Hallo,
mich beschäftigt grade eine Frage.
Mein Sohn verbringt grad einen Teil seiner Ferien bei der Oma, also in unseren alten Heimat. Er lässt sich so richtig doll verwöhnen von Oma und Opa.
Gestern rief meine Mutter dann allerdings an und sagte mir das mein Sohn nächste Woche zu einem Geburtstag eingeladen ist. An sich ja was schönes, das Problem das ich damit habe ist, das dieses Kind gleich neben unserem ehemaligem Haus wohnt in dem mein Sohnemann aufgewachsen ist und in dem er auch sehr viel schlimmes mitbekommen und erfahren hat.
Von der Terrasse des Hauses kann man in unser ehemaliges Haus und in den Garten gucken usw.
Mittlerweile wohnen andere Leute in unserem ehemaligem Haus.
Nun weiß cih nicht was ich machen soll.
Soll ich meinen Sohn zu dem Kindergeburtstag hin gehen lassen (zu dem Zeitpunkt wenn der Geburtstag ist, bin ich auch ein paar Tage bei meinen Eltern in Urlaub) oder soll ich mir irgendeine Ausrede einfallen lassen, bzw etwas anderes mit ihm Unternehmen?
Dazu möchte ich sagen das mein Sohn sich wohl unheimlich über die Einladung gefreut hat.
Hab Angst das er mir wieder zurück fällt und einiges wieder in ihm hoch kommt.
Ist meine Angst berechtigt?
Was meint ihr dazu? Was würdet ihr machen?
Liebe Grüße Taccina
[Editiert am 3/9/2005 von Taccina]
Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Hallo Taccina,
ich weiß gerade nicht wie alt Dein Sohn ist. Kannst Du nicht mit ihm telefonieren und ihn fragen, ob es für ihn komisch sein wird, neben dem alten Haus zu feiern? Ich würde es erlauben und nach der Feier auf ein Telefonat bestehen, um zu sehen, ob es ihm gut geht und ggf. da zu sein, falls er ein Problem hat. Ist schwierig zu sagen. Vielleicht hilft es ihm auch, dass er sieht, dass da Fremde drin wohnen, um es auch ganz abzuhaken??
GLG Lausebackesmama
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo Lausebackesmama,
also dann wenn der Geburtstag gefeiert wird, dann bin ich eh bei meinen Eltern zu besuch.
Fahre am Montag hin und komme Freitag inklusive meines Sohnemannes zurück.
Der Geburtstag ist Dienstag.
Mein Sohn ist 7.
Er weiß das andere Leute in dem Haus wohnen. Hin und wieder lies es sich auch nicht vermeiden, das wir am Haus vorbei fahren mußten, wenn wir mal bei meinen Eltern waren.
Ich möchte es ihn auch erlauben, weiß nur nicht so ganz ob es richtig ist. Er hat viel schlimmes dort erlebt. Hab eben Angst.
Meinst ich soll im Vorfeld mit ihm darüber reden?
Blöde Situation.
Er hat zwar zischenzeitlich seine damaligen Freunde öfters gesehen, aber bisher konnten wir dam "zu Hause besuch" immer irgendwie aus dem Wege gehen. Entweder hab ichs so gedreht das die Kids (die aus der direkten Nachbarschaft waren) sich auf dem Spielplatz treffen oder aber bei meinen Eltern zu Hause.
Liebe Grüße Taccina
Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Hallo Taccina,
ich würde ihn gehen lassen, er freut sich sicher schon daurauf.
Ich würde das Thema auch vorher gar nicht groß hochholen.
Vereinbare doch einfach mit ihm, daß er der Mama/dem Papa vom Geburtstagskind Bescheid sagt, wenn er früher nach Hause möchte, weil es ihm nicht gefällt.
Ich glaube eher, wenn das Thema vor dem Geburtstag besprochen wird, macht er sich vorweg zu viele Gedanken.
