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(@anacondagabi)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Leute!

Es ehrt euch, dass ihr euch für eure Kinder einsetzt, alles versucht, um etwas zum Besseren zu wenden. Auch wir, mein Lebensgefährte und ich, haben einst gegen Windmühlen gekämpft. Was ist passiert? Obwohl die Mutter Trinkerin ist, obwohl sie per Gutachten als nicht wirklich erziehungsfähig deklariert wurde, obwohl die Kinder schon im Nervenkrankenhaus behandelt werden mussten - sie bekam das Sorgerecht, darf nun zusammen mit Jugendamt und anderen Behörden den Papa nur als Zahlmeister benutzen, ihm das Konto pfänden und wer weiß was noch.
Ich als Lebensgefährtin habe von Anfang an alles haarklein mitdokumentiert, bereits über 1.300 Seiten geschrieben. Ihr wollt wissen, ob irgendeine Aktion, die ihr vorhabt, zum Erfolg führen kann und wenn nein, warum nicht? Könnt ihr nachlesen ... mittlerweile hat ein Verlag meine Aufzeichnungen für so brisant gehalten, dass sie zum Buch wurden. Schaut doch mal unter "Andrea Ross - Scheidung kann tödlich sein" . Da findet ihr viele Antworten und könnt vielleicht Fehler vermeiden, die wir gemacht haben. Und auch die Antwort auf die Frage, ob man das Recht hat, mit einem neuen Partner glücklich zu werden ...
Ich wünsche euch Nerven wie Drahtseile
Eure
Anacondagabi


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2011 15:16
(@jenpa)
Nicht wegzudenken Registriert

@ anakondagabi 

Traurig euere Geschichte,die ich leider nicht kenne. Aber glaubst du nicht das jeder hier das gleiche durch hat ?

Ich für meinen Teil habe gekämpft, fast 5 Jahre lang. Heute lebt meine Tochter bei mir, ihrem Vater.

Wie stehst du denn zum Thema Jugendamt ?  Vermutlich nicht besonders gut,ihr fühlt euch von denen verraten und verarscht, korrigiert mich wenn es nicht so ich !!

Ich für meinen Teil habe gelernt, sich immer auf das wesentliche zu konzentrieren und keine Nebenkriegschauplätze zu eröffnen.

jenpa


..dem Kind beide Eltern

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 19:46
(@anacondagabi)
Schon was gesagt Registriert

Die Geschichten gleichen sich sehr, das ist leider wahr. Die Emotionen kochen hoch. Jugendamt? Herrjeh... da muss ich wohl nicht mehr darüber sagen, denke ich.
Nein, was ich euch sagen wollte, ist Folgendes:
In diesem Forum schreibt meist entweder das männliche oder das weibliche "Scheidungsopfer", beschreibt die Vorgänge aus seiner Sicht.
Ich bin in diesem Fall keins von beiden, sondern, wie gesagt, die neue Lebensgefährtin, die die Vorgänge "von außen" betrachtet. Die einen liebevollen Papa vor der Nase hat und mitbekommt, wie er systematisch entrechtet und seelisch durch die Mangel genommen wird. Ist sie am Geschehen unbeteiligt, diese Lebensgefährtin? Nein, weit gefehlt.
Oft kommt es mir vor, als säße ich mitten in einem Schlachtfeld, mit einer weißen Fahne wedelnd. "Hallo, ich bin friedfertig und eigentlich nicht an eurer Scheidung schuld!" Und was passiert? ICH werde beschossen ... glaubt es oder nicht, aber wie mir geht es vielen "neuen" Partnern. Was das "Leben danach" für viele Papas ziemlich erschweren dürfte. Manchmal geraten sie in den üblen Konflikt, sich entscheiden zu müssen: will ich eine neue Partnerin - doch dann macht die Ex wegen dem Umgang Schwierigkeiten, weil sie neidisch auf die neue Beziehung ist und sie ihrem Ex nicht gönnen kann. Oder lass ich es - mir ALLEINE gibt sie vielleicht die Kinder für das Wochenende ...
Vielleicht hast Du solche Erfahrungen? Wie ging das zu meistern?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2011 19:56
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Halo Gabi.

