reden wir deutsch, um, so bloed es sich anhoert das nicht zu verlieren.

Na jedenfalls wars dann gestern beim shoppen so, dass sie dauernd englisch faselte und ich dann dachte, was mach ich mit ihrem deutschen Sprachschatz, der ja noch gar nicht fertig ausgebildet ist?

Gibt es Programme oder sowas wo ich mal reinschauen kann? Oder irgendwie sowas?

Sie zieht es vor englisch zu reden, immer mehr, auch daheim und das macht mir schon auch Sorgen.

Zugegebener Massen, ich bin schon stolz auf sie, wie sie das hier sprachtechnisch meistert, mannomann, was Kids so draufhaben ist schon hammerhart.

morgendliche Gruesse, riviera


Zitat
Geschrieben : 29.11.2007 17:07
82Marco
(@82marco)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Servus riviera!

Ich bin als sechs-jähriger nach Spanien gezogen, habe zu Hause deutsch mit Eltern und Geschwister gesprochen und habe später noch die dort ansässige Deutsche Schule besucht. ANch 11 Jahren kam ich zurück nach Deutschland und keiner merkte mir den Auslandsaufenthalt an...

Vielleicht gibts bei Euch auch Deutsche Schule oder Schulen, in denen Deutsch als Wahlfach oder dergl. unterrichtet wird?

Ich würde dennoch darauf bestehen, dass zu Hause deutsch geredet wird..wenn sie englisch spricht, evtl. auf Durchzug schalten :wink:!


Mit einem Lächeln zeigst Du auch Zähne!
________________________________________
Ob ein Vorhaben gelingt, erfährst Du nicht durch Nachdenken sondern durch Handeln!

AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2007 17:16
(@midnightwish)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Lass sie auch ganz viel deutsche Texte lesen


Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen

AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2007 17:21
 Uli
(@Uli)

Meine Ex-Frau hat mit ihren Kids aus erster Ehe damals bei uns zuhause nur Französisch gesprochen. Dies hatte zum Ergebnis, dass die beiden heute neben dem Deutschen auch einen muttersprachlichen Französischwortschatz haben.

Meine Beiden wollten so ab ca. 3 Jahren kein Französisch mehr mit ihr sprechen. Mein Sohn lehnt die Sprache noch heute völlig ab.


AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2007 18:20
(@riviera)

Wow Uli,

das ist ja mal interessant.

Tochter liest abends seit wir in Ca sind mindest ne halbe Stunde, deutsche Kinderbuecher (Maedchenkrempel, lach). Darueber bin ich sehr froh, da sie lesen immer bloede fand.

Englisch findet sie, sagt sie so jedenfalls, einfach genial. Der canadian Slang laedt aber auch gerade dazu ein mit dieser Sprache einfach zu spielen, man kann betonen ohne Ende, je mehr desto besser. So kuckt sich Madame also ab, was die Chicks hier so quatschen und macht fleissig mit.

Da ihr Englisch besser gefaellt als Deutsch hab ich halt auch so meine Gedanken.

Danke fuer eure Antworten, man seid ihr schnell und das um die Uhrzeit...ach nee, bei euch ists ja schon spaeter..

Gruss, riviera (gaehn)


AntwortZitat
Geschrieben : 29.11.2007 18:28
(@baxter)
Rege dabei Registriert

Hallo,

Bei mir ist es ja umgekehrt, bin Brite, meine Sohnemann somit auch und wir leben in DE. Zuhause reden wir nur Englisch. Er redet mich
natürlich auch mal auf deutsch an, ich antworte konsequent in englisch. Für später bin ich am überlegen in auf eine britische Schule
zu schicken.

Ich denke mehr kann man hier nicht machen.

cu, baxter


AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2007 09:08
 Uli
(@Uli)

Wow Uli,

das ist ja mal interessant.

Liebe Riviera,

mein Sohn (überaus sprachbegabt) sagte gestern von sich aus am Abendbrottisch, dass er in der Obsterstufe Spanisch als dritte Sprache wählen wird. Im letzten Jahr hat er Französisch dadurch umschifft, dass er Englisch zusätzlich auch als Unterrichtssprache für den Geographieunterricht wählte.