Du bringst ihn doch sicher hin zum Geburtstag, vielleicht reicht auch eine kleine Info an die Eltern des Geburtstagskindes. Du bist doch in der Nähe und kannst ihn abholen, wenn er sich nicht wohlfühlen sollte, weil die Nähe zum alten Haus ihm nicht gut tut.
Lass ihm den Spaß, m.E. kann er nur so lernen mit der Vergangenheit umzugehen. Wenn er weiss, du bist sofort da, wird er sicher ausgelassen feiern können.
Einen schönen Urlaub wünsche ich dir
LG
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Hallo Taccina,
ich glaube, da schließe ich mich Tina einfach an, das klingt sehr weise 😉
GLG Lausebackesmama
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Hallo Taccina,
ich denke ähnlich wie Tina.
Habe aber auch noch einen Gedanlken:
Auch wenn wir es wollen, wir können unsere Kinder nicht davor schützen, dass sie sich mit dem auseiandersetzen (müssen), was geschehen ist. Du kannst deinem Kind bei der Aufarbeitung helfen. Jedes Stückchen kann dabei helfen, dass Kinder ihre Vergangeheint bewältigen. Und das üssen sie. Oft passiert dann erst mal ein Rückschritt oder Durchhänger, aber jedesmal (so erleben es Tina und ich ja auch oft) geht es danach auch ein Stück besser und befreiter. Du kannst deinem Sohn helfen indem Du ihn begleitest und für ihn da bist.
Vielleicht und so glaube ich fast, wird er ja auch nur unbeschwert bemerken, was sich am Haus alles verändert hat. Kinder sehen so etwas ja auch oftmals mit anderen Augen als wir - zumal er weiß ja, dass da jetzt jemand anders wohnt.
LG
Biga
Hallo Tina, Biga und Lausebackesmama,
Danke für Eure Beiträge. Ich glaube so werde ich es auch machen.
Werde aber im Vorfeld dann noch meine ehemalige Nachbarin (die Mutter des Kindes das Geburtstag hat) anrufen und sie Fragen, ob es OK ist, wenn ich am Anfang noch ne Zeit dabei bleibe.
Kann ihr dann ja auch noch mit Spielen vorbereiten für die Kids usw helfen und hab dann gleichzeitig meinen Sohn im Auge. Und er fühlt sich wahrscheinlich besser wenn ich noch ein bißchen in der Nähe bin. Und sollte irgendwas sein wenn ich weg bin, kann ich ja innerhalb ein paar minuten da sein.
Außerdem war die Mama des Kindes früher im ehemaligem Kindergarten, die Erzieherin meines Sohnes. Ich denke sie wird wohl auch ein Gefühl dafür haben, ob es für den Jungen zuviel ist oder wird.
Ich versuchs!Ich erlaube es ihm und freu mich mit ihm das er eingeladen ist. 🙂
Liebe Grüße Taccina
[Editiert am 3/9/2005 von Taccina]
Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Hallo Taccina,
dann wünsche ch euch eine schöne Zeit.
So kann doch nichts mehr schief gehen 🙂
Schreib doch später dann mal wie es gelaufen ist.
LG
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Hallo,
wir sind wieder da und haben eine herrliche Woche bei der Oma verbracht.
Dank der Sonne konnten wir jeden Tag ins Freibad gehen (welches wir den ganzen Vormittag fast für uns allein hatten, da die Kids aus NRW ja schon längst wieder Schule hatten)
Dienstag war dann der Geburtstag.
Ich bin dann dort mit meinem Sohnemann hin. Ich hatte mit der Mutter des Geburtstagskindes abgekläret, das ich eine halbe Stunde früher komme und auch noch ein weilchen bleibe , um zu sehen wie es meinem Sohn "bekommt", neben seinem früheren zu Hause zu feiern.
Er begrüßte die beiden Kids und auch die Mama. Weil es so tolles Wetter war, sind die Kinder auch gleich raus auf die Terrase und in den Garten.
