Hallo Forum,
ich lese schon lange mit, jetzt schreibe ich auch mal. Ich habe nämlich ein Problem, was mir sehr auf dem Herzen liegt und hoffe hier auf Aufmunterung und vielleicht ein paar Tipps. Danke schon mal im Voraus ☺️
Kurzfassung meiner Story: bereits vor der Geburt von Tochter (6) getrennt. Viele, viele Probleme, seit 1 Jahr aber auf dem aufsteigenden Ast. GSR seit 6 Monaten. Ex und ich in neuer Beziehung (schon sehr lange), ex hat noch 2 Kinder von ihrem neuen Partner. Meine Tochter war regelmäßig bei mir, hat ein eigenes Zimmer und fühlt sich wohl. Kontakt alle 2 WE und zwischendurch über Skype / Tel (ein Mal pro Woche).
Nun zum Problem: seit etwa 2 Monaten mag die kleine nicht mehr zu mir. Sie wehrt sich massivst, will unter keinen Umständen mit gehen. Ich denke nicht, dass die Ex sie aktiv aufhetzt, sie ist aber sehr pulsiert und ärgert sich öfter über mich. Die Situation ist für mich sehr schwierig und es bricht mir auf gut deutsch gesagt das Herz. Ohne erkennbaren Grund mag die kleine nicht mehr zu mir. Ich weiß nicht was ich machen soll, sie selber nennt auch keine Gründe - vorgefallen ist nichts besonderes. Sie war vorher immer bei mir und hat auch schon mit 1 Jahr bei mir geschlafen. Dabei wollte sie manchmal nicht, hat sich aber nach ein paar Minuten eingekriegt.
Ich habe es so gehandhabt, sie nicht zu zwingen und ihr gesagt dass ich sie lieb habe, es aber sehr schade finde, dass sie nicht mitkommt. Die ex macht das gleiche, sie möchte - glaube ich - das die kleine mitkommt, sagt ihr aber auch von vornherein: "du musst nicht wenn du nicht möchtest".
Ich habe Angst, dass die kleine sich daran gewöhnt "nicht zu müssen" und bei jeder Gelegenheit wo sie keine Lust hat, mit ihren Brüdern spielen möchte oder sonst was einfach sagt "nein". Bin also etwas im Zwiespalt: möchte sie nicht zwingen, sie sber auch nicht verlieren. Das ist meine größte Sorge und bringt mich um den Schlaf. Was meint ihr? Locker lassen? "Zwingen"? Ich kann damit leben, dass ich ihr Raum gebe und warte bis sie wieder möchte. Aber was ist, wenn sie nie mehr möchte? Was ist, wenn sie sich durch das locker lassen entwöhnt?
Ich freue mich auf euer Feedback.
Danke und viele Grüße aus dem Saarland
Bernd
Moin.
Wie ist es denn, wenn die Kleine dann - vielleicht anfangs widerwillig - doch mit zu Dir gekommen ist? Aus Erfahrung neige ich dazu, dass das Wehren in der Abholsituaition gerade dem unbehagen in der Situation geschuldet ist und nicht einer grundsätzlichen Ablehnung Dir gegenüber. Vielleicht fühlt das Kind - auch ohne das KM es aktiv beeinflusst - sich in dem Moment schuldig, die Mama für ein ganzes langes WE alleine zu lassen?
Genau deswegen darf mE ein kind in diesem Alter nicht vor die Wahl gestellt werden, ob es mitkommt oder nicht. es kann die Folgewirkung gar nicht abschätzen. Deshalb ist dies
Die ex (...) sagt ihr aber auch von vornherein: "du musst nicht wenn du nicht möchtest".
genauso falsch wie dies
Ich habe es so gehandhabt, sie nicht zu zwingen und ihr gesagt dass ich sie lieb habe, es aber sehr schade finde, dass sie nicht mitkommt.
Ihr bringt die Kleine unbewusst in einen tiefgreifenden Entscheidungskonflkt, den das Kind nicht lösen kann, ja gar nicht lösen will. Deshalb: Umgang ohne wenn und aber. Ich würde erwarten, dass nach wenigen Minuten das thema durch ist. Bei mir haben sich anfängliche tränchen bereits im Auto in ein fröhlich erzählendes Kind gewandelt.
Habt ihr evtl. die Möglichkeit die Übergabesituation über die abholung aus der Schule zu organisieren?
gruß, toto
Hi,
hast du sie dann in den letzten 2 Monaten gar nicht mehr bei dir gehabt? Das wäre dann schon ganz schön lange....
Toto hat recht, ihr gebt dem Kind hier Entscheidungsbefugnis über Dinge die es nicht zu entscheiden hat und dadurch entwickelt sich dann leider auch ein Loyalitätskonflikt.
