Möchte das mein Soh...
 
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Möchte das mein Sohn bei mir lebt und er möchte es auch! Brauche eure Hilfe!

 
(@papape)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Zusammen,

erstmal muss ich sagen, dass ich froh bin so ein Forum gefunden zu haben. Nun zu meiner Geschichte, ich hoffe ihr könnt mir behilflich sein.

Mein Sohn ist mittlerweile 5 1/2. Als er 1/2 Jahr alt war haben seine Mutter und ich uns getrennt. Wir sind und waren auch nicht verheiratet. Damals war es noch so das ich an so etwas wie Sorgerecht gar nicht gedacht habe weil mein Verstand mir einfach gesagt hat "Sie ist die Mutter, ich bin der Papa....ohne einen von uns gebe es unseren Sohn ist...also Gleichberechtigung". Ich dachte also das jeder von uns das gleiche Recht bzgl. unseres hat. Erst dann stellte ich fest das dem gar nicht so ist...das eben die Mutter automatisch das Sorgerecht hat, der Vater aber nicht. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich geschockt weil es einfach unfair dem Kind und mir gegenüber ist. "Was ist das bloß für ein väterfeindliches System" dachte ich. Ich hatte meinen Sohn zu dieser Zeit jedes Wochenende bei mir. Mir war es aber wichtig, dass ich in Bezug auf wesentliche Entscheidungen das gleiche Mitspracherecht habe. Ich bat die Mutter mehrmals darum eine Bestätigung zu schreiben, dass auch ich das Sorgerecht bekomme, so dass wir also geteiltes Sorgerecht haben. Sie hat es jedesmal verneint, was ich einfach nicht verstehen konnte, denn ich war ja immer für meinen Sohn da und habe ihn IMMER regelmäßig bei mir gehabt und war als Vater immer da. Nur hat mir eben etwas gefehlt. Ohne das ich das Sorgerecht habe und wusste dass ich keine Entscheidungen mitbestimmen kann habe ich mich als Vater irgendwie beschnitten gefühlt. Zumal ich wahrscheinlich die besseren Entscheidungen treffen würde, die dem Wohl des Kindes eher entsprechen. Das war aber eben die Situation. Ich bin daraufhin dann zum Jugendamt und habe dort erläutert dass ich auch das Sorgerecht für meinen Jungen möchte. Dort wurde mir gesagt ich habe keine Chance, auch nicht wenn ich vor Gericht gehe. Dort wurde ich bereits zum 2ten mal vom Jugendamt im Stich gelassen. Das erste mal direkt bei Beziehungsende von der Mutter und mir, als sie zu ihrem Bruder nach Bayern gefahren war und es hieß dass mein Sohn 9 Tage bei mir bleibt (das wollte ich auch so). Nach 9 Tagen kam dann die sms, dass sie noch 1-2 Wochen bleibe (sie hatte dort jemanden kennengelernt). Ich saß da mit meinem Sohn, habe zu dieser Zeit ALG bekommen und hatte der Mutter in diesem Monat von meinem ALG 100 Euro Unterhalt gezahlt. Nun saß ich da mit meinem Sohn und mein Geld neigte sich dem Ende, denn 100 Euro hatte ich ja der Mutter gegeben und letztendlich war mein Sohn (ein halbes Jahr alt) 1 Monat lang bei mir und die Mutter hatte besseres zu tun. Daraufhin bin ich zum Jugendamt. Ich hatte mein Anliegen der Dame bereits im Wartebereich erklärt und erhielt sogar Unterstützung von Müttern die dort auch saßen. Dort sagten sie Sachen wie "Wir wünschten der Vater unserer Kinder würde sich so für sein Kind einsetzen". Die Dame vom Jugendamt sah das aber anders. Ich wollte damals das mein Sohn dann direkt bei mir aufwächst wenn die Mutter sich freiwillig von ihrem eigenen Baby 1 Monat lang fern hält. Vom Jugendamt kam in alle Richtungen kontra. Aber das nur zur Vorgeschichte.
Als ich dann eben das 2te mal dort war bezüglich des Sorgerechts (das war vor 3 Jahren) kam wieder nur Kontra, also entschloß ich mich vor Gericht zu gehen. Schließlich fand dann die Verhandlung statt. Innerlich hatte ich weiche Knie da ich vorher wusste das es kein Richter sondern eine Richterin ist. Ich saß da also im Gerichtssaal mit der Mutter meines Sohnes, mit der Dame vom Jugendamt und mit der Richterin. Alles nur Frauen und ich hatte nur noch Hoffnung und eben meine Überzeugung von dem was ich dachte und auch sagte. Im Gerichtssaal merkte ich dann auch erstmal wie die Empfehlung der Dame vom Jugendamt ausgefallen war. Sie stand völlig auf der Seite von der Mutter und gab nur Kontra mir gegenüber. Dort erwähnte ich dann meine Sicht der Dinge, sagte der Richterin auch, dass ich der Mutter erstmal beibringen musste das man Kinder nicht schlägt, nachdem ich mehrmals gesehen habe wie sie ihr erstes Kind geschlagen hatte wenn sie nicht gehört hat. Außerdem erzählte ich der Richterin, dass ich vom Jugendamt nie persönlich eingeladen wurde sondern immer nur die Mutter Bescheid bekommen hatte und mir dann eben auch Bescheid geben sollte, daraufhin erhielt die Dame vom Jugendamt einen ordentlichen Anschiss der Richterin (das überraschte mich sehr) und überhaupt nahm die Verhandlung einen sehr guten Verlauf, ich gewann an Selbstbewusstsein und die Mutter und die Dame vom Jugendamt sanken immer mehr in ihre Stühle. Ich teilte der Richterin auch mit das ich meinen Sohn IMMER ohne Ausnahme zu mir genommen habe. Schließlich teilte sie dann die Urteilsverkündung mit, mit den Worten: " Es gibt nicht einen einzigen Grund der dagegen spricht dass Herr xxx nicht auch das Sorgerecht zugesprochen bekommt". Ich war außer mir vor Freude, das glaubt ihr gar nicht. Dann kam aber noch der Spruch von der Dame vom Jugendamt (wohlgemerkt NICHT von der Mutter): "Können wir Revision einlegen". Wie kann man nur so sein, eine Dame vom Jugendamt die weiß dass die Mutter ihr Baby alleine gelassen hat, die weiß dass die Mutter ihr erstes Kind öfters geschlagen hat, die auch weiß dass die Mutter bereits schon mit dem Vater ihres ersten Kindes nur Ärger gemacht hat und sich quer gestellt hat....und die weiß, dass ich IMMER für meinen Sohn da war...wie kann so eine Frau vom Jugendamt nur so sein und dann noch so einen Spruch bringen.
Mir sollte es egal sein, es kam kein Widerspruch mehr, jedenfalls kam es nie zu einer weiteren Verhandlung und ich hatte nun endlich auch das Sorgerecht und war natürlich weiterhin immer für meinen Sohn da aber nun endlich mit dem Wissen, dass ich auch mit entscheiden darf in wichtigen Angelegenheiten. Das ist aber alles nicht das aktuelle Thema.
Das beginnt hier:

