Hallo, bin neu hier bei euch.
Meine Geschichte: Ich bin 42 und eine Mutter die seit 9 Jahren Kindenunterhalt zahlen muss.
Ich hatte auch sehr viel Stress mit meinem Exmann, dessen Machtspiel ich irgendwann nicht mehr gewachsen war. Dazu kam die Erfahrung mit Judendamt und Familienrichtern. Ich bin darüber erkrankt und nun seit 5 Jahren in Rente wegen Erwerbsunfähigkeit. Ich hatte keine Kraft mehr zum Kämpfen und hatte 4 Jahre keinen Kontakt zu meinem Sohn. Seit 2,5 Jahren haben wir wieder Kontakt. Es war ein Alter erreicht, indem der Kindesvater seine Macht der Manipulation verloren hatte. Mir bleibt nur der Selbstbehalt von 770 Euro, was drüber ist zahle ich an Kindesunterhalt an meinen nun bald 17 jährigen Sohn.
Ich finde mich in vielem was ich hier lese ein Stück wieder.
Ich bin traurig darüber das der Selbstbehalt für nichterwerbstätige nicht angehoben wurde. Jeder weiß doch, dass viele Dinge, die man zum Leben braucht teurer werden. So lebe ich auch immer am Minimum, zum Leben zu wenig und zum Sterben zuviel. Ich versuche das Beste daraus zu machen und weiß sobald mein Sohn 18 Jahre ist wird der Unterhalt neu und anders berechnet und ich werde dann finanziell etwas besser da stehen.
In meinem Fall kommt erschwerend dazu, dass ich nur 2,45 Stunden an einem Stück arbeiten darf und somit ist die Wahrscheinlichkeit einen Nebenjob zu finden für 400 Euro zu meiner Rente zu verdienen, sehr gering.
Moin Frau68,
erst einmal ein herzliches Willkommen,
Zuerst einmal möchte ich dich beglückwünschen! Du hast Kontakt zu deinem Sohn und vielleicht auch regelmäßigen Umgang?!
Damit bist du vielen hier einen Schritt voraus!
Dass eine Trennung nicht leicht ist, wissen alle hier. Wenn sie dich körperlich und seelisch krank macht, suche dir professionelle Hilfe. Sich einfach gehen zu lassen und zu resignieren bringt weder DIR noch deinem SOHN etwas!
Als Antwort auf deine Frage:
Ich bin traurig darüber das der Selbstbehalt für nichterwerbstätige nicht angehoben wurde.
Mache ich mal folgende Rechnung auf: Ich zahle seit 2 Jahren Trennungsunterhalt (TU) und Kindesunterhalt (KU) und mir bleibt dank Prämienzahlung im Trennungsjahr im Monat mal 21,-€ mehr als Dein Selbstbehalt! Auch ich muss sparen wo ich nur kann und noch um mein Kind kämpfen! Aber: Es geht! Ich freue mich über den Sonnenschein und gelegentlich ist auch mal ein Kinobesuch oder mal Essen gehen drinn!
Also mach dich gerade und komme wieder auf die Beine! Lass dir helfen! Es geht irgend wie immer weiter!
glaubt nicht dass Gerichte Recht sprechen,
glaubt aber an die Gerechtigkeit.
Danke für die netten Worte. 🙂
Ich habe mich längst mit der Situation revangiert. Die Zeit in der ich 4 Jahr keinen Kontakt hatte zu meinem Sohn ist ja seit Mitte 2008 vorbei. Aber ich weiß, wie man leidet, wenn man keinen Kontakt zu seinem Kind oder Kindern hat. Habe ich alles durchlebt. Es gab Zeiten, da dachte ich ich gehe an diesem Schmerz kaputt. Bin zwar heute nicht mehr streßbelastbar für die Arbeitswelt, komme aber gut klar. Jetzt bin ich Rentnerin und habe nach 5 Jahren auch die Rente auf Dauer. Ich versuche immer das Positive an meiner Situation zu sehen. Ich bin zwar arm an Euro, aber reich an Lebenszeit und das für immer, denn arbeiten muss ich nicht mehr, nur wenn ich möchte einen Nebenjob. Habe viel Zeit in den letzten Jahren im Ausland verbracht und der Abstand zu Deutschland war gut für mich.
Habe regelmäßigen Kontakt mit meinem jünjsten Sohn(17 Jahre), täglich bei facebook und wenn er Zeit und Lust hat sehen wir uns.
Diese Zeit der Trennung von mir ist auch an ihm nicht spurlos vorbeigegangen. Zum Glück können wir uns heute darüber austauschen und unsere Mutter-Kind-Beziehung wieder leben.
Trotz allem war es in den Jahren ohne Kontakt für mich sehr schwer immer zu hoffen, das irgendwann das Alter des Kindes ereicht ist, andem das Machtspiel nicht mehr funktioniert und wir einen neuen Anfang finden.
Deshalb mache ich allen Mut, die Jahre kann uns niemand mehr zurückgeben, aber wir bleiben Mutter oder Vater ein Leben lang und wir können noch viel nachholen.
