Ich bin zwar eine Mutter ohne Obhut und passe vielleicht deshalb aus der Sicht von vielen Vätern nicht in eure Runde, doch in einem Forum für alleinerziehende Mütter bin ich noch eher fehl am Platz.
vor eineinhalb Jahren wollte ich mich nach jahrelanger Ehekrise von meinem Mann trennen. Vorausgegangen war ein Nervenzusammenbruch meinerseits mit einem einmonatigen Klinikaufenthalt. Ich beantragte damals ein Eheschutzverfahren, wollte in die gemeinsame Wohnung zurück und hatte mir vorgestellt, dass der Vater sich eine Wohnung sucht in der Nähe, denn bis dahin hatte ich mich um die Pflege und Sorge des Kindes neben meinem 60% Job quasi alleine gekümmert. Der Vater nahm den Klinikaufenthalt zum Anlass, mich vor dem Kind und vor den Richtern für verrückt zu erklären. Er beantragte das alleinige Sorgerecht und erhielt vorerst die Obhut des Kindes, das heisst, ich musste die Wohnung verlassen und alles zurücklassen samt Kind und Mobiliar.
Den Kontakt zu meinem Sohn hatte er mir bis zum Gerichtstermin verweigert und ich konnte diesen, der mich nun "hasste", nur noch über den Kinderhort sehen. Vom Gericht wurde mir darauf ein reduziertes Besuchsrecht eingeräumt, das heisst jeden Mittwochnachmittag und jeden zweiten Samstag dürfe ich das Kind ohne Übernachtung zu mir nehmen. Dieses sehr reduzierte Besuchsrecht wurde systematisch torpediert, der Vater blieb zum Beispiel ebenfalls von der Arbeit fern am Mittwoch und sagte dem Kind, er könne zu ihm kommen, wenn er es bei mir nicht mehr aushalte. Am Samstag machte er die Tür nicht auf, wenn ich den Sohn abholen wollte oder er brachte ihn erst viel später als abgemacht etc.
Nun denkt ihr vielleicht, ich sei eine schlechte Mutter gewesen. Dies ist aber nicht der Fall. Ich war sogar eine äusserst engagierte, einfühlsame Mutter, bin es übrigens immer noch, die viel mit dem Kind unternommen hat und wir hatten ein sehr inniges Verhältnis.
Nun hat der Vater auch noch angefangen, den Sohn als Boten zu benutzen. Obwohl vom Gericht klar abgemacht wurde, wer wieviel und wofür an Lebensunterhalt zu bezahlen habe, kommt er laufend mit offenen Rechnungen zu mir und sagt, der Vater habe gesagt, ich müsse diese Rechnungen (auch offene Hortrechnungen) bezahlen, da er jetzt finanzielle Sorgen hätte. Wohlgemerkt, er wohnt mit ihm in der riesigen Wohnung, hat sich gerade ein neues Auto gekauft, (das kann ich mir z.B. nicht leisten) und lebt eher (im Gegensatz zu mir) auf grossem Fuss. Wenn ich das nicht bezahle, würde er nicht mehr zu mir kommen, und ich sei gar keine richtige Mutter etc.
Hm,
mir scheint ihr beide habt noch "Krieg" und Deine Verletztheit bestimmt Dein Verhalten.
Wenn mit dem Vater keine Chance auf friedliche Einigung beim Umgang ist,
würde ich mit dem JA oder dem Kinderschutzbund eine Struktur mit dem Ziel:
"Stabile Kontakte zur Mutter"
(wahrscheinlich auch moderiert mit Deinem X) anstreben.
Es wird gekreuzt, wenn der Gegenwind zu stark ist, und das Spinnaker bei achterlichem Wind gesetzt. Es wird Containerschiffen ebenso wie einem Kanu Raum gegeben. Manchmal allein, manchmal mit Crew. Nur das Ziel darf nicht aus den Augen verloren gehen.