Wenn du mit deiner Ex noch gut reden kannst dann versuch erstmal die Übergabesituation anders zu gestalten.
Euer Kind sollte nicht zwischen Mama und Papa entscheiden müssen. Wenn Mama da ist ist gut und wenn Papa da ist ist auch gut!
Auch in intakten Familien versuchen Kinder mal hier zu bestimmen wer sie ins Bett bringen soll oder wer mit ihnen zum Arzt fährt - da entscheiden die Erwachsenen dann einfach wie es gerade besser passt. Wichtig ist aber das die Erwachsenen entscheiden, nicht das Kind!
Hier entscheidet ihr das ihr beide wollt das sie zum Papa geht und dann ist das so.
Also hol sie von der Schule/ oder vom Kiga ab. Gepäck gibt deine Ex mit in die Einrichtung, oder du holst es vorher bei deiner Ex ab. Auf keinen Fall Kind abholen und danach Gepäck bei der Ex - würde wieder schief gehen.
Wenn Kind sieht das du den Koffer schon im Auto hast dann weis sie auch das Mama das so mit entschieden hat!
Aber erzähl erst nochmal wie lang du sie schon nicht mehr allein gesehen hast. Und wie du ans gemeinsame Sorgerecht gekommen bist, lief das unter euch Eltern oder musstet ihr ein Gericht bemühen?
LG
Nadda
Hi zusammen,
vielen lieben Dank für eure Antworten. Ich habe mich vielleicht etwas unkorrekt ausgedrückt. Seit zwei Monaten gibt es gequengel, nicht mitgekommen ist sie bisher zweimal. Es graut mir aber schon massiv vor dem nächsten mal.
Wenn sie früher nicht mit wollte und ich mir sie geschnappt habe war auch spätestens im Auto alles wieder gut. Kenne ich ganz genau. Mittlerweile wehrt sie sich aber MASSIV körperlich. Ich müsste sie wirklich mit körperlicher Gewalt rauszerren, und das unter richtigem Geschrei. Kann mir nicht vorstellen, dass das gut ist für die kleine.
Verstehe, dass sie diese Entscheidung nicht selber treffen kann - aber einfach durchziehen ist leider einfacher gesagt als getan.
Noch zum GSR: wurde uns nach drei Gerichtsterminen übertragen, hat aber meiner Meinung nach keine riesigen Wunden hinterlassen. Wie gesagt wir sind eigentlich auf dem aufsteigenden Ast, es gab ein Jahr wo wir fast gar nicht gesprochen haben (nur ganz ganz kurz bei der Übergabe), da wollte die kleine immer mit...
Vielen Dank euch für eure Unterstützung.
Viele Grüße
Bernd
Moin.
Verstehe, dass sie diese Entscheidung nicht selber treffen kann - aber einfach durchziehen ist leider einfacher gesagt als getan.
Zunächst: Gibt es denn Möglichkeiten wie vorgeschlagen die Übergabe über Kiga/ Schule zu machen? Wenn das nicht, könnte KM sie vielleicht vorübergehend bringen?!
Wenn das keine umsetzbaren Alternativen sind, dann müsst ihr da alle zusammen durch. Aber so schwer kann es doch dann nicht sein :puzz: : Was würdet ihr denn, wenn das Kind mal nicht in Kiga/ Schule will und sich entsprechend "wehrt"? Wichtig ist nur, dass in Eurer beiden(!) Kommunikation ab sofort das Thema, "du musst nicht, wenn du nicht willst" bzw. "ich zwinge dich nicht" absolut keine Rolle mehr spielt.
Wovor hast Du Angst? Das die Nachbartüren aufgehen? Ehrlich gesagt: Nicht Dein Problem...
Zur Diskussion hier - ich bin mir nicht sicher ob der folgende Vorschlag sinnvoll ist, ich war zum Glück nie in dieser Situation: Evtl. dem Kind andeuten, dass - wenn es weiter alles zusammen brüllt - vielleicht die Polizei kommt und Mama und Papa dann Probleme kriegen? Zweischneidige Sache, ich weiß, deshalb zur Diskussion...
gruß, toto
Hi,
dann bin ich immer noch dafür zu erst den Übergabeort zu verlegen. Sprich dich mit deiner Ex ab, es geht hier darum dem Kind Stress zu ersparen und in der Kombination Mama, Papa, Kind gibt's eben grad Stress. Das kann einfach auch ein Test eurer Tochter sein wie weit wie ihren Willen durchsetzen kann. So was kommt grade in dem Alter gern mal vor.
Und beim Thema Schule wollt ihr euch auch nicht drüber mit ihr streiten ob sie hingeht oder nicht, ob sie Hausaufgaben macht oder nicht.
