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Vater ohne Sohn im 11. Monat

 
(@spejbl)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,
ohne gleich zu Anfang zu tief in die Details "meiner Geschichte" abzusteigen, erst einmal ein Gruß an alle Weggefährten/Innen.

Ich lebe im Monat 11 der unfreiwilligen Trennung zu meinem Sohn (14) und traue mich nun erstmals aus der Deckung.
Die Eckdaten zur Kindsmutter sind mit den Schlagworten "PAS" und "Borderline" zwar vollumfänglich umrissen, lassen aber nicht das Ausmass der Verwüstung erahnen, die sie bei meinem Sohn seit rund einem Jahr angerichtet hat.
Diese umfassen durch sie initiierte Gewaltexzesse meines Sohnes Gegen mich, gefolgt von verschiedenen Todesdrohungen bis zum nun bestehenden Kontaktabbruch.
Bedingt durch ihre Erkrankung stand mein Sohn bis zu meinem fluchtartigen Auszug stets in meinem Mittelpunkt.
Vor etwa einem Jahr musste ich mich - gedrängt durch verschiedenste Gewalt - dem häuslichen Umfeld entziehen und hatte darauf gebaut, dass mein Sohn mir folgt.

Sowohl Anwalt, als auch diverse Beratungsstellen im Kölner, bzw. Stuttgarter Umkreis "verstecken" sich hinter dem "Wunsch des Kindes", Distanz zum Vater haben zu wollen, verkennen aber gänzlich die Not- und Zwangslage, in der ich meinen Sohn sehe.
Die Situation zermürbt, und ich suche deswegen eine Plattform von Vätern, die vergleichbare Situationen schon gemeistert haben.

Danke und Gruß... Spejbl


Am Sohn erkennt man den guten Vater

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2016 20:28
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Spejbl,

willkommen im Forum. Du wirst hier sicherlich gute Tipps und Ratschläge bekommen.

Sag doch noch mal was zu den allgemeinen Umständen, die auch immer wichtig für die Bewertung sind:

- Besteht für Euren Sohn das GSR?
- Zahlst Du Unterhalt für Euren Sohn? Wenn ja, in voller Höhe und regelmäßig?
- Liegt ein Titel gegen Dich vor?

Wie sieht Deine Wohn- und Lebenssituation aktuell aus? Hast Du eine ausreichend große Wohnung, hast Du eine neue Partnerin?
Ab dem 14. Lebensjahr können Kinder gerichtsfest entscheiden, wo sie leben möchten. Dein Sohn will offensichtlich nicht zu Dir. Was könnte er (ausser der Erkrankung der KM) sonst für Gründe haben, die gegen Dich sprechen? Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2016 20:35
(@spejbl)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Ingo,

dann vervollständige ich 'mal meine Eckdaten.
Es besteht gemeinsames Sorgerecht, auch liegen keinerlei Gründe vor, die eine Aberkennung befürchten lassen.
Unterhalt zahle ich seit dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung, bzw. seit meines Wegzugs in Richtung Stuttgart gem. Düsseldorfer Tabelle. Pünktlich und vollumfänglich.
Die Zahlung des Kindesunterhaltes habe ich auf Anraten meines Anwaltes dynamisch und bis zur Erreichung der Volljährigkeit meines Sohnes vom hiesigen Amtsgericht titulieren lassen.
Das Anraten meines Anwaltes gründete darauf, dass wir etwaigen Titelforderungen der Kindesmutter zuvor kommen wollten.
Ich denke, es ist bekannt, dass sie (die KM) diesen Titel auch gerichtlich hätte einklagen können. Muss ja nicht sein. Deswegen proaktiv meinerseits.

Ich bewohnte z.Zt. noch mein kleines 1-Zimmer Appartement, das ich zum Jahreswechsel 2016/17 aber gegen ein Haus hier vor Ort "tauschen" werde.

Es bestehen - auch nach ausgiebiger Analyse meines RAs - keine Gründe, die gegen mich als Vater sprechen. Keine phys./psych. Gewalt, keine Nachlässigkeiten in der Erziehung. Alles eigentlich ganz im Gegenteil. Mein Sohn war bislang sehr geprägt von der Angst vor der Unberechenbarkeit und Willkür seiner Mutter. Im Grunde - und jetzt gehe ich schon sehr ins Detail - habe ich dank eines geeignetes Jobs Ernährer- und Erzieherrolle hervorragend vereinen können. Seit er vier Jahre alt war, begleitete er mich auf zahlreiche In- und Auslandsdienstreisen, wurde von mir sportlich und musisch "überversorgt" und verbrachte mit mir seit Anbeginn alle Urlaubsreisen, an denen die Mutter aufgrund beruflicher und privater Überbelastung nicht teilnehmen konnte. Wir restaurierten zusammen Autos, ich brachte ihm - illegaler Weise - das Autofahren bei, lernte mit ihm zusammen das Skifahren und Schwimmen. Ich habe in nie geschlagen, oder zum Weinen gebracht - ausser vielleicht einiger Zornestränen, wenn er irgendetwas nicht bekommen hat. Ich war stets ehrlich und berechenbar zu ihm. Ein guten Stück weit sicherlich auch aus der Situation heraus, die er mit seiner Mutter erleben musste.