Hallo Elternteil-m,
einem Vater würde ich raten:
1
Tagebuch führen, insbesondere über Umgangsboykott, Rechnungsübergaben durch das Kind, spontane Äußerungen gegen Dich etc.
2
Moderiertes Gespräch beim JuAmt führen mit dem Hinweis: Paartrennung heißt nicht, dass die Elternschaft eines Elternteils aufgehoben ist. Hinweis auch darauf, dass der Vater das Kind nicht gegen die Mutter aufhetzen darf. Hier das Tagebuch ruhig zeigen.
3
Evtl. klagen. Dazu sind mir aber zu wenig Infos bekannt.
Das rate ich Dir als Mutter also auch, da beide Eltern für mich gleichwertig sind (ich bin für hälftigen Aufenthalt der Kinder, besser: die Kinder haben zwei zu Hause).
Aber ehrlich: wer hat den Krach begonnen? Heißt das Eheschutzverfahren nicht die rote Karte, also das Gewaltschutzgesetz ? Wenn Gewalt in der Ehe im Spiel war, gibt es nicht andere Möglichkeiten?
Gruß
Kleinegon
[Editiert am 7/6/2005 von kleinegon]
Hast Du nur eine Möglichkeit, dann bist Du in einer Zwangslage. Bei zwei Möglichkeiten hast Du nur das Entweder - Oder. Such Dir eine dritte Möglichkeit. Jetzt hast Du Wahlmöglichkeiten und es beginnt die Verantwortung in Freiheit.
Sorry, aber ich komme nicht umhin ein wenig zu frohlocken!
Das wird Deiner Situation vielleicht nicht ganz gerecht, somit können alle anderen auch sehen "es geht auch andersrum"!
Dem Grunde nach gelten für Dich aber anscheinend nun die gleichen Regeln wie für die meisten Väter. Die wurden hier bereits ausreichend beschrieben.
Allerdings wundert es mich schon. Wenn das Gewaltschutzgestzt eine Rolle spielt, dann scheint ja ein recht hohes Fehlverhalten deinerseits zu Grund liegen!
Bitte gebe uns mehr Details!
Gruß
Kasper
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Moin Medley,
der von dir verwendete Begriff "Obhut" lässt mich erahnen, dass du in Österreich ansässig bist. Die Rechtslagen sind zwar recht dich beieinander, doch halt auch unterschiedlich.
Guck mal auf >kindeswohl.cc< nach. Die sind dichter an dir dran. Bestelle Murphy bitte liebe Grüße von mir.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Hallo!
@Deep: Wir sagen hier in Österreich normal "Obsorge"! 🙂
@Medley: Solltest Du aus Österreich kommen schau auf die HP von Dr Tews:
http://www.tews.at/
Da gibt es auch ein Forum, wo Du Fragen stellen kannst!
LG 7of9
danke für eure Antworten, elternteil_m, ich bin selber nicht mehr im Krieg, dieser wird einseitig vom Vater geführt, ich habe mir ja eine neue Existenz aufgebaut und habe es mittlerweile überwunden, dass ich alles zurücklassen musste, ausser das Kind, das schmerzt sehr. Er ist erst acht Jahre alt und würde seine Mutter auch noch brauchen. Als Junge braucht er auch seinen Vater, darüber bestand bei mir nie ein Zweifel. Ich hab den Kontakt der beiden sogar gefördert, als ich noch zu Hause war.
