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Getrennte Kinder - Freunde oder Fremde?

 
(@stonegeroedel)
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Ein Thema, dass mich schon lange beschäftigt!Können leibliche Kinder von getrennten Eltern, die bei ihrer Mutter wohnen, gute Freunde für die Väter werden?

Können die Kinder, die vielleicht nur ein Mal die Woche beim Vater übernachten, miterzogen werden?

Welchen Einfluss hat man noch als Vater auf das Kind?

Werden sie einem sogar fremd?

Dazu möchte ich mich zunächst persönlich einbringen:

Mit 23 Jahren heiratete ich das erste Mal, wurde mit 24 Jahren das erste Mal Vater.
Im Nachhinein betrachtet,nätürlich viel zu früh.
Denn die Scheidung erfolgte nach vier Jahren Ehe, zu diesem Zeitpunkt war das Kind demnach 3 Jahre alt.
Die Trennung verlief ohne Rosenkrieg, der Kontakt zum Kind war, wenn auch durch die Wechselschicht im Beruf, unregelmäßig da.
Durch den Umzug in eine andere Stadt und die folgende größere Entfernung wurde der Kontakt noch unregelmäßiger,  das Vertrauen immer distanzierter.

Ich stellte fest, ich kann und/oder sollte mich nicht mehr so einbringen, wie ich es gerne gehabt hätte.
Mein Kind erzählte mir immer weniger, so sehr ich auch fragte, Interesse zeigte, hören wollte.
Es blieb nicht aus: wir, mein Kind und ich - distanzierten uns immer mehr, obwohl wir dann doch regelmäßig telefonierten.

Doch mir fehlte ganz besonders eins: das Zusammensein mit meinem Kind, die vertrauten Gespräche zwischen uns.
Ich wollte doch unbedingt zeigen, dass ich für immer der Papa bin, für immer für mein Kind da sein wollte.
Ich wollte miterziehen, Ratschläge geben, aber vor allem Zuhören können.

Die Zeit verging, beide Elternteile fanden neue Partner.

Meine 2. Ehe begann 2000, ein weiteres Kind erblickte die Welt 2003, die 2. Scheidung folgte 2010, unser Kind wurde gerade eingeschult.

Meine Ziele gerieten abermals in Gefahr: wieder kein Familienleben, wieder die Trennung, die räumliche Entfernung zum Kind.
Eine Welt brach für mich zusammen - und bis heute komme ich nicht damit klar.

So gut ich kann und mir die Freizeit es mir erlaubt, bin ich für meine Kinder da, aber einige Punkte lassen mich verzweifeln:
meine Kinder werden nicht von mir erzogen, sie werden nicht täglich von mir geweckt, zur Schule gebracht.
Ich kann ihnen nicht täglich bei den Hausaufgaben helfen, mit ihnen spielen, wenn uns danach ist, zusammen täglich zu Mittag oder zu Abend essen.
Es fehlt mir so sehr, den Alltag mit ihnen zu leben, mit den Kindern zusammen zu leben, mit ihnen Trauer und Freude zu teilen, zu hören, was sie auf dem Herzen haben....

[glow=red,2,300]Meine Frage an euch[/glow]:

Seid ihr für eure Kinder gute Freunde geworden? Erzählen sie euch vertrauliche Geschichten oder ihre Ängste?
Wenn ja, was habt ihr dafür getan, wie habt ihr dafür gelebt?

Oder distanziert ihr euch immer mehr von euren Kindern, lebt ihr euch auseinander?
Wenn ja, wie kam es dazu?


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 14.03.2011 05:32
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi

Seid ihr für eure Kinder gute Freunde geworden? Erzählen sie euch vertrauliche Geschichten oder ihre Ängste?
Wenn ja, was habt ihr dafür getan, wie habt ihr dafür gelebt?

