hallo,
meine eltern haben sich ebenfalls getrennt gehabt und ich und meine geschwister waren die meiste zeit opfer ihres perversen rosenkriegs. im vergleich zu meinen geschwistern habe ich diese situation irgendwie gemeistert und bin ohne größeren schaden davon gekommen. mein bruder dagegen, der mittlerweile 20 jahre alt ist, scheint dieses p.a.s. zu haben. er ist damals bei unserer mutter geblieben und wurde von ihr jedes mal fertig gemacht, wenn er unseren vater besuchen war. unser vater wurde irgendwann schwer krank und selbst da hat uns unsere mutter jeglichen kontakt zu ihm verboten. mein vater litt sehr darunter und hat immer geradezu um den kontakt gebettelt. ich hab ihn die ganze zeit über besucht und ihm geholfen, was wiederum auf kosten meiner guten beziehung zu meiner mutter ging, denn sie tobte jedesmal wie ne furie, erpresste mich, hat mich zur sau gemacht. mein bruder hat auch ne weile versucht, meinen weg zu gehen, jedoch ist er schon immer sehr sensibel gewesen. meine mutter hats dann tatsächlich geschafft, dass er jeglichen kontakt zu unserem vater abgebrochen hat. er hat ihn geradezu von sich "amputiert", hatte irgendwann auch keinerlei mitgefühl mehr für ihn und hat immer alles damit gerechtfertigt, dass unser vater selber schuld sei und es so verdiene (die gleichen dummen worte meiner mutter). als unser vater auf dem sterbebett war wars auch sehr seltsam. mein bruder war richtig kalt, und hat in der gesamten zeit nicht mal ne träne vergossen. er wirkte so, als ob das alles für ihn nur zeitverschwendung sei und er das nur aus verpflichtung uns gegenüber mitmacht. meine mutter ist im übrigen weder zum sterbebett, noch zur beerdigung gekommen und hat kaum was von der beeridgung bezahlt. mein bruder hat sich in der zwischenzeit noch mehr zu einem kalten menschen entwickelt. inzwischen spricht er auch nicht mehr mit unserem 3. bruder, obwohl beide unter einem dach leben, in der gleichen wohnung. das geht seit anderthalb jahren so. mein 3. bruder leidet sehr darunter. ich hab gestern mit meinem pas-bruder länger telefoniert. ich habe ihm sehr viele dinge erklärt und zu meiner überraschung hat er richtig zugehört und war bereit, über alles nochmal nachzudenken. ich habe ihm gesagt, wenn er jetzt schon fähig sei, den eigenen vater und eigenen bruder aus seiner welt einfach abzuschneiden, dann wird er das später auch bei seiner frau und vielleicht auch bei seinen kindern machen können. da wurde er etwas hellhörig.
meine grundlegende frage: wie kann man p.a.s., das sich bereits manifestiert hat, beseitigen??
danke für antworten! gruß
Hallo Father,
ich denke das die "langzeitfolgen" noch viel zu wenig untersucht wurden. PAS ist ja etwas was noch nicht so lange nen Namen hat, obwohl es wohl ja schon immer aufgetreten ist.
Beseitgen wird man es gar nicht können. Die Manipulationen und die Verletzungen kan man nicht rückgängig machen. Ich denke das es aber möglich ist mit einer Thherapie die Folgen abzumildern und vielleicht die Gründe zu "verstehen"
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hallo,
ich kann mich Tina nur anschließen. Er muss in einer Therapie - am besten bei einem Fachmann für solche Familien-/Scheidungsangelegenheiten aufarbeiten und sich vor allem aus der Umklammerung seiner Mutter lösen, um seine eigene Sicht der Dinge zu bekommen.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Der wird niemals ne professionelle Hilfe annehmen, daher kann man Theraopie leider schon vergessen. Es muss doch auch andere Wege zu seinem Gehirn geben .... :puzz:
Ich glaube nicht das es eine anderen Weg gibt. Der mensch ist so konzipiert das er immer versucht Schmerz zu vermeiden. Wen dein Bruder nun zulassen würde, das die Erkenntnis zu ihm durchdringt das der Vater nicht das Monster war als das die Mutter ihn dargestellt hat, dann wäre sein problem größer als jetzt. Jetzt "ahnt" er nur, das da was nicht stimmt. Lässt er diese Ahnung zu, lässt er auch den Schmerz zu, das er sich nicht mehr mit eurem Vater aussprechen und aussöhnen kann.Dazu käme, das er dann automatisch die Mutter "verlieren" würde, sie ist aber als einziger Elternteil übrig. Deshalb wird er genau das vermeiden.
Du kannst ein offenes Ohr für ihn haben und ihm den Rücken stärken, sollte er sich auf die Suche nach der Wahrheit machen. Aber wirklich helfen kann ihm da nur ein Profi, der ihn in den Schmerz führt, aberihn auch wieder auffängt und ihm zeigt, wie er damit umgehen kann.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Hi father
die Frage für mich ist - wie ist Dein Bruder jetzt drauf. Inwieweit ist er mittlerweile genug selbstbewusst, seine eigene Meinung a) zu formulieren und b) auch umzusetzen und c) - inwieweit ist er beeinflussbar, egal von welcher Seite.
Solange er nicht in der Lage ist, eigene Ansichten zu entwickeln als auch umzusetzen, führt kein Weg hinein. Wenn Du ihm helfen möchtest so versuche nicht, Kontakte oder Verständnis für euren Vater zu erwecken (das bringt nichts ausser Gegenwehr), sondern stärke sein Selbstbewusstsein und fördere seine Eigenverantwortung. Erst wenn er sich selbst erkennt, seine Wünsche und Ziele formulieren und dann auch realisieren kann, ist er in der Lage, eigene Wege zu gehen und sich von der Mutter zu lösen. Dann stellt er sich auch selbst Fragen nach der Vergangenheit, ihrem Blickwinkel und versucht, eigene Antworten zu finden. Denn die braucht er. Wenn es mit seinem Selbstbewusstsein soweit ist, hat er mehr als genug Fragen (eigene, fremde, vergangene) zu beantworten. Das ist kein Spaziergang, und wenn Du ihn dabei unterstützen möchtest, so sei überaus tolerant und fördere ihn darin, seine eigene Auffasssung zu finden.
Wenn Du versuchst, ihm ggü. zu agrumentieren, schaltet er höchstwahrscheinlich auf Durchgang. Kurze, eindeutige und prägnante Stellungnahmen deinserseits erreichen ihn eher, je weniger Worte um so besser. Ein einfaches 'Warum?' kann Berge versetzen.
Auch mein Sohn war P.A.S. ausgesetzt, ich zog mich damals zurück. Seit dem Kontakt (ca. 1 Jahr jetzt) spreche ich das Thema 'Mutter' und alles was damit zusammenhängt nicht an. Er soll sich selber eine Meinung von mir bilden, ohne Zwang zur Positionierung. Das ich ihn schon mehrmals überrascht habe, da ich nun gar nicht so bin wie seine Mutter mich dargestellt hat, versteht sich von selbst. Aber er muss es von alleine erkennen, dies ist die einzige Chance die wir haben.
Gruss oldie
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
danke für eure antworten und vor allem auch dank an oldie, du hast mir einen weg aufgezeigt, der in bezug auf meinen bruder realistischer anzuwenden und umzusetzen erscheint, hab jetzt mehr hoffnung, danke dir. gruß
