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Kindesunterhalt, wenn der Sohn auf ein Internat geht

 
(@dibadu)
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Unser jüngerer Sohn geht über Jahre immer weniger werdend unregelmäßig in die Schule, seit dem 01.09.2022 gar nicht mehr.

Bisher gibt es Kontakt zur Schule sowie zu einer Spezialambulanz für Schulabsentismus am Ort, noch keinen Kontakt zum Jugendamt.

Ich frage mich, ob der Wechsel auf ein Internat Sinn macht.

Gegenwärtig lebt der Junge weit überwiegend bei der Mutter (die Kinder sind jedes zweite Wochenende bei mir, in den Ferien hälftig). Da die KM nicht arbeitet, ist sie auf den Kindesunterhalt sowie Ehegattenunterhalt von mir angewiesen, um über die Runden zu kommen.

Meine Frage in die Runde:

Weiß jemand, wie es sich mit dem Unterhalt verhält, wenn der Junge, finanziert vom Jugendamt, auf ein Internat ginge? Gegenwärtig besteht ein dynamischer Titel.

Wenn der Unterhalt für den jüngeren Sohn wegfiele, ginge das Modell meiner Frau flöten, dann könnte sie die Miete nicht mehr bezahlen. Sie betrachtet sich als nicht arbeitsfähig.

Danke vorab, Rückfragen beantworte ich gerne.

beste Grüße,

DiBa

Zitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2022 11:52
(@annasophie)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo,

 

wenn das über das Jugendamt kommt, dann dürfte das unkritisch sein. Da das Kind dann vermutlich aus der Familie herausgenommen wird. Und damit beide Elternteile unterhaltspflichtig sind und das Jugendamt dann auch das Kindergeld einbehält.

solltet ihr als Eltern das entscheiden ist ggf. Die Frage wo das Kind die Wochenenden verbringt.

worin liegt die schulverweigerung begründet?
Wer ist auf die Idee mit dem Internat genommen?
was wird davon erhofft?

wie alt ist das Kind?

sophie

 

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2022 12:02
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrechte Registriert

Hallo,

sollte das Kind ein Internat besuchen, dann wären zunächst die Kosten dafür zu tragen. Normalerweise wären diese Kosten zunächst Mehrbedarf und gequotelt nach Einkommen der Eltern zu tragen. Beim Unterhalt wäre die Frage wie die Restbetreuung geregelt ist. Besteht hier ein Wechselmodell, dann wäre der Unterhalt entsprechend zu berechnen.

Bringt das JA das Kind unter, dann spricht man nicht von einem Internat sondern von einer Heimunterbringung bzw. Wohngruppe. In diesem Fall wird das JA die Eltern gemäß Leistungsfähigkeit an den Kosten beteiligen.

VG Susi

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2022 12:24
(@dibadu)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Ihr beiden,

vielen Dank für Eure Antworten.

Ich fürchte aber, ich stehe auf dem Schlauch. Derzeit zahle ich 477,50 Euro Kindesunterhalt für den jüngeren Sohn an die KM, bin ansonsten etwa im Selbstbehalt. Angenommen, der Junge wäre noch jedes 4. Wochenende bei mir und die drei anderen Wochenenden bei der Mutter. Dann hätte ich doch eher Geld für die Internatsunterbringung aufzubringen, wenn das Jugendamt so etwas fordert, so weit ich es vermag, und der Kindesunterhalt an die Mutter würde weniger. Ist das richtig? Also für die KM doch kritisch?

Zu Deinen Fragen, @AnnaSophie:

Schulverweigerung wg. psychosomatischer Beschwerden, hoher Infektanfälligkeit/ Es schaukelt sich hoch, er fehlt in der Schule, gerät in Stress, weil er nicht hinterherkommt, reagiert psychosomatisch usw.

Die Idee mit dem Internat stammt von mir, nach Konsultationen der Schulpsychologie am Ort. Ich glaube, es benötigt einen Systemwechsel: Konsequentes Einfordern eines geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus/ geregelte Handyzeiten. Das kann die KM gesundheitsbedingt nicht durchsetzen.

Ich hatte zunächst überlegt, ob es Sinn macht, dass der Junge einen großen Teil des Tages zu mir kommt, werde dies aber leider wg. gesundheitlicher Gründe nicht gestemmt bekommen. So ehrlich muss ich sein.

