2e Wochenende Vater
 
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2e Wochenende Vater

 
(@magoo)
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Hallo liebe Forummers,

da bin ich dann, heisse magoo aber natürlich nicht wirklich, bin 44 Jahre alt, seit 7 1/2 Jahre Geschieden und habe 2 Töchter, 11 und 14 Jahre alt.
Bis ende 2009 habe ich im gleichen Dorf wie die Kids gewohnt, und auch wenn oft die Organisation schwierig war da meine Ex die Regeln oft selber spontan bestimmt hat, hatte ich doch das gefühl meine Kinder nahe zu sein. Ich war getrennt von den Kindern, aber doch irgendwie auch immer verfügbar und da für Sie.
Mit meiner Ex hatte und habe ich immer noch ein eher schwieriges aber kein unmögliches Verhältnis, der Grund der Auseinandersetzungen die es gab war dass Sie schon sehr glaubt die Weisheit gepachtet in dem was gut für die Kinder ist und was nicht. Ein sehr beschützende mamma eben....(ohne Sie als Mutter abwerten zu wollen, aber als Vater ist das halt sehr schwierig und extrem anstrengend oft.)

Gerichtlich vereinbart war jedes 2e Wochenende Kontakt aber ich habe Sie jedes Wochenende gesehen ohne Probleme. Nur schlafen wollten Sie fast immer lieber zuhause und das habe ich immer respektiert.

Ich wurde ende des letzten Jahres Arbeitslos, und auch wenn ich vielleicht mit ein bisschen mehr Flexibililtät Chancen gehabt was neues zu finden in der Regio, habe ich ende Dezember beschlossen ins Ausland zu ziehen, 3 Stunden mit PKW. (Ausland ist für mich Deutschland)
Grund für diese Entscheidung war eine geeignete Arbeitsstelle aber vor allem auch weil ich seit November 2008 eine Fernbeziehung mit einer Frau, und das in die nächste "Phase" bringen wollte. Die Idee war jedes 2 Wochenende am Freitag zu kommen bis Sonntagabend, und dann die fast 3 Stunden mit dem Auto wieder zurück zu fahren. 3 Stunden, ist weit aber machbar.

Fazit ist nun, das ich unglaublich Zerrissen bin und meine Seele weh tut. Ich spüre meine Kinder nicht mehr. Ich fahre also jedes 2 Wochenende, aber trotzdem es ist nicht das gleiche natürlich als immer in der Nähe zu sein, auf der anderen Seite mag ich meine Freundin immer noch, und möchte jetzt nicht zu impulsiv sein, und zu schnell wieder abhauen. Ausserdem muss ich dort wieder neu anfangen und erstmal Arbeit finden. (und nein, dass die Freundin mitgeht ist aus verschiedene Gründe keine Option)

Worum es mir geht, und was ich gerne erfahren möchte, ich tue mir unglaublich schwer die Kinder nur 4-5 Tage im Monat zu sehen....das ist doch eigentlich gar nichts oder? Aber ich weiss das dies für viele Väter die Realität
ist. Wie geht es Euch mit dieses 2e Wochenende, fühlt Ihr euch auch so miserabel am Sonntag Abend und während der Woche wenn Ihr an die Kinder oder an das Kind denkt? Oder seid Ihr Dankbar für die Zeit die war?  ;(

Also das kann es doch wirklich nicht sein, ich bräuchte keinen täglichen Kontakt aber 4-5 Tage im Monat, ist doch einfach für ein Vater der seine Kinder liebt viel zu wenig. Aber es muss ja zehntausende Männer geben die in meine Situation sind, wie geht es die? Leider kenne ich persönlich niemand in diese Situation.

Also wenn es jemand gibt der mich zum Thema 2e Wochenende Vater im emotionellen was sagen kann, eine traurige oder eine Erfolgsgeschichte, dann bin ich Dankbar.

ciao von einen etwas verzweifelten Vater


Zitat
Themenstarter Geschrieben : 25.05.2010 21:38
(@papajo)
Nicht wegzudenken Registriert

Moin Magoo,

und herzlich willkommen!

ich bin auch mal aus der Nähe meiner Kinder weggezogen, wegen einer neuen Partnerin. Allerdings war die zu bewältigende Fahrtstrecke "nur" 1,5 stunden. Das hat dem alle 2 WE'S ,und auch mehr, keinen Abbruch getan. Du hast allerdings die doppelte Zeit pro Weg.

