Besser spät als nie
 
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Besser spät als nie

 
(@truckdaddy)
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Hallo zusammen,

hier auch meine Geschichte... für hoffnungsvolle Momente aller boykottierter Väter!

Nach der Trennung von meiner Frau vor mehr als 4 oder sogar schon mehr als 5 Jahren – mein Zeitgefühl lässt arg zu wünschen übrig, halt ne Ewigkeit her - habe ich meine Sohn (heute 8 Jahre alt), nur noch sporadisch zu sehen bekommen.
Meine Ex hat sich direkt einen „Ersatzvater“ (ich hoffe, dass Wort ist zulässig) für den damals 3-jährigen gesucht, wenn er nicht schon vorher existiert hat.

Eine gute damalige Freundin und spätere Teil-LG hat mir damals geholfen, aus der Beziehung und aus dem Haus der Ex rauszukommen. Leider nur in dieser Beziehung, denn meine Beziehung zu meinem Sohn hat sie nicht unterstützt.

Den Knirps bekam ich nur auf Bitten und Betteln zu sehen und auch immer nur, wenn ich Unternehmungen, die mit viel Geld und Geschenken bestückt waren, geplant hatte. Und wenn der Kleine krank war und nach Papa schrie durfte ich hin und ihn ein paar Minuten sehen.

Oft wurden geplante Unternehmungen jedoch abgesagt mit der Ausrede, sie würden wegfahren mit dem Kind oder der Kleine wäre krank (hier kam aber dann auch prompt eine Ausrede mit, warum ich ihn NICHT besuchen könnte). Ich ließ mich immer schön hinhalten und kuschte ihrem Willen, des Kindeswohl drum.

Selbst mit meiner jetzigen total kindernarrischen LG (seit fast 4 Jahren), die mich in allem tatkräftig unterstützt, fand damals keine Besserung statt.

Treffen fanden nur statt wenn sie dem ganzen zustimmte, was halt nur mit Aktionen wie Kirmes und Zoo und solchen Besuchen wo Geschenke anfielen anheim kam. Mal nur für 1 Tag zum Spielen und Toben ging nicht, dann waren urplötzlich andere „familiäre“ Aktionen ihrerseite unausweichlich. Den Knirps über Nacht – danach brauchte ich sowieso nicht fragen.

Zu Gute halten muss ich ihr ja, dass sie mich bei schwereren Erkrankungen immer rief, weil mein Sohn mich da ja sehen wollte!

Zum  Geburtstag und zu Weihnachten wurden Termine festgesetzt, wo ich mit meinen Eltern und später auch mit meiner neuen LG eingeladen war. Meinen Sohn Weihnachten einen Tag zu mir zu holen um zu feiern... Nein, wir sind nicht da, die Familie vom neuen muss ja auch besucht werden!

Zu dieser Zeit sprach die KM mich an, dass sie den Nachnamen des Sohnes gerne ändern würde. Sie hat nach der Scheidung ihren Mädchennamen wieder angenommen und würde auch gerne ihren Sohn so heißen lassen, um es für das Kind nicht so kompliziert zu machen, den anderen Namen erklären zu müssen. Ich stimmte zu, dem Kindeswohl zuliebe.

Durch die sporadischen und unregelmäßigen Besuche meines Sohnes wurde dieser jedes mal beim Nachhausebringen still und traurig, ebenso ich. Beide wussten wir ja nicht, wann wir uns das nächste mal sehen und antworten konnte ich ihm darauf auch nicht. Der nächste Termin war ja wieder durch bitten und betteln bei der KM zu ergattern.

In dieser Zeit fing mein Sohn an, mich nicht mehr mit Papa, sondern mit meinem Vornamen an zureden. Als ihm einmal aber Papa raus rutschte (mich damit gemeint) und er sich sofort verbesserte, fragte meine LG nach und bekam die Antwort, Mama hätte gesagt, er hätte jetzt einen neuen Papa!

Und was war ich dann??? Kein Papa mehr, abgesäbelt??? Nur noch der Onkel, der das Kind abholt um viele Geschenke zu kaufen??!!?? Das tat weh!

Je mehr ich in dieser Zeit den Kontakt suchte, desto weniger wurde er mir gewährt. Zuletzt lag ein Abstand von mehr als zwei Monaten zwischen den Besuchen, von seinem Geburtstag im Oktober bis Weihnachten, mit der Begründung, was ich denn im Winter mit dem Kind schon unternehmen könnte.

Nach Weihnachten riss der Kontakt ab. Aber sie hatte auch ihren Willen. Nichts an meinem Sohn außer sein Aussehen (schlägt ganz nach mir), ließ ja noch auf mich schließen. Und der neue(!) Papa war ja auch schon kompletter integrierter Teil der Familie.