In diesem Forum schreibt meist entweder das männliche oder das weibliche "Scheidungsopfer", beschreibt die Vorgänge aus seiner Sicht.

Du irrst.

Der Anteil an sogenannten "Zweitfrauen" ist hier relativ hoch.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 19:59
(@jenpa)
Nicht wegzudenken Registriert

Wie das zu meistern ging,ganz einfach;

- jeder kümmert sich um sein eigenes Leben

- keinen Streit mit dem/der EX

- Medition beim JA oder anderen Stellen

- der/die NEXT hält sich raus aus dieser Sache
 dazu gehört auch das sie den UG zu den Kindern zulassen muss und
 eventuell auf einiges verzichten muss

Es ist nicht ganz einfach aber es geht.

jenpa


..dem Kind beide Eltern

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 20:02
(@anacondagabi)
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Stimmt. Geht bei ZWEI vernünftigen Partnern. So geschehen bei mir und meinem Ex. Was aber, wenn einer mit Gewalt Ärger machen will?


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2011 20:04
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Andrea

Die Zielgruppe die du erreichen willst, ist sicher hier bei Vatersein zu finden.
Nur das beste Buch, ist das Forum von Vatersein selber.

Die Geschichten sind viel zu individuell, das man alle miteinander vergleichen kann.
Jeder Mensch ist anders gerstrickt und viele Geschichten ändern sich mit der Zeit und gehen weit auseinander.

Du müsstest am besten wissen, das nach drei Ehen, aus der jeweils ein Kind hervorgegangen ist, die Väter alle verschieden sind una alle anders damit umgehen.
Wie seht es eigentlich mit den Kindern aus, haben die Umgang mit ihren Vätern, wo du jetzt in Spanien bist?

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 20:12
(@jenpa)
Nicht wegzudenken Registriert

Stimmt. Geht bei ZWEI vernünftigen Partnern. So geschehen bei mir und meinem Ex. Was aber, wenn einer mit Gewalt Ärger machen will?

Les hier im Forum,so wie euch erging und ergeht es vielen. Denkst du unsere EXen haben keinen Ärger gemacht ?  

jenpa


..dem Kind beide Eltern

AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 20:13
(@anacondagabi)
Schon was gesagt Registriert

Lieber Wedi,
die Kinder leben derzeit bei ihrem Vater. Aber nicht, weil das gerichtlich so festgelegt worden wäre, sondern weil wir es einvernehmlich wegen des in Deutschland besseren Schulsystems so gewollt haben. In den Ferien sind sie hier bei mir und genießen es... sonst schicken wir uns Bilder, telefonieren und mailen, was das Zeug hält. Funktioniert prima. Deswegen meine ich eben: manchmal muss man loslassen können, auch wenn es schwer fällt. Den Kindern zuliebe.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2011 20:28
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Liebe Andrea

Deswegen meine ich eben: manchmal muss man loslassen können, auch wenn es schwer fällt. Den Kindern zuliebe.

In Spanien bist du seit 2010(wenn ich richtig gerechnet habe)wie alt sind denn deine Kinder?

die Kinder leben derzeit bei ihrem Vater.

Alle drei leben bei ihren drei Vätern?
Mir tut sich die Frage auf, was war alles so falsch an diesen drei Ehemännern, von denen jeweils ein Kind stammt?

Hat es einfach nicht gepasst, oder waren alle gewaltätig?