Vor einigen Wochen hatte ich meinem Sohn die Haare geschnitten, nicht einfach so, sondern weil ich es einfach nicht mehr sehen konnte wie die Mutter mir meinen Sohn jedesmal übergeben hatte. Die Haare (relativ lang) waren jedesmal völlig verfilzt, er war im ganzen Gesicht dreckig vom Essen und hatte jedesmal Joggingklamotten an, was nicht weiter schlimm gewesen wäre, wenn diese halbwegs sauber gewesen wären und so war es jedes mal. Was noch unbdeingt zu erwähnen ist, ist dass seine Zähne mit 5 Jahren oben alle ohne Ausnahme völlig kaputt sind.
Also schnitt ich ihm die Haare und als ich ihn zur Mutter zurück gebracht habe ist sie völlig ausgeflippt und meinte "das sieht so **tsts - ID 36** aus". Nein sie sahen nicht **tsts - ID 36** aus, es sah ganz normal aus, eben ein Junge mit kurzen Haaren. Bis vor diesem Zeitpunkt war mein Sohn noch hellauf begeistert und stand permanent vorm Spiegel und sagte "Das sieht sooooo chic aus". Am nächsten Morgen nachdem ich meinen Sohn zu ihr gebracht habe erhielt ich einen Anruf von ihr mit der Beschimpfung "Wegen dir will xxx nicht in den Kindergarten, er hat angst die anderen Kinder lachen ihn aus". Ich sagte "wie bitte"...der einzige Grund warum er angst hat das ihn andere Kinder auslachen ist, weil du gestern wie eine irre rumgeschrien hast wie **tsts - ID 36** es aussieht". Und um es nochmal zu erwähnen...es sah völlig normal aus und ihm hatte es selbst gefallen.
Also bin ich zu meinem Sohn (nachmittags) gefahren und habe mit ihm geredet und ihm gesagt das Niemand ihn auslachen wird (was ja auch nicht so war).
Ich habe dann auch der Mutter gesagt, dass sie unseren Sohn mal besser pflegen soll und ihr auch gesagt, dass ich xxx lieber bei mir aufwachsen lassen würde. (Ich habe die Mutter auch diesbezüglich vorher schon mehrmals gefragt ob sie damit einverstanden wäre). Nun weiß ich nicht was ich tun soll. Ich bin ein Mensch der alles erst abwegt bevor er eine Entscheidung trifft. Mein Sohn hat von sich aus schon häufig gesagt er würde lieber bei mir wohnen. Auf meine Frage ob Mama denn auch mal mit ihm spielt oder ihr neuer Freund (von dem sie bereits auch schwanger ist) antwortete mein Sohn, nein Mama spielt nicht mit mir und xxx erstrecht nicht. Die sitzen immer nur vor dem Computer und spielen mit dem Handy". Mein Sohn, dass muss ich auch noch erwähnen sitzt dort nur den ganzen Tag vor dem Fernseher. Ich weiß nun nicht was ich machen soll, ich würde meinen Sohn liebend gerne bei mir haben weil er bei mir gefördert wird und nicht jeden Tag 3-4 Filme gucken darf, außerdem gehen wir immer raus und unternehmen was, außer das Wetter ist mal ganz mieß aber auch dann gehen wir raus, schon alleine weil der Hund raus muss.
Denkt ihr, ich habe eine Chance zu erreichen, dass mein Sohn bei mir aufwachsen darf und wenn ja, was denkt ihr...ist es überhaupt ratsam? Bisher war ich ja eigentlich immer der Meinung das ein Kind bei seiner Mutter aufwachsen sollte, egal was sie und ich für Meinungsverschiedenheiten haben. Zudem hat mein Sohn ja auch dort seine Halbschwester. Was denkt ihr?

