Meine Großfamilie u...
 
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Meine Großfamilie und ich...

 
(@palatinus)
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Hallo!

Ich möchte euch auch meine etwas umständliche Geschichte erzählen...

Ich werde bald 44 Jahre alt und bin seit 16 Jahren mit ein und derselben Frau (35) verheiratet, wir haben 7 lebende Kinder, eins ist gestorben, ein anderes ist noch unterwegs (Termin Mitte Dezember). Ich bin ihr in der ganzen Zeit (jedenfalls für meine Definition) immer treu geblieben, auch wenn es mir manchmal sehr schwerfiel.
Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass wir eigentlich nichts gemeinsam haben, aber ich habe mir immer eingeredet, dass da noch Liebe ist. Trotz unserer hohen Kinderzahl war unser Sexualleben, das ja nun mittlerweile völlig zum erliegen gekommen ist, nie besonders toll (ich hatte/habe immer das Gefühl, sie sieht das alles als etwas Schmutziges an), aber da ich ihr erster und einziger Mann war (habe sie kennengelernt, als sie 14 war), ist das wohl auch nicht verwunderlich. Sie ist der Typ, der keine Ahnung vom richtigen Leben hat und auch gar nicht haben will, sie überlässt mir die Entscheidung über ALLES und führt auch sonst ihrer seltsamen Natur gemäß ein Leben in Demut - ich kanns nicht mehr ertragen. Ich habe schon 1000x mit ihr darüber geredet, aber sie wiegelt ab, sie ist halt so ein Mensch. Und ich glaube, sie ist mit mir auch nicht besonders glücklich. Dieses letzte Kind hätte nicht sein dürfen...
Nun habe ich vor einigen Monaten übers Internet (ironischerweise über meien Frau) eine andere Frau (31) kennen gelernt, durch die mir jetzt erstmal so richtig klar geworden ist, was ich die vergangenen jahre für ein unausgefülltes, eintöniges, sinnloses Leben geführt habe, ohne echte Liebe. Diese Frau ist mir so ähnlich, dass ich immer wieder darüber staunen muss. Es kam, wie es kommen musste - wir haben uns verliebt und diese Verliebtheit ist mittlerweile wohl in richtige Liebe ausgeartet. Alles was ich möchte, ist mit ihr zusammen zu sein und zwar für immer, denn ich habe das Gefühl, endlich den passenden Deckel zu meinem Topf gefunden zu haben... Ich werde wohl nie wieder jemanden kennen lernen, der besser zu mir passt.

Jedoch kann ich keine Frau mit 8 Kindern allein lassen... Selbst wenn ich die 3 Großen mitnehme (was sie unterdessen sicher wollen) ...
Ich stecke also in einer verdammten Zwickmühle, der Entscheidung zwischen der Verantwortung für meine Kinder und deren Mutter, die ich nicht liebe, und meinem Glück für die Zukunft mit einer anderen Frau...

Was ratet ihr mir?

Viele Grüße,
G.


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 26.09.2004 16:22
DeepThought
(@deepthought)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Moin Palatinus,

Was ratet ihr mir?

Nix. Wir können nur durch das Aufzeigen von Optionen und Einflüssen dir eine breitere Entscheidungsbasis zur Verfügung stellen.

Es ist nachvollziehbar, nach vielen Jahren der "Dürre", dass jede erwiderte Zuneigung zu einer heftigen Gefühlswallung fühlt. Ob's bestand haben kann, wird die Zeit zeigen und ob du in der Lage bist, einen kritischen Blick auf eine mögliche daauerhafte Beziehung mit dieser Frau zu werfen.

Ob du 8 Kinder oder 1 Kind hast. Für die Kinder ist die Trennung der Eltern immer schmerzvoll. Daran ändert nicht, dass 3 oder mehr Kinder mit dir gehen würden. Offen ist hier, ob sie deine ggf. neue Freundin akzeptieren können. Finanziell wirst du ob der zu erwartenden KU-Leistungen auf den SB kommen. Auch das solltest du in deine Überlegungen einbeziehen. Es ist denkbar, dass die Neue das nicht mitmacht,

DeepThought


Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!

AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2004 17:01
(@Melly)

Ich kann Jörg in allen Punkten zustimmen.
Klar sollte Dir sein, daß Du mit der Trennung eine ganze Familie in den sozialen Abstieg führst.
Naja die vielen Kinder werden der Mutter gut Kindergeld abwerfen, da kann man schon was kaufen.
Aber Du wirst wohl fast Dein übriges Leben für Kindesunterhalt aufkommen müssen und immer am Selbstbehalt knabbern.
Du bist jetzt dicke verliebt und die Frau die Dich so liebt auch. Da sieht man viele Dinge durch eine rosarote Brille!
Ob die Freundin so ein Leben am Selbstbehalt auf Dauer mitmacht?
Du solltest Dir mal überlegen, ob Du die Familie auch ohne Freundin verlassen würdest.
An ner Freundin würde ich die Trennung bei so einer großen Familie nicht aufhängen.
Hat die Freundin mal keine Lust mehr sich um 8 Kinder zu sorgen, oder Dich mit 8 Kindern zu teilen, stehst ohne was da.

Ich will eigentlich nicht auf die vielen Kinder eingehen, da das jeder selbst wissen muß, wieviel Kids man haben will.
Aber ich rutsche da über einen Beitrag von Dir:

Du schreibst mit Liebesleben is nix mehr, lange erloschen.
Wie kommt es dann zu sovielen Kids?
Sicher schreibst Du, das jetzt 9 Kind war nicht geplant...aber naja man kann doch auch was gegen tun.
Oder läßt das Eure christliche Einstellung nicht zu?
Aber eins muß ich auch mal sagen.
Wenn die Frau 8 Kinder geboren hat, 7 bis jetzt groß zieht, dann wundert es mich nicht, daß die Frau evtl für ein Liebesleben oft nicht mehr die Kraft hat.
Ist doch auch mächtig viel Arbeit.
Da ich viele Ehen durch den Chat bzw durch das Internet scheitern sehe, muß ich klar sagen...es sind oft große Luftblasen die platzen, wenn man den Weg der Trennung gegangen ist.
Man ist oft ein Spielzeug für Damen und auch Herren in der virtuellen Welt.
Überleg Dir verdammt gut, was Du machst.
Kläre erstmal klar mit Deiner Freundin, ob die das auch unterstützt?
Du kannst die Kids nicht einfach so zurück lassen, die erwarten von Dir als Vater, daß Du auch für sie da bist.
Welche Frau bindet sich einen Mann ans Bein, der gleich mal 8 Kids zum BEsuchswochenende bekommt?
Ich kann nur empfehlen die rosarote Brille mal kurz abzunehmen und zu gucken, wie es denn weiter geht mit Freundin...ohne Freundin..als Sozialfall?
Gruß
Melly

[Editiert am 26/9/2004 von Melly]


AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2004 17:51
(@Onsager)

"An ner Freundin würde ich die Trennung bei so einer großen Familie nicht aufhängen."

Ich schon.

Onsager


AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2004 18:14
(@palatinus)
Schon was gesagt Registriert

Hallo,

ich schätze, ich muss erstmal noch ein bisschen was erklären.
Meine Freundin weiß, dass sie mich nur mit den Kindern haben kann - ich muss ihren Sohn ja auch akzeptieren- und sie weiß ebenfalls, unter welchem enormen Druck ich stehe und auch, dass das alles wohl mein finanzieller Ruin wäre (wovor ich mich mit am meisten fürchte). Sie hat eher Angst davor, dass meine Kinder sie hassen könnten.