Kleinego, so hab ich das noch nie angeschaut, dass ich den Streit angefangen hätte. Mein Fehler war wohl, dass ich nicht schon viel früher die Koffer gepackt und eine andere Wohnung gesucht hatte. Vor allem bevor es soweit kam, dass ich in eine Klinik musste. Aber ich hing so an der Umgebung, an meinen Nachbarn, dem Garten, dem See... Dann hatte er mir früher auch gedroht, er würde mit dem Kleinen nach Agypten davon (ist Agypter, allerdings schon seit 20 Jahren hier), wenn ich ihn mit dem Kind verlassen würde. (Wegen dem Kind, nicht wegen mir wohlgemerkt, ich bedeutete ihm schon lange nichts mehr). Dies wäre zwar eher unwahrscheinlich gewesen, da er sich hier eine Existenz aufgebaut hat, aber Angst hatte ich dennoch davor. Es hat sich ja auch teilweise bestätigt, das Kind hat er mir auch so weggenommen. Gewalt kam zwar vor, aber nicht so, dass ich blaue Flecken hätte vorweisen können... Ich hab mich übrigens wie ein Schatten verhalten, um ja nichts zu provozieren. Und das entspricht eigentlich nicht meinem Naturell.
Kasper, was für Details soll ich noch sagen? Die Obhut wurde dem Vater übertragen, weil das Kind mich ablehnt und weil durch meinen Klinikaufenthalt und Wegzug Tatsachen geschaffen wurden. Die Gerichte sahen nicht ein, dass die Ablehnung des Kindes aufgrund einer massiven Beeinflussung seitens des Vaters stattgefunden hat. Ich denke, wenn ich das Kind wieder bei mir hätte, bräuchte es nicht allzu lange, ihn "umzuprogrammieren". Ich würde allerdings den Kontakt zum Vater nicht unterbinden.
Gut, ein kleiner Macho war mein Sohn schon seit längerem. Einmal haben sie mich aus der Wohnung ausgeschlossen, als ich mit der Wäsche vom Keller herauf kam, und abschätzige Bemerkungen über mich und Frauen waren und sind heute noch an der Tagesordnung, wobei das wohl auch zur normalen Entwicklung eines Jungen seines Alters gehört. "Die Buben sind gut, die Mädchen blöd". Dann kommt hinzu, dass der Vater als Arzt meinen Klinikaufenthalt dramatisierte. Vor Gericht wartete er mit Zeitungsartikeln auf von Frauen, die psychisch krank waren und ihre Kinder niedergestochen hatten. Ich hatte zwar Gutachten von Arzten, die meine Erziehungsfähigkeit und emotionale Bindungsfähigkeit bestätigten, doch dies reichte leider nicht aus.
Für eure Ratschläge danke ich euch sehr. Ich hab diese eigentlich bereits alle auf Anraten meines Anwalts befolgt. Ein Tagebuch schreibe ich bereits und beim Jugendamt sprech ich auch wöchentlich vor, nur haben auch die Mühe, mit dem Vater zu reden. Auch die sagen, sie könnten auch nicht viel machen, wenn der Sohn nicht wolle und ich solle einfach alles aufschreiben. So schreib ich halt weiter alles auf – kann man denn wirklich nichts anderes tun?
Danke für deine Antwort, Deep Thought, Obhut sagt man in der Schweiz, da gibt es leider kein solches Forum, deshalb hab ich mich bei euch eingeklinkt. Über das Sorgerecht wurde noch nicht entschieden und wird erst bei der Scheidung ein Thema. Die Obhut bedeutet der Ort, wo das Kind wohnt und wem es für die Zeit der Trennung zugeteilt wurde.
hallo, medley,
willkommen bei VS, dem forum auch für lüü us dr schwyz 😉 !
... und wenn du tatsächlich aus der schweiz kommst (unsere posts haben sich überschnitten - ist also 'bestätigt'), schau doch mal hier im forum:
http://expressbuffet.ch/cgi-bin/phpbb2/index.php - vielleicht ist ja was für dich dabei.
ansonsten: die tipps meiner vorredner (speziell kleinegon) kann ich vom grundsatz her nur unterstreichen.