Anfangs(kurz nach der Trennung) war es sicher so, das meine Kinder mir ihre Ängste und Geschichten erzählten.Sie vertrauten mir und ich war ihr Vater.
Wir konnten über jedes Problem sprechen und waren sehr eng ''verbunden''.
Dann folgte ein ''Einbruch''.Ihre Mutter wollte mich nicht mehr in ihrer neuen ''Familie'' sehen und den Kindern wurde der Kopf gewaschen.
Als ich die Beiden nach längerer Zeit wieder sehen durfte waren sie nicht mehr die selben.
Jetzt war ich in den Augen der Kinder der Böse, der, der alles schlimme dieser Welt macht.
Vertrauen und Verbundenheit war von den Kindern aus nicht mehr da.

Ich gab mir reichlich Mühe und gegen den Willen der Mutter holte ich meine Kinder regelmässig über weite Distanzen ab und versuchte mich wieder in das Vertrauen der Kinder zu schleichen.
Teilweise ist es mir gelungen, trotzdem bleibe ich in den Augen der Kinder nach jahrelanger Kopfwäsche ein ''notwendiges Übel''.
Jetzt sind meine Kinder Jugendliche die ihren eigenen Kopf haben, die Kopfwäsche hört aber nicht auf, nur das die Kinder jetzt eine Mütze tragen, die sie ein wenig gegen all das abschirmt.

Was noch kommt kann ich nicht sagen, ich hoffe das ich nicht alles falsch gemacht habe und das die Kinder mich eines Tages wieder als ihren Vater ansehen, der immer versucht hat Ihr Freund zu sein.

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 10:54
(@annasophie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo,

meine jetzt 13jährige Tochter lebt seit Sommer 2010 bei ihrem Vater. Bis dahin habe ich seit Sommer 2002 allein betreut.

Ich musste feststellen, dass sie sich hinter Papa versteckt. Sobald ich etwas von ihr möchte oder wissen will erreiche ich sie anschließend wochenlang nicht am Telefon.Sie ist im Moment mir gegenüber extrem bestrebt ihren Willen durchzusetzen.

Beispielsweise fordert sie, dass ich sie besuchen komme, ihre 1,5 Jahre ältere Schwester könne doch dann das Wochenende bei Freunden verbringen. Ich habe ihr erklärt, dass wir gerne darüber reden können, dass ich sie ab und an besuchen komme, wenn sie regelmäßig einmal im Monat kommt. Solange Umgangswochenenden einfach abgesagt werden, weil für Arbeiten gelernt werden müssen etc. würde ich nicht kommen.

Was sie besonders ärgert ist die Tatsache, dass sie sich hier nicht das ganze Wochenende verabreden kann mit ihren alten Freunden, weil ich sage, dass ihre Schwester und ich auch Zeit mit ihr verbringen möchten.

Inzwischen wurden seit September 2010 ca. 3 Besuchswochenenden abgesagt und zwei Ferienumgänge gekürzt bzw. eigenmächtig geändert. Ich habe daraus begriffen, dass sie im Moment kaum Kontakt will.

Hat für mich den Nebeneffekt, dass ich sage: kommst du nicht das Wochenende wie verabredet, dann muss es erst in meinen Plan passen (zwischen uns liegen 600 km). Vielleicht erkennt sie irgendwann dass sie ihre enge Verbundenheit mit ihrer Schwester sorg- und planlos verschenkt, da diese durch zwei Besuche der Meinung ist, dass ihrer Schwester der Umzug gar nicht gut getan hat. Und sie hat erkannt, dass für Papa nur das Kind zählt, dass bei ihm lebt. Sie fühlt sich dort wie ein Kind zweiter Klasse. Ob sie Ostern zu Papa fährt hat sie noch nicht entschieden. Denn Papa hat der 13jährigen gesagt, dass sie sowieso mit 14 allein entscheiden kann ob sie mich besuchen will und auch über die Häufigkeit entscheiden kann. Die Große ist 14 und hat das mitbekommen. Sie sagt klar, dann darf ich das jetzt schon und ich habe keine Argumente dagegen, obwohl ich für einen regelmäßigen Umgang wäre.

Also, Stonegeroedel, ich denke mal, es geht nur einen intensiven Kontakt zum Kind aufzubauen wenn der andere Elternteil das auch zulässt. Und anscheinend wird von vielen Betreuungselternteilen versucht dieses zu boykottieren.