Sei's drum. Ich bin wieder in der Nähe meiner Kinder (9,11 + 12 Jahre), was zwar nicht von mir angeleiert wurde  :), aber ich bin froh, dass ich wieder in der Nähe bin. Als meine Partnerschaft in die Brüche ging, war es für mich keine Frage, auf Biegen und Brechen zu versuchen, wieder in "die Heimat" zu gehen. Auch ich war zwischendurch von Arbeitslosigkeit betroffen.

Das Dilemma in dem Du steckst, wirst Du nur selber lösen können und dafür musst Du Dir für Dich darüber klar werden, was für Dich wichtiger ist:
Deine Parnterschaft oder die Nähe zu Deinen Kindern?

Gibt es eine Möglichkeit für Dich und Deine Partnerin in die Nähe der Kinder zu ziehen (ich weiss, da hängt dann der Job dran etc..)

Ansonsten sehe ich nur, dass Du es so nimmst wie es ist,...

oder halt die andere Variante.....

Ich kann für mich nur sagen, dass ich es total geniesse, auch in der Woche mal den einen vom Training und die andere vom Tanzen abzuholen etc..
Aber eine tolle Partnerschaft hat auch was für sich  😉

Und wenn es Dir gut geht, werden das Eure Kinder auch merken.

Will sagen, es bringt auch nichts, wenn Du zurück gehst, und dann Deine Partnerin vermisst.

Pattsituation!

Eine Rat kann ich Dir nur in der Art geben, dass Du mal ganz tief in Dich hineinhörst, was DIR am besten tun wird!!

Liebe Grüße
jo


AntwortZitat
Geschrieben : 25.05.2010 22:14
(@magoo)
Schon was gesagt Registriert

Hallo Papajo,

vielen Dank für deine schlüssige und wahre Worte. Was ich aus dein Bericht lese ist folgendes:

"Die Entscheidung werde ich ganz alleine machen müssen, niemand kann mir die nehmen oder hat gar eine Patentlösung, aber wichtig ist DAS eine Entscheidung getroffen wird, die unbedingt aus meinem inneren kommen soll." (und nur ein ganz kleines bisschen mit dem Kopf)

Das eine muss auch gegen das andere "abgewogen" werden wobei ich mir schwer tue die Beziehung zu meinen Kindern, gegen die Beziehung zu der Partnerin "abzuwegen", irgendwie Äpfeln und Birnen, aber wenn die geographische Komponente dazu kommt dann muss diese Abwegung wohl gemacht werden. Das ist das Prinzip der  Ursache und Wirkung.
Wenn wir alle nahe beieinander wohnen würden dann sucht man wohl eher noch den (oft faulen) Kompromis. 

Ja, eine Pattsituation und wie der Ami sagt "between a rock and a hard place", aber meine Tendenz geht zu den Kindern. Ich merke nämlich dass ich so nicht leben kann, ich will auch während der Woche mal jemand abholen, und mich austauschen mit den Kindern, wir geschiedene Väter sind ja oft für jedes noch so kleines Ereignis Dankbar!  🙂  (und ja, Dankbarkeit dafür dass mann die Kids überhaupt hat ist ja auch nichts schlechtes)

Adieu


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.05.2010 10:35
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Magoo,

ich gebe noch etwas anderes zu bedenken: Ob und wie stark Du Dich Deinen Kindern nahe fühlst, ist weniger eine Frage räumlicher Nähe und auch keine Frage der miteinander verbrachten Zeit. Das mag sich in der Anfangszeit der Trennung so angefühlt haben, aber das Leben geht weiter, und damit verändern sich auch Lebensumstände und die damit verbundenen Empfindungen. Nicht zuletzt, weil die Kinder älter und selbständiger werden.