Hier mal die Pro's und Kontra's aus meiner Sicht:

Pro:
- Bei mir wird mein Sohn definitiv mehr gefördert, ich bringe ihm Dinge bei, was bei der Mutter nicht der Fall ist
- Ich beschäftige mich mehr mit ihm als es die Mutter tut (ich spiele mit ihm, wir unternehmen viel, ich lese ihm Abend für Abend IMMER eine Geschichte vor
- Ich pflege ihn und putze vor allem frühs UND Abends mit ihm Zähne, bei der Mutter muss er das nur morgens, abends nicht, sagt er sellbst (und ich sehe da auch keine Hoffnung..denn sie hat sie sich selbst in unserer Beziehung nur morgens geputzt und wenn ich die Zähne von ihrem neuen Freund sehe weiß ich das da keine Hoffnung besteht, denn er putzt seine vermutlich 1 mal die Woche)
- durch das Fördern bei mir wir er irgendwann die Möglichkeit haben sich seine Schule selbst raus zu suchen (ob Gymnasium oder Realschule), ich achte einfach auf seine Bildung
- Das Verhältnis von mir und meinem Sohn ist prima, wir verstehen uns richtig gut

Kontra:
- Er würde aus seiner gewohnten Umgebung gerissen werden, würde auch seine Halbschwester nur noch alle 2 Wochen an den Wochenenden sehen und eben auch seine Mutter, was objektiv betrachtet natürlich nicht schön wäre....trotz allem ist sie ja nun mal seine Mutter
- Er würde seine Kindergartenfreunde nicht mehr sehen oder eben nur noch sehr selten

Mein persönliches Fazit ist, dass, bedenkt man die Zukunft meines Sohnes, es besser wäre, er würde bei mir aufwachsen, da bin ich wirklich von überzeugt. Ich kann es aber absolut nicht einschätzen ob er irgendwelche psychischen Probleme bekommt wenn er aus seiner gewohnten Umgebung herausgerissen wird. Genau das ist es was mich noch zweifeln lässt vor Gericht zu gehen.

