Hallo Ihr erfahrenen User,
ich bin neu hier, obwohl ich schon öfter reingeschaut habe. Weiß auch nicht so recht was ich suche. Vielleicht ist es Trost, oder Tipps, oder einfach nur die Gewißheit, mit meinen Sorgen nicht allein zu sein.
Also vielleicht eine Mischung aus „Willkommen im Club“ bis hin zu „Stell Dich nicht so dämlich an!“
Habe jetzt über ein Jahr allein versucht zurechtzukommen, aber es will mir nicht gelingen.
Vielleicht mal kurz meine Geschichte und mein Problem (ich versuchs wirklich so kurz wie möglich zu machen):
Ich bin vor kurzem 50 geworden, habe zwei erwachsenen Töchter, die mit beiden Beinen im Leben stehen (worauf ich sehr stolz bin) und meinen Sohn, der inzwischen 8 Jahre alt ist.
1994 trennte ich mich nach 17 Ehejahren von meiner Frau, wegen einer anderen (das war „Midlifecrisis“ und „Nachwendekoller“ zugleich – ließ sich aber nach Bemerken des Irrtums nicht mehr kitten). Dieses neue, aufregende Abenteuer war aber Anfang 1996 schon beendet. Mitte 1997 lernte ich eine 14 Jahre jüngere Frau kennen. Die Chemie stimmte sofort, ich machte mir keine Gedanken über ihre Vergangenheit. Mit 18 war sie ihrer Mutter, die sie heute noch haßt, entflohen und heiratete einen „Alki“, nach 8 Jahren Ehe ließ sie sich scheiden und stürzte sich mit ihrem 4-jährigen Zwillingspärchen in die Beziehung mit mir.
Es war alles wunderbar, wir zogen zusammen, mir waren und sind die Zwillinge lieb wie meine eigenen Kinder. 1998 wurde unser Sohn geboren. Wir lebten glücklich und zufrieden wie man so sagt, ich gab mein letztes Hemd für meine neue Familie, auch wenn es manchmal nur geborgt war, wir machte gemeinsam Ausflüge, Urlaubsreisen, alles was eben so ging. Ich war die ganze Zeit Alleinverdiener, meine Partnerin hatte seit 1990 keine Arbeit mehr, obwohl sie sich bemühte. Aber wer nimmt schon eine Frau mir 2 bzw. 3 Kindern.
Nach 9 Jahren unserer Beziehung bekam sie 2005 einen 1-Euro-Job und verliebte sich prompt in den ersten besten „Mit-Hartz-IV-Empfänger“. Meines Wissens ist dieser Flirt und einige andere, die ihr das nunmehr freie Leben bescherten, inzwischen beendet.
Jedenfalls stellte sie mir kurz vor Weihnachten 2005 ein Ultimatum, dass ich mich bis Ende Januar 2006 vom Acker zu machen habe, sie fühle sich eingeengt, brauch Zeit zum Nachdenken, wolle ihr früheres Leben wiederhaben, wolle sich darüber im Klaren werden, was sie wirklich will usw. Ich hatte damals alles versucht, wurde aber abserviert. Dennoch verhielt ich mich fair, brachte vor meinem Auszug noch die Wohnung ordentlich auf Vordermann, hielt auch noch danach ständig noch Kontakt, allein schon deshalb, weil ich meinen Sohn sooft wie möglich bei mir haben wollte. Ich bin auch nicht weit weggezogen, mein Sohn kann mich zu Fuß jederzeit erreichen, was er auch gern und oft wahrnimmt, er liebt mich wie ich ihn liebe.
Trotzdem scheint er mir mehr und mehr zu entgleiten in diesem letzten Jahr. Das macht mir große Sorgen. Obwohl das anfangs ganz gut klappte, informiert mich meine „Ex“ kaum noch über seinen Alltag, die Schule, die Freizeit usw., alles was ich erfahre, erfahre ich von ihm. Die beiden Großen haben den Kontakt wie ihre Mutter zu mir abgebrochen, obwohl ich mich bemühe, auch ihnen nach wie vor Vati zu sein. Na gut, sie sind inzwischen 14, haben ihre eigenen Interessen und von ihrer Mutti bekomme ich nur zu hören, sie sollen selbst entscheiden, ob sie noch Kontakt zu mir haben möchten oder nicht. Andererseits kann ich natürlich nicht wissen, welche Ratschläge sie ihnen gibt.
Vorigen Monat habe ich ihr mal den Unterhalt 3 Tage zu spät gegeben und prompt besuchte mich auch mein Kleiner 14 Tage nicht mehr.
Das alles macht mir sehr zu schaffen und ich weiß nicht wie ich Ordnung in meine Gedanken bringen soll.
Oft liege ich wach und denke an „meine Familie“, die ich nach wie vor liebe.
Ich frage mich, wie kann sie mich rausschmeißen und es gleichzeitig als völlig normal ansehen, dass unser Sohn bei ihr bleibt. Warum soll ich kein Recht auf ihn haben, sind wir doch beide sorgeberechtigt.
Ich bin „Familienmensch“ und halte sehr viel von einem guten Zusammenleben, deshalb will ich auch meinen Sohn nicht von seinen Geschwistern trennen, obwohl ich ihn sehr gern für immer bei mir hätte.