Das läuft schon über 4 bis 5 Jahre allmählich aus dem Ruder (unterbrochen durch den Distanzunterricht, dort war er unauffällig).

Der Junge ist 14 Jahre, gerade mit einer Schulbesuchsquote von weniger als 40% in der 8. Klasse in die 9. Klasse eines Gymnasiums versetzt worden.

Vielen Dank fürs Mitlesen ......

beste Grüße,

DiBa

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2022 14:34
(@annasophie)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo,

 

ja so etwas schaukelt sich gerne hoch.

von einer Freundin der Sohn ist jetzt 25 und hat gerade sein Abi gemacht. Bei ihm ging das mit den Zwangsstörungen mit 12/13 los. Von schulverweigerung und Home schooling etc., Klinikaufenthalten haben sie alles durch. Für ihn ist es schon schwierig wenn Ferien sind und er nicht den gewohnten Tagesablauf hat.

ich weiß nur nicht, ob ihr Junior mit betreutem wohnen/Internat wirklich einen Gefallen tut. Ggf. Eine psychologische Betreuung/Behandlung?

besteht die Möglichkeit einer online-beschulung? 
klar ist eine Regelmäßigkeit im Tagesablauf sehr sinnvoll. Die Frage ist aber, wie kann ein Internat das leisten?

bei meiner großen in der Grundschule war ein Junge im Heim/betreutes wohnen. Das Heim sah sich nicht in der Lage beispielsweise seinen ranzen auf Gegenstände wie Messer etc. Zu kontrollieren. Und der heimpsychologe war der Meinung dass unsere Kinder ihn erziehen sollten. Seitdem stehe ich solchen Einrichtungen etwas kritischer gegenüber. Da hängt unwahrscheinlich viel von den Erziehern und ihrem persönlichen Engagement ab.

an deiner Stelle würde ich eine fragenliste vorbereiten: beispielsweise Kontrolle Schlagzeilen, handyzeiten, wie ist das bei Krankheit, psychosomatischen Problemen, wie wird mit Schwierigkeiten, Auffälligkeiten umgegangen. Was für Kinder, bzw. Welche Probleme haben die Mitbewohner etc. Denn in einer fremden Umgebung will man dazu gehören und macht vielleicht Sachen, die man zu Hause nicht machen würde bzw. Kommt auf völlig komische Ideen….

 

sophie

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2022 15:02
(@dibadu)
Schon was gesagt Registriert

Es gibt noch die Flex-Fernschule ..... Das wäre für mich Plan B, C oder D ....... 😉 

Da gibt es aber in dem Sinne keinen Klassenverband, so weit ich das verstehe .....

lg, DiBa

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2022 17:24
(@susi64)
(Fast) Eigentumsrechte Registriert

Hallo,

es gibt ein sogenanntes "Rather Modell". Wäre sicher sinnvoll, wenn ihr aber nicht im Einzugsgebiet wohnt, dann geht es natürlich nicht. Ansonsten findet man beim googlen nur das es Strafen gibt.

VG Susi

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2022 21:52
(@lena_neu)
Schon was gesagt Registriert

google mal

Verordnung zur Festsetzung der Kostenbeiträge für Leistungen und vorläufige Maßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe (Kostenbeitragsverordnung - KostenbeitragsV)

 

 

 

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Geschrieben : 26.09.2022 09:36
(@brave)
Zeigt sich öfters Registriert

Lieber Dibadu, warum nimmst du dein Kind nicht zu Dir? Es klingt als ob die KM überfrodert ist und speziell deinem Sohn die Unterstützung bzw. geordnete Strukturen fehlen. Ich habe aber auch gelesen und verstanden, dass du es aus gesundheitlichen Gründen wohlmöglich nicht gestemmt bekommst.

Meine Kids habe mittlerweile das Gymnasium verlassen. Trennungsschmerz und so starker Leistungsdruck waren einfach nicht vereinbar. Sie haben die Schule gewechslet und fangen sich gerade wieder. Speziell meine Tochter hat über 1/2 Jahr mit Abwesenheit geglänt und permanentes Fehlen im Online Unterricht. Natürlich mußte auch eine Ehrenrunde gedreht werden.

Bevor ihr daran denkt ihn 'abzuschieben' (und das meine ich jetzt nicht böse, wenn ich das schreibe) schaut, ob es nicht besser ist ihn in eine Realschule zu schicken oder eine andere Art von Schulform. Geht die verschiedenen Optionen mit ihm durch.