Ja, ich weiss viele Fragen, aber ich mache das gerne. 😉

Gruss Wedi

P.s. hab deinen anderen Thread erst jetzt gelesen


AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 21:06




(@anacondagabi)
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Aaaalso: (vielleicht solltest Du doch das Buch lesen, ist eine lange Geschichte):
die Große ist schon erwachsen (20), wohnt in WG und studiert in Deutschland. Vati hat absolut nicht mehr zu mir gepasst, nachdem sie geboren war - der wollte seinen Lifestyle wegen eines Kindes nicht einschränken. Hat auch heute keinen Bezug zu ihr und sie auch nicht zu ihm.
Sohn 1 (heute 14) wohnt bei seinem Papa. Der ist als VATER total in Ordnung, aber nicht als Partner für mich. Daran ist er nicht "schuld", sondern wir waren einfach zu gegensätzlich. Das zieht sich zwar zunächst an, aber dann ... Weißt Du, wenn es nicht geht, dann lieber in Frieden trennen , solange nichts zu sehr hochgekocht ist. Meine Philosophie. Der Dritte im Bunde: von dem habe ich den jüngsten Sohn (heute 6). Das war eigentlich das Gleiche ... ich gebe zu, dass meine oft sture, aber geradlinige Persönlichkeit ihren Teil dazu beitrug, dass meine "Exen" auf Dauer nicht zu mir passten. Damit müssen Männer erstmal klarkommen, ich weiß. Da wir alle aber irgendwann die Gegebenheiten akzeptieren konnten, ist jetzt auch normale Kommunikation und Behandlung der Kinder möglich.  Die müssen keinen Elternteil als "schlecht" ansehen und finden es mittlerweile ganz normal, dass Mama in Spanien ist.  Freilich, oft gibt es bei mir schon einen Stich in der Herzgegend, wenn ich sie nicht in den Arm nehmen kann, weil 2000 km entfernt. Doch das ist besser als die Alternativen ...


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2011 21:33
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Andrea

(vielleicht solltest Du doch das Buch lesen, ist eine lange Geschichte)

Ja, vieleicht sollte ich das, vieleicht solltest du die Geschichten hier auch lesen.

Weißt Du, wenn es nicht geht, dann lieber in Frieden trennen , solange nichts zu sehr hochgekocht ist. Meine Philosophie.

Das Problem ist eben zu erkennen wann es ''zu sehr hochgekocht'' ist.
Jeder von uns hat das durchgemacht und sich öfter die Frage gestellt, wann der Zeitpunkt sich zu trennen der richtige ist.
Meine Ex hat jedenfalls mir die Entscheidung abgenommen.
Trotz aller Bemühungen der einvernehmlichen Trennung meinerseits wurde von ihr alles abgeblockt.

Ich denke du hast dich entschieden.
Die Kinder sind beim Vater und du hast dich zur ''Urlaubstante''(sorry) degradiert.
Für die meisten hier ist es aber genau das, was sie nicht wollen.
Sie wollen Vater- oder Muttersein.

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 21:47
(@anacondagabi)
Schon was gesagt Registriert