Ich würde mich wirklich sehr über Eure Meinung freuen. Welchen Weg haltet ihr für den Richtigen. Was würdet ihr tun. Habt ihr vielleicht Ratschläge oder eventuell sogar schon selbst eine ähnliche Situation durchlebt?

Viele Grüße


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 29.06.2014 03:21
(@united)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Papape (und willkommen im Forum),

zunächst ein kleiner Hinweis:
Bitte baue beim Schreiben gelegentlich einen Absatz ein, der macht das Lesen deutlich einfacher.

Zunächst möchte ich Dir zum Erhalt des Gemeinsamen (nicht: Geteilten) Sorgerechts gratulieren !
Gegen JA und KM ist das durchaus - zumindest vor drei Jahren - als beachtenswerter Erfolg anzusehen ...

In Bezug auf Dein jetziges Vorhaben möchte ich Dich dennoch ein wenig auf den Teppich holen:
- Der Wunsch Deines 5jährigen spielt eine untergeordnete Rolle.
- Die Gefahr bei einer strittigen Auseinandersatzung zum "Gewöhnlichen Aufenthalt" liegt immer darin, dass ein Kind in einen
  Loylitätskonflikt gerät.
- Das Pfund der KM liegt im Wesentlichen in der Kontinuität (das hast Du bereits erkannt).
- Wer der "bessere" Elternteil ist, ist daher ebenfalls untergeordnet.
- Die von Dir geschilderten Umstände reichen vermutlich nicht für eine Argumentation in Richtung Kindeswohlgefährdung aus.
Ferner ist die Möglichkeit mit Verwahrlosung bzw. Kindeswohlgefährdung zu argumentieren, eine sehr zweischneidige Angelegenheit ...
... zumal sich die Frage stellt, woher Du die Abläufe in KMs Haushalt denn so genau zu kennen denkst.

Zusammenfassend:
Die Chancen stehen alles andere als gut und tendenziell würde ich auf Basis Deiner Schilderungen eher davon abraten, diesen Gedanken weiter
zu verfolgen.

Wie weit wohnt Ihr voneinander entfernt ?
Wie könntest Du die Betreuung sicherstellen ?

Gruß
United


AntwortZitat
Geschrieben : 29.06.2014 13:40
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Kleine Ergänzung:

- Wer der "bessere" Elternteil ist, ist daher ebenfalls untergeordnet.

Nicht nur das.
Es ist sogar irrelevant.

Das spielt nur eine Rolle, wenn der Betreuungselternteil als völlig ungeeignet erkannt wird.
Und zwar vom Gericht!
Und das ist fast unmöglich, da du als Vater für so etwas nicht als glaubwürdiger Zeuge angesehen wirst.
Und andere muss man erstmal finden, die nicht nur etwas bezeugen können, sondern sich das auch noch trauen.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.06.2014 13:49
(@jemmy)
Registriert

Hallo

Und andere muss man erstmal finden, die nicht nur etwas bezeugen können, sondern sich das auch noch trauen.

Womit wir beim JA währen.
Wenn du wirklich bednken hast, dass dein Sohn nicht richtig betreut oder gar vernachlässigt wird, solltest du dich ans JA wenden und dort darum bitten, das der Sache nachgegangen wird. Gerade in hinsicht auf den kommenden Nachwuchs wäre das wohl vorerst der richtige Weg.
Sollte das JA deine Bedenken teilen könnte vorerst eine Familienhilfe installiert werden um dort zu helfen.
Allerdings kannst du wohl kaum annehmen, dass eine derartige Intervention deinerseits auf sonderlich viel Gegenliebe bei der KM und ihrem Neuen trifft.

Ein Antrag auf ABR halte ich in dieser Konstellation für vergebene Liebesmüh. Auch ein Einbehalten deines Sohnes (was du dank GSR durchaus könntest), würde wohl spätestens bei der Anhörung um Erteilung einer EA (Einstweilige Anordnung) ein Ende finden und dein Sohn müsste bis zur Hauptsacheverhandlung wieder zur KM zurück.

Alles in allem solltest du voerst die Möglichkeiten nutzen, deinem Sohn zu helfen, welche du hast OHNE den gerichtlichen Weg zu gehen, denn dort wirst du vorhersehbar scheitern.