Aber, ich vermute mal dass sich eine Bindung im Erwachsenenalter aufbauen kann. Ich habe immer als Beispiel meinen Bruder, der 11 jähre älter ist als ich und der früh von zu Hause ausgezogen ist. Entsprechend haben wir keine wirkliche Geschwisterbeziehung, aber eine freundschaftliche und das ist für unsere Kinder, denke ich, auch viel wert. Meine Nichte hatte dadurch 3 Tanten statt nur einer und 3 Kusinen und einen Kusin statt nur von jeder Sorte einen.

Sophie


AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 11:10
(@mateusz74)
Nicht wegzudenken Registriert

Man wird als Wochenendpapa nie so eine emotionale Bindung zu seinem Kind aufbauen können, wie man gerne möchte.

Solange in diesem radikal feministischen Staat keine Gesetze geändert werden, wird jede Mutti das Kind an sich reissen,
alleine schon um den monatlichen steuerfreien Geldfluss freundlich in die Brieftasche zu stecken.

Wie oft man, dann noch hört welche grossen Distanzen zwischen den Elternteilen geschaffen werden, dient dies oftmals
auch nur einem Zweck. Den nicht gewollten Elternteil nun endgültig zu entsorgen.

Daher ist es zwingeng nötig endlich dieses perverse Scheidungsgesetz von 1977 komplett neu zu überdenken.

Gesetzlich festgeschriebenes Wechselmodell, jeder Elternteil kommt für seinen Teil selbst auf, bei Boykott des Umgangs
sofortige Zwangsgeldmaßnahmen ansonsten Zwangshaft, Wechsel des Wohnsitz nur bis max. 200km. Frankreich zeigt sehr
gut wie es funktionieren kann und alle akzeptieren es. Auch die Muttis  :rofl2:


Das was wir unseren Kindern antun, werden sie unserer Gesellschaft antun. (Judith S.Wallerstein)

AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 12:21
(@annasophie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo Mateusz,

dies aber alles ab der Geburt des Kindes. Und wenn ein Elternteil nicht 50 % -Betreuung während der Beziehung/Ehe möchte, dann kann er damit aber auch nicht bei der Trennung ankommen.

Sophie


AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 12:37
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Sophie,

Und wenn ein Elternteil nicht 50 % -Betreuung während der Beziehung/Ehe möchte, dann kann er damit aber auch nicht bei der Trennung ankommen.

Blödsinn.

Im Falle einer Trennung bleibt nichts so, wie es vorher war. Warum soll ausgerechnet für den Betreuungsanteil ein Bestandsschutz gelten?

Nix für ungut,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 12:49
(@mateusz74)
Nicht wegzudenken Registriert

Hallo Mateusz,

dies aber alles ab der Geburt des Kindes. Und wenn ein Elternteil nicht 50 % -Betreuung während der Beziehung/Ehe möchte, dann kann er damit aber auch nicht bei der Trennung ankommen.

Sophie

Hähhh,
was hat dies damit zu tun, ob er damit nach der Trennung ankommt? Wenn er die 50% gewährleisten kann, sollte deiner Meinung was dagegen sprechen? Das dir min. 225€ unversteuertes Sahnehäubchen+ hälfte Kindergeld durch die Lappen gehen?

Trennen tun sich unsere Frauen ja sehr gerne und schnell. Aber die Nachteile soll doch bitte schön nur der Mann davontragen. Jo ist schon klar.

Wenn der Mann vorher 12-14h geknüppelt hat, damit es Mutti und Kind gut geht. Soll er dann nach der Scheidung bitte gerne so weiter handhaben. Mutti und Kind soll es schließlich weiterhin gut gehen. Aber warum Mutti denn auch noch? Bin ich immer noch für Mutti verantwortlich? Aber das gemeinsame Kind ins Leben begleiten, dass ist dann aber zuviel verlangt. Bitte nur für Arbeiten und krumbuckeln und schön aus der Ferne zuschauen. Scheiß feministischer Staat


Das was wir unseren Kindern antun, werden sie unserer Gesellschaft antun. (Judith S.Wallerstein)

AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 13:09
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin

Und wenn ein Elternteil nicht 50 % -Betreuung während der Beziehung/Ehe möchte, dann kann er damit aber auch nicht bei der Trennung ankommen.

ich halte das auch für Unsinn; nicht anders, als würde man postulieren "weil wir zu Ehezeiten 3 mal in der Woche miteinander in der Kiste waren, hat das auch nachehelich so stattzufinden!"