So, bis hierhin erst mal genug mit meinen Schilderungen.
Ich bin sehr ratlos und oft sehr verzweifelt, Albträume jagen mich seit einem Jahr und ich fühle mich bei den offiziellen Stellen, die ich kennengelernt habe, nicht gut aufgehoben.

Ein bezeichnendes Merkmal von Borderliner/Innen ist es, Situationen sehr glaubhaft in ihrem Lichte erscheinen zu lassen. Auch gegenüber einem Jugendamt. Ich erinnere mich an die Polizeibeamten, die ich vor etwa zwei Jahren nachts rufen musste, weil die KM - stark alkoholisiert- mit Messer in der Hand die Wohnung kurz und klein schlug und mit Suizid drohte. Mein Sohn war gottlob in dieser Nacht bei den Großeltern. Die Beamten fanden eine sichtlich gefasste und entrüstete Kindsmutter vor, die von alledem nichts wusste, was wenige Minuten zuvor passierte. Die Beamten mahnten mich zur Nachsicht und verschwanden wieder. Ich forderte die Herren in Grün auf, den Sozialen Notdienst zu informieren. Taten sie nicht. warum auch. Gnä' Frau gings ja blendend.
Diese Szenen wiederholten sich vielfach. Zum Glück haben aber viele die KM während eines Schubes erlebt, trauten sich aber nicht, gegen sie zu agieren, sondern distanzierten sich von ihr. Bis heute.

Gruß... Spejbl


Am Sohn erkennt man den guten Vater

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2016 21:20
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo,

so traurig das alles ist und es keinerlei Grund gibt warum Du keinen Umgang hast, ist es eben doch so, dass man einen 14jährigen nicht einfach zum Umgang zwingen kann. Soll ihn Dir die Polizei zuführen?

Was die KM macht, solange sie nicht völlig durchdreht, steht außerhalb Deiner Macht und Du solltest Dich darauf weniger konzentrieren. Ist Borderline denn diagnostiziert worden? PAS denke ich ist Deine Hobby-Diagnose und damit musst Du sehr vorsichtig umgehen. Im schlimmsten Fall wird Dir das als Verunglimpfung der KM ausgelegt.

Hast Du mal versucht ihm einen Brief zu schreiben oder über E-Mail, .... Kontakt zu ihm aufzunehmen? Vor der Schule gewarte um ihm z.B. einen Brief zu übergeben?
Vielleicht einfach mal schreiben, dass Du Dich gern mit ihm unterhalten würdest und das Du ihn liebst. Es könnte nämlich auch sein, dass er sich von Dir verraten fühlt, Du bist einfach abgehauen, er muss aber zu Hause bleiben. Kinder, auch 14jaährige sehen das nur bedingt rational.
Vielleicht könnt ihr euch auch mal bei Freunden des Sohnes (und deren Eltern) treffen oder bei Oma/Opa, ...., oder auch bei einer karitativen Einrichtung um einen ersten Wiederkontakt zu haben?

VG Susi


AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2016 21:38
(@spejbl)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Susi,

gegen den Willen meines Sohnes vorzugehen, widerstrebt mir. Das ist nicht meins. Das geht nach hinten los.
Briefe, Mails und Whatsapps schreibe ich regelmäßig - etwa im 1-2 Wochentournus - die Dosis sollte also auch stimmen, ohne, dass er sich bedrängt fühlen muss.

Ich lege mit meiner Website und meines Facebookaccount viele dezente Köder aus, damit er die Highlight meines neuen Alltags miterleben kann. Unerkannt.

Wenn ich Begriffe, wie BL und PAS verwende, dann nur in Kenntnis der Sachlage und nach Rückversicherung mit "Sachkundigen". Beide Diagnosen sind wasserfest. Auch juristisch.

Um es in einem einfachen Satz zusammenzufassen, was mein Handeln gegenüber meinem Sohn beschreibt, dann: Ich strecke die Hand aus, damit er sie ergreifen kann. Jederzeit.

Leider nicht alle Familienmitglieder - auch mütterlicherseits - zu Persona non grata geworden. Also Kontaktsperre in alle Richtungen.

