Ein freundliches Hallo an alle
Ich bin 46 Jahre alt, bin seit einer Woche geschieden und habe eine 20.-jährige Tocher. Doch im Detail: Nach 19 Jahren Ehe lernte ich eine Frau kennen, in die ich mich Hals über Kopf verliebt habe. Ohne längeres Überlegen, berauscht von den vielen neuen (auch sehr intensiven sexuellen Erfahrungen) bin ich von zu Hause ausgezogen und bei meiner Freundin eingezogen. Meine Exfrau , mein früheres Leben habe ich unverzüglich aufgegeben. Nur meine Tochter stand weiterhin sehr stark im Mittelpunkt meiner Gedanken. Sie sehe ich regelmäßig zum Essen , Shoppen etc. Nachdem alle finanziellen Dinge geklärt waren (mehr oder weniger habe ich auch fast allen materiellen Dinge wie Haus etc aufgegeben) habe ich die Scheidung mit dem Einverständnis meiner Frau eingereicht.
Nach dem Scheidungstermin hatte ich das Gefühl , eine Welt sei in mir zusammengebrochen. Dieses Gefühl hat mich so überrascht, dass ich noch Tage nach der Scheidung ziemlich konfus war. Das Gefühl der Endgültigkeit lässt mich seitdem mehr an meine Exfrau als an meine Freundin denken. Ich habe eine grenzenlos schlechtes Gewissen. Zu meiner Freundin scheine ich eine innerliche Distanz zu entwickeln, bin mir aber in diesem Punkt nicht sicher. Sie möchte unbedingt heiraten und nochmals Mutter werden, weil ich die Liebe ihres Lebens sei. Meine Gefühle sind sehr schwankend und ich kann weder die Gefühle zu meiner Ex-Frau noch die Gefühle zu meiner Freundin so richtig einordnen. Mein Ex-Frau liebt mich noch immer und lässt es mich durch die eine oder andere Aussage merken. Ich habe was ich wollte und bin nicht glücklich.
Wer kann mir helfen, meine Gefühle einzuordnen oder hat ähnliches erlebt
Dankeeee für viele viele anregende Beiträge
Hallo Eiwo,
ich denke es geht vielen Menschen so, die ihr Leben komplett ändern.
Du hast 20 Jahre eine Frau an Deiner Seite gehabt, mit ihr eine Tochter groß gezogen.
Jetzt geht Ihr getrennte Wege.
Ich denke...Du hättest Dir nicht eine andere Frau genommen, wärst Du absolut glücklich und zufrieden in Deiner Ehe gewesen.
Ich denke, es ist einfach viel Mitleid, daß Dich jetzt zum Grübeln anregt.
Ich denke das machen hier viele durch.
Das Grübeln wird vergehen, glaub das mal. Wenn Du siehst, daß es Deiner Ex-Frau gut geht und sie evtl auch wieder einen neuen Partner an ihrer Seite hat.
Oft wird Mitleid vom Ex-Partner "ermordet", indem Hass und Kampf eine Scheidung beherrscht.
Sei mal froh, daß Ihr Euch noch in die Augen gucken könnt.
Ich hatte auch Schuldgefühle und Mitleid...aber als ich merkte, daß mein Ex mich lieber in der Gosse als bei einem anderen Partner sehen will, erlosch diese Gefühlswelt für ihn.
Ich bin heute, ein Jahr nach der Scheidung soweit (zum Glück), daß dieser Mensch keine Gefühle..egal ob Mitleid oder Hass mehr auslöst.
Man muß auch mal nach vorne gucken, nicht zurück.
Ich denke, Du solltest mal nen Urlaub machen, am Besten ohne eine Frau.
Oder nen Kuschelurlaub mit der Freundin 🙂
Aber wie schon erwähnt, diese Gefühle sind nach einer Scheidung normal.
Gruß
Melly
Hallo Melly, danke für deine Antwort. Das kann so sein wie du das beschreibst, vielleicht aber auch nicht. Hierzu folgende Gedanken: Ich glaubte meine Gefühle zu kennen, sie schienen mir eindeutig zu sein. Wieso kann denn die Scheidung als formaler Akt so viel Unruhe in mein Gefühlesleben bringen. Ich kann seit dem weder die Gefühle für meine Ex-Frau noch die Gefühle zu meiner Freundin eindeutig einordnen. Ich zahle mehr Unterhalt als ich muss, besuche meine Ex mit der Ankündigung, dass ich meinen Hund sehen will. Ich rufe Sie an und frage, wie es ihr geht etc. Dies habe ich vor der Schediung nur sehr sporadisch und zurückhaltend getan, nach der Scheidung ist das Bedürfnis gewachsen, mich um mein Ex-Frau zu kümmern.
Gruß
EiWo
Mal klare Frage...liebst Du Deine Ex-Frau denn noch?
Meinst vielleicht, die neue Freundin hat sowas wie den zweiten Frühling in Dir ausgelöst und jetzt sind diese Frühlingsgefühle etwas auf den Normalstand?
Oft ist es doch, daß der Ex-Partner nicht nur Ehefrau war, sondern auch ein guter Freund.
Kommen jetzt, wo es einen Schlußstrich mit Scheidung vor Gericht gekommen ist wieder die alten Gefühle hoch und das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben?
Ich denke es gibt nicht umsonst ein Trennungsjahr, wo man feststellen kann, daß man nicht mehr zusammen paßt.
Ich würde auf jeden Fall mal selbst nachdenken, ob es die Freundschaft zu Deiner Ex-Frau ist, die Dich so grübeln läßt.
Freundschaft ist was Wichtiges und Ihr solltet daran arbeiten, diese auch zum wohle der erwachsenen Tochter zu erhalten.Oder Du siehst jetzt erst, daß die neue Freundin doch nicht das Traumgirl ist, daß Du dir damals in blinder Liebe erhofft hast.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und bei Deiner Ex wußtest Du immer wie Du dran bist und was Du hast.
Das geht Dir jetzt ab...was klar ist.
Waren doch 20 Jahre, die kann man nicht so einfach aus dem Gedächnis streichen.
Gibt es ja oft genug, daß geschiedene Leute dann doch wieder zusammen finden, wenn das große Schmetterlingflattern der neuen Liebe weg ist.
Gruß
Melly