Aktuell musst Du "nur" drei Stunden Auto fahren, um Deine Kids zu sehen. Damit stehst Du schon mal um Klassen besser da als andere Väter, deren Kinder vielleicht 5 nur Minuten entfernt wohnen; denen aber der Kontakt zum Vater durch die eigene Mutter verwehrt wird. Solche Ambitionen scheint Deine Ex ja nicht zu haben, sondern den Kontakt zu Dir ja sogar zu fördern. Und gegen Telefonate oder die Einrichtung einer Skype-Verbindung hätte sie sicher auch nichts einzuwenden. Überdies gibt es auch Urlaubszeiten, in denen man tolle Dinge miteinander unternehmen kann. "Nähe" ist nicht die Folge von möglichst viel gemeinsam verbrachter Zeit, sondern von Intensität und Freude. Und natürlich vom Wissen "wenn ich den anderen erreichen will, klappt das auch".

Deine Töchter sind heute 11 und 14; damit gibt es für sie zwangsläufig und zunehmend Spannenderes (Parties, Freunde, Freizeit, Hobbys) als ständig Nachmittage und Wochenenden mit den Eltern zu verbringen. Das ist auch in "ganz normalen" Familien so. Und eigentlich ist das ja auch das Ziel jeder vernünftigen Erziehung: Kinder, die sich abnabeln, ihr Leben zunehmend in die eigene Hand nehmen und selbst bestimmen.

Konkret gefragt: Stell Dir vor, Du würdest der Kinder wegen Deine Partnerin verlassen, Deinen Job aufgeben und wieder in die alte Heimat zurückziehen - und dieses frühere Gefühl der Nähe würde sich trotzdem nicht einstellen wollen: Würdest Du es aushalten, dass Deine Kinder immer häufiger sagen "ach nee, Papa, heute habe ich wirklich keine Zeit!" - obwohl Du doch ALLES dafür geopfert hast? Welche Hypothek würdest Du Deinen Töchtern aufladen, wenn sie sich auch noch für Dein Lebensglück verantwortlich fühlen müssen? Würde sich Dein Leben dadurch verbessern?

Es ist höchst gefährlich, die eigenen Empfindungen mit der Erinnerung an die Vergangenheit zu vermischen.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.05.2010 14:26
(@magoo)
Schon was gesagt Registriert

Lieber Martin,

danke für deine Antwort!

ich gebe dir in alles recht, wirklich. Nur muss ich mich wehren gegen der Aussage das wenn ich zurückgehe ich die Kinder fast für mein Lebensglück verantwortlich mache.

Ich glaube Martin, dass diese Situation gerade nur dann entsteht wenn man nur 2 Wochenenden im Monat auftaucht. Dann wird unterschwellig kommuniziert, jetzt kommt Papa, er fährt für euch die ganze Strecke um euch zu sehen, also jetzt müsst Ihr auch 48 Stunden zur Verfügung stehen und was unternehmen mit Ihm.

Wenn ich zumeist in der Nähe wohne ist dies nicht so, dann wird es so sein dass ich von Zeit zu Zeit in Kontakt bin, und wie Papajo sagt Sie auch mal irgendwo unter der Woche abholen kann, mit denen mal was unternehme, aber weiter keinen "Druck" ausübe die es gibt, wenn ich nur 4 Tage im Monat dort bin und in dem dann die ganze Freude des Zusammenseins verpackt sein muss, weil wir haben ja nur 2 Wochenenden.

Aber Danke für deine Antwort die sicher auch sehr wahres beinhaltet. Ich würde natürlich teilweise auch was sehr wertvolles aufgeben das mein Leben ungemein bereichert hat.

Magoo


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.05.2010 16:30
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Hi Magoo,

hier gibt es ein kleines Missverständnis: Ich habe nicht behauptet, dass das alles so ist (wie könnte ich auch; ich kenne die Verhältnisse ja gar nicht im Detail). Ich habe nur zu bedenken gegeben, dass das so sein könnte.

