Hallo zusammen.
Ich denke, dass ich hier wohl der Erste bin, der keine Trennungsgeschichte schreibt. Aber da ich versprochen habe meine Geschichte darzulegen tue ich das einfach mal.
Also erstmal: Ich bin 20 Jahre jung, verheiratet seit fast einem Jahr und arbeite als Informatiker nach abgeschlossener Ausbildung.
1. Die Begegnung:
Ich habe vor 2 Jahren eine sehr nette Dame kennengelernt, Sprachgewandt, Nett, immer fröhlich, schüchtern, gut aussehend und einfach sehr gut erzogen. Der einzige Wehrmutstropfen: Sie kommt aus der Ukraine und war als Au Pair Mädchen hier bei "Sklaventreibern" angestellt.
2. Der Abschied
Dennoch eine tolle Beziehung. Eines morgens ruft sie mich an und sagt, dass die Gastfamilie Ihr das Visum gesperrt hat und Sie übermorgen nach Hause fährt. Also habe ich mir 2 Tage Urlaub genommen, Sie abgeholt und zu uns nach Hause (ich wohne da noch bei meinen Eltern) gebracht.
Am Freitag ist sie dann abgereist.
3. Die Fernbeziehung
Ab dann tagelang gechattet, telefoniert und Briefe geschrieben. Später habe ich Sie dann besucht und die Eltern kennengelernt. Nach meiner Rückkehr habe ich Ihr einen Heiratsantrag per Telefon gemacht (O-Ton: "Besorg' die Papiere und schick' Sie mir zu. Wir heiraten").
Gesagt, getan. Meine Mutter fuhr dann selbst in die Ukraine und ich finanzierte die Reise, die Papiere, das Hochzeitskleid, etc.
4. Die Begegnung und die Heirat
Nach langem Hin und Her (das war ein Horrortrip mit den Behörden, das könnt Ihr mir glauben) konnte ich Sie in meinen Armen halten, nachdem Ich sie am Busbahnhof in DD abgeholt habe. Wir heirateten auch am 24. Juli standesamlich und zogen am 16. August (mein geburtstag) in eine Wohnung (2 Zimmer, 45qm). Während all der Zeit schaffte ich es meine Ausbildung zu beenden, eine Arbeitsstelle anzutreten und alles zu organisieren.
5. Das Eheleben
Da meine jetzige Frau noch studiert und das Studium dieses Jahr vorraussichtlich in Ihrer Heimat abschließt schmieden wir pläne. Sie ist eine tolle Frau und WILL arbeiten. Sie macht jeden Job, den sie finden kann um uns finanziell zu unterstützen. Natürlich gibt es raufereien, die meistens im Bett enden :-)
Ich bin glücklich und zufrieden. Alle Vorurteile der Ost-Frauen hin oder her... so eine gut erzogene Person habe ich noch nie gesehen. Sie lernt mit Begeisterung die deutsche Sprache, kann sich innerhalb eines Jahres des Lernens ohne Probleme mit Ärzten, Kollegen und Freunden unterhalten (Nickt und lächelt zwar obwohl sie etwas nicht versteht, aber das ist Ihre Art).
Zwar war das eine überstürzte Heirat und für mein Empfinden noch zu früh, hoffe aber dennoch eine gute Entscheidung in meinem Leben getroffen zu haben und diese auch nicht mehr zu bereuen.
6. Wehmutstropfen
Wie aus den vorherigen Posts zu entnehmen komme ich etwas ins Grübeln. Ich schreibe zu späterer Stunde mal die Geschichte von einem Freund auf, welcher auch eine Frau aus Osteuropa geheiratet hat, welche Ihn in den finanziellen Ruin trieb...
Ich danke für das Zuhören und hoffe, dass mein Beitrag nicht zu lang war und Ihr (auch wenn die meisten hier bereits gebrandmarkt sind) auch etwas Freude an meinem Post hattet. Ich hoffe, dass meine liebevolle und traditionsbewusste Frau nich zu einer wilden Furie mutiert, welche finazielle Männermorde begeht und auch noch die Reste schändet...
bis dato bin ich aber zuversichtlich.
Ich werde mal versuchen ein Hochzeitsfoto später einzufügen.
Akira
Hallo Akira,
es ist so schön, auch mal was positives zu lesen. Ich wünsch euch, dass du in 20 Jahren auch noch so begeistert und liebevoll von deiner Frau schreibst.
Und ich bin der Meinung, dass kein "schäfchen" zum "wolf" mutiert, die Anlagen eines Menschen ändern sich nicht. ALso bleib guter Hoffnung und vielleicht ist sie's ja auch bald ;)
So, wie du deine Liebe beschreibst, wäre das Sicher nicht der Freifahrtschein für deine Frau, sich daheim vor dem Fernseher auszuruhen, sondern aus einem verantwortungsvollen Menschen wird meist auch ein verantwortungsvoller Elternteil.
Alles Gute Euch
Nena *malporzellanzerschmeißt* (soll ja Glück bringen)
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum
