Hallo erstmal,
ich weiß nicht mehr, was das Richtige ist: Eine Trennung von meinem Freund oder weiter durchhalten, aber wie?
Wir sind seit eineinhalb Jahre zusammen und er ist immer noch verheiratet und hat drei Kinder, die er über alles liebt. Die Liebe zu seiner Frau ist allerdings seit langem erloschen und die Ehe bestand schon seit einigen Jahren nur noch der Kinder zu liebe. Jedenfalls von seiner Seite aus.
Wir lieben uns wahnsinnig und er hat sich vor einem Jahr das erste Mal von seiner Frau getrennt und ist ausgezogen. Die Trennung dauerte genau 4 Wochen dann ist er aus Schuldgefühlen seinen Kindern gegenüber wieder zurück gegangen. 4 Monate später ist er erneut ausgezogen, weil die Liebe zu mir stärker war. Nach 3 Monaten dann wieder eine Trennung von mir der Kinder zu liebe. Momentan sind wir wieder zusammen, aber ich merke, dass es ihm nicht gut geht.
Seine Frau beeinflusst die Kinder sehr und jedesmal wenn er die Kinder besucht (was er mindestens einmal, aber meistens öfter in der Woche tut) sind sie total verstört. Seine Frau ist nicht zu einer friedlichen Trennung bereit und versucht ihn jedesmal wieder mit Schuldgefühlen zurückzugewinnen. Und da er seine Kinder über alles liebt, gelingt es jedesmal. Und dann ist er wieder dort und stellt fest, dass es das doch auch nicht sein kann und zieht wieder aus. Es ist eine ewige Schleife in der wir uns befinden.
Natürlich ist das Wohl der Kinder das wichtigste, aber man kann doch auch nicht sein eigenes Leben opfern, oder? Er ist unglücklich, wenn er bei mir ist, weil er Sorge um die Kinder hat und unglücklich wenn er bei den Kindern ist, weil die Liebe zu mir sehr stark ist.
Was kann man denn nur tun, damit seine Frau die Kinder nicht so instrumentalisiert. Ich finde es ehrlich gesagt unverantwortlich, sie so zu benutzen und zu belasten, dass es ihnen schlecht geht und die Schuld dafür gibt sie dann meinem Freund. Der aber alles dafür tut, dass es denen Kindern gut geht. Er besucht sie sehr oft, telefoniert mehrmals täglich mit ihnen etc. Aber durch die Beeinflussung seiner Frau leiden sie trotzdem sehr. Was kann man denn tun um das abzustellen? Oder wird sich das nie ändern und das einzige ist wirklich eine Trennung von mir und ein Zurück zur Familie?
Ich weiß, mir kann keiner helfen, aber ich möchte einfach nur mal eine andere Meinung hören. Vielleicht hat auch jemand ähnliche erlebnisse?
Hallo Sarah.....
and welcome!
Deine Geschichte kommt mir irgendwie bekannt vor, irgendwie hatten wir Anfang des Jahres schon m,al sowas.
Für dich als Zweitfrau ist die Situation natürlich schwer und schwierig, aber ich glaube - man kann das so zusammenfassen - das Problem liegt nicht bei dir! Es liegt allein und ausschließlich bei deinem Freund!
Wie sagte schon Erich Kästner so schön: "Am Unfug sind nicht nur die schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern!"
Dein Freund wird nur so behandelt, wie er sich behandeln lässt....sowohl von seiner Frau, als auch von dir. Was ist dass denn für ein Hin- und her? ER muss für sich entscheiden, was er wirklich will und was er mit sich machen läßt! Sonst kannst du gleich im Vierwochen-Rythmus ein Taxi bestellen: mal hin zu dir, mal hin zu ihr....
(Ironie-ein) Aber vielleicht gefällt es ihm ja auch ganz gut, mal ein paar Wochen hier unter die Decke zu kriechen und dann mal wieder da..... (Ironie-aus)
Gruß
Und immer immer wieder geht die Sonne auf.....