Jemmy


Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World

AntwortZitat
Geschrieben : 29.06.2014 14:03
(@papape)
Schon was gesagt Registriert

Hallo,

erstmal danke dafür, dass ihr Euch meinen langen Text durchgelesen und darauf geantwortet habt.

@United: Ich gebe mir Mühe bei den Absätzen.

Der Wunsch Deines 5jährigen spielt eine untergeordnete Rolle

Ja ich weiß, aus rein rechtlicher Sicht ist das so und aus meiner objektiven Sichtweise kann ich dem auch zustimmen, da ein 5jähriger natürlich nicht den Weitblick hat eines Erwachsenen. Er kennt die Folgen nicht. Zwar erkläre ich ihm diese indem ich ihm sage, dass er seine Schwester und auch Mama dann nicht mehr so oft sehen würde und auch seine Freunde nicht aber natürlich kann er das rein vom erzählen nicht nachempfinden.

Ich selbst sehe es ja eben auch nicht so verbissen. Ich bin kein Vater der sagt "Mein Sohn muss auf Teufel komm raus bei mir leben". Ich hinterfrage was besser ist auf lange Sicht für meinen Sohn. Dabei interessiert mich in erster Linie nicht der rechtliche Aspekt und wie meine Chancen stehen (schon auch aber eben erst zweitranging) sondern vielmehr, was denn für meinen Sohn (nicht für mich und nicht für die KM) das beste ist. Wenn ich darüber nachdenke gehen mir dabei 3 Szenarien durch den Kopf, wenn ich an die Zukunft meines Sohnes denke.

1. Wächst er bei ihr auf, wird er definitiv nie das Gymnasium besuchen, er wird nicht die Möglichkeit haben zu studieren oder sich nach abgeschlossener Schulzeit keine große Auswahl haben bzgl. der Wahl seines Berufes (nicht falsch verstehen...ich selbst habe auch nur den Realschulabschluss und kein Abitur...aber ich möchte eben das es mein Sohn besser hat). Laut KM soll er, wenn es nach Ihr geht am liebsten den gleichen Beruf ausüben wir sie...Tierwirt. Das man in diesem Beruf quasi nichts verdient muss ich wahrscheinlich niemandem erzählen.
Fazit: Er wird also bei Szenario 1 keine großartigen Aussichten haben auf Bildung und beruflichen Erfolg.

2. Wächst er bei mir auf, würde ich mich darum bemühen, dass er eben genau das alles bekommt, ich lerne mit meinem Sohn, fördere ihn und er wird wenn er denn Älter ist mehr Optionen haben bzgl. seiner beruflichen Zukunft, was sich schlussendlich natürlich auf das ganze Leben auswirkt.

3. Er wächst bei mir auf und bekommt eventuell wirklich psychische Probleme, weil er eben in ein neues Umfeld kommt.

Und genau Punkt 3 lässt mich eben zweifeln. Ich bin selber nur bei meinem Vater aufgewachsen und hatte auch so meine Probleme, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Mittlerweile habe ich mich stabilisiert sein nur vielen Jahren aber es war eben nicht leicht. Meine Mutter hatte sich das Leben genommen als ich 8 war, mir blieb also auch gar keine andere Wahl als bei meinem Vater aufzuwachsen (er war kein guter Vater). Ich bin sicher ein bessere Vater als meiner, ich interessiere mich für meinen Jungen mit allem was dazu gehört aber ich habe eben diese Bedenken ob es für ihn das Beste ist.

Wie weit wohnt Ihr voneinander entfernt ?

Bis vor kurzem haben wir ca. 25km voneinander entfernt gewohnt (bin damals wegen meinem Sohn in extra aus 250km Entfernung in die selbe Ecke gezogen). Nun bin ich Anfang Mai umgezogen und wohne nun ca. 60km entfernt von meinem Sohn und der KM. Ich hole meinen Sohn natürlich trotzdem regelmäßig zu mir.
Ich wollte aber aus beruflicher Sicht in eine Großstadt, da ich hier bessere Möglichkeiten sehe weiter voran zu kommen.

Wie könntest Du die Betreuung sicherstellen ?

