Hallo Forenuser,
1993 wurde ich Vater einer Unehelichen Tochter.
Als die "Kleine" ein 3/4 Jahr alt war trennte sich ihre Mutter von mir und heiratete nach einem Jahr ihren damaligen neuen Freund.
Ich muss dazu sagen das ich damals ziemlich viel Sche$$e an der Backe hatte,Haftstrafe von 2 Jahren ohne Bewährung,die musste ich absitzen.
Meine Ex bestand damals auf eine Einwilligung zur Adoption,Notfalls per Gericht durchgesetzt.ein Umgang mit dem Kind wurde mir damals mit Unterstützung des Jugendamtes Verweigert.
Rechte hatte ich damals ja keine!
Also habe ich Notgedrungen in die Adoption eingewilligt!
So Lebte ich 16 Jahre mein Leben,mal Gut mal Schlecht.
Vergessen habe ich die "Kleine" Nie aber es war nichtmehr so Schlimm wie am Anfang,nach der Trennung.
Vor ca. 5 Monaten habe ich eine E-Mail in einer Internetcommunity bekommen.
Völlig nichtssagend,nicht mit der Tür in´s Hausfallend,einfach Unverfänglich halt.
Anhand vom Vornamen,Geburtsdatum und dem Wohnort wusste ich aber sofort wer es ist!
Meine Tochter!
Sie hat vor ca.1 Jahr Erfahren das ihr Adoptivvater doch nicht ihr "Vater" ist.
Vor allem deshalb weil sie Alte Brefe und Foto´s von mir gefunden hat.
Ihr Mutter hat diese Aufbewahrt um Ihr Irgendwann mal ein kleines bischen von ihrem "Vater" zu zeigen.
Darauf angesprochen hat ihr ihre Mutter reinen Wein eingeschenkt.
So alles in allem ein Grund zur Freude!
Aber es ist nicht alles Gold was Glänzt.
Die anfängliche Freude wird dadurch getrübt,weil wir uns wegen Kleinigkeiten anfangen zu Streiten!
Dieser Streit Gipfelte leider schon in meinem Vorwurf an meine Tochter das ich ohne Sie nicht so viele Probleme hatte.
Das ich ihr damit sehr Weh getan habe weiss ich selber,mir tun diese Worte auch Unendlich Leid.
Wir haben darüber geredet,sie Versteht mich zu einem Gewissen Teil ja auch,ist ja schon fast Volljährig.
Wir sind uns beide darüber Einig das wir eigentlich nicht Wissen wie wir mit jemand Umgehen sollen den wir eigentlich garnicht Kennen.
Das Kennenlernen und Schreiben übers Internet ist so eine Sache,ein Gespräch ist aber nicht so leicht machbar.
Ich Wohne in Hamburg,meine Tochter in Baden-Württemberg.
Ihre Mutter möchte aber nicht das ich die Telefonnummer bzw. die Adresse bekomme,aus welchem Grund auch immer.
Den Konatkt abbrechen will aber keiner von Beiden,weder sie noch ich.
Jetzt mal meine Frage an die "Erfahrenen" Väter Hier!
Habt Ihr Tipp´s ?
Wie würdet Ihr vorgehen?
Bitte das ganze nicht Falsch verstehen,Ich liebe meine Tochter über alles!
Aber irgendwie Fühle ich mich mit der ganzen Sache etwas Überfordert!
Danke schonmal für eure,Hoffentlich,Zahlreichen Antworten!
Servus Liverstein,
willkommen bei vatersein.de
Wenn irgendwie möglich, dann werden wir Dir sicherlich gerne helfen.
Ich selbst warte seit einigen Jahren darauf, genau sowas zu erleben wie Du.
Schade natürlich, dass es zwischen Euch gleich zu Streitigkeiten kam.
Ich würde mir leiber eins ums andere mal auf die Zunge beissen, um bloß den Kontakt nicht gleich wieder zu gefährden.
Überleg mal, was nach so langer Zeit und Unwissenheit des Kindes in ihr vorgehen muss. Plötzlich erfährt sie, dass es einen anderen Vater gibt als den, den sie seit Kindertagen kennt?
