Brief von einem verzweifeltem Vater an den Sohn: ;(
Lebe getrennt, Scheidung wurde eingereicht, frau wohnt mit den kids in meinem elternhaus zusammen mit meinen eltern,
An Be........ meinen Sohn
Betr. Abschied von meinem Sohn
Sehr wohl, weis ich, das unsere familiäre Situation für alle Beteiligten nicht einfach ist. Leider machen Gespräche zwischen uns beiden keinen Sinn, so das ich auch darauf verzichte. Allerdings will ich dir mitteilen, das ich deine Amokentgleisungen nicht für gut heißen kann. Gerade die gestrige ist der absolute Gipfel, gerade in dem Moment, in dem ich deine Entgleisung mir gegenüber am verdauen war, und wir mal wieder etwas gesprochen hatten.
Du hattest Morddrohungen gegen Menschen ausgesprochen, die dich geliebt hatten. Alles was du besitzt und hast, war zum Großteil von ihnen. Sie hatten dafür gesorgt, das für dich die gebratenen Tauben flogen. Nun hast du jedem einen Dolch ins Herz gerammt. Die Tür für Menschen die dich liebten ist mit übergroßen Nägel zugemacht worden. Und das Werkzeug zum wiederöffnen wurde weggeschmissen. Schlimm ist es, das es genau die Leuts sind die dir oft geholfen hatten. Ohne deinen Opa wärst du nie z. B. an die Benelli gekommen.
Das sich deine Großeltern gegen dich gestellt hatten, dafür bist du leider selbst verantwortlich, du hast sie durch dein Ausrasten mir gegenüber, über dein wahres Ich aufgeklärt. Ich finde es bis heute noch Schade, das du nicht nen Hauch von einem Sorry hast durchblicken lassen.
Ich kann dich aber für alles nicht hassen, denn für deine Erziehung bist du nicht verantwortlich.
Leider hatte ich früher als andere gemerkt, wo in der Erziehung die Reise hingeht, was auch der Grund dafür war, das wir nie ein so tolles Verhältnis zueinander hatten.
Nun ich war nicht im Stande die Richtung zu ändern, worin ich auch mit die Ursache für das jetzige Desaster sehe.
Ich kam nicht gegen andere an, und hatte irgendwann mal aufgehört dagegen was zu tun, wodurch alles seinen Verlauf nahm.
Du wirst jetzt bald volljährig, und bestimmst dein Leben selbst. Einen wirklichen Einfluss darauf habe ich nicht.
Allerdings möchte ich dir noch ein paar Tips auf deinen Weg hin mitgeben, und dich zum nachdenken bewegen!
Sieh dich um.....überall gibt’s Menschen die so leben möchten, wie sie es wollen.
Und versuche dich mal in andere reinzuversetzen, so das du auch mal andere verstehen kannst. Die Welt dreht sich nicht nur um ein paar einzelne Personen...sondern um alle Menschen, von denen jeder das gleiche Recht hat.
Man kann nicht nur nehmen....sondern muss auch mal was geben!!, denn irgendwann wird man sonst Mutterseelen alleine dastehen.
Ich wünsche dir für deinen weiteren Lebensweg alles Gute,
und hoffe das du die richtigen Entscheidungen triffst.
Dein ehemaliger Papa ;(
Du schreibst einen Brief, vor dem ich gerade Angst habe, ihn irgendwann schreiben zu müssen, wenn ich nichst tue. Drum tue ich jetzt was, das aber nebenbei.
Aber ich würde ihn so nicht schreiben und als "dein ehemaliger Papa" für ihn offensichtlich die Tür zuschlagen.
Zitat
Ich kann dich aber für alles nicht hassen, denn für deine Erziehung bist du nicht verantwortlich.
Leider hatte ich früher als andere gemerkt, wo in der Erziehung die Reise hingeht, was auch der Grund dafür war, das wir nie ein so tolles Verhältnis zueinander hatten.
Nun ich war nicht im Stande die Richtung zu ändern, worin ich auch mit die Ursache für das jetzige Desaster sehe.
Ich kam nicht gegen andere an, und hatte irgendwann mal aufgehört dagegen was zu tun, wodurch alles seinen Verlauf nahm.
Zitat Ende
Das ist kein Argument, sondern eine Bitte um Vergebung oder wie meine gute Freundin sagen würde, schwache Ausrede. Ich weiß, man will sowas gern erklären und auf Verständnis hoffen beim anderen, aber dazu ist wohl bei den genannten Vorwürfen der falsche Zeitpunkt.
Ich kann mich in vieles reinversetzen, denn bei mir lief die letzten zwei, drei, vielleicht auch schon länger, Jahre bei meiner Frau einiges schief in der Erziehung und ich hätte Angst, dann in genau solche Situationen zu kommen.
In der bist du nun aber.
Was willst du mit dem Brief erreichen? Er soll über sein Tun nachdenken und was ändern, aber zur gleichen Zeit krachst du ihm um die Ohren, dass sämtliche Türen für ihn zu sind. Wofür soll er sich denn ändern, wenn man ihm nicht wenigstens offeriert, dass er diese Nägel wieder ziehen kann und damit einen Sinn darin sieht, sich zu ändern?