was mich wütend macht, ist
Nun hat der Vater auch noch angefangen, den Sohn als Boten zu benutzen
wohl, weil mir dasselbe passiert (wenn auch mit umgekehrten vorzeichen). sag' dem KV, dass er das lassen soll, dass du für sachliche themen immer direkt ansprechbar bist. wenns nicht anders geht, schreib' ihm dazu einen brief über deinen/seinen RA. und versuche, deinem kind ohne vorwürfe/kritik am KV (!!) klarzumachen, dass diese themen nix mit ihm (dem sohn) zu tun haben, sondern nur zwischen dem KV und dir zu besprechen sind. ich hatte das mit meiner 'mittleren' (7) besprochen, sie kam am folgenden WE wieder und sagte sinngemäss 'ja, habe ich mama gesagt, und sie (= KM) sagte 'ich will aber nicht mit papa reden' '. - no comment -
gruss und alles gute
ulli
[Editiert am 7/6/2005 von ulliberne]
ein mann geht nicht unter wenn er nicht will,
wehre dich, schlage dich, halte nicht still.....
(fritz grasshoff)
danke für die expressbuffet-Seite Ulliberne. Die Idee mit dem Brief über den RA ist gut. Ich fürchte einfach, er reagiert wie deine Ex, aber versuchen werde ich es. Das Ganze braucht unendlich viel Geduld und Kraft. Aber das geht wohl allen so hier.
So nun geh ich schlafen, vielen Dank an euch und gute Nacht
Medley
🙂
Hatte gestern unerwarteterweise einen guten Tag mit meinem Sohn. Er war gelöst, aufgestellt und teilte sich völlig ungezwungen mit. Offenbar hat mein Brief an seinen Vater (oder war es das Gespräch mit dem JA?) , in dem ich ihn bat, das Kind aus unseren Problemen rauszuhalten und nicht ständig über seine Geldsorgen mit ihm zu reden (ich sei schuld daran etc), Wirkung gezeigt. S.... hat mich sogar eingeladen, ans Fussballturnier zu kommen. Normalerweise muss ich mich immer verdrücken, wenn der Vater in der Nähe ist, damit er uns nicht zusammen sehe. Auf meine Frage, ob es ihm denn nichts ausmache, dass wir dann beide zugegen sind (es findet nicht an meinem Wochenende statt), sagte er, der wird dich nicht sehen, da sind so viele Leute. Wahrscheilich stellt er sich vor, es sei eine Grossveranstaltung wie die Fussballspiele im Fernsehen. Nun, ich gege hin! Hatte zwar geplant, mit meinem Freund nach Frankreich zu gehen, aber das hat Vorrang!
Moin Medley,
fein! Die Entwicklung freut mich.
Auf meine Frage, ob es ihm denn nichts ausmache, dass wir dann beide zugegen sind
Welche Antwort hattest du erwartet? Ein klares "Ja!" ?? Vermeide solche Fragen künftig bitte. So wie du von deinem Ex erwartest, die Eltern- und Paarebene zu trennen, so verfolge du dies bitte auch.
DeepThought
Der 15. Senat des OLG Celle befindet vatersein.de
in den Verfahren 15 UF 234/06 und 15 UF 235/06
als "professionell anmutend".
Meinen aufrichtigen Dank!
Ich war also bei dem Fussballturnier. Der KV sagte nicht einmal hallo als er an mir vorbeiging, und unser Sohn S. getraute sich auch nicht, mit mir zu reden. Geschadet hat meine Präsenz jedenfalls nicht, seine Mannschaft wurde erster! worüber er sich natürlich sehr freute. Als der KV einmal nicht da war, kam S.. zu mir. Zur Pokalübergabe bin ich dann nicht mehr hingegangen, ich hatte schlichtwegs keine Kraft mehr und habe S. gesagt, wir würden das dann am Mittwoch zusammen feiern, was wir gestern auch taten.
Ich denke, S.war trotzdem etwas enttäuscht, dass ich nicht dabei war, er möchte, dass ich an seinem Leben auch teilnehme.
