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Na gut, aber mir ist das echt unangenehm und ich bitte euch darauf "mit Gefühl" zu antworten.
Meine Frau und ich haben vor 8 Wochen einen Sohn bekommen. Der Kleine ist wirklich ein Goldschatz - vor allem wenn ich mir andere Mütter und Väter im Bekanntenkreis anschaue, die die Nächte nicht durchschlafen können weil der oder die Kleine permanent schreit usw. Unsrer ist dagegen wirklich wahnsinnig lieb, freundlich und weint sehr wenig.
Trotzdem schaff ich es nicht ihn zu trösten wenn er mal weint. Mich stößt das Weinen regelrecht ab, vor allem das Gegrunze bevor das richtige Weinen beginnt. Ich schaff es einfach nicht ihn dann zu trösten und auf den Arm zu nehmen, weil es mich fast sauer macht. Für mich ist das selbst wirklich höchst frustrierend, weil ich immer ein liebevoller Vater sein wollte und mir das so nicht vorgestellt habe.
Wenn ich es versuche, fühle ich mich von ihm auch immer "abgelehnt". Er weint dann erst recht und es kommt mir so vor als würde er sagen "nee, dich mag ich nicht, hau ab. Ich mag nur die Mama". Vor allem wenn ich mich mal einen Tag nicht rasiert habe und ihn kuscheln will, schreit er wie verrückt wegen den kleinen Stoppeln. Für mich fühlt sich das immer so an, als würde er mich total ablehnen - obwohl das eigentlich totaler Schwachsinn ist.
Was sagt ihr dazu? Klingt krank, oder? Mir geht´s deswegen echt mies, ich will eigentlich ganz anders empfinden!
Hi PD,
Vor allem wenn ich mich mal einen Tag nicht rasiert habe und ihn kuscheln will, schreit er wie verrückt wegen den kleinen Stoppeln.
Ich glaube für die zarte Babyhaut fühlt sich das sicher auch wie Schmirgelpapier an
Was sagt ihr dazu? Klingt krank, oder? Mir geht´s deswegen echt mies, ich will eigentlich ganz anders empfinden!
Ne, wenn du nun die Mutter wärst würde ich sagen, das das eine beginnende Wochbettdepression ist. Ich weiß nicht, ob es etwas
vergleichbares bei Männern gibt.
Ich weiß nun nicht, ob es dein erstes Kind ist. Erstmal auch egal. Die Bindung zu dem Kind aufzubauen braucht einfach Zeit. Das dauert eben auch mal länger. Zudem, bei aller Freude auf das Kind, ist es eben eine enorme Umstellung. Plötzlich ist die geliebte Frau eben auch Mutter. Plötzlich ist ein Wesen da, das diese Frau derzeit viel mehr braucht als du. Das alles können, wenn dir auch nicht bewußt, Gründe dafür sein, das es dir im Moment schwer fällt dich so ganz auf Gefühle für euer Kind einzulassen.
Das mit dem weinen kenne ich auch. Je unruhiger ich selbst wurde, desto mehr schrie eines meiner Kinder. Ich war völlig frustriert, weil ich das von meinen anderen Kindern nicht kannte. Es war ein Lernprozeß, das ich damals in einer emotionalen Lage war, die mich so unruhig machte, das ich mein eigenes Kind nicht beruhigen konnte. Erst als ich selbst wieder ruhig war klappte das wieder.
Einen wirklich Rat habe ich leider auch nicht. Außer, das du dir einfach Zeit gibst und das du und deine Frau euch, wenn das Baby schläft, auch mal Zeit für euch nehmt, Ein bisschen schöne Musik, auch mal reden über das was dich beschäftigt.
Tina
Ein gebrochenes Versprechen ist ein gesprochenes Verbrechen
Was sagt ihr dazu? Klingt krank, oder?
Nein, das tut es nicht.
Ich selbst habe 4 Kinder und habe auch die Erfahrung gemacht, dass man als Vater erstmal "anspringen" muss.
Mütter haben da einfach 9 Monate des Kennenlernens Vorspung. Naja, sagen wir 4-5!
Speziell bei meinen Kindern 2-4 hatte ich auch immer so ein bisschen das Gefühl, dass meine Loyalität jetzt erstmal den älteren Kindern gilt, die in den letzten und nächsten Wochen immer zurück stecken mussten.
Ich muss das tatsächlich etwas differenzieren, denn bei meiner Ältesten hatte ich das Problem weniger ausgeprägt.
Ich vermute mal, dass du auch noch ein früheres Kind hast.
Ich schließe das daraus, dass du schon mal hier warst.
Ein Freund von mir bekam mal von der Mutter seines 3. Kindes den Vorwurf, er freue sich nicht genug.
Er sagte ihr dann, "Beim Dritten ist es einfach nicht mehr ein so großes Wunder!"
Ich fand, damit hat er es ziemlich gut getroffen. Seine Freundin wollte ihm die Augen auskratzen.
Ich muss dazu sagen, dass meine Älteste auch von einer anderen Frau ist und ich gebe es zu, bei der Geburt der anderen 3 war ich in Gedanken besonders oft bei ihr.