Ich weiß! Das gilt auch für mich. Aber es ist technisch nun einmal oft unmöglich.
Nun, ich habe mich mit einigen Elternteilen unterhalten, die wenig bis keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern hatten, bis sie erwachsen waren. Sie haben sehr darunter gelitten. Jedoch, siehe da - wer die Kinder nicht überwiegend erzieht, der kann bei ihnen auch kaum Fehler machen. Dieser Elternteil wird stellenweise sowas wie ... na ja, überzogen ausgedrückt, fast schon verklärt. Man behält als Kind die guten Erinnerungen an ihn. Wenn Kinder dann erwachsen sind, dann suchen sie ganz automatisch nach ihren Wurzeln, wollen wissen, was damals eigentlich los war. Und sie sind dann alt genug, nicht alles ungefiltert zu glauben, was ein Elternteil erzählt, der sie lange Zeit negativ gegen den anderen beeinflusste. Oft ist es dann so, dass alles wieder in Ordnung kommt.
Nun, was mich betrifft - Urlaubstante trifft es trotzdem nicht. Ich bin an allen Entscheidungen beteiligt, bekomme alles erzählt, was die Kinder tun, auch von ihnen selbst, und habe jederzeit Kontakt. Mehrmals im Jahr halte ich mich wochenlang in Deutschland auf. Das einzige, was ich leider nicht tun kann, ist sie am Abend in den Arm nehmen und an mich drücken. Das ist hart genug. Übrigens zahle ich auch Unterhalt für alle meine Kinder.
Viel schlechter geht es da aber meinem Lebensgefährten, der seine Kinder sehr liebt und kein Sorgerecht mehr besitzt, das Umgangsrecht wird auch erschwert. Du kannst es mir glauben, dies ist nicht aus dem Grund so, dass er gravierende Fehler gemacht hätte. Es gibt wirklich geldgierige und faule Frauen, denen jedes Mittel recht ist, um ihre Ziele zu verfolgen. Aber auch das ist natürlich eine ellenlange Geschichte.
Aufgeschrieben habe ich die Geschichte, weil ich stellenweise selber nicht mehr wusste, was ich denken oder tun soll. Es hat mir einst geholfen, meine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Dabei bin ich auch mit mir selber ins Gericht gegangen, denn niemand ist ja ohne Fehler. Man muss nur erkennen, wo der Punkt liegt, an dem man andere schädigt. Was besonders für eigene Kinder gilt.
Mit meinen Beiträgen wollte ich euch Mut machen. Euch sagen, dass man überleben kann und muss, auch wenn man vorübergehend nicht "Papa" sein darf - im Herzen der Kinder ist man es trotzdem, davon bin ich überzeugt.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 25.09.2011 22:08
(@wedi)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Mit meinen Beiträgen wollte ich euch Mut machen. Euch sagen, dass man überleben kann und muss, auch wenn man vorübergehend nicht "Papa" sein darf - im Herzen der Kinder ist man es trotzdem, davon bin ich überzeugt.

Das hoffen wir alle, nur ist es manchmal ein wenig schwer.
Ob die Kinder nach jahrelangem Kampf, wie z.B. in meinem Fall wieder einmal ''zurückkommen'' weiss ich nicht.
Deswegen sind wir hier.
Sich austauschen, Ratschläge geben und versuchen sie anzunehmen.
Auch sich mal auszuheulen und darauf zu hoffen, das es besser wird.

Jeder, der etwas dazu beitragen kann ist hier eine Hilfe, so auch du.

Gruss Wedi


AntwortZitat
Geschrieben : 25.09.2011 22:25
(@anacondagabi)
Schon was gesagt Registriert

Lieber Wedi,
stimmt, da sind wir uns einig. Ich war übrigens als Gast auch während der heißen Phase meiner Scheidungs- und Kindergeschichte in diesem und anderen Foren unterwegs, habe viel gelesen. Daraus und aus meiner eigenen Geschichte habe ich schmerzhaft Vieles lernen müssen. Zum Beispiel, dass es ein sehr schmaler Grat ist, auf dem man sich bewegt, was den eigenen Seelenzustand angeht. Zuweilen ist man in arger Gefahr, sich in Wut und Selbstmitleid nahezu aufzulösen, was erstens betriebsblind macht und einen zweitens vergessen lässt, sein eigenes Leben weiterzuleben. Denn das existiert noch, auch wenn es oft nicht so scheint.
Die andere Gefahr ist, sich wegen Teilerfolgen zu einem Besserwisser zu entwickeln, der meint, er müsse seine Art der Problemlösung dringend auf andere übertragen. Da entstehen schnell Dogmatiker, die glauben, sie hätten die einzig gültige Wahrheit heraus extrahiert. Nein, ich habe es auch bis heute nicht völlig hinter mir, das hat man niemals. Ich versuche, das Große Ganze zu sehen; und eines ist klar: die Väter werden heute noch immens benachteiligt, wenn es um das Sorgerecht geht. Da kann man nur gemeinsam etwas erreichen. Ich erinnere auch an den Durchbruch bei der Frage, ob Mama etwas arbeiten muss und zum Unterhalt beitragen, oder ob sie wegen Kind endlos auf der Couch sitzen und Alimente kassieren darf, weil sie das Kind hat. Ich glaube, es war im Winter 2008, als diese Rechtsprechung endlich gekippt ist. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Wir alle gehen durch einen schmerzhaften Prozess; der Verlust eines Kindes ist vielleicht sogar die übelste Erfahrung, die ein Mensch machen kann, egal ob Mutter oder Vater. Ich habe mittlerweile meinen Frieden gemacht, nicht nur mit meiner Umwelt, sondern vor allem mit mir selbst.