Um einen KiTa-Platz würde ich mich natürlich kümmern, ich weiß das es, gerade in Großstädten, schwierig ist aber unmöglich ist es ja auch nicht.
Zudem arbeite ich bisher noch von Zuhause. Ich zeichne Portraits nach Vorlage von Fotos und kann das von Zuhause machen, was nicht heißt dass er nicht in die KiTa soll...das ist mir schon alleine aus dem sozialen Aspekt wichtig. Ich möchte aber eine berufliche Veränderung bzw. den Beruf als Portraitmaler nur noch als Nebentätigkeit ausüben, da es auf Dauer einfach nicht für mich ist den ganzen Tag an der Staffelei zu stehen. Ich brauche mehr Menschen um mich herum.

Und andere muss man erstmal finden, die nicht nur etwas bezeugen können, sondern sich das auch noch trauen.

Da gebe ich dir Recht. Es ist unmöglich jemanden zu finden, der Dinge bezeugt, denn keiner der bei der KM ein und ausgeht wird gegen Sie und für mich aussagen, da wir keinen gemeinsamen Freundeskreis haben ist das absolut undenkbar.
Ich weiß eben all diese Dinge von meinem Sohn. Auf meine Frage ob Mama mit ihm spielt kommt eben immer ein "Nein"! Auf meine Frage wann er Zähne putzen muss sagt er eben "Nur frühs bevor ich in den Kindergarten muss"! Und wenn ich frage ob er sie auch abends putzten muss vor dem schlafen gehen sagt er "Nein, immer nur bevor ich in den Kindergarten gehe"! Und seine Zähne sprechen ja nun mal auch ihre eigene Sprache. Da muss mir ja keiner was erzählen, das sieht ja jeder. Diese fallen zwar natürlich sowieso aus, was aber kein Argument ist die Zähne nicht zu putzen und seine 2ten Zähne, ja....die werden dann sicherlich auch nur morgens geputzt und diese gehen dann natürlich kaputt.

Das ich als Vater als Zeuge nicht glaubwürdig bin verstehe ich eigentlich nicht. Ich bin einfach der vernünftigere Elternteil von beiden in der Hinsicht der Erziehung und ich denke dass das ein Richter bzw. eine Richterin durchaus erkennen kann.

Was mich zum Ende noch interessiert ist, warum ratet ihr mir alle von diesem Schritt ab? Ihr schreibt alle, das meine Chancen nicht gut stehen, dass kann ich auf jeden Fall nachvollziehen aber aus rein erzieherischer und psychologischer Sicht....wieso sollte ich diesen Schritt eurer Meinung nach nicht wagen?

Viele Grüße Pe


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 29.06.2014 15:49
(@ingo30)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin PE,

Was mich zum Ende noch interessiert ist, warum ratet ihr mir alle von diesem Schritt ab? Ihr schreibt alle, das meine Chancen nicht gut stehen, dass kann ich auf jeden Fall nachvollziehen aber aus rein erzieherischer und psychologischer Sicht....wieso sollte ich diesen Schritt eurer Meinung nach nicht wagen?

wichtig für Dich ist: Die Mitglieder können Dir nur Empfehlungen geben - Entscheiden tust letztlich Du allein. Wenn Du überzeugt bist, dass Dein Sohn bei Dir Leben soll, musst Du dich in den Kampf stürzen. Die Mitglieder melden Dir hier halt aus ihrer persönlichen und der Forenerfahrung zurück, dass die Argumente bei Dir wahrscheinlich nicht ausreichen werden.

Warst Du schon mal selber mit Eurem Jungen beim Zahnarzt? Dieser kann am besten den Gesundheitszustand beurteilen und gibt kindgerecht weiter, worauf man beim Zähneputzen achten muss. Das macht schon Eindruck auf die Kids in dem Alter. Insbesondere wenn vielleicht wirklich schon ein kleines Loch im Milchzahn drin ist und in diesem Zusammenhang behandelt wird (denn auch die Karies in Milchzähnen muss behandelt werden, egal ob die Zähne ausfallen).

Wenn Dir die Sache wichtig ist, mach die Termine zur Kontrolle und nimm diese wahr.

Die Sache mit den Zähnen geht halt bei vielen Kindsbesitzerinnen weiter mit zu kleinen Kinderschuhen oder abgetragenen Sachen / verfilzten Haaren etc. Dies wird zum Teil bewußt gemacht, um Dich als KV zu gängeln bzw. zu bewegen, neue Bekleidung anzuschaffen. Hier kannst Du auch selber einiges bewirken (Anziehsachen der KM werden nach Ankunft bei Dir ausgezogen und erst bei Abgabe wieder angezogen). Durch gutes Vorbild kannst Du Euer Kind auch selber dazu bewegen, sich selbständig Abends die Zähne zu putzen. Normalerweise lernen die Kids im KiGA auch einiges zu dem Thema und freuen sich, dies mit dir zu teilen.