Genauso wie ihr da als Erwachsene die Entscheidungen trefft, müsst ihr hier eine Entscheidung treffen. Und diese ist: Papa holt dich in Kindergarten/ Schule ab und fertig.
LG
Nadda
Hallo,
aus der Ferne ist es natürlich sehr schwer zu beurteilen was die Ursache sein könnte. Meine erste Frage wäre was hat sich an der Lebenssituation Deiner Tochter geändert? Irgendetwas ändert sich immer. Kann es sein, dass sie sich mehr Familie wünscht? Sie glaubt irgendetwas zu verpassen?
Die andere Seite ist, dass Umgang kein Wunschkonzert ist und das kannst Du Deiner Ex durchaus sagen, sie hat den Umgang nicht nur zu ermöglichen sondern auch zu fördern!
In ein paar Jahren ist Umgang in der Standardform sowieso nicht mehr gefragt, aber im Moment spricht nichts dagegen.
VG Susi
Hallo Bernd85,
was ich mir als Ursache vorstellen könnte, ist die Furcht, aus der Familie herausgerissen zu warden und etwas zu verpassen.
Eure Tochter hat ja nun zwei jüngere Halbgeschwister, die zu Hause bleiben, während die Tochter mit Dir mitkommen soll.
Die Halbgeschwister werden ja ohnehin schon aufgrund ihres Alters viel Aufmerksamkeit der Mutter beanspruchen. In solchen Konstellationen kommt es häufig vor, dass das ältere Geschwisterkind anfängt, sich zurückgesetzt zu fühlen, da es jetzt die Zuwendung der Mutter mit den anderen Kindern teilen muss. Da ist es aus Sicht des älteren Kindes verständlich, dass es nicht zusätzlich noch tageweise das "Feld" den Geschwisterkindern ganz allein überlassen möchte.
Hier etwas zu raten ist schwierig. Ich lehne die hier oft empfohlene Brachialmethode "Kind einfach mitnehmen, Kindeswillen ignorieren" ab. Auch der Vergleich mit der Schule hinkt, denn die Schule ist eine Art der Pflicht, die das Kind hat und die es lernen muss zu erfüllen. Die Beziehung zum Vater sollte jedoch etwas Anderes sein als Pflichterfüllung.
Ich denke, Du solltest am Ball bleiben, Angebote machen, aber nichts erzwingen. Es ist eine Phase, die sich vermutlich auch wieder ändern wird, wenn die erste Eifersuchtsphase auf die jüngeren Geschwister abgeklungen ist und das Mädchen erkennt, dass der eigene Vater ein Plus in ihrem Leben ist und niemand, der ihr das andere Leben in ihrer Hauptfamilie auf irgendeine Weise wegnehmen möchte.
Hallo Bernd,
"alles hängt mit allem zusammen"..... Es ist schwer die Sache tatsächlich aus der Entfernung zu betrachten aber verlasse dich nie alleine darauf, was du innerhalb weniger Minuten von der Mutter mitbekommst. Es gibt meines Erachtens nach latente Hinweise darauf, dass die Kleine sich in gewisser Weise in einem Loyalitätskonflikt befindet. Allein die Aussage: Wenn du nicht willst, dann musst du nicht halte ich für einen schwere Hinweis darauf.
Ob deine Tochter in der Vergangenheit oder auch in der Gegenwart vielleicht Gespräche und Andeutungen zwischen KM und Next mitbekommt die dir gegenüber nicht gerade hofierend sind, weißt du nicht. Das muss noch nicht mal direkt böse gemeint sein, ist aber indirekt auch nicht gerade förderlich gegenüber deiner Tochter. Kinder haben da äußerst feine Antennen.
Ich habe in der Vergangenheit ähnliche Erfahrungen gemacht, aber das ist mittlerweile überwunden. Da die Situation bei dir nun dauerhaft auftritt, halte ich die Vorschläge Kind in Kindergarten bzw. Schule abholen für gut, aber auch das Bringen durch die Mutter kann durchaus eine Lösung sein. Ein weiterer Vorschlag von mir ist: Mit der Mutter und Kind gemeinsam einen Spielplatz besuchen und eine Weile zu Dritt die Zeit vertreiben. Das vermittelt deiner Tochter, dass ihr ein gelebtes gutes Verhältnis habt und es für sie okay ist wenn sie daran teilnehmen darf.
Wenn es mit der Änderung der Übergabesituation allerdings nicht getan ist, solltet ihr eine gemeinsame Beratung aufsuchen. Fakt ist, und das wurde dir ja schon nahe gelegt: Kein Umgang kommt nicht in Frage. Und mag für die Kleine die Situation aktuell schwer sein, kann durch ein fern bleiben durch deine Person ein Graben aufgerissen werden, der erstmal nicht zu flicken ist.