Zu diesem Thema habe ich ein Resümee geschrieben, das wohl so oder ähnlich am Schluss meines Bandes 3 angehängt wird. Daraus kannst Du und die anderen Leser vielleicht auch meine Motive ablesen, aus denen ich hier poste und aus denen auch das Buch entstand. Abgesehen davon natürlich, dass es mir bei meinen Unterhaltszahlungen helfen soll... 😉

Ich könnte diese Geschichte vermutlich endlos fortführen; jedoch bin ich nun an einem Punkt angelangt, an dem ich fühle, dass ich  loslassen sollte. An welchem ich erkannt habe, dass dem Verhalten aller Akteure dieser Geschichte immer wieder dieselben Prägungen und Verhaltensmuster zugrunde liegen, dass sich die Wunden von manchen Betroffenen wohl lebenslang nicht mehr ganz schließen werden. Es werden seelische Narben verbleiben, mit denen jeder einzelne zu leben lernen muss. Auch ich.
  Es ist an der Zeit, nach vorne zu sehen, den Ist-Zustand zu akzeptieren und sich gegenseitig zu vergeben, wenn das Vergessen schon nicht möglich ist. Nur so kann etwas Neues entstehen, das eines Tages den Lebensmut und das Glück wieder zurückbringen wird. Selbstmitleid und Resignation bringen einen hier niemals weiter, und wenn es noch so berechtigt erscheint, diese Gefühle zu hegen.
      Dieses Buch wurde hauptsächlich für all diejenigen geschrieben, welche eine Scheidung erwägen und sich im Glauben wiegen, solch ein Ereignis müsse, von Fairness und Rücksichtnahme geprägt, von einem unpassenden Partner befreien. Die in froher Erwartung sind, man könne hinterher unverzüglich ein weitaus weniger belastetes, neues Leben beginnen, obwohl Kinder in die jetzt unglückliche Ehe hineingeboren wurden.
  Es kann, wie Sie meinem Roman entnehmen konnten, ganz anders kommen. Eine Scheidung ist immer so etwas wie ein seelischer Ausnahmezustand; sie kann genauso leicht eine Aneinanderreihung von persönlichen Katastrophen einleiten, die an den Rand des Wahnsinns und/oder die wirtschaftliche Katastrophe führen. Sie glauben Ihren Partner zu kennen, so etwas wird er/sie niemals tun? Lassen Sie sich überraschen …
  Besonders kompliziert wird es, wenn die gemeinsamen Kinder als Kampfmittel eingesetzt werden, der Hass während des langgezogenen Verfahrens immer größer wird; viel größer, als er es jemals zu Zeiten war, als man noch zusammenlebte. Eine solch entartete Scheidung wird immer gefährlicher, immer grotesker und verleitet die betroffenen Menschen zu Handlungen, deren sie sich niemals für fähig gehalten hätten. Die Nachrichten sind voll von derartigen Schreckensmeldungen, in der Berichterstattung nennt sich so etwas „Beziehungstat“. Jeder Mensch hat meines Erachtens seine persönliche Reizschwelle, an der das logische Denken weicht und archaischen Instinkten Platz schafft.
  Das vorliegende Buch vermag seinen Lesern hoffentlich einen Eindruck zu vermitteln, wie es zu solch einer extremen Verzweiflungstat kommen kann, daher denke ich, es ist bei den derzeitigen Scheidungszahlen hochaktuell und behandelt ein brisantes Thema unserer Zeit.