Aus meiner Sicht kannst Du diese Probleme noch mit "Bordmitteln" in den Griff kriegen. Wie gesagt, Entscheidungen können wir Dir nicht abnehmen. Gruß Ingo


AntwortZitat
Geschrieben : 29.06.2014 16:15
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Was mich zum Ende noch interessiert ist, warum ratet ihr mir alle von diesem Schritt ab? Ihr schreibt alle, das meine Chancen nicht gut stehen, dass kann ich auf jeden Fall nachvollziehen aber aus rein erzieherischer und psychologischer Sicht....wieso sollte ich diesen Schritt eurer Meinung nach nicht wagen?

Naja, ich will es dir eigentlich nicht ausreden, sondern dir klar machen, dass deine Erfolgsaussichten denkbar gering sind.
Vor allem in Anbetracht deiner Argumentation.

Ich will nicht sagen, dass es ausgeschlossen ist, dass dein Sohn zu dir kommt aber sehr groß sind deine Aussichten eben nicht.
Es gibt hier durchaus Väter, die es geschafft haben, ihre Kinder, auch gegen den Willen der Mutter, zu sich zu holen, Jemmy ist z.B. einer von ihnen.
Aber i.d.R. gehört mehr dazu als das was du bisher aufgezählt hast und selbst dann braucht man immer noch Glück.
Entscheiden musst aber trotzdem du und eben auch mit den möglichen Konsequenzen leben.

Das ich als Vater als Zeuge nicht glaubwürdig bin verstehe ich eigentlich nicht. Ich bin einfach der vernünftigere Elternteil von beiden in der Hinsicht der Erziehung und ich denke dass das ein Richter bzw. eine Richterin durchaus erkennen kann.

Naja selbst wenn das Gericht dich als den "Vernünftigeren" erkennen würde, hieße das nicht, dass das Kind deswegen zu dir käme.
Kindererziehung ist kein Wettbewerb um den klügsten, schönsten, reichsten oder sonstwie besten Elternteil.

Schlichteren Menschen werden ihre Kinder ja auch nicht einfach weg genommen, damit sie von "besseren" Menschen erzogen werden.

Und obwohl ich sonst eigentlich kein gutes Haar an der Familienjustiz finde, bin ich recht froh darüber, dass zumindst das in D vor fast 70 aus der Mode gekommen ist.


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 29.06.2014 16:41
(@biggi62)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo PapaPe,

Ein Antrag auf ABR halte ich in dieser Konstellation für vergebene Liebesmüh.

Ich halte das nicht für vergebliche Liebesmüh, sondern aus strategischer Sicht - bezogen auf das Ziel, deinem Sohn unter den gegebenen Umständen den bestmöglichen Start ins Leben zu ermöglichen - zum jetzigen Zeitpunkt sogar für einen kapitalen Fehler.

1. Wächst er bei ihr auf, wird er definitiv nie das Gymnasium besuchen, er wird nicht die Möglichkeit haben zu studieren oder sich nach abgeschlossener Schulzeit keine große Auswahl haben bzgl. der Wahl seines Berufes (nicht falsch verstehen...ich selbst habe auch nur den Realschulabschluss und kein Abitur...aber ich möchte eben das es mein Sohn besser hat).

Das ist Blödsinn. Falls der Knabe den Wunsch und die Fähigkeiten haben sollte, ein Hochschulstudium erfolgreich abzuschließen, spricht nichts dagegen, dass er während der Haupt- oder Realschulzeit (mit ca. 12 bis 14 Jahren) zu dir wechselt, sich ab Klasse 8 richtig reinhängt und nach der Mittleren Reife aufs Gymnasium wechselt.

Mit 14 sind meine Eltern nach der Schule arbeiten gegangen. Die Kirchen erklären die Jugend für religionsmündig. Sie dürfen legal S*x haben und müssen am Familiengericht angehört werden. Damit diese Tür bis zur Pubertät offenbleibt, ist es äußerst wichtig, dass du nicht vorab dein Pulver verschießt und ohne Not dein Umgangs- bzw. Sorgerecht aufs Spiel setzt.