Bei meiner Tochter wohlgemerkt. Nicht bei der Mutter.
Vielleicht spielen diese beiden Dinge bei dir auch eine Rolle.
Wenn ja, kannst du guter Hoffnung sein. Das bessert sich von ganz alleine.
Spätestens wenn er aus dem Stadium des Bündels mit nur 4 Aggregatzuständen, Hunger, Essen, Müde, Schlafen hinter sich gelassen hat, entwickelt sich auch ne Beziehung.
Ein bisschen verkürzen kannst du das evtl., wenn du dich rechtzeitig rasierst, du alter Panzergeneral! 😉
Freue dich drauf.
Gruss Beppo
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hi PD... (klingt vielleicht nicht ganz so matialisch).
Unsere "Babyzeit" liegt zwar schon eine Weile zurück, aber ich kann mich noch einigermaßen erinnern. Es gab schreckliche Wochen, in denen unsere Tochter recht viel geweint hat. Manchmal hat sie sich nur von mir trösten lassen, es gab aber auch Phasen, da war nur Papa recht. Und klar fühlt man sich dann auch mal "abgelehnt", aber das nivelliert sich.
Keiner von uns wird als Vater oder Mutter geboren, wir müssen alle erst in die Rolle reinwachsen. Gib' Dir Zeit, und Du wirst sehen, dass Du Dich an die Heulerei gewöhnen wirst, und sich Euer Sohn an Dich.
Ich finde es übrigens nicht verwerflich, wenn man auch mal von seinem Kind genervt ist. (Und wenn sie ein bisschen älter sind, dann kann man sie das auch mal merken lassen. :redhead: )
Darf ich Dich fragen wie viel Du den Kleinen siehst? Von wegen arbeiten gehen etc? Wie geht Deine Frau damit um, wenn sich Euer Sohn nicht gleich von Dir trösten lässt? Erzähl' mal ein bisschen...
LG WH
P.S: Tina war schneller... ich schreib's trotzdem... 🙂 Sie hat völlig recht, dass die Kinder unsere Nervosität und Unsicherheit spüren, das schaukelt sich auf.
Ok, meine Antwort bisher mal kurz und knapp: ich sammel erst mal die Reaktionen von euch allen und schreibe dann gebündelt meine Antworten. Es hilft mir aber schon mal sehr überhaupt Verständis und Feedback zu bekommen.
Das Problem das dazu kommt ist auch, dass ich das Gefühl habe dadurch meine Frau zu enttäuschen, die auch dachte dass ich mal ein toller Vater werde. Die Erwartung erfülle ich gerade einfach nicht, und das tut echt weh.
Hi PD,
ich glaube einfach, dass man oft mit viel zu heeren Vorstellungen an die Sache rangeht. Man stellt sich das so toll vor, als Bilderbuchfamilie, Vater, Mutter, Kind, alles Zuckerwatte und supidupi, natürlich will man alles völlig akkurat und richtig und vorbildlich machen. Aber das schafft eben auch Druck.
Man kann schlecht untrainiert Marathon in 2h42 laufen, man wird merken, dass man Stunden mehr braucht oder schlicht vorher aufgibt. Und stattdessen wohl erst mal 5km oder den Minimarathon zu schaffen versuchen. Nicht anders ist das hier...
Ich habe Phasen gehabt, da habe ich mein schreiendes Baby ins Bett gelegt, bin vor die Haustür gegangen, habe einen Urschrei losgelassen, habe drei Mal tief durchgeatmet und dann den Kopf frei gehabt und mir sagen können: "Es ist ein Baby und er tut das nicht, um mich zu ärgern!"
Auch den vielen guten Tipps und Meinungen der Anderen kann ich mich anschließen.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
Huhu,
du musst halt locker werden. Als meine noch so klein waren habe ich z.B. gesungen und getanzt. Hau von mir aus einen Walzer rein und dreh dich ein wenig, DU musst locker werden, das spüren die kleinen Schreihälse nämlich. Sprechen !!! "Ey mein Babyyyyy, aaa gutzi gutzi, usw." - an die Stimme gewöhnen. Und bedenke auch, dass du keine Docking Station hast 😉 Vorteil bei der Frau!
Nur nicht aufgeben, Autofahren lernt man auch nicht an einem Tag
Hi,
erstmal herzlichen Glückwunsch.
Ruhig bleiben ist wirklich sehr wichtig. Deine Unruhe und Unsicherheit überträgt sich auf ihn. Vielleicht hat er ja immer ausgerechnet dann, wenn Du ihn trösten möchtest Hunger oder vielleicht auch Blähungen.
Und bedenke auch, dass du keine Docking Station hast 😉 Vorteil bei der Frau!
Okay, da kann er natürlich nicht mit.
Ist allerdings auch nicht immer von Vorteil. Die lieben Kleinen riechen die Milch.
Einfach mal den "Fliegergriff" ausprobieren. Das klappt bei meinem Freund immer und der Kleine ist direkt ruhig.
Da hat Mama (hehe, also ich 😉 ) den o.g. Nachteil. Man glaubt garnicht, wie die Babys den Kopf verrenken können...
LG Simone