Ich glaube Martin, dass diese Situation gerade nur dann entsteht wenn man nur 2 Wochenenden im Monat auftaucht. Dann wird unterschwellig kommuniziert, jetzt kommt Papa, er fährt für euch die ganze Strecke um euch zu sehen, also jetzt müsst Ihr auch 48 Stunden zur Verfügung stehen und was unternehmen mit Ihm.

das ist dasselbe wie mit Urlaub: In der (angeblich) "schönsten Zeit des Jahres" muss alles einfach perfekt sein. Wenn das nicht klappt, sind Katastrophen vorprogrammiert. Im konkreten Fall wäre es Deine und die Aufgabe Deiner Ex, die "unterschwellige" Kommunikation durch bewusste Kommunikation zu ersetzen. Im übrigen wäre es sinnvoll, wenn Du nicht alle zwei Wochen am alten Wohnort und auf der Basis einer improvisierten Infrastruktur den "Besuchspapa" spielst, sondern wenn Deine Kinder Dich (auch) an Deinem neuen Lebensmittelpunkt besuchen und ein bisschen in Dein dortiges Leben integriert werden. Das ist durchaus spannend. Und mit 11 und 14 ist unbegleitetes Bahnfahren ja wirklich kein Problem mehr.

Wenn ich zumeist in der Nähe wohne ist dies nicht so, dann wird es so sein dass ich von Zeit zu Zeit in Kontakt bin, und wie Papajo sagt Sie auch mal irgendwo unter der Woche abholen kann, mit denen mal was unternehme, aber weiter keinen "Druck" ausübe.

bist Du sicher, dass sich dadurch ein neuerliches Gefühl von "Nähe" einstellen würde, das den hohen Preis von Verlust der Partnerin, Verlust des Jobs und neuerlichem Umzug aufwiegt - siehe

Ich würde natürlich teilweise auch was sehr wertvolles aufgeben das mein Leben ungemein bereichert hat.

Und die Verantwortung für all diese Verluste läge bei Deinen Kindern. Ob Du das nun aussprichst oder nicht - Du würdest es so empfinden. Vor allem dann, wenn Du allein in Deiner Bude sitzt, weil sie mal wieder keine Zeit für Dich haben. Und das wird zunehmend der Fall sein.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.05.2010 16:47
(@magoo)
Schon was gesagt Registriert

wie geht das doch das man die Zitate so schön aufführen kann? Habe das probiert aber entweder alles oder nix :mehrhilfe:

okay, was ich sagen wollte, du hast sicher wieder mal recht, was du aber zum Beispiel nicht wusstest ist dieses, du schreibst:
"sondern wenn Deine Kinder Dich (auch) an Deinem neuen Lebensmittelpunkt besuchen und ein bisschen in Dein dortiges Leben integriert werden"
Problem hier ist das die kids absolut nichts von meiner Partnerin wissen wollen. Sobald ich die erste Buchstabe Ihres Namens ausspreche werden die schon ganz emotional und abwehrend. (und die Partnerin kann echt nix dafür, ist eine ganz liebe und tolerante  :troesti: )
das macht alles noch schwieriger...

aber ansonsten, ja, die gefahr des "alleine in der bude hocken" und die freundin nachtrauern ist reel da, aber dan muss ich halt auf meine Freunde beim "Vatersein.de" zurückgreifen  😉
Nein, nur ein Witz, ist sicher etwas das es zu bedenken gilt...seufz


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 26.05.2010 18:01
(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Magoo,

in der Tat: Wenn der Kontakt zu Deinen Töchtern überhaupt nur aufgrund einer "Inszenierung" möglich ist, in der Deine neue Partnerin nicht vorkommen darf, hast Du ein bis siebenundzwanzig ganz andere Probleme.

Für Deine Partnerin gilt: Dich gab und gibt es nur als Vater von zwei Kindern; hätte sie jemals verlangt, Dich zwischen ihr und Deinen Kindern zu entscheiden, wäre die Entrüstung (zu Recht) gross. Umgekehrt wird allerdings ebenfalls ein Schuh daraus: Auch Deine Kinder haben kein wie auch immer geartetes "Recht" darauf, 7,5 Jahre (!) nach der Scheidung ein klösterliches Leben von Dir zu verlangen; zumal Deine Partnerin ja offensichtlich nicht einmal der Scheidungsgrund war. Musst Du Dir ihre Zuneigung erkaufen, indem Du ihnen den Quasi-Single-Papa vorspielst?

