Mach mir Sorgen....
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Mach mir Sorgen....

 
 elfi
(@elfi)
Schon was gesagt Registriert

Hallo zusammen,

sehr interessante Seite und gute Beiträge.

Nun zu meiner Geschichte:
Der Sohn von meinem Freund ist fast 12, lebt bei KM und ist alle 14 Tage bei uns. Verstehen uns - bis auf die üblichen Zankereien in dem Alter - gut.

Letztes Jahr hat er gefragt, ob er ganz  zu uns kommen kann. Wäre kein Problem für uns (ok, arbeitstechnisch müsste man noch das ein oder andere organisieren), haben ihm auch versucht zu erklären, dass es dann auch einen Alltag gibt und es nicht dauerhaft so ist, wie wenn er nur an den Wochenenden da ist, oder in den Ferien, wenn wir Urlaub haben. Das wäre ihm klar (ob seine Vorstellungen sich mit der Realität gedeckt hätten.... ?).

KV ist mit ihm zur KM und sie haben ihr von seinem Wunsch erzählt. KM hat sich total aufgeregt und ihm wohl ein schlechtes Gewissen eingeredet, von wegen er lässt sie im Stich und wie er so kalt sein kann und sie könnte ihm nicht versprechen, dass sie dann alle 14 Tage Zeit für ihn hätte - vielleicht hat sie ihm auch noch irgenwas versprochen? - und er hat sich dann doch entschieden, bei der Mutter zu bleiben. Wir haben das akzeptiert, waren ihm auch nicht böse (hätte ja auch nichts gebracht)

Mach mir allerdings ein bißchen Sorgen um ihn. KM ist selbständig (abends), wieder verheiratet (1 weiteres jüngeres Kind) und sollte eigentlich tagsüber Zeit haben.
Ich weiß, Aussagen der Kinder sind mit Vorsicht zu geniessen, aber einiges bekommt man auch mit.
Er ist wohl oft alleine, wenn er von der Schule heim kommt, geht dann raus und kommt irgendwann abends wieder.
Ein richtiges Familienleben mit gemeinsamen Unternehmungen oder gemeinsam Essen gibt es nicht so wirklich (wenn er nicht mitessen will, muß er nicht), Er ist im Fußballverein, KM interessiert sich dafür nicht, geht nie mit zum Spiel, vergisst das er Training hat, weiß nicht genau, wann Spiele sind usw. 
Strafen (z. B. Hausarrest) werden nicht konsequent eingehalten sondern bereits nach kurzer zeit aufgehoben, weil er ihr leid tut. Das merkt er natürlich auch.... kommt z.b. erst zwei Stunden später heim, als er muß... hält sich nicht wirklich an Regeln, sofern welche vorhanden sind
Umgang des Kindes ist nicht der Beste (teilweise viel ältere "Freunde"). wurde schon beim rauchen und klauen erwischt, verweise, gespräche mit lehrern usw. - er ist eher der "mitläufer", aber das entschuldigt solche aktionen nicht.

Jetzt ist ein Umzug geplant, bei dem er ein Zimmer in einer art Einliegerwohnung bekommen soll. er findet das natürlich toll, aber das heißt doch gleichzeitig noch weniger Familienleben....

Ich mach mir einfach Sorgen, dass er "abrutscht". Gerade in dem Alter (auch wenn sie es selber nicht so empfinden) brauchen Kinder doch jemanden, der für Sie da ist und auch Regeln und Grenzen......

Mein Freund sagt, er kann sich nicht in ihre Erziehungsmethoden einmischen - da geb ich ihm ja irgendwo recht, aber es ist doch auch sein Kind...... Muß er das alles so hinnehmen?

Ach ja, Sorgerecht ist gemeinsam, Aufenthaltsbestimmung ist zwischen KM und KV geregelt......


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 22.06.2008 21:11
(@jensb2001)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hey

Hier kritisierst du aber eindeutig nur die KM, u nicht den KV u nochweniger kommt hier grad die Meinung u der Wunsch des Kindes rüber..
U auch zeigst du deine Einstellung zu allem auf, aber hier sind die Eltern gefragt u nicht du...

Mein Freund sagt, er kann sich nicht in ihre Erziehungsmethoden einmischen - da geb ich ihm ja irgendwo recht, aber es ist doch auch sein Kind...... Muß er das alles so hinnehmen?

Frage wäre hier eher, was denkt denn der KV darüber u was schwebt ihm vor, denn ansich klingt das eher so als wenn ihm es so recht ist wie es ist..

Ich mach mir einfach Sorgen, dass er "abrutscht". Gerade in dem Alter (auch wenn sie es selber nicht so empfinden) brauchen Kinder doch jemanden, der für Sie da ist und auch Regeln und Grenzen......

Aber das sind eher wie gesagt die Sorgen der Eltern, u von denen, berichtest du nichts, dafür umsomehr was du dir denkst, das ist aber eindeutig der falsche Weg..

Jetzt ist ein Umzug geplant, bei dem er ein Zimmer in einer art Einliegerwohnung bekommen soll. er findet das natürlich toll, aber das heißt doch gleichzeitig noch weniger Familienleben.... 

Was hat denn aber jetzt ein eigenes Zimmer mit dem Familienleben zu tun??

  Aufenthaltsbestimmung ist zwischen KM und KV geregelt......

Was sol das heißen? ..entweder ist das gerichtlich extra geregelt worden oder sie haben das GSR u ABR beide, was der Fall wäre, wenn nichts anderes gerichtlich festgehalten wurde...

Gruß
Jens


AntwortZitat
Geschrieben : 22.06.2008 21:32
 elfi
(@elfi)
Schon was gesagt Registriert

Hallo,
ja, da hast du recht. Ich hab einfach mal meine Meinung und meine Gedanken dazu geschildert. Klar, sind da die Eltern gefragt, aber man macht sich halt so seine Gedanken. Ich mag ihn halt...