Trennung und Scheidung sind nicht der Anlass, eheliche Lebensverhältnisse fortzuschreiben, sondern die nachehelichen Verhältnisse zu gestalten. Und die sehen nun einmal in vieler Hinsicht anders aus als die ehelichen. Der Umstand, dass viele Ex-Partner hier auf irgendeiner Form des Bestandsschutzes beharren anstatt sich an der Neugestaltung der Zukunft zu beteiligen, ist ja gerade der Grund für viele Rosenkriege.

Just my 2 cents
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 13:11
(@franzi73)
Rege dabei Registriert

Hallo

Trennen tun sich unsere Frauen ja sehr gerne und schnell. Aber die Nachteile soll doch bitte schön nur der Mann davontragen.

auch wenn hier mehr Männer schreiben, finde ich diese Aussage doch nicht zutreffend uns sehr allgemein. Und hier - kann Mann auch sehr gut mal nachlesen das es auch Mütter gibt welche es nicht leicht haben ihre Kinder zu sehen und Umgang zu haben bzw für den Unterhalt zu sorgen.

Franzi - die glücklicherweise weder zu der einen noch der anderen Sorte gehört und gehören will


AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 13:20
(@annasophie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hallo,

ich finde es nur wichtig, dass dies ab Geburt des Kindes passiert damit kein Elternteil seine Berufstätigkeit zurückstellt und beide sich voll in Familie und Beruf einbringen können.

Bei einer Trennung, ich sag mal wenn 2 Kinder mit 12 und 14 vorhanden sind hat im schlechtesten Fall ein Elternteil jahrelang beruflich zurückgesteckt. Dies kann nicht mehr aufgeholt werden.

Eine Freundin von mir war jetzt 15 Jahre zu Hause, inzwischen arbeitet sie freiberuflich, allerdings für 1/3 des vor dem 2. Kind erzielten. Hätte der Mann sich auch hälftig um die Kinder gekümmert hätte sie ihren Job nicht aufgeben müssen sondern hätte weiterhin gutes Geld verdient.

@mateusz
ich habe selten auf der faulen Haut gelegen. Das erste Mal habe ich 4 Monate nach der Geburt des ersten Kindes wieder gearbeitet. musste meine gutbezahlte Arbeit durch einen berufsbedingten Umzug meines damals Noch-Mannes aufgeben und bin bis heute nicht mehr in die Gehaltsregionen gekommen, die ich früher bekommen habe. Dies hängt auch damit zusammen, dass ich immer die Kinderbetreuung übernehmen musste. Er war selbst zu Ehezeiten nicht in der Lage die Kinder in die Kita zu bringen, damit ich früher anfangen und entsprechend länger arbeiten konnte. Insofern finde ich die hälftige Betreuung zu Ehezeiten unabdingbar.

Und auch das dieses, sofern das nicht gewollt ist per Vertrag festgehalten wird, damit klar ist, dass der Betreuungselternteil sich nicht auf Kosten des anderen zu Hause aushalten lässt, sondern dies eine gemeinsame Entscheidung ist. Und diese Entscheidung sollte mit bestimmten Fristen "geändert" werden können. Aber nicht von jetzt auf gleich.

Und was ich jetzt festgestellt habe, mein Exmann arbeitet noch mehr als früher, obwohl ein Kind bei ihm lebt. Betreuung übernimmt seine 2.Frau. Das sollte so auch nicht der Standard sein.

Sophie


AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 13:29




(@mateusz74)
Nicht wegzudenken Registriert

Naja wir wollen ja nicht wieder zu weit abschweifen.