Ich rätsel noch heute, was ihn bereits im Alter von drei Jahren dazu bewegte, seine zweite Muttersprache total abzulehnen. Dies führte damals zu ganz merkwürdigen Konstellationen in der familie. Meine Ex-Frau sprach mit den beiden Großen Französisch, ich antwortete in Deutsch, die beiden Kleinen bekamen nix mit und ich dolmetschte, wenn es von Wichtigkeit war. Die beiden Kleinen wurden von ihrer Mutter in Deutsch angesprochen. Was mir auch schleierhaft ist: die beiden Kleinen hätten alleine durch das Zuhören die Sprache erlernen müssen!
Meine Tochter musste jetzt Französisch in der Realschule nehmen und tut sich unglaublich schwer damit - es ist bei ihr kaum ein Gefühl für diese Sprache vorhanden.

Grundsätzlich begrüße ich das, wenn in der Familie zweisprachig komuniziert wird. So leicht kommen Kids nie wieder an eine "Fremd"sprache!

LG, Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2007 10:54
(@baxter)
Rege dabei Registriert

Grundsätzlich begrüße ich das, wenn in der Familie zweisprachig komuniziert wird. So leicht kommen Kids nie wieder an eine "Fremd"sprache!

Jups, dem kann ich nur 100% zustimmen. Bin ja selber zweisprachig aufgewachsen und ich denke es hat einiges, u.a. auch das Sprachempfinden
für andere Sprachen wesentlich einfacher gemacht.


AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2007 15:02
(@achhja)
Nicht wegzudenken Registriert

Entschuldigt, dass ich anderer Ansicht bin.
Hier wird erwartet, dass sich ausländische Arbeitnehmer so viel wie möglich der deutschen Sprache befleissigen, viele Menschen regen sich sehr auf, wenn sie sich in der Öffentlichkeit der Muttersprache bedienen.

Ich weiss, das keiner von euch so denkt wie oben: aber im umgekehrten Falle ist es dann doch wieder anders ! ?

Das nur mal als Denkanstoss.

Zum Thema: wäre eine Trennung aussen = englisch, innen = deutsch sinnvoll?


AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2007 16:02
 Uli
(@Uli)

Liebe achhja,

ich denke, das kann man nicht vergleichen. Riviera´s Kinder können ja Englisch. Sie sprechen in der Familie Deutsch, um den Kontakt zur Muttersprache/Heimat nicht zu verlieren.

Problematisch wird es m.E. dort, wo Menschen sich nicht integrieren. Z.B. in Enklaven leben, einkaufen und ihre sozialen Kontakte haben. Wo die Eltern in Ermangelung von Sprachkenntnissen und vielleicht auch einer gewissen Scheu vor unserer Kultur, ihren Kindern nichts vermitteln können.

Ich habe nichts dagegen, wenn sich Ausländer in der Öffentlichkeit ihrer Muttersprache bedienen. Was mich persönlich dann stören würde, wenn man garnicht mit ihnen kominizieren könnte.
Was mich aber wirklich stört, wäre, wenn man an einem gemeinsamen Tisch sitzt und in unterschiedlichen Sprachen spricht, so dass nicht alle teilhaben können. Ich weiß, dass es meine Eltern immer tierisch aufregte, dass meine Ex-Frau auch bei Besuchen bei Ihnen mit den großen Kids ausschließlich französisch sprach, so dass sie sich bewußt ausgegrenzt fühlten (was sicher nicht intendiert war). Hier (und nicht nur hier) mangelte es meiner Ex einfach an Empathie.

LG, Uli


AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2007 17:25




(@riviera)

Erstmal danke, liebe Foris!

Es ist nicht so, dass ich schon Panik kriege!

Offensichtlich hat Tochter einfach viel Spass an ihrer neuen Sprache, gerade, wie schon erwaehnt, weil man damit so schoen spielen kann.

Vielleicht auch deshalb, weil sie sieht, wie schnell sie lernt und wie positiv sich das auswirkt in ihrem Alltag, der sich ja durchaus unterscheidet von unserem.

Sie ist jetzt vor wenigen Wochen in einen Turntanzgymnastikkrempelkurs eingestiegen und da kann sie sich so, aber auch sprachlich voll austoben. Insofern hat sie keine Probleme Kontakte zu bekommen, was hier zwar eh sehr einfach ist, weil die Candians ein sehr outgoing-Volk ist, mit stetig besseren Kenntnissen gehts aber eben nochmal leichter.