Nach ein paar Minuten stand mein Sohn dann am Gartenzaum und schaute in unseren ehemaligen Garten rein.
Ich habe ihn ein paar Minuten in ruhe gucken lassen und bin dann zu ihm gegangen um ihn zu fragen was er so denkt.
Er schaute in den Garten und sagte: "Die Leute die jetzt hier wohnen haben einiges verändert. Der Teich ist weg und meine Ritterburg ist auch weg. Die Hundehütte ist auch nicht mehr da. Aber es stehen noch einige Pflanzen dort die wir beide zusammen gepflanzt haben, Mama."
Ich frug ihn, ob es ihn weh tun würde und ob wir lieber nach Hause zu Oma fahren sollten.
Da schaute er mich ganz entsetzt an und meinte: "Nach Hause? Die Feier hat doch noch gar nicht angefangen!"
Wir gingen dann wieder zu den beiden Geschwistern und spielten ein wenig. Als die anderen Kids dann kamen und das Geburtstagskind beschäftigt war die Geschenke auszupacken, kam mein Sohn zu mir und sagte: "Mama, es war zwar richtig schön ein großes Haus und einen großen Garten zu haben, aber viel schöner ist es das wir jetzt einen richtig lieben Papa haben"
Dieser Satz hat gesessen....worüber Kinder sich doch Gedanken machen...
Aber mein Sohn hat sich gleich der Kiddi-Gesellschaft wieder angeschloßen und weiter gespielt. Eine halbe Stunde später bin ich dann gefahren und habe ihn am abend wieder abgeholt.
Als wir dann mit den Fahrrädern an der Vorderseite unseres alten Hauses vorbei kamen, sagte mein Sohn: "Eines vermiße ich doch ein wenig. Meine Eisenbahn! Ob...... (er nannte den Vornamen seines KV) die verkauft hat? Die war in dem Zimmer da aufgebaut." und er zeigte mit dem Finger auf ein Zimmer des Hauses.
Ich antwortete ihm wahrheitsgemäß das ich nicht wisse was mit seiner Eisenbahn geschehen ist.
Die nächsten Tage waren dann wie immer. Er hat fröhlich und ausgelassen im Schwimmbad getobt und Nachmittags kam meist ein Freund zum spielen.
Scheinbar hat er innerlich schon so mit seiner Vergangenheit abgeschloßen gehabt, das es ihm nicht sehr viel ausmachte, neben seinem alten Haus zu spielen.
Liebe Grüße Taccina
Bevor man das Vertrauen eines Menschen mißbraucht, sollte man sich im Klaren darüber sein, das man dann einen Menschen auf dem "Gewissen" hat.
Oder wie würdest Du es finden, Dein ganzes Leben lang nicht mehr wirklich vertrauen zu können?
Hallo Taccina !
Schön, daß es für Deinen Sohn so ein gelungener Tag war und fein, daß Deine
Sorgen unbegründet waren.
Es zeigt mal wieder, daß Kinder ihren eigenen Rythmus haben, Dinge zu
verarbeiten und wir Erwachsenen mit unseren Erwartungen und Vorstellungen
oft völlig daneben liegen.
LG Marina
Hallo Taccina,
ich freu mich für euch, daß es so gut geklappt hat.
Alles hat gepasst:
Du konntest den Kleinen beobachten und in der nachdenklchen Situation auffangen.
Schön, daß der kleine Mann den Geburtstag geniessen konnte.
LG
Tina
Und aus dem Chaos sprach eine Stimme zu mir:"Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen." Und ich lächelte und war froh und es kam schlimmer.
Es freut mich sehr für deinen Sohn Taccina. Und es bestätigt mich wieder einmal mehr, dass Kinder nicht an materiellen Dingen hängen. Da gibt es weit wichtigeres!
In diesem Sinne...
Gruß AJA
Hallo Taccina,
ich finde es gut, dass es so schön geklappt hat. Kinder verarbeiten eben doch anders als wir oft glauben.
LG
Biga