Fakt ist leider, dass es dem nicht betreuenden Elternteil sehr schwer (leider sehr oft auch sehr schwer gemacht wird) ist eine emotionale Bindung zu seinem eigenem Kind aufzubauen.

Daher: Dem Kind beide Elternteile. Dieser vorgeschobene Grund, ein Kind braucht einen Lebensmittelpunkt, dieser hat aber bitteschön immer bei Mutti zu sein, löst bei mir langsam Würgreiz aus....


Das was wir unseren Kindern antun, werden sie unserer Gesellschaft antun. (Judith S.Wallerstein)

AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 13:39
(@franzi73)
Rege dabei Registriert

Moin,

Dem Kind beide Elternteile.

:thumbup:

letzten Endes sind wir uns doch hier eh einig  :). Jeder solle für seinen Unterhalt selber arbeiten gehen und Kinder werden "geteilt".

Franzi


AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 13:43
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin,

ich finde es nur wichtig, dass dies ab Geburt des Kindes passiert damit kein Elternteil seine Berufstätigkeit zurückstellt und beide sich voll in Familie und Beruf einbringen können.

Bei einer Trennung, ich sag mal wenn 2 Kinder mit 12 und 14 vorhanden sind hat im schlechtesten Fall ein Elternteil jahrelang beruflich zurückgesteckt. Dies kann nicht mehr aufgeholt werden.

Eine Freundin von mir war jetzt 15 Jahre zu Hause, inzwischen arbeitet sie freiberuflich, allerdings für 1/3 des vor dem 2. Kind erzielten. Hätte der Mann sich auch hälftig um die Kinder gekümmert hätte sie ihren Job nicht aufgeben müssen sondern hätte weiterhin gutes Geld verdient.

Und wer sollte sich ernsthaft wünschen, dass anlässlich einer Scheidung minutiös Beweis darüber erhoben werden soll, wer wie oft die Kids in den Kindergarten gebracht und wieviele Teller gespült hat?

Und auch das dieses, sofern das nicht gewollt ist per Vertrag festgehalten wird, damit klar ist, dass der Betreuungselternteil sich nicht auf Kosten des anderen zu Hause aushalten lässt, sondern dies eine gemeinsame Entscheidung ist. Und diese Entscheidung sollte mit bestimmten Fristen "geändert" werden können. Aber nicht von jetzt auf gleich.

wer darauf Wert legt, kann seit Jahrzehnten einen Ehevertrag schliessen, in dem solche Dinge für die Ehe und den eventuellen Fall des Scheiterns geregelt werden. Wer einen solchen Vertrag für entbehrlich hält, hat eben Pech gehabt.

Just my 2 cents
Martin
(der trotz Home-Office zu Ehezeiten im Vorfeld seiner Scheidung erfuhr, mit einer "alleinerziehenden Mutter" verheiratet gewesen zu sein, die angeblich 90 Prozent der Kinderbetreuung erbrachte - und der darüber herzlich gelacht hat)


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 17:17
(@annasophie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

@martin

es geht mir ja gar nicht darum das ein Elternteil 40 % und der andere 60 % der Kinderbetreuung geregelt hat. Das geht das schon in Ordnung. Nur viele vertrauen immer noch auf das Modell ein Elternteil geht Vollzeit arbeiten und ist fast nur am Wochenende greifbar und der andere Elternteil muss Teilzeitjob, Kinder und Haushalt auf die Reihe bekommen. Dies sollte nicht mehr so möglich sein. Nur wenn beide bewusst damit einverstanden sind.

Meine Idee wäre auch, dass es nur soviel Elternmonate für die Mutter gibt, wie auch der Vater nimmt. Und jedes Unternehmen jedem Elternteil einen 30-Stunden-Job nach der Elternzeit anbieten muss (einklagbares REcht). Dann hätten beide die Chance sich um den Nachwuchs zu kümmern. Und beide die gleiche berufliche Belastung. Solange dies nicht vom Gesetzgeber forciert wird gibt es die Ungleichbehandlung und auch Elternteile die dem anderen Elternteil nach den Trennung die Kinder vorenthalten damit sie zu Geld kommen.