Ich denke ich werde Daheim konsequent deutsch sprechen, je nach Lage auf darauf bestehen. Heisst, wenn ich merke,dass sie aus meiner Sicht zu sehr dem Englisch verfaellt evtl ignorieren. Ich hab ihr erklaert, wieso ich das fuer gut halte und das sie das nicht merkt in ihrer Freude, das kann auf Dauer wirklich dazu fuehren das sie ihre Heimatsprache (son Quatsch, Heimat ist ja jetzt hier-lol) verliert.

Insgesamt gesehen bin ich einfach weiterhin stolz auf sie, denn innerhalb der kurzen Zeit hat sie wirklich sehr viel gelernt.

(vielleicht brauch ich sie ja mal als Dolmetscher-grins)

Gluecklicher Weise haben wir ne Menge deutsche Buecher hier und da sie so gerne liest, urploetzlich, beschaeftigt sie sich ja mit der deutschen Sprache weiterhin. (wennd ie Kinderbuecher alle durch sind, dann kriegt sie Stephen Hawkin hingelegt, Raum und Zeit - lol)

@achhja
Hier wird nicht wirklich erwartet, dass man die Sprache kann oder lernt. Zumindest hat man hier nicht den Druck, den Auslaender in De haben.

Wir fuehlen uns hier auch nicht als Auslaender, denn Canada ist ein absolutes Multikultiland. Als Exberlinerin dachte ich, ich weiss was Multikulti ist, aber das weiss ich erst jetzt.

Das gute ist, dass man hier Anspruch auf Sprachunterricht hat, der ist kostenlos und mein Mann, der nie Englisch in der Schule hatte, geht drei Mal die Woche zur Schule, wobei er in vier Monaten wahnsinnig viel gelernt hat und die Kollegen sagen, er braucht die Schule nicht mehr.

Wenn du hier in deiner Muttersprache redest, ist das normal und niemand kuckt einen doof an oder ist veraergert. Wir persoenlich reden so gut wie nie deutsch in der Oeffentlichkeit.

@Uli
Ja, sehr merkwuerdig wie das bei euch abgelaufen ist.

Hoert sich nach Sprachchaos hoch 10 an  :rofl2:, was sicher nicht leicht zu bewaeltigen war.

Lieben Gruss, riviera (gaehn...der Winterschlaf rueckt naeher, glaub ich)


AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2007 18:07
(@lesemaus)
Registriert

Liebe Riviera,

ich glaube nicht, dass du dir Gedanken machen musst.
Ist doch klar, dass deine Tochter sich da jetzt voll in die neue Sprache reinschmeißt, die ihr zudem leicht zu fallen scheint und gefällt.
Aber ich würde auch zu Hause weiterhin auf Deutsch kommunizieren, es ist zwar unwahrscheinlich, dass sie die deutsche Sprache "verlernen", aber es ist einfach ein Stück alte Heimat. Auch deine Tochter wird wieder darauf zurück kommen, im Moment dominiert halt die tolle neue Sprache.

Interessehalber: Lernt man in Kanada auch die deutsche Sprache in der Schule??

Toll, wie schnell Kinder die Sprache in einem neuen Land erlernen!
Bekannte von uns sind vor drei Jahren nach Amerika ausgewandert.
Die Tochter (heute 10) hatte nach einem halben Jahr bereits den Status eines "native speakers".
Auch sie sprechen zu Hause deutsch.
Und als sie dieses Jahr (nach immerhin drei Jahren) hier zu Besuch waren, da hat die Tochter nur deutsch gesprochen, also auch keine amerikanischen Brocken eingeworfen.
Das hat mich überrascht, und auch gefreut.

Und zeigt, dass die Muttersprache erhalten bleibt, wenn man sie pflegt.