Wenn Du den Kontakt zu Deinen Töchtern nur aufrecht erhalten kannst, indem Du Deine Partnerin leugnest und ausblendest, lässt Du Dich schlicht erpressen. Vergleichbar mit Kindern, die ihre Väter nur dann sehen wollen, wenn es sich "lohnt"; beispielsweise in Form von Geld oder Geschenken. Auch Deine väterliche Botschaft an Deine Kinder lautet: "Erpressung ist legitim. Beweis: Sie funktioniert."

Wie lange wirst Du dieses Spiel mitspielen? Werden Deine Töchter Dich irgendwann zur Schul-Abschlussfeier oder zur eigenen Hochzeit einladen - aber nur unter der Voraussetzung, dass Du alleine kommst und "die da" (oder eine andere) nicht mitbringst? Und wirst Du dann (immer noch) mitspielen?

Mal abgesehen davon: Eine Frau mit Charakter und Rückgrat schaut sich so etwas nur sehr begrenzte Zeit an; insofern dürfte sich das Problem mit dieser und jeder künftigen Partnerin von allein erledigen, wenn Du es nicht vorher selbst löst.

Grüssles
Martin
(der sich von seinen Kindern niemals hätte dazu erpressen lassen, seine Partnerin zu verleugnen oder sich von ihr zu trennen; auch nicht bei Androhung von Kontaktabbruch)


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 26.05.2010 18:40
(@papajo)
Nicht wegzudenken Registriert

Moin Magoo,

ich möchte mal hierzu:

Deine Töchter sind heute 11 und 14; damit gibt es für sie zwangsläufig und zunehmend Spannenderes (Parties, Freunde, Freizeit, Hobbys) als ständig Nachmittage und Wochenenden mit den Eltern zu verbringen.

Martin Recht geben. Das is so. Meine Große(12) ist an den WE's oft bei einer Freundin (das mit dem auswärts übernachten hat sich ja irgendwie schon verselbstständigt), aber ich hab zumindest die Möglichkeit sie dorthin zu bringen und wieder abzuholen. einfach nur halt ein wenig zeit miteinander.

Welche Hypothek würdest Du Deinen Töchtern aufladen, wenn sie sich auch noch für Dein Lebensglück verantwortlich fühlen müssen? Würde sich Dein Leben dadurch verbessern?

Solltest Du den Weg "zurück" nach vorne antreten, dürfte dies natürlich nur sein, weil DU DICH in der alten Heimat wohler fühlst!
Auf gar keinen Fall wegen der Kinder zurück  😉

Und dies:

Problem hier ist das die kids absolut nichts von meiner Partnerin wissen wollen. Sobald ich die erste Buchstabe Ihres Namens ausspreche werden die schon ganz emotional und abwehrend.

mmmhh.... muss doch irgendwelche Gründe haben?

Daher:

(der sich von seinen Kindern niemals hätte dazu erpressen lassen, seine Partnerin zu verleugnen oder sich von ihr zu trennen; auch nicht bei Androhung von Kontaktabbruch)

ist dies relativ. es muss nichts damit zu tun haben sich erpressen zu lassen. Bevor ich damals den Schritt gemacht habe, kannten meine Kinder meine ehemalige LG schon länger und mochten sie sehr.
Ich für mich, wäre nicht zu jemanden gezogen, den meine Kinder nicht akzeptieren.

Und ich geb hier halt auch nur Meine Meinung ab. Da denken andere anders drüber, ich halt so.

Dreh es und wende es wie Du willst, die entscheidung bleibt bei Dir hängen,

oder so:

Mal abgesehen davon: Eine Frau mit Charakter und Rückgrat schaut sich so etwas nur sehr begrenzte Zeit an; insofern dürfte sich das Problem mit dieser und jeder künftigen Partnerin von allein erledigen, wenn Du es nicht vorher selbst löst.

Ich kann Dich verdammt gut verstehen und wünsche Dir, das Du die "richtige" Entscheidung triffst.