Ihr braucht Zeit. Ganz viel Zeit. Müsst Vertrauen aufbauen und euch erst mal kennenlernen.
Ich würde an Deiner Stelle zunächst mal versuchen, die Kontakte per Mail zu festigen. Schicke auch mal ein paar Bilder von Dir mit, damit sie was von Dir hat.
Und wenn sie Volljährig ist, kann sie ja auch mal allein darüber entscheiden, ob es doch mal was mit einem Treffen wird. So groß ist Deutschland nicht. Die strecke ist zu machen.
Soweit erst mal von mir.
Gruß, Michael
sol lucet omnibus - die Sonne scheint für alle
Moin Liverstein,
was hattest Du erwartet? Dass die junge Dame Dir um den Hals fällt, nur weil Ihr ein paar Gene teilt?
Du bist fremder für sie als irgend ein Nachbar oder die Bäckersfrau; sie hat keinerlei Erinnerung an Dich und Du warst an ihrem Leben und dem, was aus ihr geworden ist, nicht im Geringsten beteiligt. Da ist es sicher nicht besonders klug, sie gleich für irgendwelche Probleme verantwortlich zu machen, die Du ohne sie vielleicht nicht hättest - denn für Deine Probleme kann sie nichts. Und ja: Online-Kommunikation ohne sicht- und hörbare Emotionen ist dafür das denkbar schlechteste Kommunikationsmittel.
Vielleicht wäre es klug, das ganze mal von vorn anzufangen und nicht von hinten. Ob sie Dir ihre Telefonnummer gibt, kann eine 17-Jährige auch ohne Erlaubnis ihrer Mutter entscheiden. Und dann schlage ihr halt mal ein Treffen vor - auch um den Preis, dafür von HH nach Baden-Württemberg zu reisen. Das sind ja keine unüberbrückbaren Entfernungen; solche Reisen unternehmen manche Väter hier alle paar Wochen, um ihre Kinder zu sehen.
Ob Du Deine Tochter liebst, wirst Du nach einem persönlichen Treffen (oder auch erst nach mehreren) feststellen; im Moment "liebst" Du ein virtuelles Profil aus einer Online-Community und möglicherweise den Gedanken, Vater zu sein. Man sollte mit diesem Begriff nicht allzu inflationär umgehen; lieben kann man nur, was und wen man auch kennt.
Grüssles
Martin
When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.
Wie würdet Ihr vorgehen?
Hallo,
vor allem behutsam und ohne jegliche wie auch immer gearteten Vorwürfe. Das Kind ist 16! Bau' den Kontakt über Mail kontinuierlich aus, finde mit ihr einen Rhythmus, wie oft und wie viel zu schreiben. Zunächst eher oberflächlich plaudernd. Nicht in die Tiefe steigen.
/elwu
Moin,
Die anfängliche Freude wird dadurch getrübt,weil wir uns wegen Kleinigkeiten anfangen zu Streiten!
Dieser Streit Gipfelte leider schon in meinem Vorwurf an meine Tochter das ich ohne Sie nicht so viele Probleme hatte.
wie kann sie dir bei so wenig Kontakt Probleme machen?
Und worüber kann man da schon streiten?
Ich will dich ja nicht aushorchen aber hier scheint der Schlüssel zu eurem Problem zu liegen.
Wenn du also mehr hören willst, als nur die üblichen Allgemeinplätze müsstest du an dieser Stelle noch ein bisschen mehr Butter bei die Fische packen.
Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.
Hallo Liverstein,
ich habe exakt die Situation deiner Tochter letztes Jahr erlebt. Habe meine Halbschwester über I-Net gefunden, angeschrieben und damit auch den Kontakt zu meinem leiblichen Vater hergestellt. Scheidung war als ich knapp 2 Jahre alt war. Mittlerweile sind es 37 Jahre.
Das ist ne ganz komische Situation für alle. Ich wußte nicht mal so richtig wie ich "Daddy" anspreche. Man wußte nie so genau was man erzählen soll. Bei deiner Tochter wird sich sicher auch ganz viel um ihre Mutter mit drehen und da man als Kind nie so genau weiß was vorgefallen ist will man keinen auf den Schlips treten. Deine Tochter steht total zwischen den Fronten. Selbst für mich mit einem sehr gesunden Selbstbewußtsein war das immer schwer. Einerseits ist das die Riesen Neugier und andererseits die Mutter + Stiefvater die einen aufgezogen haben.