Gruß, Lesemaus


Getretener Quark wird breit, nicht stark

AntwortZitat
Geschrieben : 30.11.2007 18:30
(@pavoal)
Schon was gesagt Registriert

Hi,

wir sind, als unsere Tochter drei Monate alt Jahr, das erste Mal nach Kalifornien gezogen. Dort ging sie dann in die PreSchool, und hat dort natuerlich nur englisch gehoert/gesprochen. Als wir dann Ende 2002 wieder nach Deutschland gezogen sind, hat sie nur noch deutsch gesprochen; englisch wurde total abgelehnt, obwohl sie es relativ gut konnte. (mit ca. drei Jahren). Als dann Mitte 2005 feststand, dass wir wieder nach USA gehen, hat sie begonnen, wieder umzuschalten und der alte englische Sprachwortschatz kam wieder zum Vorschein. War schon sehr faszinierend.

Nun sind wieder zwei Jahre vergangen, sie geht mit sieben Jahren jetzt hier in die 2nd Grade, und spricht dort natuerlich nur noch englisch (neben etwas spanisch, was ja in Kalifornien sozzusagen die zweite 'Amtsprache' ist :-), und chinesisch und indisch; es ist eine sehr gemischte Klasse) . Das fuehrt dazu, dass sie zu Hause auch mehr und mehr englisch spricht, selbst wenn wir auf deutsch antworten. Das hoert sich dann fuer einen aussenstehenden sehr interessant an. Anscheinend haben Kinder hier Moeglichkeiten mit Sprachen, von denen wir in unserem Alter nur noch traeumen koennen. Ich koennte mir vorstellen, dass solche sprachbegabten Kinder spaeter ideale Simultanuebersetzer werden koennen.

Lesen ist uebgigens in englisch und deutsch angesagt. Darauf achten wir sehr, dass ihre 'Bibliothek' ziemlich ausgeglichen ist.. Weiterhin schauen wir immer zusammen ueber Podcast solche Sachen wie 'Wissen macht ... Aah', 'Sendung mit der Maus', ... usw.  Und wenn demnaechst Oma und Opa uns besuchen, dann muss sie sowieso wieder auf 'deutsch-only' 🙂 schalten, die sprechen naemlich fast kein englisch.

Gruss

Pavoal
 


AntwortZitat
Geschrieben : 01.12.2007 00:28
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Meine Cousine lebt mit einem spanischen Mann in Spanien.

Ihre Kinder sind dort geboren.

Zuhause sprach nur die Mutter mit ihnen Deutsch, ansonsten alles Spanisch.

1-2 mal im Jahr sind sie in Deutschland.

Sie sprechen akzentfreies Deutsch.
Und Spanisch natürlich auch.
Also, bei Kindern weder so rum noch anders rum ein Problem.

Andererseits traf ich mal einen Einen, der Deutsch-Itaienisch aufgewachsen ist.

Der konnte keine der beiden Sprachen richtig!
Aber das ist wohl zum Glück die grosse Ausnahme.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 01.12.2007 00:47
(@riviera)

...wieder da...

@lesemaus

Ja, es gibt hier auch Schulen, die Deutsch lehren, aber wir haben uns dagegen entschieden.

Die aus der Schule meinten auch, dass unsere Lotte (nein, ist nicht ihr Name) in ca nem halben Jahr annaehernd native ist.

@all

Mir gefaellt das ziemlich gut mit allem wenns um Schule geht. Die Kinder haben meiner Ansicht nach hier viel mehr Moeglichkeiten was zu machen. Vor allem wird das hier alles stark unterstuetzt, seitens der Schule und auch seitens des Landes sag ich mal.

Hier sind Englisch und Franzoesisch die Landessprachen, aber es gibt glaub ich fast nix, was man hier nich lernen kann, wenn man denn will. Kurse bis zum Abwinken, also an der Schule, wie Wahlfach, sozusagen.

Ich denke nicht, dass sie Deutsches verlernt, jedoch ist der Erhalt wichtig und wie gesagt, der Wortschatz ist in dem Alter nicht ausgebildet, so dass ich daran arbeiten will.

Ich kenne hier durchaus Kids, die es einfach ablehnen deutsch zu reden und die kommunizieren eben nur in englisch.

So gesehen war es eine gute Entscheidung, in allen moeglichen Lebenslagen, besser auf alle moeglichen bezogen. Deshalb werden wir wohl da bleiben...lol.

Toll so viele Reaktionen zu bekommen, das macht Spass und hilft sich (nee mich) gerade zu ruecken.

Gruss nach De, riviera


AntwortZitat
Geschrieben : 01.12.2007 01:14