Es war durch das Gericht abgemacht worden, dass mein Besuchsrecht aufgebaut würde mit Hilfe eines Beistandes. Am Montag fand nun ein Gespräch zwischen dem Beistand und dem KV statt. Der Beistand wollte mein Besuchsrecht auf eine Übernachtung ausdehnen, doch der KV hat sich dagegen gesträubt mit der Begründung, S..wolle das nicht, er habe mich am Fussballturnier ja nicht einmal angesehen und ergo brauche er seine Mutter gar nicht mehr.
Da hat der Beistand klein beigegeben (ist noch sehr jung), er hatte mir gegenüber zwar ein schlechtes Gewissen, doch sagte er, er könne auch nicht viel machen, da die Macht beim KV sei und dieser das Kind beeinflussen könne.
So bleibt mir weiterhin ein reduziertes Besuchsrecht,
;(
mein Anwalt meint, es sei gut, wenn der KV sich so unkooperativ verhalte und alle Stellen verärgere. Doch bis jetzt hatte der KV ja Erfolg mit seiner Strategie.
Ich vermisse meinen Jungen so sehr und es belastet, zu sehen, wie er instrumentalisiert wird.
😡
Hallo medley,
ich denke, dass dein Weg der Richtige ist. Zeige deinem Kind, dass Du da bist und es für dich wichtig ist. Gehe zu den Fußballspielen und versuche über Deinen kraftlosen Schatten 😉 zu springen, indem du versuchst, dass zu tun, was du für dich und deinen sohn für richtig hältst.
Das mit dem JA ist natürlich blöd, denn der Typ egal ob alt oder jung, weiß, dass er was nicht richtig gemacht hat, wird es aber nie zugeben.
Steter Tropfen hölt den Stein! Vielleicht auch mal diesen Vater, der das Spiel genau umgekehrt macht, wie wir es hier sonst so oft von Müttern lesen.
LG
Biga
*dirmaleinkraftpaketschicke
danke Biga, deine Worte tun gut, und das Kraftpaket kann ich gut gebrauchen.
lieber Gruss und schönen Abend
Medley
Mein neuster Stand. Ich fühle mich etwas ungeduldig mit meinem Sohn. Weiss nicht so recht, was ich machen soll bzw fühle ich mich ziemlich machtlos. Er kommt zu mir, sitzt die Zeit ab und geht wieder. Zwischendurch spielen wir Gesellschaftsspiele oder er erzählt schon mal etwas von sich. Wenn ich etwas erzähle, dann schaltet er den TV ein und wenn ich dann sag, schalte bitte ab, sagt er, dann geh ich und komm nicht wieder. Manchmal hätte ich Lust zu sagen, ok dann halt... Vorschläge etwas zusammen zu unternehmen, in die Badi oder velofahren gehen, quittiert er mit "kannst du vergessen". Auch die Ferien wollte er nicht mit mir verbringen. Wenn ich den Herren abends telefoniere, (und das mach ich nur in dringenden Fällen), nehmen sie das Telefon einfach nicht ab. Und so weiter.
Dafür hatte ich gestern ein positives Erlebnis. Ich hab die 19jährige Tochter von meinem Freund kennengelernt (hatte echt Angst) und das war gegenseitige Sympathie. Als er sie danach nach Hause brachte, sagte sie ihm, "das ist aber eine gute Frau". Das tat echt gut nach all den Rückschlägen von den meinen.
Hallo Medley
es geht auf und ab. Nur daran kannst Du Fortschritte sehen und selbst wachsen!
Die Idee mit dem Brief über den RA ist gut. Ich fürchte einfach, er reagiert wie deine Ex, aber versuchen werde ich es
Bei mir hat der Gutachter ein Umgangsheft eingeführt. Darin schreibe ich alle Sachen, die mir wichtig erscheinen und die zwischen den Eltern zu klären sind. Auch Knuddel kennt das Heft. Und er selbst sagt ab und an, dass ich das oder jenes (z.B. soll die Mama nächstes mal die besonderen Kaugummis mitgeben, da er es sonst wieder vergisst) für ihn reinschreiben soll. Wenn der Vater sich darauf einlässt hast Du eine direkte Kommunikationsschiene ohne Anwalt aufgerissen. Auch eine Möglichkeit. (weitere: eMail, Fax)
Zu Deinem Hauptproblem: Du weißt nicht, was Du mit dem 8-jährigen machen sollst ! Es ist schon schlimm (und das geht vielen so), wenn man nicht am Alltagsleben des Kindes teilnimmt, hat man keine Idee, was denn dem kleinen Spaß machen könnte -- und eine Gemeinsamkeit hervorbringt.