Gruß
jo


AntwortZitat
Geschrieben : 26.05.2010 19:10
(@magoo)
Schon was gesagt Registriert

Danke Martin - meine Partnerin hat deine Zeilen gelesen und gesagt "endlich endlich mal einer der mich versteht" (und das du sicher Therapeut bist denn ansonsten hättest du die Situation nicht so tiefgreifend erfassen und begreifen können)

Danke Papajo für deine Worte, auch du hast meine Situation sofort in der Tiefe verstanden, ja, es ist keine Schwarz-Weiß Geschichte.....

die Entscheidung demnächst in diesem Thread!


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 27.05.2010 12:57




(@brille007)
(Fast) Eigentumsrecht Registriert

Moin Magoo,

Danke Martin - meine Partnerin hat deine Zeilen gelesen und gesagt "endlich endlich mal einer der mich versteht" (und das du sicher Therapeut bist denn ansonsten hättest du die Situation nicht so tiefgreifend erfassen und begreifen können)

nein, ich bin kein Therapeut, sondern "nur" Journalist. Aber ich bin mit einer ganz wundervollen neuen Partnerin liiert (und seit 3,5 Jahren auch verheiratet) und deshalb ebenfalls mit diesen Fragestellungen befasst gewesen.

Als wir vor gut sieben Jahren gemeinsam ein Haus gekauft haben und zusammengezogen sind, wollte meine Tochter von Anfang an unbedingt bei uns wohnen. Nach knapp zwei Jahren hat meine Ex sie zum "Rückumzug" überredet; dafür zog mein Sohn zu uns, bis er nach 1,5 Jahren ebenfalls zum Rückumzug überredet wurde, weil meine Ex den (bis dahin nie geflossenen) Kindesunterhalt brauchte, um unser ehemals gemeinsames Haus überhaupt halten zu können.

Natürlich gab es immer wieder mal Trouble mit den Kids; das ist mit Pubi's auch nichts Besonderes und kommt in Patchwork-Familien genauso vor wie in "normalen". Aber meine Partnerin und heute Ehefrau hatte garantiert niemals auch nur eine Minute lang das Gefühl, wegen meiner Kinder in der zweiten Reihe zu stehen. Sie konnte auch immer sicher sein, dass ich nicht erpressbar bin; eine Aussage wie "ich komme Dich besuchen, aber nur wenn A. nicht da ist", hätte zwangsläufig die Antwort zur Folge gehabt "A. wohnt hier genauso wie ich, und wenn Du sie nicht sehen möchtest, musst Du eben zuhause bleiben." Da das von Anfang an klar war, hat es dieses Problem aber nie gegeben.

Für Dich, mich und jeden anderen "Trennungsvater" gilt: Das Leben geht auch nach einer Scheidung weiter. Und es besteht nicht darin, die eigenen Kinder plötzlich auf einen Sockel zu stellen und sich ihren Forderungen und Bedingungen zu beugen; egal, ob es nun um eine neue Partnerin geht oder um ein neues Handy. Den wirklichen Respekt deiner Kinder bekommst Du nicht dafür, dass sie Dich um den Finger wickeln können, sondern dafür, dass Du eine klare Linie hast und vorlebst. Irgendwann werden Deine Kinder gross sein und aus dem Haus gehen - willst Du Dein eigenes Leben so lange auf Eis legen? Und sie am Ende mit der Erwartung von Gegenleistungen konfrontieren nach dem Motto "ich habe Euretwegen jetzt jahrelang auf XYZ verzichtet; dafür müsst Ihr mir jetzt aber auch dankbar sein!"?

Im Moment bist Du wohl tatsächlich Teil einer Inszenierung, die nur funktioniert, solange alle Beteiligten brav ihre Rollen spielen. Auch die von Dir gefühlte und heute vermisste Nähe könnte Teil dieser Illusion sein, für die Du einen hohen Preis zu bezahlen bereit bist: Dein eigenes, selbstbestimmtes Leben, das so ist, wie Du es selbst möchtest - und nicht so, wie andere es haben wollen.

Ich denke, Du hast eine kluge Partnerin, die genau das erkannt hat. Sei froh und dankbar, dass sie (noch) mitspielt - aber verlass Dich nicht darauf, dass sie das für immer tut.