Sie boykottierte meine Anrufe, rief nicht zurück, reagierte nicht auf SMS oder machte einfach die Tür nicht auf. Irgendwann wechselte sie ihre Nummern und ich bekam telefonisch keinen mehr erreicht (ist ja ne Zeit Mode gewesen Telefonanbieter zu wechseln und ständig neue Nummern zu erhaschen!).

Selbst meine Eltern hatten zwischenzeitlich Schwierigkeiten, ihren Enkel zu besuchen, bis diese ganz energisch auftraten, wenn sie ihren Enkel so nicht zu sehen bekämen, dann mit Hilfe des Gerichts. So erhielt ich wenigstens zweimal im Jahr Bericht über meinen Sohn... mehr allerdings nicht, da sie immer noch Angst hatten auch boykottiert zu werden.

Warum ich bis dahin nicht selbst was unternommen habe, wird sich der ein oder andere fragen?

Nun, ich war ja vorher immer schon blöd genug, nach ihrer Pfeife zu tanzen. Und ich ertrug es nicht, meinen Sohn leiden zu sehen. Und er litt jedes mal, wenn ich ihn nach Hause brachte, da er nicht wusste, wann wir uns wiedersehen. Ich ertrug ebenfalls nicht mehr, mich ständig von der KM zurückweisen zu lassen. Also kuschte ich und gab ihr ihren Willen.

Den 6. und 7. Geburtstag habe ich so verpasst, sowie 2mal Weihnachten und die Einschulung.

Manchmal weiß man erst, was man gehabt hat, wenn man es verloren hat...

Aber noch hatte ich nicht verloren!

Anfang des Jahres kam ein Schreiben von ihrem RA, dass sie das alleinige Sorgerecht beantragt und davon ausgeht, dass ich dem ganzen zustimme, da ich ja keinerlei Interesse mehr an meinem Sohn hätte (verpasse Weihnachten und Einschulung usw.).

Moment... ich wurde – endlich – wach, wohl auch, weil wie ich zugeben muss, meine LG mir gründlich den Kopf gewaschen hat und mir sagte, wenn mir mein Sohn auch nur noch irgendeinen Krümel bedeutet, sollte ich kämpfen und das auch zeigen.

OK – besser spät auch nie.

Mit Hilfe meiner RA (die mir ebenfalls den Kopf wusch, mehr als 2 Jahre verstreichen zu lassen) haben wir den Kampf aufgenommen. Zunächst einmal aufgezählt, was ich nicht alles versucht hätte, Kontakt zu halten und dann die Sorgerechtsklage davon gewiesen. GSR soll bleiben. Ja, fand ich auch!

Zusätzlich sollte der Umgang wieder aufgenommen werden, zunächst einmal mit beiden Parteien, später auch mit mir alleine und im üblichen 14-tägigen Rhytmus.

Erst kam überhaupt keine Reaktion. Nachdem meine RA dann eine Frist eingereicht hat zum Umgang und vom Amtsgericht Post eintrudelte mit den bekannten Paragraphen, dass beide sowohl das Kind als auch der Vater nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht zum Umgang hätten und der eine Teil alles zu unterlassen hätte, dies zu unterbinden, kam eine Reaktion von ihr, sie hätte den Umgang doch nie unterbunden und dachte halt immer ich hätte kein Interesse mehr an meinem Sohn!

Aber endlich sah ich den Kleinen wieder. Natürlich fragte er, warum ich mich solange nicht mehr gemeldet habe. Aber ich habe ihm kindgerecht erklärt, warum dies so war und damit war das Thema durch. Ihm war es sowieso nebensächlich, hauptsache, es passiert nicht nochmal! Und ich habe ihm versprochen, dass ich alles dafür tue, damit wir uns nicht nochmal verlieren! Alles Gut!

Seitdem sehen wir uns im 14-tägigen Wechsel, auch wenn meinem Sohn das augenscheinlich viel zu wenig ist. Er fragt ständig, warum er nicht öfter bei uns (mir und meiner LG) sein kann. Seit kurzem übernachtet er sogar bei mir.

Auch über kurzfristige Teilboykottierungen kann ich nur noch schmunzeln. Wenn er z.B. wie vor kurzem doch nicht bei mir übernachten kann, da seine Mutter Besuch eingeladen hat, der Sonntags kommt und den er sehen will. Natürlich ausgerechnet an unserem WE. Irgendwann kommt er von alleine und sagt, dass ihm der Besuch egal ist, er will bei Papa sein (auch wenn er immer noch nicht Papa sagt, das kommt hoffentlich aber auch bald wieder). Oder wenn der zusätzliche Ferientermin platzt, da Kartfahren mit Mama und *Ersatzvater* interessanter ist als angeln mit mir, was mir in dem Alter nicht anders gegangen wäre.