  Sehen Sie sich nur die vielen Beiträge in entsprechenden Foren im Internet an, dann bekommen Sie schnell einen Eindruck davon, ob die von mir beschriebenen Einzel-Ereignisse erfunden oder aber aus dem wahren Leben verschiedener Personen entnommen sind. Die Geschichten gleichen einander sehr, daher muss sich durch das vorliegende Buch auch niemand angesprochen oder beleidigt fühlen, dem manche Teile trotz veränderter Namen womöglich bekannt vorkommen.  Dieser Effekt lässt sich leider nicht vermeiden.
  Mein Roman ist im Tagebuchstil geschrieben, damit der Leser nachvollziehen kann, warum sich ein Mensch nach den dort geschilderten Ereignissen sogar das Leben nehmen will, keinen Ausweg mehr sieht. Weshalb friedliche Menschen aggressiv werden und einstmals gesunde Kinder im Nervenkrankenhaus landen. Dass Behörden nur zu gerne wegsehen oder die Verantwortung abschieben.
  Es beschreibt die lähmende Verzweiflung, hilflos Behörden, Gutachtern, Intrigen, Neid und Hass ausgeliefert zu sein, ohne selbst aktiv etwas an seiner Situation verbessern zu können. Die permanente Überlastung der Gerichte und die längst nicht mehr zeitgemäße Rechtsprechung in Sorgerechtssachen, welche allzu häufig die Väter zu bloßen Zahlmeistern degradiert, tut ein Übriges.
  Auf der anderen Seite ist das Buch auch eine Hommage an die Liebe, die sich sehr tief und oft auch unbeabsichtigt zu einem überaus ungünstigen Zeitpunkt in das Leben einschleichen kann, wenn man endlich auf seinen Seelenpartner trifft.
  Während des Lesens haben Sie sicherlich insgeheim an der einen oder anderen Stelle gedacht, dass es wegen inadäquater Reaktionen der Akteure ja so kommen hat müssen – SIE hätten es ganz bestimmt vernünftiger angestellt.
  Natürlich, Sie haben vollkommen Recht. Auch ich finde in meiner eigenen Geschichte posthum viele Situationen, an denen die reine Vernunft eine andere Vorgehensweise geboten hätte. Aber Hand aufs Herz – hinterher weiß man immer alles besser. Emotional aufgewühlt begeht man den einen oder anderen Fehler, das ist nur menschlich.
  Zum Beispiel beging ich in schönster Regelmäßigkeit den Fehler, gute Freunde mit potentiellen Ehemännern zu verwechseln. Vor lauter Harmoniesucht opferte ich dem Gut „harmonische Partnerschaft“  andere, vielleicht wichtigere Dinge, obwohl ich mich wieder einmal vollkommen auf dem Holzweg befand.
  Genau deswegen soll dieses Buch in allen drei Teilen keine Abrechnung darstellen, kein Bloßstellen von Personen, die mich jeweils ein Stück auf meinem Lebensweg begleiteten, oder deren Fälle ich mir aus anderen Quellen angelesen habe. Wir alle können nicht aus unserer Haut, wir alle machen Fehler. Meine eigenen sind schließlich auch ausgiebig beschrieben, mir ist durchaus bewusst, dass ich eine für andere Menschen oft schwierige Persönlichkeit in mir trage. Ich verrate Ihnen deshalb ganz bewusst nicht, welche Teile der Geschichte autobiografisch sind und welche nicht – es spielt keine Rolle.
  Nein. Dieses Buch ist eine Warnung. Die Warnung, aus Egoismus oder verletztem Stolz allzu viel aufs Spiel zu setzen, bis die Geschichte nur noch Verlierer, aber keine Gewinner mehr kennt. Last but not least auch die dringende Warnung davor, eher fremden „Beratern“ mit oft eigennützigen Motiven als dem eigenen gesunden Menschenverstand zu vertrauen.