Grüssles
Martin


When a mosquito lands on your testicles you realize that there is always a way to solve problems without using violence.

AntwortZitat
Geschrieben : 27.05.2010 14:19
(@magoo)
Schon was gesagt Registriert

okay, jetzt bin ich es doch nochmal -

ich habe mir deine Worte nochmal "verinnerlicht" - aber ich habe doch irgendwie das Gefühl liebe Brille, dass du aus eigener Schmerz der Vergangenheit eine radikale Position eingenommen ist, und dich einfach schwer tust nachzuvollziehen was es für eine (liebenden) Vater bedeutet das Gefühl zu haben seine Kinder nicht mehr "spüren" zu können und am deren Leben Aktiv teil zu haben.

Achtung: ich habe deine Zeilen sehr gut und öfters durchgelesen, und einiges ist absolut Wahr und du hast eine wirklich beeindruckende Art deine Ansichten in Worte zu fassen. Und wenn mann nur mit dem Kopf leben würde dann gebe ich dir 100% Recht, aber da ist eben auch noch das Herz.

Deine Warte ist oft die von den Kindern zu dir, und du der bewertest ob dass gut für dich und dein Leben ist. Wenn nicht, dann fühlst du dich erpresst und sagst ciao liebe Kinder.  

aber in dieses Forum gibt es diesen Thread:   http://www.vatersein.de/Forum-topic-19257.html

wo ein Milan schreibt:
Ich als Vater kann dazu eigentlich nur das beitragen:

Für einen seine Kids liebenden Vater ist es das Brutalste und Furchtbarste ein Kind zu "verlieren". Das sind Schmerzen, die man niemandem beschreiben kann. Dann wird die gesamte Welt schwarz. Es mag dann durchaus noch positive Gefühle geben (z.B. die Liebe zur neuen Partnerin), aber sie kommen nicht nach aussen. Er spürt sie, kann ihnen aber keinen Ausdruck verleihen.
Da kann er selbst nix für. Wenn man ihm den Oberschenkel aufschlitzt und Du dann sagst "zeig mir Deine Liebe" dann kann er sich noch so bemühen - er wird den Oberschenkelschmerz nicht unterdrücken können. Anstatt Dich zu knutschen (was er vielleicht gerne täte) wird er nur laut vor Schmerzen schreien und winseln. Mit seiner Liebe zu Dir hat das dann nix zu tun.

Und genau darum geht es.

Ich habe meine Partnerin eine Fernbeziehung vorgeschlagen, aber das lehnt sie ab, (und ich weiss ja, du Martin gibst Sie natürlich völlig recht und du wirst sagen dass ich mich das überhaupt traue zu fragen etc etc)

In diesen Tagen zanken wir uns über Sachen über die wir uns nie zanken würden wenn wir nicht dieses unglaublich belastendes Thema hätten. Und manchmal schaue ich Sie in ein unbeobachten Moment an, und denke "was bist du doch schön und sowas von richtig für mich", aber was nützt mir das wenn ich nächste Woche wieder meine Kinder sehe und nachher diesen dauernden innerlichen Schmerz verspüre.

Und noch was, die Partnerin hat z.B 2 Kinder die gerade erwachsen sind und immer noch bei Ihr/uns im Haus wohnen. Dann denke ich auch du hast es verdammt leicht mich zu kritisieren und selber wohnst du noch mit deine erwachsene Kinder im Haus und hast schon Angst für den Moment das einer auszieht. Also alles ist so relativ! 

Die Nähe die ich spüre wenn ich meine "kleine" väterlichen Aufgaben erfüllen kann ist nicht künstlich, und mein Gefühl und Schmerz ist auch nicht künstlich. Die Inszenierung ist nur dadurch entstanden, weil der Abstand da ist, das es immer so eine entweder oder Situation ist. Ohne die Abstand würde ich nicht auf meine Partnerin verzichten wollen, aber so wird es wohl kommen müssen. Sometimes Love is not enough.......

Danke


AntwortZitat
Themenstarter Geschrieben : 28.05.2010 13:53