Ich habe bei meinem (7 Jahre) festgestellt, dass er auch einiges nicht machen wollte. Und wenn ich es dann gemacht habe, dann hat er doch mitgemacht und auch Freude entwickelt. Beispiele: mit dem Hund raus (das mag Knuddel nicht) und eine Becherlupe mitnehmen und Getier (Raupen.....) einsammeln und betrachten. Dampflokomotive fahren. Wichtig dabei empfand ich immer, dass ich mit Knuddel über alles mögliche lachen konnte: lachen verbindet. Auch habe ich mal ein PC - Spiel gekauft, das auch mir Spaß gemacht hat. In letzter Zeit versuche ich immer andere Kids hier zu mir einzuladen, die mein Knuddel natürlich kennt. Was ich ausdrücken will: Du bist der aktive Teil in der Beziehung Mutter - Kind und Du bestimmst, was gemacht wird. Frage mal Deinen Freund, was er gerne mit 8 Jahren gemacht hat.
Übrigens finde ich Deine Sensibilität Dir selbst und dem Kind gegenüber toll. Damit kann eigentlich nichts schiefgehen ! Mach weiter so!
Und schiebe dem Kleinen soviel Liebe rüber, wie es nur geht!
Kleinegon
Hast Du nur eine Möglichkeit, dann bist Du in einer Zwangslage. Bei zwei Möglichkeiten hast Du nur das Entweder - Oder. Such Dir eine dritte Möglichkeit. Jetzt hast Du Wahlmöglichkeiten und es beginnt die Verantwortung in Freiheit.
hallo kleinegon
ganz herzlichen Dank für deine Antwort und die guten Ideen.
Ich versuche das mit dem Umgangsheft einzuführen. Hoff nur, der KV zerreisst es nicht.
Ich hab eigentlich viele Ideen, was ich mit Sh machen könnte und wo ich weiss, dass er diese Sachen gerne macht. Aber er weigert sich, diese Dinge mit mir zu unternehmen. (Früher machten wir Veloreisen durch England und noch andere verrückte Sachen). Seine Antwort lautet immer: das könnte ich auch mit Papi machen, mit dir will ich nicht. (Der Papi macht aber nicht, ist eher ein faules Ei). Wenn ich Kinder eingeladen habe, sagt er, er wolle mit mir allein sein, die sollen wieder verschwinden...
Er ist (falls überhaupt) nur für Dinge zu motivieren, die innerhalb der Wohnung und allenfalls im Garten stattfinden. Also was wir schon gemacht haben (und was ihm Spass machte) war: Gartenarbeit, Blumen setzen, Kuchen backen, Kochen, Fussball, Federball und Boccia spielen, Computerspiele, Videos anschauen, Töpfern, Gesellschaftsspiele, Jassen, Lego bauen, mit Katze spielen, die Katze filmen und am Computer den Film bearbeiten.
Hausaufgaben weigert er sich bei mir zu machen, ist in der Schule auch abgefallen (Früher war er der Klassenbeste). Auch Bücher lesen oder sich gegenseitig vorlesen stinkt ihm.
Wenn das Wetter schön ist, zieht es mich nach draussen - er möchte aber immer in der Wohnung bleiben.