Auch habe ich überhaupt keine Lust auf einen neue Beziehung, hänge wohl noch zu sehr an der alten.
Das macht mich zugleich aber auch einsam und unzufrieden.
So, ich wollte es eigentlich kurz machen, deshalb höre ich jetzt auf.
Sollte jemand Lust haben, mir zu antworten, kann man ja noch mehr ins Detail gehen.
Ich danke Euch für’s zuhören, bzw. für’s lesen.
Moin Reinhard
„Stell Dich nicht so dämlich an!“
Das Familienrecht ist so verzwickt und fern ab von einer paragrafischen Rechtssprechung, das auch erfahrende User nocht oft gegen die Wand fahren. Das hat also nix mit dämlich zu tun.
Ich frage mich, wie kann sie mich rausschmeißen und es gleichzeitig als völlig normal ansehen, dass unser Sohn bei ihr bleibt.
So denken halt sehr viele Frauen und es ist auch noch gänige Praxis. Du hast dich ja auch drauf eingelassen und hast durch deinen Auszug ihre Erziehungsfähigkeit bescheinigt. Klassischer Fehler also.
Warum soll ich kein Recht auf ihn haben, sind wir doch beide sorgeberechtigt.
Weil sie sonst keinen KU bekommt und selbst KU zahlen müßte, wird sie sich auf jeden Fall dagegen sträuben. Ich will der KM jetzt nicht unterstellen das sie das Kind nur aus finanziellen Gründen behalten möchte, ist aber ein triftiger Grund mit.
deshalb will ich auch meinen Sohn nicht von seinen Geschwistern trennen, obwohl ich ihn sehr gern für immer bei mir hätte.
Die Elternbindung ist höherwertig als die Geschwisterbindung. Somit ist die Geschwisterbindung der Elternbindung nachzuordnen.
Nichts desto trotz: Zu einem ABR-Antrag würde ich dir nicht raten, da die KM nicht erwärbstätig ist und du schon. Desweiteren liegen keine triftigen Gründe vor.
Aber:
Vorigen Monat habe ich ihr mal den Unterhalt 3 Tage zu spät gegeben und prompt besuchte mich auch mein Kleiner 14 Tage nicht mehr
Sollte sich das wiederholen, solltest du über eine gerichtliche Umgangsregelung nachdenken.
Gruß
Martin
Hallo Reinhard,
Du bist, wie es scheint, emotional noch sehr aufgerührt.
Oft liege ich wach und denke an meine Familie, die ich nach wie vor liebe.
Ich glaube, Du kannst dir vorstellen, wie viele dies nachvollziehen können. Sch... Zeit.
Blättere mal, du brauchst gar nicht so lange zu suchen. Lonesomewolf hat heute etwas geschrieben ("es macht Spass"..)
Dahin zu kommen ist ein langer und beschwerlicher Weg. Aber, wie zu lesen ist, es ist schaffbar.
Schade, ich wünschte, man könnte dir einen Allzwecktip mit auf den weiteren Weg geben, aber leider gibt es den nicht.
Den Schmerz der Trennung zu verarbeiten, ist nur eine Sache, den Umgang und die Zeit für die Kinder auf die Reihe zu kriegen eine andere. Du solltest versuchen, das "ich" in Dir wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Gerade auch für Dein Kind. Kinder sind bestimmt gerne bei Mama und bei Papa. Und sie sind wahrscheinlich lieber bei denen, denen es gut geht. Sollte es beiden gut gehen, umso besser.
Deine Ex wirst Du wohl kaum ändern können.
Vorigen Monat habe ich ihr mal den Unterhalt 3 Tage zu spät gegeben und prompt besuchte mich auch mein Kleiner 14 Tage nicht mehr.
Dazu:
Aber:
Sollte sich das wiederholen, solltest du über eine gerichtliche Umgangsregelung nachdenken.
Da hat Phoenix absolut recht. Lass Dir da nichts nehmen. Ihr habt die gleichen Rechte und Pflichten. Wenn so etwas nochmal vorkommen sollte, zögere nicht, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ich glaube ich wär im Dreieck gesprungen.
Gruß und viel Kraft
jo
Hi,
ich glaubs ja nicht, daß ich so schnell Antwort bekommen habe.
Danke Martin und danke jo.
Werde mich erstmal noch durch die empfohlenen Beiträge durcharbeiten und heute abend meiner Ex noch ne mail schreiben. Melde mich wieder.
Danke,
Reinhard
...und heute abend meiner Ex noch ne mail schreiben.
Sei vorsichtig bei dem was du schreibst. Gerade wegen deiner aufgewühlte emotionalen Lage solltest du vom direkten Kontackt mit deiner EX absehen. Gerade weil die Texte oft emotional verfasst sind, gibt man entwerder der EX eine Bestätigung darüber, das man von ihr verletzt wurde oder es wird als "Kriegserklärung" von der Ex angesehen, wenn man ihr übereifrig erklärt, was sie darf und was nicht. Beides ist nicht das gelbe vom Ei, da es die Gesamtsituation nur verschlimmern kann.
Warte ab was die Zeit bringt. Wird der Umgang erneut boycottiert, solltest du handeln. Vorher nicht.
Gruß
Martin