Hallo Weserfrosch,
er hat sich ja für mich entschieden. Aber wenn er seine Kinder dann immer schlimmer leiden sieht, hat er solche Schuldgefühle, dass seine Entscheidung ins Wanken kommt.
Aber einen Punkt hast Du richtig erkannt: Er müsste sich durchsetzen. Aber aufgrund der Tatsache, dass die Launen seiner Frau seine Kinder so negativ beeinflussen, macht er immer "Kusch" vor ihr, um sie ja nicht noch mehr aufzuregen, was sich dann wieder noch negativer auf die Kinder auswirken würde. Aber so kommen wir natürlich in der Entwicklung kein Stück weiter.
Nach allem, was ich hier in diesem Forum gelesen habe, habe ich aber auch große Angst, dass die Situation eskaliert, wenn er die Scheidung einreicht. Und die Frage ist, ob wir so egoistisch in unserer Liebe sein können und das in Leid der Kinder in Kauf nehmen.
Hast Du zufällig noch einen Link zu dem alten Thread mit diesem Thema. Ich würde ihn sehr gerne lesen.
Lieben Dank
Sarah
Hi Sarah,
es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass es für Kinder in jedem Fall und automatisch das Beste sei, wenn die Eltern unter einem Dach leben. Gerade so, als könne man sie damit dahingehend täuschen, dass die Familie vollkommen intakt ist. Erwachsene, die so etwas tun, haben verinnerlicht, nach den Ansprüchen ihrer Umwelt zu leben. Tatsächlich haben Kinder aber viel feinere Antennen; die spüren, wenn ihre Eltern auf Zehenspitzen gehen oder wenn sie - die Kinder - gar selbst zur "Verhandlungs- und Erpressungsmasse" werden. Mütter haben da in der Tat einige Möglichkeiten, die Väter ihrer Kinder unter grossen Druck zu setzen - weil sie wissen und/oder von Anwälten und "guten Freundinnen" gesagt bekommen, dass sie mit wenigen Federstrichen und grossenteils ungestraft die gesamte Lebensplanung ihres Ehemannes über den Haufen werfen können. Das sind die Rahmenbedingungen, die in Deutschland zugegebenermassen nicht einfach sind.
Aber: Was ist ein Ehemann? Ein wimmerndes Etwas, das auf Zuruf funktioniert? Das mit dem Argument "die Kinder..." jederzeit zu jedem beliebigen Verhalten gezwungen werden kann? Welcher Mensch mit Rückgrat und Stolz lässt sich fortlaufend ein Messer an die Kehle setzen? Und welchen Vorbildcharakter hat ein solcher Vater für seine Kinder?
Du wirst Deinen Freund sicher nicht ändern; schon gar nicht von heute auf morgen. Von einer Beziehung nahtlos in die nächste muss nicht zwingend funktionieren. Aber vielleicht kannst Du durch gute Gespräche ein paar Gedanken in seinem Kopf in Gang setzen: Er muss erst einmal seine eigene Rolle finden. Er muss sich klar darüber werden, dass Herumgeeiere seinen Kindern nicht nützt, sondern schadet. Kinder brauchen stabile emotionale Verhältnisse, die Gewissheit, beide Eltern gleichermassen lieben und behalten zu dürfen. Ob der papa jeden Tag mit am Frühstückstisch sitzt, ist dabei viel weniger wichtig als dass er glücklich und fröhlich ist.
Vielleicht lädst Du Dir auch einmal >>>DAS HIER<<< herunter und redest darüber mit Deinem Freund? Möglich, dass Ihr beide gerade nicht den optimalen Zeitpunkt für eine Beziehung habt; andererseits seid Ihr sicher nicht ohne Grund zusammengekommen. Was Du deshalb nicht tun solltest, ist, ihm eine Pistole auf seine Brust setzen: Das hat er schon zuhause. Vielleicht kann auch eine "Beziehungspause" helfen. Aber natürlich solltest Du trotzdem genügend selbstbewusst sein, um klarzustellen, dass Du nur eine Partnerin in Augenhöhe bist - aber keine Lückenbüsserin.
Ermutigende Grüsse
Martin
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