Gruß... Spejbl


Am Sohn erkennt man den guten Vater

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2016 21:47
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Spejbl,

ich denke, dass Deine Nacht und Nebelaktion zwar begründet aber für Deinen Sohn verletzend war. Hast Du vorher mit ihm gesprochen? Ich denke nach wie vor, dass er weniger unter Mamas Fuchtel steht als sich von Dir verraten fühlt. Unterschwellige Angebote sind zwar nicht schlecht, er wird sie aber kaum wahrnehmen.

Das einzige, was aus meiner Sicht Hilfe verspricht ist direkter Kontakt, den hat Dir ja auch niemand verboten. Geh zu seiner Schule, da muss er auftauchen und versuche mit ihm ins Gespräch zu kommen bzw. zumindest einen Brief zu übergeben wo Du ihm schilderst warum Du was gemacht hast.
Warum sollte er Dir nachfolgen? Er hat wo er ist seine Freunde, die sind für einen Jugendlichen alles! Außerdem reiben sich pubertierende Jungen an ihren Vätern, sie wollen die besseren Männer sein. Versuche die Dinge mehr aus der Sicht Deines Sohnes zu sehen.

Es wird niemand versuchen Deinen Sohn zu zwingen, es sollten sich aber engagierte Väter, z.B. aus Vätervereinen finden lassen, die Dich unterstützen mit Tipps oder auch einfach mal zu Deinem Sohn begleiten. Ohne persönlichen Kontakt wird sich Dein Sohn nicht an Dich annähern.
Hast Du mal nach einem Väterverein in Köln und/oder Stuttgardt gegoogelt oder Sich anderweitig umgesehen?
Hier im Forum sind alles nur Ferndiagnosen.

VG Susi


AntwortZitat
Geschrieben : 31.10.2016 22:31
(@spejbl)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Susi,

grundsätzlich gefällt mir Dein Ansatz. Habe ihn schon zweimal probiert, bin aber mit einem Überraschungsbesuch an der Schule ziemlich auf die Nase gefallen.

Ich habe den Eindruck, die Vätervereine arbeiten Undercover. Vielleicht mal an der Zeit, einen zu gründen... So wenige KM-geschädigte scheint es gar nicht zu geben....

Ich erhoffe mir von diesem Forum ein Paar persönliche Situationsbeschreibungen, wie andere Väter in vergleichbaren Situationen agieren.

Gruß... Spejbl


Am Sohn erkennt man den guten Vater

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 31.10.2016 23:34
(@tom66)
Rege dabei Registriert

Hallo Spejbl,

ähnlich wie Susi kann auch mir gut vorstellen, dass dein Sohn sich von dir im Stich gelassen fühlt:

Bedingt durch ihre Erkrankung stand mein Sohn bis zu meinem fluchtartigen Auszug stets in meinem Mittelpunkt.
Vor etwa einem Jahr musste ich mich - gedrängt durch verschiedenste Gewalt - dem häuslichen Umfeld entziehen und hatte darauf gebaut, dass mein Sohn mir folgt.

Du bist aus dem für dich nicht mehr erträglichen Umfeld geflüchtet und hast deinen Sohn (schutzlos?) bei deiner Ex zurück gelassen. Ohne zu wissen, wie du das mit ihm kommuniziert hast, kann das für ihn eine ziemlich heftige und überraschende Enttäuschung gewesen sein.

Aus meiner Sicht hat Susi einige gute Tipps für einen Versuch zur Kontaktanbahnung gegeben.

Grüße
Tom


AntwortZitat
Geschrieben : 01.11.2016 00:22
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Spejbl,

Ich habe den Eindruck, die Vätervereine arbeiten Undercover. Vielleicht mal an der Zeit, einen zu gründen...

Dann wärst du der gefühlt eintausendfünfhundertundelfzigste Einzelkämpfer, der versucht, so etwas im Alleingang auf die Füße zu stellen. Vielleicht magst du dich vorher doch bei den bereits bestehenden Vätervereinen umsehen. Kleiner Tipp:

Sowohl Anwalt, als auch diverse Beratungsstellen im Kölner, bzw. Stuttgarter Umkreis "verstecken" sich hinter dem "Wunsch des Kindes",

Der Väteraufbruch für Kinder hat Ortsgruppen sowohl in Köln als auch in Stuttgart.

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 01.11.2016 08:53
(@spejbl)
Schon was gesagt Registriert

Danke für die Inputs. Bin schon fündig geworden und habe mir die nächsten Donnerstage reserviert.
Gruß Spejbl


Am Sohn erkennt man den guten Vater

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 01.11.2016 17:52