Sophie


AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 17:40
(@malachit)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo zusammen,

Solange dies nicht vom Gesetzgeber forciert wird (...)

Alternativ dazu könnten sich Gesetzgeber und Justiz auch weitgehend aus der ganzen Sache raushalten. So wie ich das sehe, ist das Grundproblem nämlich nicht "zu wenig Staat", sondern im Gegenteil "viel zu viel Staat" ... also viel zu viele Möchtegern-Gutmenschen, die, natürlich in bester Absicht, die Karre erst so richtig in den Dreck fahren ;-(

Viele liebe Grüße,

Malachit.


Wenn ein Staat die Leistungsgerechtigkeit zugunsten der Verteilungsgerechtigkeit aufgibt, dann kommt man bald an den Punkt, wo es mangels Leistung nichts mehr zu verteilen gibt.

AntwortZitat
Geschrieben : 14.03.2011 19:26
(@stonegeroedel)
Schon was gesagt Registriert

Zunächst mal vielen Dank für eure offenen Worte.

Ich stelle fest, dass das Bemühen zum intensiven und vertrauten Kontakt zu unseren Kindern die Basis ist.
Die Basis, gegenseitiges Vertrauen zu schaffen, zu zeigen, dass man für das Kind da sein will.

Mit zunehmenden Alter werden die Kinder verstehen und merken, dass man sich nicht von den Kindern trennen wollte, sie nicht der Grund waren für Streitereien oder gar für die Scheidung und Trennung, egal, wieviel manipuliert wurde.

Schreibt mir weiter, wie ihr mit euren Kindern, die nicht bei euch leben, umgeht.
Reichen unregelmäßige Treffen, um zum Beispiel mal zusammen zu frühstücken, oder zusammen eine Partie Minigolf zu spielen?
Ist die Entfernung so groß, dass man lediglich telefoniert? Wie oft sind Gespräche nötig, sind zu viele Telefonate nervig?
Oder bestimmt das Computerzeitalter das Schreiben von E-Mails und SMS?

Irgendwie ganz egal, der Kontakt muss da sein. Je mehr Kontakt da ist, desto mehr Vertrauen kann sich entwickeln.
Natürlich nur, wenn beide - also Vater / Mutter und das Kind - es wollen!

Wichtig finde ich nur: Niemals aufgeben, niemals nachlassen, niemals resignieren!!
Für unsere Kinder!


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 15.03.2011 01:18
(@nadda)
Registriert

Hi,

die Frage wieviel Kontakt die Kinder brauchen ist wohl sehr schwer zu beantworten, aus der Erfahrung mit meinen Söhnen und ihrem Vater würde ich sagen sie brauchen viel!

Alle 2 Wochen mal treffen und einmal die Woche telefonieren ist zu wenig, da passiert soviel im Leben der Kinder was Papa dann nicht mitbekommt. Meine dürfen ihren Papa immer anrufen wenn sie wollen, tun es aber nicht wirklich oft. Vielleicht auch weil Papa so selten anruft?
Beim Kind meines Lebensgefährten habe ich auch das Gefühl das seine Umgangsregelung (eigentlich jedes zweite WE plus ein Nachmittag unter der Woche) zu wenig ist. Papa bekommt da auch einfach zu wenig Lebenswirklichkeit des Kindes mit. Im Gegenzug erlebt auch das Kind zu wenig vom Leben des Vaters.

In diesem Zusammenhang hoffe ich immer darauf das die Kinder wenn sie älter werden viel leichter Kontakt herstellen können und auch eher zum Telefonhörer greifen wenn ihnen keiner die Nummer wählen muss. Aber meiner Erfahrung nach müssen beide Elternteile zusammen arbeiten damit die Kinder guten Kontakt zum Umgangselternteil haben. Wenn wir uns hier so umsehen dann klappt das leider oft nicht. Mein Ex genießt es nach der Trennung sein Leben leben zu können, er ist froh die Verantwortung für die Kinder bei mir abgeben zu können. Mit so einer Einstellung erschwert er selber die Eltern- Kind Beziehung.

LG
Nadda


AntwortZitat
Geschrieben : 15.03.2011 10:33