Der Autor Dale Carnegie schrieb einmal »Wenn Dir das Leben eine Zitrone gibt, so mache Limonade daraus!«

Meine persönliche „Limonade“ ist dieses Buch.


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.09.2011 13:03
(@diskurso)
Registriert

Abgesehen davon natürlich, dass es mir bei meinen Unterhaltszahlungen helfen soll...

Meine persönliche „Limonade“ ist dieses Buch.

Schön und gut, aber ich finde, dass das jetzt doch zu sehr in Richtung kommerzielle (Eigen)Werbung geht.
Sollte sich mal ein Mod dazu äußern.

PS
für mich persönlich ein eher anspruchloses Sprachniveau - das beginnt schon beim Begriff "Nervenkrankenhaus"


AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2011 15:01
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Schön und gut, aber ich finde, dass das jetzt doch zu sehr in Richtung kommerzielle (Eigen)Werbung geht.

Das finde ich, ehrlich gesagt, auch.

Gabi, du bist herzlich eingeladen, deine Geschichte hier zu erzählen, dir Rat zu holen oder anderen durch deine Erfahrung zu helfen.
Genauso wie dein LG eingeladen ist, hier seine Geschichte zu erzählen.

Aber ich denke, das waren jetzt genug Hinweise auf dein Buch.

Gruss Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2011 15:09
(@jenpa)
Nicht wegzudenken Registriert

Solche Tagebücher gibts schon genug , sorry.
Und ich glaube jeder hier könnte sowas auch schreiben.

jenpa


..dem Kind beide Eltern

AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2011 15:40
(@anacondagabi)
Schon was gesagt Registriert

Okay, Leute. Wenn ihr glaubt, ich will hier nur Werbung machen, dann ist das eben so. Dann habt ihr aber die Botschaft nicht so ganz registriert, die ich euch übermitteln wollte ... aber das hält jeder so, wie er eben will. Für mich war es halt einfacher, bereits existierende Textteile hier einzustellen als das Rad nochmal neu zu erfinden, oder?
Außerdem: an welcher Stelle habe ich eigentlich erwähnt, dass nur ICH sowas schreiben kann und dass nur ICH sowas erlebt habe? Und wenn dem so wäre, was täte ich hier in einem Forum?

Ein Wort noch zum Abschluss, dann lasse ich euch in eurem Forum wieder in Frieden: Intoleranz kann auch zum Problem werden - ist es bei manchen vielleicht sogar schon geworden. Aber diejenigen, die das betrifft, die beziehen es jetzt eh nicht auf sich. Bevor ihr noch allergischer auf mich reagiert, ziehe ich mich zurück.

Ich wünsche euch trotzdem viel Glück


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.09.2011 15:54
(@beppo)
(Fast) Eigentumsrecht Moderator

Hallo Gabi

Dann habt ihr aber die Botschaft nicht so ganz registriert, die ich euch übermitteln wollte ...

Vielleicht ist genau das das Problem.
Ein Forum ist eigentlich nicht die Plattform um eine Botschaft zu überbringen.
Hier und in den meisten anderen Foren, treffen Leute, die Fragen haben auf Leute die dazu vielleicht passende Antworten haben.

Leute die wie der Messias vom Himmel schweben und Botschaften überbringen, die klingen wie: "Wenn ihr wüsstet, was ich alles weiß, aber gegen eine geringe Gebühr könnt ihr das in meinem Buch nachlesen", lösen, zumindest bei mir ein gewisses Befremden aus.
Auch wenn das von dir vielleicht nicht beabsichtigt war.

Ich wünsche euch trotzdem viel Glück

Dir auch.
Natürlich bist du hier weiterhin willkommen.

Gruß Beppo


Ein Mann, der seine Frau verlässt, ist ein Schuft.
Ein Mann, der von seiner Frau verlassen wird, ist auch ein Schuft, denn sonst hätte sie ihn ja nicht verlassen müssen.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.09.2011 16:40




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