Das mit dem ABR wusste ich nicht... Also es gibt keine gerichtliche Regelung.

Der KV ist mit der Situation nicht glücklich, aber er meint, dass er nichts dagegen machen kann. Ich weiß da leider zu wenig drüber, ob es Möglichkeiten gibt und welche....

Das Kind scheint die Situation zu akzeptieren. Möcht ihn da nicht so sehr ausfragen, ist ja eben nicht mein Kind.

Ein eigenes Zimmer hat nichts mit dem Familienleben zu tun, aber wenn das Zimmer in gewisser Weise "extra" ist. Zwar im Haus, aber in einer Art eigenen Wohnung mit Bad und Küche?? Na ja, aber das ist vielleicht weniger schlimm, als ich das sehe...


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 22.06.2008 21:53
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi elfi

ja das ist das typische Problem von Kindern mit getrennt lebenden Eltern, dass sie wohlmöglich 4 Elternteile haben. Darum ist es einzig und allein der leiblichen ET Aufgabe, die Entwicklung und Erziehung des Kindes massgeblich zu gestalten. Die beiden müssen dem Kind Werte vermitteln, LG's dürfen dabei nur unterstützen, aber nicht eingreifen und lenken wollen.
Mit GSR und ABR hat der KV alle Mittel in der Hand für sein Kind zu sorgen, falls was schief läuft. Die Ausrede:

Der KV ist mit der Situation nicht glücklich, aber er meint, dass er nichts dagegen machen kann.

zählt da nicht. Juristisch ist bei der Situation nur der bisherige Lebensmittelpunkt, Kindeswohl und Kindeswille interessant und von Bedeutung.

Das eigene Zimmer mit Bad und Küche finde ich prima. Du sagst selbst, das Kind ist eher ein Mitläufer. Die neuen Wohnverhältnisse sehe ich daher unter dem Blickwinkel, dass er eigene Lebensvorstellungen umsetzen und damit Verantwortung übernehmen kann, was zweifellos die Entwicklung seiner Selbstständigkeit förderlich ist (sein kann) und Selbstvertrauen/Selbstbewusstsein erzeugt. Das er sich deshalb von der Familie abkoppelt muss nicht sein (bei Mutti schmeckt's am besten), da kommt es eher auf die Umsetzung an und die Regeln, welche zweifellos aufgestellt werden müssen. Und das er mal selber kocht, da könnt ihr ihn ja motivieren und vielleicht ein paar Rezepte mitgeben.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 22.06.2008 22:15
(@jemmy)
Registriert

Hallo

@Oldie

Das eigene Zimmer mit Bad und Küche finde ich prima. Du sagst selbst, das Kind ist eher ein Mitläufer. Die neuen Wohnverhältnisse sehe ich daher unter dem Blickwinkel, dass er eigene Lebensvorstellungen umsetzen und damit Verantwortung übernehmen kann, was zweifellos die Entwicklung seiner Selbstständigkeit förderlich ist (sein kann) und Selbstvertrauen/Selbstbewusstsein erzeugt.

Hmm, ne, sehe ich anders. Hier geht es um einen knapp 12jährigen und nicht um einen 16 oder 17jährigen. Hier werden Freiräume geschaffen, mit denen ein Kind in diesem Alter noch garnicht umgehen kann. Ich vermute, dass die KM sich hier Freiräume für sich selber schafft, indem sie dafür sorgt, dass Kiddy für sich selbst verantwortlich ist.
Das ist, in meinen Augen, absolut indiskutabel. Schlüsselkinder brauchen klare Regeln und Konsequenzen. Wenn das jetzt schon nicht gegeben ist, was soll das werden, wenn ein 12jähriger de facto seine eigene Wohnung hat?

@elfi
Ich teile durchaus, die im Forum vorherschende Meinung, dass LGs sich raushalten sollten aus allen aktiven Maßnahmen, doch eine eigene Meinung welche vor dem ET vertreten wird, ist meines Erachtens wichtig.
Sonderlich selbstsicher kann das Kind ja noch nicht sein, denn sonst hätte er sich von der KM nicht reinreden lassen und wäre zu euch gezogen. In jedem Fall finde ich es unverantwortlich das Kind "alleine" wohnen zu lassen.

LG Thomas


Die Lüge wird nicht zur Wahrheit, weil sie sich ausbreitet und Anklang findet. (Mahatma Ghandy)
Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen (Edmund Burke).
Everybody wants to rule the World

AntwortZitat
Geschrieben : 23.06.2008 17:22
 elfi
(@elfi)
Schon was gesagt Registriert

Hallo,

ich sehe das eben auch so. Sicher ist es keine eigene Wohnung in dem Sinn, aber doch irgendwie extra. Seine Lebensvorstellung wäre wohl momentan eher, ich bin für mich, kann machen was ich will und es kann mir egal sein, ob jemand zu hause ist oder nicht. Wie das dann wirklich wird, wird man sehen.

Klar kann ich mich als LG nicht aktiv einmischen... Find es halt nur schade, dass man wohl so gar nichts machen kann, so lange man keine "Beweise" für eine Vernachlässigung hat und versuche hier evtl. den ein oder anderen Tip zu bekommen, ob es nicht doch Möglichkeiten gibt.....

Hat jemand Erfahrung mit Jugend-Beratung beim JA? Es wurde beim letzten Gespräch in der Schule angeraten.... Ist das nur mit KM, KV und Kind oder ist das eher ein allgemeiner Termin mit mehreren Teilnehmern?

LG Elfi


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.06.2008 20:06