Die Tips sind schon richtig, nur tut sich ein Kind schwer, Tips von jemandem anzunehmen, der selbst leider den richtigen Weg für sein Kind auch nicht fand.
Wie stellst du dir ein tolles Verhältnis mit ihm vor, die verpfuschte Erziehungsphase ist fast vorbei, was könnte er von dir erwarten, was würdest du ihm geben (nicht materiell)? Wie würdest du ihm helfen, wenn er versucht, seinen Lebensweg neu zu definieren? Wozuz willst du deinen Sohn ändern, wenn du dich als ehemaliger Papi verabschiedest?
Wenn es so weit gekommen ist, würde ich dringend psychologischen Rat zur Hilfe ziehen, denn ob man aus so einer verfahrenen Kiste mit eigenen laienhaften Kenntnissen rasukommt, da habe ich arge Zweifel. Auf den Trichter, Hilfe in Anspruch zu nehmen, bin ich mittlerweile auch gekommen und habe mehr und mehr das Gefühl, dass das richtig ist.
Ich wünsche dir viel Glück und irgendwann ein tolles Verhältnis zu deinem Sohn, für welches ihr meiner Meinung aber beide was tun müsst - dein Sohn eine neue Perspektive sehen und du ihm eine bieten ...
Du hast ihm vorgelebt, was richtig und was falsch sei.
Nicht beigebracht, sondern vorgelebt.
Alles -wirklich alles- versucht der Sohn dem Vater nachzuahmen oder genau das Gegenteil auszuleben.
Er ist Dein Werk.
Kritisierst Du ihn so harsch, gar denunzierend, und distanzierst Du Dich von ihm, so zerstörst Du nur noch mehr.
Auch 17jährige Seelen sind nicht unkaputtbar.
Arbeite an Dir, dann bekommst DU auch wieder Zugang zum Sohn.
Indem Du Dich von ihm verabschiedest, wirst Du Deine väterliche Verantwortung nicht einen Deut los, sondern schiebst sie auch noch ihm in die Schuhe.
tztztztz
Es wird gekreuzt, wenn der Gegenwind zu stark ist, und das Spinnaker bei achterlichem Wind gesetzt. Es wird Containerschiffen ebenso wie einem Kanu Raum gegeben. Manchmal allein, manchmal mit Crew. Nur das Ziel darf nicht aus den Augen verloren gehen.
Danke für eure antworten. sicher haben die ereignisse von gestern in mir nicht einen wetblick ausgelöst.
Noch habe ich wohl gedanklich nur vorwürfe im sinn, so das dieser brief fast ausschliesslich nur von den momentanen gedanken her rührt. Aus diesem Grund habe ich ihn ja auch hier reingestellt, um einen anderen blickwinkel zu bekommen. Die letzten gespräche mit meinem sohn verliefen alle ergebnislos, mehr oder weniger lies er sie teilnahmslos über sich ergehen, ohne sich selbst kaum zu äussern.
Aus diesem grund kam mir in den sinn einen brief zu schreiben. Ob ich ihn mit einem brief eher erreichen kann, weis ich auch nicht...halte es aber noch für aussichtsreicher.
@zulangezustill
ich kann deinen ausführungen voll und ganz nachvollziehen. was meinen sohn betrifft, hat mein langes zögern nur geschadet. heute kann ich mit sicherheit behaupten, das ich die ehe viel früher hätte beenden müssen.
Ich suche wieder zugang zu ihm....allerdings ist der zeitpunkt wirklich jetzt sehr ungünstig.
wie du sicher weisst gibt es in der ehe 2 erziehungsberechtigte. in der regel ist der vater derjenige der die brötchen verdient, und dadurch in vielen fällen ne lange zeit von zuhause weg ist...dazu gehörten in meinem fall auch noch die wochenenden!!
aus diesem grund war die erziehung auch mehr die sache meiner frau. und dagegen anzukämpfen wenn du nicht da bist ist auch schwer möglich.
eagleheart
Welcher Zeitpunkt ist günstig, das Richtige zu tun? Lies meine Geschichte, und du wirst sehen, dass ich genau dort bin, wo du wohl mal warst. Ich arbeite auswärts, erziehungstechnisch läuft verdammt viel schief. Meine Chancen, die Kinder zu kriegen, sind nicht berauschend. Aber was nützt es?
Dass du wieder Zugang zu ihm suchen willst, ist gut, aber dann offeriere ihm wie gesagt auch in dem Schreiben, was du von ihm erwartest und was du ihm bietest. Pauschale Vorwürfe bergen keine Hilfe für ihn, er braucht Lösungen. Dass er Unsinn veranstaltet hat, wird er ja wohl selbst sehen, aber ihm scheinen die Lösungen zu fehlen. Und dafür bist du dann halt als Vater da, auch qwenn das verdammt schwer ist.
Aber die Ursachen sind immer bei den Eltern zu suchen. Mein Sohn hat mich auch schon angebrüllt: Ich bin froh, wenn wir endlich hier ausgezogen sind!, als ich ihn zurecht weisen musste. Er hat sich den Satz nicht ausgedacht, den habe ich von seiner Mutter schon gehört bekommen ... insofern ... ich habe ihm gesagt, dass ich das nicht hören möchte und gefragt, ob er sich wirklich ganz ehrlich auf einen Auszug freut - Antwort: nein ...