Bleib entspannt und locker und lass die Zeit für dich arbeiten. Im Moment sind dein Chancen den Jungen zu bekommen im Promillebereich - ab 12 steigen sie dramatisch an. Bis dahin musst du eure emotionale Bindung erhalten und festigen. Nicht mehr, nicht weniger.

GlG 🙂 Biggi


Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(J. W. von Goethe)

AntwortZitat
Geschrieben : 29.06.2014 20:25
(@jaydee)
Rege dabei Registriert

Hallo Biggi,

das hier:

Falls der Knabe den Wunsch und die Fähigkeiten haben sollte, ein Hochschulstudium erfolgreich abzuschließen, spricht nichts dagegen, dass er während der Haupt- oder Realschulzeit (mit ca. 12 bis 14 Jahren) zu dir wechselt, sich ab Klasse 8 richtig reinhängt und nach der Mittleren Reife aufs Gymnasium wechselt.

ist in Bayern nicht möglich. Du kannst hier lediglich nach der 10. Klasse auf die FOS gehen und hast ein Fachabi. Allgemeine Hochschulreife bekommst Du hier nicht ohne weiteres, wenn Du nicht von Anfang an auf dem Gynmasium bist  :knockout:

Aus NRW, wo ich aufgewachsen bin, kenne ich es so, wie Du es sagst.


Mission impossible?

AntwortZitat
Geschrieben : 30.06.2014 11:54
(@totohh)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

@Biggi und Jaydee: Jetzt wird es aber schon sehr detailliert. Ich glaube, der TO ist viel pauschaler unterwegs und dazu wurde ihm auch schon - das aus meiner Sicht richtige - geraten: Ein (vermeintliche) bessere Förderung bzgl. Schule in der Hoffnung, dass das Kind einen höheren Bildungsabschluss erhält, wird kein Grund sein, dass ein Richter das ABR auf den KV überträgt!!

Im Übrigen sind die nachhaltig, weil bereits mehr geäußerten, Befürchtungen des TO

Er wächst bei mir auf und bekommt eventuell wirklich psychische Probleme, weil er eben in ein neues Umfeld kommt.

ebenso nicht relevant - dann bestünde ja die Gefahr, dass Kinder regelm. einen psychischen Knacks bekommen, wenn sie mit ihren Eltern umziehen, weil ein ET einen neuen Job hat und die Kinder sich in einer neuen Stadt neue Freunde suchen müssen. Kinder, insb. in dem Alter, können sich schnell anpassen. Freunde in dem Alter sind in den seltesten Fälle echte, dicke Freundschaften fürs Leben. Typischerweise ändert sich der Freundeskreis ja mehrfach beim Heranwachsen. Und solange dem Kind auch nach einem Umzug zum Vater die Mutter nicht vorenthalten wird, besteht auch hier meiner Ansicht nach nichts zu befürchten.

ABER: Das Thema Kontinuität (ist hier auch schon erwähnt worden) wird entscheidungsrelevant sein. Und da hat KM nun mal die besseren Karten, deshalb bräuchte es sehr gute Argumente dies zu ändern (zB "echte" Kindeswohlgefährdung, und nein, ein etwaig neg. Beeinflussung der Berufswahl ist dies nicht!). Erfolgsversprechende wäre eine sukzessive  Übernahme der Erziehung durch den KV, idealerweise in Absprache mit der KM, evtl. auch ganz subtil.

Und deshalb: Umgang, besser mehr Umgang, viel besser: viel mehr Umgang!! Dabei wirst Du jede Menge Einflussmöglichkeiten bekommen. Beteilige Dich an der Elternarbeit in der Schule, fördere die (richtigen) Hobbies und sonst. Freizeitbeschäftigung, mache all das, was Du glaubst dass es bei KM zu kurz kommt! Und habe Spaß mit Eurem Kind, entwickele eine feste Bindung!

Deshalb übrigens auch die Frage nach der Entfernung - ob ggf. ein WM möglich wäre (zumindestens theoretisch). Aber das geht bei 25km nicht wirklich, bei 60km schon gar nicht, wobei ggf. auch diese Entfernungen eine Beteiligung am Leben Deines Kindes, wie vorstehend angeregt, bereits schwierig werden lassen.

Gruß, toto


AntwortZitat
Geschrieben : 30.06.2014 14:31