Zu guter letzt, schau ob du ihn nicht doch zu dir nehmen kannst, mit entsprechender Hilfe und Unterstüzung. Ich glaube, es würde ihm gut tun in geordneten Strukturen zu leben und du könntest ihn dazu noch unterstützen.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2022 10:02
(@dibadu)
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Danke, Ihr Lieben, für Eure wertvollen Beiträge.

Ich gebe hier mal den aktuellen Zwischenstand wieder.

Ich habe der KM eine Art Wechselmodell (täglich) vorgestellt, welches ich - so hoffe ich - gesundheitlich verkraften könnte.

Er käme abends zu mir ohne Handy, steht mit mir auf und wie machen uns auf den Weg in die Schule. Er ginge auf jeden Fall erst mittags zur KM zum Mittagessen und bliebe dann bis abends bei ihr. Hausaufgaben machte er nur bis zum Abend bei ihr.

Die KM hat abgelehnt, da hätte er keinen Spaß mehr.

Wir hatten per Dringlichkeitsantrag einen Termin bei einer niedergelassenen Jugendlichentherapeutin 40km entfernt. Diese hält eine ambulante Therapie für ungeeignet. Es müsse eine stationäre Therapie werden, die Dinge laufen schon zu lange schief.

Wir könnten uns auf mehrere Wartelisten setzen lassen, sollten uns aber im Vorfeld die Einrichtungen mal vorstellen lassen.

Parallel habe ich Kontakt mit dem JA aufgenommen, für jetzt schon unterstützende Maßnahmen, ggf. finanzielle Hilfe beim Besuch einer Privatschule .... Das Jugendamt wird in etwa zwei Wochen Kontakt mit mir aufnehmen.

Die KM versteift sich auf den Übergang auf eine Privatschule, erwartet von mir, dass ich "meine notwendige Altersvorsorge einsetze, um das Kind zu retten".

lg, DiBa

Bin weiterhin froh über Eure gelegentlichen Anregungen.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 09.10.2022 10:16
(@annasophie)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo,

 

wenn eine stationäre Therapie empfohlen wird, dann würde ich das auch vor einem Wechsel der Schule machen. Ggf. Könnte man eine Familienhilfe bis zu diesem Zeitpunkt installieren. Und evtl. Häufigere Zeit bei dir. Wobei ohne Handy wohl unrealistisch ist. Da hätte er dies ja bis nachmittags nicht.

 

bei meinen Kids habe ich es teilweise so gemacht, dass die Handys irgendwann abends zu einer bestimmten Zeit auf den Esstisch gelegt werden mussten.

 

und nein die eigene Altersvorsorge würde ich nicht auflösen.

 

sophie

AntwortZitat
Geschrieben : 09.10.2022 10:45
(@dibadu)
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Hi @AnnaSophie,

danke für Dein Feedback.

das Handy hätte er ab ca. 13Uhr bis 20 Uhr.

Er ist seit 2 Monaten auf der Warteliste für eine stationäre Therapie.

Unglücklich ist, dass hier am Ort mit einer Wartezeit von über 1 Jahr, vielleicht deutlich länger, man legt sich da nicht fest, gerechnet werden muss.

lg, DiBa

 

Nein, nein, die Altersvorsorge löse ich nicht auf ...... betreibe ja kein Harakiri.

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 09.10.2022 12:25
(@kasper)
(Fast) Eigentumsrechte Registriert

Moin,

 

es gibt Unterstützung durch das JA für einen Aufenthalt im Internat. Diese Kosten sind auch lange nicht so hoch, wie eine Betreuungsform nach §34 oder §42. Da werden die reinen Internatskosten genommen und daraus der Kostenbeitrag errechnet. In jedem Fall bist du in einem solchen Fall nicht mehr zu einem KU verpflichtet, da das JA die laufenden Kosten trägt. Aber es wird eine Kostenbeteiligung geprüft, wobei die Freibeträge weitaus höher sind, wie bei der reinen KU Berechnung. Auch ist das Kindergeld in jedem Fall als Kostenbeitrag abzuführen bzw. das Jugendamt kann die Abzweigung beantragen.

Allerdings bringen solche Veränderungen nur etwas, wenn das Kind auch mitzieht. Da muss bei ihm das Verständnis geweckt werden und er muss den Sinn dahinter verstehen. Schließlich geht es um seine Zukunft.