Beste Grüße
Sputnik
Ich finde es wichtig und richtig das Kind nicht zu zwingen mit zu gehen wenn sie nicht will.
Allerdings würde ich tatsächlich auch versuchen die "Übergabe" anders zu regeln, indem du sie z.B. von der Schule abholst.
Abzuwarten bleibt, ob sich die Problematik dann nicht einfach auf den Morgen vor der Schule verschiebt. Da würde ich die Mutter nach ein paar "Übergaben" nach der Schule fragen wie es morgens ist wenn eure Tochter gesagt bekommt, dass der Papa sie heute abholt.
Ich finde es super, dass du dein "Recht" nicht auf Kosten deiner Tochter erzwingen willst. Ich denke es ist nur eine Phase. Je mehr du auf deine Tochter eingehst, desto schneller wird sie vorbei gehen. Sicher wird sie auch vorbei gehen, wenn du sie zum Mitgehen zwingst, aber was lernst das Kind daraus? Schöner und vertrauter ist es doch wenn sie merkt, dass du ihre Gefühle nicht übergehst sondern sie respektierst und das hat nichts mit dem Alter oder Inkonsequenz zu tun.
Hi,
Du solltest versuchen den Grund herauszukriegen, warum Dein Tochter plötzlich nicht mehr zu Dir will. Red mit ihr, red mit der Mutter oder sonst wem. Mir sieht das sehr nach Manipulation aus.
Die Mutter ist gemäß der aktuellen Rechtsprechung verpflichtet, das Kind positiv auf den Umgang einzustimmen; eine sogenannte "neutrale" Haltung (Wenn das Kind nicht will etc.) reicht nicht. Mach Deine Ex drauf aufmerksam. Zur Not geh zum Anwalt und lass sie mal anschreiben, um dem Nachdruck zu verleihen.
Es war schon ein Fehler nachzugeben, das verfestigt sich, nichts anderes. Mit allen Mitteln wird versucht bei jeder Gelegenheit Vätern von ihren Kindern fernzuhalten, wenn man nicht den unbedingten Willen hat, hier gegenzuhalten klappt das auch.
Deine Tochter ist sechs, nimm sie bei der Übergabe auf den Arm und geh. Keine langen Diskussionen mit der Mutter, mit dem Kind sowieso nicht. Ich musste auch schon ein heulendes Kind aus den liebenden Armen der Mutter herausschälen, um den Umgang durchzuführen. Im Auto - nach fünf Minuten weiterem Geheule - war dann gut. Bei mir war der Druck allerdings höher, nicht einfach schulterzuckend umzudrehen, da ich zu der Zeit (mein Sohn war übrigens auch sechs), 550 km weit anreisen musste incl. Hotelbuchung etc. Da war ich durch ein paar Tränchen nicht abzuhalten. Umgang nicht durchzuführen, stand nie zur Disposition. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Manipulation von kleinen Kindern für die Mutter sehr einfach ist. Sie braucht z.B. nur zu sagen, ich bin da und da und mache das, und der kommt auch, und mit dir zusammmen würde das so ein Spass machen, schon will das Kind in deiner Umgangszeit zu Mama. Es will eigentlich nicht nicht zu dir, es will wahrscheinlich nur alles mitnehmen und begreift nicht so schnell, was das heisst, dass es nicht geht und kann die Prioritäten nicht setzen, wie auch. Und es lernt natürlich, wenn es zu Dir kommt, muss es auf etwas verzichten, im Gegensatz zu den Brüdern. Das wäre aus der Ferne geschossen, ne ganz simple Erklärung. Habe ich direkt auch erlebt.
Die Frauen hier, die zur Ruhe und Abwarten raten, seien mal gefragt, ob sie auch abwarten würden, wenn das eigene Kind z.B. vom Umgang nicht zurückkommt, weil es nicht will. Würden sie das akzeptieren und abwarten?? Hallo? Es ist nicht klar, was hier die Ursache ist, ne Chance das herauszubekommen hat der TO nur, wenn er Umgang mit dem Kind hat.
Tipps, die Übergabesituation zu Hause zu vermeiden, sind richtig, das ist auch meine Erfahrung. Abholen nach Schule ist gut, wenn sich das regeln lässt. Am besten auch wieder hinbringen, z.B. bis Mo-Morgen und die blöde Übergabe am So-Abend vermeiden.
Ohne konsequentes Handeln gehst Du unter, meine Meinung.
LG,
Mux
:thumbup: Da bin ich ganz bei Mux. Umgang wird mit einem 6jährigen Knirps nicht diskutiert. So wie anschnallen im Auto, Impfen, zur Schule gehen oder dass abends um 20 Uhr das Licht ausgeht.
LG LBM
"Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung,
dass etwas anderes wichtiger ist als die Angst."