Ich glaube das wichtigste was ihr braucht ist ZEIT - und zwar gaaaaaaaaaanz viel. Zeig Verständnis und vor allem bloß nicht drängen.
LG
Franzi
Hi Liverstein
Erst einmal freut es mich für Dich, dass diese Option überhaupt zustande kam. Mein Sohn hat nach fast der gleichen Zeit Kontakt zu mir aufgenommen, allerdings war er bei Abbruch des Kontaktes knapp 4J, beim Wiedersehen hingegen 21J und auf dem Sprung in ein selbstständiges Leben. Und er brauchte die Kohle. 😉
Ich habe mir auch wahnsinnig viele Gedanken gemacht, bin unmögliche Dinge gedanklich durchgegangen - alles überflüssig, aber sinnvoll. Den "Fehler", welchen Du gemacht hast, hätte ich Dir gerne ersparen wollen. Es ist ziemlich unfruchtbar, über Vergangenes zu reden ohne zu wissen, wer der andere ist und wie er empfindet bei solch einschneidendem Thema. Daher, lasst es sein. So wirklich bringt das überhaupt nichts, weder Erkenntnis noch Wissen. Nur eine Grundsatz müsst ihr beide akzeptieren: Keine Vorwürfe an den anderen, keine Fangfragen, die Vergangenheit muss erst einmal Tabu sein.
Wir sind uns beide darüber Einig das wir eigentlich nicht Wissen wie wir mit jemand Umgehen sollen den wir eigentlich garnicht Kennen.
Es sollte doch grundsätzlich reichen zu wissen, dass ihr Tochter und Vater seid, um euch nicht fremd zu sein. Ich würde euch empfehlen, euch anfangs nur im Freien zu treffen. Geht in ein Restaurant/Cafe, in den Tierpark, einen Vergnügungspark, irgendwo hin, wo ihr nicht alleine seit. Das nimmt Druck von euren Schultern und schafft die Möglichkeit, Eindrücke vom anderen zu gewinnen. Und nehmt euch ebenso den Druck, jetzt zwanghaft Tochter/Vater-Verhältnis zu spielen. Das stimmt nicht, das geht auch gar nicht, wird es möglicher weise niemals sein. Das sollte nicht euer Problem sein und ist auch nicht sooo wichtig.
Wichtig hingegen ist, ob ihr überhaupt miteinander umgehen wollt und dann auch könnt. Das wird ein bischen dauern - viele Monate oder Jahre wahrscheinlich - und mit Unterbrechungen vielleicht.
Bitte das ganze nicht Falsch verstehen,Ich liebe meine Tochter über alles!
Aber irgendwie Fühle ich mich mit der ganzen Sache etwas Überfordert!
Widersprüchlich. Ich habe meinen Sohn weder als Sohn noch als Person geliebt. Das wäre ja auch irgend eine fiktive Vorstellung eines fremden Menschen gewesen. Ich weiss nicht mal heute, ob ich ihn liebe. Da streubt sich was in mir, da fehlt was - vor allem die gemeinsame Zeit in seiner (und auch meiner) Entwicklung. Ich sehe den kleinen 3-jährigen Drauhauf, und dann kommt auch schon der wohnungssuchende Twenty. Dazwischen ist nix.
Übst Du hier selber Zwang auf Dich aus? Das würde auch ein Überforderungsgefühl erklären. Oder meinst Du eher, Dein geordneter Tagesablauf wird gestört (auch im Sinne von Veränderungen)? Oder gibt es da noch was anderes?
Schau doch mal, ausser ihr und Dir ist da niemand. Keiner beobachtet euch, keine Fremder verlangt was. Niemandem muss Bericht erstattet werden, keiner kontrolliert. Lediglich ein Aufeinanderzugehen wird verlangt, und das ist nun wirklich nicht viel.
Gruss oldie
Edit: kleinere Korrekturen
Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.