Dann, wenn man ein geeignetes Internat gefunden hat, können die Kostenübernahmen beantragt werden und dass muss auch kein Jahr dauern. Solange keine psychologische Anbindung erfolgen muss, oder aber, diese ambulant und durch die Schule erfolgen kann. Wobei es schwierig sein könnte, einen Platz mitten im Schuljahr zu finden.

Sollte die KM sich verweigern, kann das Recht zur Entscheidung beantragt werden. Aber, wie oben beschrieben, bringt dies nur etwas, wenn der Junge mitzieht.

Gruß

Kasper

Diese r Beitrag wurde geändert Vor 2 Monaten von Kasper

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu ertragen, die ich nicht Ändern kann, den Mut, Dinge zu Ändern, die ich Ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

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Geschrieben : 10.10.2022 13:31
(@brave)
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Hallo DibaDu, eine andere Schulform (bspw. Realschule) außer Internat kommt nicht in Frage? Darf ich fragen warum? VG

AntwortZitat
Geschrieben : 10.10.2022 15:15
(@dibadu)
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Ihr Lieben,

Danke für Eure hilfreichen Beiträge @Kasper und @Brave:

Im Moment stockt wieder alles.

Das Problem ist: Meine Frau macht alles, was der Junge will. Der Junge will Dartsprofi werden, verdrängt die Schule, will in der Klasse bleiben.

Was ich denke, fühle, will, hat noch nie eine Rolle gespielt. Meine Frau hat versucht, ihn für eine Realschule zu erwärmen. Das lehnt er ab.

Er ist eben letztes Mal durch das Schuljahr gezogen worden, ich gehe davon aus, dass er annimmt, dieses Schuljahr kann es wieder so laufen. Hinzu kommt eine enorme Schulmüdigkeit, er hat ja keine richtigen Ferien mehr. Da er in den Ferien immer Schulstoff nachholen muss.

Ich sehe da auch so etwas wie eine Analogie zu einer Hartz-4-Karriere bei meiner Frau und beiden Söhnen.

Meine Frau lebt komplett von dem Unterhalt, den sie von mir bekommt. Von einer Neuropsychologin ist ihr Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. Mein ältester Sohn will nach dem Abitur nichts tun. Mein jüngerer Sohn geht eben noch nicht mal in die Schule ...... 😰 

Bin weiter froh über Eure Anregungen und Erkenntnisse.

lg, DiBa

 

 

 

AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 15.10.2022 10:27
(@annasophie)
Nicht wegzudenken Registriert

@dibadu hallo,

 

so schwer es für dich auch ist, du kannst hier nicht helfen, wenn jemand keine Hilfe will.

was den dartprofi angeht, ich würde ihn mal fragen, ob er denn heute schon regelmäßig trainiert und ggf. Auch in einem Verein. Wenn nicht, dann ist das wunschdenken.

 

wenn der ältere Sohn nach dem Abi nichts machen will, dann musst du auch keinen Unterhalt zahlen. Und ggf. Kommt dann sehr schnell das Amt und dann wird er doch etwas tun. Wichtig ist da nur, dass du familienrechtkich nur zu Unterhalt verpflichtet bis Tür wenn das Kind zur Schule geht oder sich in Ausbildung befindet oder studiert. Und beim Studium ist vorrangig Bafög zu beantragen.

 

die Frage ist, wenn ein minderjähriges Kind dauerhaft der Schule fernbleibt, ob da das Schulamt, das Jugendamt von sich aus aktiv wird. Und ob man dann überhaupt, beispielsweise nach einem Jahr der schulverweigerung überhaupt noch Unterhalt zahlen muss.

 

denn so wie es aussieht kannst du nur Druck über Geld machen, wenn keine grundsätzliche Einsicht da ist.

 

sophie

AntwortZitat
Geschrieben : 15.10.2022 12:55
(@brave)
Zeigt sich öfters Registriert

Bei 'Schulverweigerung', wenn es denn so ist wird eigentlich die Schule aktiv und involviert das Schulamt. Das Schulamt wiederum kann dann 'Bußgelder' erheben.

Du solltest hier ein großes Faß aufmachen gegenüber Schule und Jugendamt. Es geht hier um die Zukunft deiner Kinder. Du sorgst dich, zeigst Interesse und bemühst dich.

Diese r Beitrag wurde geändert Vor 1 Monat 2 mal von Brave
AntwortZitat
Geschrieben : 17.10.2022 10:45
Lena_neu gefällt