Ich habe noch einen Sohn aus erster Ehe, der ist jetzt 21 und hat immer bei mir gelebt, bis er in sein eigenes Leben gegangen ist. Mit ihm hatte ich genau die andere Situation, einen Vater, der kein Interesse an seinem Sohn hatte und keinen Unterhalt gezahlt hat. Mittlerweile ist er verstorben, sehr jung mit 40 Jahren im Jahr 2006.
Ich denke ich bin nicht der erste Mensch und werde auch nicht der letzte Mensch sein, der unter einer solch hohen psychischen Belastung über Jahre erkrankt. Depressionen, Angsterkrankungen, Abhängigkeiten an Alkohol, Drogen usw. sind Bestandteil unserer Gesellschaft und die Zahlen sind stetig steigend. Wir sind alle nur Menschen und es ist auch für mich menschlich, dass wir auch unsere Grenzen haben. Oft sind solche Trennungssituation von viel Streß begleitet aus ganz unterschiedlichen Gründen. Zukunftangst, ständiger Kampf um die eigenen Rechte als Elternteil, Machtspiele des Expartners uvm. Und meist nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt (Lebensgeschichte).
Wichtig ist, dass es Hilfsangebote gibt und man sie wahrnimmt.
Es wäre, meiner Meinung nach ejn wichtiger Schritt, die Unterhaltszahlungen mit dem Umgang in Verbindung zu setzten. Es ist so vieles im BGB geregelt (Rechte eines Kindes, Rechte der Eltern). Das nützt nur alles nichts, wenn die Realität anders ist. Papier ist ja geduldig. Familienrichter und Jugendamtmitarbeiter müssen mehr im Sinne der Kinder tun. Aber auch sie sind nur Menschen und ich habe erlebt, dass diese den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Es müssten viel klarere Vorgaben geben, was das Miteinander in einer Trennungssituation regelt. Dann könnte man Sanktionen durch Unterhaltskürzungen einleiten, falls das Umgangsrecht oder die Beziehung zum Kind von dem Elterntei, beim dem das Kind lebt, gestört wird. Manche würden dann denke ich eher wieder kooperativ sein, wenn sie weniger Unterhalt bekämen.
Aber unsere Gesetzgebung lässt den Elternteilen bei denen die Kinder leben zu viel Spielraum für Macht.
Auch das Umgangsrecht auf dem Papier nützt nichts, wenn stetig manipuliert wird. Man kann dann zwar sein Umgangsrecht mit der Polizei durchsetzten, aber wer möchte als Umgangselternteil seinem Kind so einen Streß zumuten.
So bleibt es wie es ist, unterhaltsverpflichtet Menschen leben oft am Minimum, sehen ihre Kinder kaum oder gar nicht. Je nachdem wie alt die Kinder sind hat man die Jahre vor Augen in denen es so weiter geht. Tragen diese Probleme stetig mit mich, bringen Leistung in der Gesellschaft durch Arbeit und sollen dabei längerfristig auch noch guten Mutes sein, psychisch gesund bleiben und positiv in die Zukunft blicken. :question:
Ich denke nicht, dass es richtig wäre, Unterhaltszahlungen an Umgänge zu knüpfen, denn letzten Endes, leidet nur das Kind darunter, wenn es weniger Geld gibt.
Ich bin der Meinung, dass auch bei unehelich geborenen Kindern ein gemeinsames Sorgerecht gegeben sein müsste und zwar OHNE dass der KV oder sonst jemand hierfür extra zum Jugendamt oder gar Gericht rennen muss. Sollte automatisch mit der vaterschaftsanerkennung passieren.
Ansonsten glaube ich ist es schwer Dinge von vorne herein gerichtlich bzw. gesetzlich festzulegen. Vll. könnte man das Wechselmodell fest verankern und es so einrichten, dass Umgangs-/Betreuungszeiten nur freiwillig an den anderen Erziehungsbrechtigten abgegeben werden können, wenn man z.B. nicht die Hälfte der Zeit aus jobtechnischen etc. Gründen leisten kann.
Bis unsere Wünsche was das anbelangt jedoch wahr werden, wird noch sehr viel Wasser den Rhein runter fliessen, leider.
LG, das Schwarzwaldmädel
Moin,
Ich denke nicht, dass es richtig wäre, Unterhaltszahlungen an Umgänge zu knüpfen, denn letzten Endes, leidet nur das Kind darunter, wenn es weniger Geld gibt.
bitte nicht vergessen: Auch Umgangs-Elternteile sind nicht grundsätzlich gute Menschen und ausschliesslich am Wohl ihrer Kinder interessiert. Eine finanzielle Relation zwischen Umgang und Unterhalt würde vorhersehbar in vielen Fällen zur Folge haben, dass fälschlicherweise einfach "Umgangsboykott" behauptet wird, um Unterhalt zu sparen.
Wollte der Gesetzgeber wirklich etwas zum Besseren ändern, wäre das "automatische GSR" sowie das Festschreiben einer gemeinsamen Sorgepflicht (von der bei erkennbarem Desinteresse eines Elternteils im Einzelfall abgewichen werden könnte), sicher der bessere Schritt. Ja, das hätte durchaus zur Folge, dass man nach einer Trennung nicht unbedingt zu einem neuen Partner am anderen Ende der Republik ziehen kann. Aber das kann man aus Job-Gründen in vielen Fällen auch nicht, ohne dass sich jemand darüber aufregt.
Grüssles
Martin
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