Also falls jemand Ideen hat, was man im Haus noch alles machen kann, allein mit einem trotzigen 8jährigen Jungen (z.b. gute Videos oder DVD-Filme, gute CD-Rom-Spiele für Mac (Löwenzahn, Schach "Fritz und fertig" und Zahlenteufel haben wir schon), ich bin für Anregungen ganz Ohr. Oder wie man ihn überreden könnte, doch mal etwas ausserhalb der Wg zu unternehmen...
Meinen Freund lehnt er übrigens total ab. Der hat auch schon versucht, "per Zufall" mit den Skiern aufzukreuzen und uns einzuladen mitzukommen, doch ohne Erfolg.
:question:
Hallo Medley,
vielleicht geht es gar nicht darum, dass Du etwas mit ihm machst, was er gerne macht, sondern, dass Du ihn verstehst. Die Frage ist also: wie findest Du einen Draht zu Deinem Sohn, dass er Dich als den anderen Elternteil erlebt. Hol Dir mal das Buch : Märchen für Scheidungskinder (findet per PC jede Buchhandlung). Hier sind nicht nur konkret Märchen erzählt sondern auch Hinweise, wie man Märchen selbst erfindet, die auf die Situation des betroffenen Kindes passen.
Wenn Du ein solches Märchen hast, das seine inneren Gefühle trifft, dann erfährt er, dass Du Dich bemüht hast, ihn zu verstehen. Er kann seine Situation nicht in Worte fassen !
Auch habe ich mal versucht, mit Kaperlfiguren eine Geschichte zu erzählen ( bei mir hat das nicht so geklappt, bei anderen habe ich positive Meldungen gehört).
Dieses Buch ist insoweit ganz gut, da es Dich, die Mutter, zum Denken über die Gefühle Deines Kindes anregt.
Viel Glück
Kleinegon
Hast Du nur eine Möglichkeit, dann bist Du in einer Zwangslage. Bei zwei Möglichkeiten hast Du nur das Entweder - Oder. Such Dir eine dritte Möglichkeit. Jetzt hast Du Wahlmöglichkeiten und es beginnt die Verantwortung in Freiheit.
hallo zusammen
lange ist's her seit ich das letzte Mal geschrieben habe.
Es gab einige Hochs und Tiefs, in letzter Zeit schien es sogar, dass sich die Lage entspannt. Mein Sohn durfte sogar während den Ferien einige Tage zu mir kommen (ohne Uebernachten), seine Kindergeburtstagsparty hat er bei mir gefeiert, und das war ein Erfolg und nun waren wieder einige Ferientage vorgesehen. Ich hatte mich schon halb an die Situation gewöhnt, obwohl es natürlich immer noch schmerzt, dass ich mein Muttersein nicht ausleben darf und meinem Sohn seine Mutter vorenthalten wird.
Nun ist aber etwas passiert und es interessiert mich, was ihr davon hält.
Mein Ex (getrennt) möchte nun, dass unser Sohn die ägyptische Staatsbürgerschaft erhält und verlangte von mir, dass ich ihm dafür meinen Pass zur Verfügung stelle. Ich sagte, ich fände, das sei nicht der richtigeZeitpunkt vor der Verhandlung (um das Sorgerecht), dieses steht noch bevor, und es sieht nicht so gut aus für ihn, da auch der Beistand bemerkt hat, hass er das Kind instrumentalisiert ). Ich habe Bedenken, dass er versuchen möchte, über das ägyptische Gesetz das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Mein Anwalt sagt zwar, da ginge nicht so einfach, doch mir ist nicht wohl dabei.
Ich sagte ihm dies, da musste ich mir wieder eine Stunde lang am Telefon anhören lassen, was ich für eine Kuh sei und wie ich schon immer gesponnen habe, dann jagte er noch unseren Sohn auf mich los, auch dieser schrie ins Telefon, "Ich möchte Ägypter werden, und du bist verrückt und ich will dich nie mehr sehen."
So bin ich nun wieder zurückgeworfen worden, die Behörden schlampen auch und mir geht es bei alledem sehr schlecht. ;(