Zum Kind 8 bzw. 9 muss ich sagen: unsere vielen Kinder haben nix mit Christlichkeit zu tun, sondern wir sind/waren beide ziemliche Großfamilien-Fans... ich gebe zu, ich makabererweise noch mehr als sie, da hab ich mein Kindheitstrauma wohl einfach falsch angepackt.
Die anderen waren schon alle absichtlich gezeugt, von Seiten meiner Frau hat der Akt wohl auch nur deswegen stattgefunden... und die "Kraft", wie Melly das nennt, hatte sie bereits nicht, als wir noch kinderlos waren. Ahja und klar kann man verhüten, nur manchmal ist Mensch zu blöd dazu :knockout:
Und mir ist auch klar, dass ich meine Kinder eigentlich nicht verlieren möchte... Der Gedanke, sie nur alle 2 Wochen mal am WE zu sehen, ist wirklich unvorstellbar...
Ich möchte das alles nicht aufgeben, was ich habe...
Aber ich möchte auch nicht so weiterleben mit meiner Frau, sondern ich würde am liebsten einfach meine Freundin an ihre Stelle setzen.
Trotz Kinder- wie lang soll ich das denn noch aushalten? Langsam aber sicher gehe ich daran kaputt.
Ich würde früher oder später auch gehen, wenn da jetzt keine andere Frau in mein Leben getreten wäre...


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.09.2004 18:31
 Xe
(@_xe_)
Registriert

Moin,

raten kann man dir sicherlich nichts wirklich verbindliches.

Finanziell wird das Ganze außerordentlich dürr, keine Frage. Problematisch wird da in diesem Fall, daß Kindesunterhaltsansprüche an sich nicht gegeneinander aufgerechnet werden dürfen, d.h. kann es leicht passieren, daß du Vollzeit arbeitest und für (sagen wir mal) 5 Kinder Unterhalt zahlst, aber deine Nochehefrau nicht arbeitet (kann sie, bis das jüngste 8 wird) und du daher für die bei dir lebenden 3 in die Röhre guckst. Soviel zum finanziellen Aspekt; ich muß auch sagen, daß die Anzahl der Kinder die Sache zu einem recht außergewöhnlichen Fall macht. Leider kann ich ohne weitergehende Zahlen keine Berechnungen anstellen, aber gefühlsmäßig wird das finanziell eine Katastrophe.

Gefühlsmäßig ist dir meiner Meinung nach außerdem anzumerken, wie die neue Beziehung dir erst bedeutend gemacht hat, wie "flach" die alte Beziehung an sich eigentlich war. Dagegen ist deswegen nichts zu sagen, weil man nie aus alleinig moralischen Empfindungen und gegen das eigene Gefühl handeln sollte; denn die meisten Werte werden von anderen aufgestellt. Schwer ist es trotzdem, denn die neue Beziehung wird mit fast absoluter Sicherheit durch die Verpflichtungen gegenüber den Kindern und der Ehefrau belastet werden, und leider spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sie daran scheitern wird.

Aus eigener Erfahrung muß ich auch leider sagen, wenn man alles hinter sich läßt und dann versucht, etwas neues aufzubauen, dann merkt man oft zu spät, daß man einer (wie Melly es nennt) Luftblase nachgelaufen ist. Sicherlich ist das nicht pauschal gemeint, aber leider spricht eben die Wahrscheinlichkeit dagegen, daß noch alles rosa ist, wenn die Schmetterlinge im Bauch wegsind. Wenn der Alltag zuschlägt und die Routine reinkommt, erst dann zeigt sich, ob die neue Beziehung überleben kann und ob sie für lange Zeit trägt. Zu oft wird dann klar, daß der Partner doch auch nur ein Mensch ist und seine eigenen Fehler und Macken hat, die man vorher nicht sah.

Ich fürchte, keiner wird dir die Entscheidung abnehmen können. Definitiv hast du alleine die Konsequenzen zu tragen, egal was du tust, egal ob die Konsequenzen positiv oder negativ sind. Du wirst dir hier nur einen Rat holen können, keine Entscheidung, fürchte ich.

Gruß, Xe


AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2004 19:14