Hauptsache ist, ich hab meinen kleinen jetzt regelmäßig bei mir, auch wenn es manchmal anstrengend ist und ich meine geliebten Freizeitaktivitäten in den Hintergrund stellen muss. Und ich hoffe, die KM wird sich hüten, das zu ändern.

Und auch, wenn es über den Sohnemann regelmäßig kleine Sticheleien und Entfremdungsversuche gibt. Und uns gesagtes - weitergegeben über den Kleinen bei der Berichterstattung übers WE - falsch ausgelegt wird. Über diese regen meine LG und ich uns kurz auf und dann ist es gespeichert für evtl. Folgen (alles was sie sagt, kann vor Gericht gegen sie verwendet werden, oder?). Ich handel stets in Bedacht auf meinen Sohn und mache seine Mutter und den ** nicht schlecht vor ihm. Über den Rest steh ich drüber... solange es nicht schlimmer wird!

Und Weihnachten ist auch noch nicht wieder gewesen. Ich werde sie bald fragen, welchen der Feiertage ich meinen Sohn holen kann, nicht ob, sondern wann!

Leider steht noch die unangenehme 2. Sorgerechtsverhandlung aus. Die 1. hat keine Entscheidung gegeben, da der Richter nicht wusste, wie er sich entscheiden sollte. Ich weiß ja, dass ich in der Vergangenheit kein guter Vater war, aber jetzt tue ich alles, um das zu ändern.

Ist nicht immer leicht, aber am Papa-Wochenende weiß ich, wofür ich es tue.

Ich weiß jetzt, es lohnt sich, nicht aufzugeben und zu kämpfen!

Viele Grüße
Truckdaddy


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 06.10.2008 19:03
(@hamburg2000)
Nicht wegzudenken Registriert

Hi,

ich habe Deinen Beitrag mit Interesse gelesen.

Und ich habe ihm versprochen, dass ich alles dafür tue, damit wir uns nicht nochmal verlieren! 

Viel Erfolg !!!


Ich ziehe nicht aus.

AntwortZitat
Geschrieben : 06.10.2008 19:20
(@franzi73)
Rege dabei Registriert

Hallo Truckdaddy,

ich finde es total Klasse. Okay zwei Jahre leider verschenkt, aber immerhin hast du es (klar dank einer starken Frau :wink:) gemerkt was du dir und deinem Jungen antust.

Ich für meinen Teil werde nie verstehen warum Frauen so handeln. Werd mal deinen Text ausdrucken und meinem KV hinlegen damit der weiß wie gut er es hat (Spaß).

Genieß einfach die Zeit die ihr habt. Im übrigen würde ich ihn mal fragen warum er nicht Papa zu dir sagen will und das du das schade findest aber seine Entscheidung natürlich akzeptierst.  Versuch es einfach mal so nebenbei. Ich glaube nicht das Jungs in dem Alter das allein entscheiden. Meiner (heute 11) würde nie seinen Vater mit Namen anreden.

Liebe Grüße aus dem Sachsenland


AntwortZitat
Geschrieben : 08.10.2008 17:46
(@truckdaddy)
Schon was gesagt Registriert

Hallo,

ja zwei verschenkte Jahre, die mir niemand mehr wiedergeben kann...

Aber wenn ich mir überlege, dass ich den Kleinen dieses Jahr schon öfter gesehen habe als die ganzen letzten Jahre zusammen, da ist schon viel erreicht.
In den Ferien war er das erste mal 2 Nächte bei mir, ganz kurzfristig, weil er es so wollte. War perfekt (ausser die kleinen Probleme mit "nicht-ins-bett-gehen-wollen", Zähneputzen - die üblichen Machtspiele).

Jetzt ist leider das 1. WE ausgefallen, weil er seinen Kindergeburtstag feiern wollte. Wollte das WE nach hinten schieben, aber KM hat da leider schon was vor. Naja... mein Kleiner hat sich aber ganz schön bei seiner Ma darüber beschwert. Also, geht doch, irgendwann schafft er es auch, sich durchzusetzen und durchzuboxen. Hoffentlich

@franzi73
er braucht nur Papa sagen wenn er das auch will, bis jetzt will er noch (!) nicht. und ich möchte auch nicht unnötig drängen!

Viele Grüße
Truckdaddy


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 22.10.2008 19:06
(@oldie)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi truckdaddy

er braucht nur Papa sagen wenn er das auch will, bis jetzt will er noch (!) nicht. und ich möchte auch nicht unnötig drängen!

Eben. Es reicht doch zu erleben, wie er Dich anschaut, wie er lächelt oder auch 'nen Schmollmund zieht. Dann weisst Du ganz genau, wer Du für ihn bist.

Gruss oldie


Wenige sind das, was sie vorgeben zu sein.
Und wenn ich es mir recht überlege - niemand.

AntwortZitat
Geschrieben : 23.10.2008 01:31